Alle Religionen, die den Propheten verschiedener Nationen offenbart wurden, sind in ihrer Essenz gleich.

Die wichtigste und elementarste Lehre des Propheten Muhammad ist der Glaube an die Einzigartigkeit oder Einmaligkeit Gottes. Er kommt in der entscheidendsten Formel des Islam „Es gibt keine Gottheit außer Gott!“ (La Ilaha illa’llah) zum Ausdruck. Diese Formel ist der Grundstein, das Fundament und die Essenz des Islam.

Alle Religionen, die den Propheten verschiedener Nationen offenbart wurden, sind in ihrer Essenz gleich. Im Laufe der Zeit wurden die ursprünglichen Botschaften jedoch fehlinterpretiert und der Aberglaube hielt Einzug. Sie degenerierten zum Teil zu magischen Praktiken und bedeutungslosen Ritualen. Das Gotteskonzept, das Herzstück der Religion, wurde verfälscht durch Anthropomorphismen, Vergötterung der Engel, Assoziation anderer Wesen mit Gott und die Einstufung von Propheten oder anderer gottähnlicher Menschen als Inkarnationen Gottes.

Das Tawhid-Konzept ist das bedeutendste Gotteskonzept. Das Wissen um dieses Konzept übermittelte Gott der Menschheit wiederholt durch Seine Propheten. Mit eben diesem Wissen wurde Adam zur Erde gesandt. Es wurde Noah, Abraham, Moses und Jesus offenbart; und auch der Muhammad brachte es den Menschen. Dieses Wissen ist rein und absolut, ohne den winzigsten Schatten von Unwissenheit. Es vertreibt alle Wolken der Unwissenheit und lässt den Horizont im Licht der Realität erstrahlen.

Wer aber ist überhaupt in der Lage, ein so majestätisches Universum zu erschaffen und zu verwalten? Dies vermag nur der Eine, der Herrscher über die ganze Schöpfung; Er, dem keine Grenzen gesetzt sind und der ewig ist, der Allmächtige, Weise und Allwissende, der alles weiß und alles sieht. Er muss die oberste Verfügungsgewalt über alles, was im Universum existiert, besitzen. Er muss über eine unendlich große Macht verfügen; Er muss der Herr des Universums sein, ohne jeden Makel und ohne jede Schwäche. Niemand kann Ihm in Sein Werk hinein pfuschen. Nur Er ist der Schöpfer, Lenker und Verwalter des Universums.

Essentiell ist dabei, dass all diese göttlichen Attribute und Kräfte bei einem einzigen Wesen liegen. Zwei oder mehr Persönlichkeiten können nicht genau die gleichen Kräfte und Attribute besitzen, denn dann würden sie sich zwangsläufig gegenseitig in die Quere kommen. Daher muss es einfach ein einziges Höchstes Wesen geben, das die Befehlsgewalt über alle anderen besitzt. Zwei Gouverneure für ein und dieselbe Provinz sind ebenso undenkbar wie zwei Feldherren für ein und dieselbe Armee.

Ähnlich undenkbar ist auch eine Aufteilung dieser Kräfte und Attribute auf unterschiedliche Gottheiten mit jeweils voneinander unabhängigen Sphären, sodass z.B. eine Gottheit der Allwissende ist, die andere der Versorger und eine weitere der Lebensspender. Das Universum ist ein unteilbares Ganzes, und jede dieser Gottheiten wäre bei der Erledigung ihrer Aufgaben auf andere angewiesen. Ein Mangel an Koordination wäre unvermeidlich; die Welt würde in Teile zerspringen.

Genauso darf ausgeschlossen werden, dass diese Attribute übertragbar sind oder dass ein bestimmtes Attribut für eine bestimmte Zeitspanne bei der einen, dann wieder bei einer anderen Gottheit anzutreffen ist. Ein göttliches Wesen, das nicht in der Lage ist, sein eigenes Leben zu bewahren, kann keine anderen Geschöpfe zum Leben erwecken. Wer seine eigene göttliche Kraft nicht schützen kann, taugt auch nicht zum Regenten des unendlich weiten Universums.

Quelle:  Büyükcelebi, Ismail (2005), Leben im Lichte des Islam, Fontäne/Offenbach

Gelesen 677 mal

Schreibe einen Kommentar

Achten Sie darauf, die erforderlichen Informationen einzugeben (mit Stern * gekennzeichnet).
HTML-Code ist nicht erlaubt.

Neu hinzugekommen

br

Twitter