Die Erzieher und Eltern von heute können sich an den Beispielen der Propheten eine Menge abschauen.

Alphonse Williams

Die Propheten sind die spirituellen Lehrer der Menschheit. Diese Menschen, die von Gott als Träger Seiner Botschaft auserwählt wurden, sind allesamt beispielhafte Lehrmeister und Rollenmodelle. In diesem Beitrag sollen Beispiele für die Lehrtätigkeit der Propheten Moses, Jesus und Muhammad vorgestellt werden.

Um Leben und Lehrtätigkeit der Propheten einer objektiven Bewertung unterziehen zu können, müssen wir deren Zeitalter und Mission berücksichtigen. Eine weltweite Verbreitung der Botschaft Gottes war beispielsweise erst nach dem Propheten Muhammad möglich. Alle vorangegangenen Offenbarungen waren auf ein bestimmtes Volk und auf eine bestimmte Zeit beschränkt und betonten daher bestimmte Prinzipien. Außerdem macht Gott jedem Propheten und seiner Gemeinschaft Geschenke, die der jeweiligen Zeit entsprachen. So wurde der Prophet Noah mit Standhaftigkeit und Durchhaltevermögen ausgestattet. Der Prophet Abraham wurde eine enge Freundschaft mit Gott und die Ehre, Vater zahlreicher Propheten zu sein, gewährt. Der Prophet Moses erhielt die Fähigkeit, Recht zu sprechen; außerdem wurde er dadurch ausgezeichnet, direkt von Gott angesprochen zu werden. Und der Prophet Jesus wurden Geduld, Toleranz und Mitgefühl verliehen.

Ihre Wunder reflektierten das, was ihre Gesellschaften in jener Zeit besonders schätzten. Zu Jesu Lebzeiten etwa stand die Medizin hoch im Kurs. Daher erzielten seine Wunder der Wiedererweckung von Toten und der Heilung von unheilbar Kranken sehr große Wirkung auf sein Volk. Zu Lebzeiten des Propheten Muhammad wurde sehr viel Wert auf Dichtkunst und Beredsamkeit gelegt. Erfolgreiche Dichter waren gefeierte Persönlichkeiten. Der Koran, das bedeutendste Wunder Muhammads, war ein literarisches Wunder. Mit den Worten eines nichtmuslimischen Koranübersetzers: „Der Koran ist das früheste und bei weitem das prächtigste Werk der klassischen arabischen Prosa... Es ist allgemein anerkannt, dass der Koran nicht nur eines der einflussreichsten Bücher der Prophetenliteratur, sondern auch ein literarisches Meisterwerk ist.“[1]

Einige ehrbare Eigenschaften sind allen Propheten gemein. Bedingt durch ihre unterschiedlichen Aufgaben übertrifft jeder von ihnen die anderen jedoch in einer oder mehreren Eigenschaften.

Der Lehrer Moses

Bevor der Prophet Moses zu ihnen gesandt wurde, fristeten die Israeliten ein kümmerliches Dasein. Infolge der Gewaltherrschaft und Unterdrückung durch den Pharao war die Sklaverei zu einem festen Bestandteil ihres Charakters geworden. Um diesen Charakterzug zu löschen, wurde Moses mit strengen und kompromisslosen Gesetzen zu ihnen geschickt. Moses selbst war also ein recht harter und autoritärer Reformer und Pädagoge. Die Geschichte des goldenen Kalbs weist uns auf eine wichtige soziale Lektion hin: Einer Gesellschaft, die auf dem Glauben aufbaut, schadet es, grundlegende Prinzipien preiszugeben. In Ägypten war die Kuh das bedeutendste ‚Werkzeug‘, mit dem das Land kultiviert wurde. Kühe hatten Ägypten reich gemacht. Schließlich sorgte ihre Bedeutung sogar dafür, dass sie in einen Gott-ähnlichen Rang erhoben wurden.

Obwohl die Israeliten Monotheisten waren, setzte sich dieser Glaube in Form eines Symbols von Wohlstand und Reichtum in ihrem Unterbewusstsein fest. Als sie sich auf der Sinaihalbinsel niederließen, rief Gott Moses zu Sich, um mit ihm zu sprechen. Moses überließ seinem Bruder Aaron die Kontrolle. In der Abwesenheit Mose fertigte ein Sumerer (dem Koran zufolge ein Mann namens As-Samiri) ein goldenes Kalb an und erklärte, es sei ein Gott, den Moses vergessen habe. Aaron, der eine Spaltung fürchtete, begegnete ihm mit Nachsicht. Als Moses schließlich zurückkehrte, warnte er den Sumerer und war wütend auf Aaron. Er hatte gehofft, dieser würde das Wiedererstarken des heidnischen Glaubens verhindern. Mit anderen Worten: Moses wusste sehr genau, welche Punkte den Fortbestand der Gemeinschaft beeinträchtigen konnten. Da der Monotheismus das wichtigste Bindeglied der gemeinschaftlichen Identität war, legte Moses großen Wert darauf, Abweichungen in Zukunft zu unterbinden.

Der Lehrer Jesus

Der Prophet Jesus wurde den Israeliten zu einer Zeit gesandt, als der Klerus durch seine unbegrenzte Macht korrumpiert war und allgemein eine materialistische Gesinnung vorherrschte. Jesus lud sein Volk ein, die althergebrachte Weisheit hinter sich zu lassen und eine ganz neue Weisheit zu leben. Die Lehren seiner Weisheit basierten auf kurzen denkwürdigen Aussprüchen und Gleichnissen, die Kristalle der Einsicht bildeten, welche ihrerseits weitere Einsichten nach sich zogen und provozierten:[2]

Unter seinen Gleichnissen fanden sich Kurzgeschichten und Einladungen, die Welt mit anderen Augen zu sehen. Als Beispiel sei hier nur das Gleichnis vom barmherzigen Samariter (Lukas 10:25-37) genannt. Sowohl die kurzen und prägnanten Aussprüche als auch die Gleichnisse sind wohl durchdachte und herausfordernde Formen der Sprache. Was aber noch viel wichtiger ist: Beide sind Einladungen, Dinge zu sehen, die vorher unsichtbar waren, oder bereits vorher sichtbare Dinge auf andere Art und Weise zu sehen. Einem wirkungsvollen Erziehungsmittel begegnen wir in den Aussagen Jesu immer wieder: der Wiederholung. „Kein hervorragender Erzähler von Bonmots gibt ein wirklich gutes Bonmot (witziger Ausspruch) nur einmal zum Besten, und kein hervorragender Geschichtenerzähler erzählt eine wirklich gute Geschichte nur einmal.“[3]

Unsere ganz persönliche Art, die Dinge und Ereignisse zu sehen, unterscheidet uns in Denken, Einstellung und Handeln von anderen Menschen. Jesus verurteilte die Welt der althergebrachten Weisheit als eine Welt der Blindheit und forderte sein Publikum zum Umdenken auf. Wenn man die von Jesus propagierte Weisheit mit der des Propheten Muhammad vergleicht, tun sich viele Parallelen auf:

Althergebrachte Weisheit

Weisheit Jesu

Botschaft Muhammads

Gott ist ein Bestrafender Gesetzgeber und Richter.

Gott ist barmherzig.

Gott ist gerecht und gleichzeitig barmherzig.

Sünder und Ausgestoßene müssen gemieden und zurückgewiesen werden.

Jeder Mensch ist an der Tafel und im Königreich Gottes willkommen.

Die Sünde ist eine Konsequenz der menschlichen Natur. Gott ist barmherzig und erwartet dies auch von den Menschen. Jeder gläubige Mensch sollte die Verbindung zu Sündern aufrecht erhalten.

Die Identität des Menschen leitet sich aus dessen sozialer Tradition ab.

Die Identität des Menschen leitet sich aus dessen Verankerung im Heiligen, in der Beziehung zu Gott ab.

Die Identität des Menschen leitet sich aus dessen Beziehung zu Gott ab.

Jeder sollte sich bemühen, der Erste zu sein.

Die Ersten werden die Letzten sein. Wer sich selbst lobpreist, wird beraubt werden.

Sei der Erste beim Dienst am Menschen, und der Letzte, wenn es darum geht, die Belohnung für diesen Dienst einzustreichen.

Der Erhalt des eigenen Lebens hat oberste Priorität.

Der Weg des Todes und der Wiedergeburt führt zu einem Leben im Überfluss.

Das Leben ist ein Treuhandgut Gottes, das erhalten werden muss. Sich zu opfern, um andere zu schützen, wird jedoch anerkannt.

Die Frucht der Bemühung ist die Belohnung.

Die Frucht der Konzentration auf Gott ist Seine Barmherzigkeit.

Die Früchte des Bemühens um der Sache Gottes willen sind das Wohlwollen Gottes und spirituelles Wachstum.


Jesus schulte seine Jünger

Der Prophet Jesus unterzog seine Jünger einem ausgeklügelten pädagogischen Programm,[4] das ihnen eine umfassende Ausbildung zuteil werden ließ.[5] Schirrmacher zufolge ruhte dieses Programm auf folgenden tragenden Säulen:

  1. Jesus beschränkte seine Gruppe auf wenige Personen. Ähnlich wie Eltern nicht für unendlich viele Kinder gleichzeitig sorgen können, konnte auch Jesus nur einer begrenzten Anzahl von Jüngern eine optimale Schulung bieten.
  2. Diese intensive Gemeinschaft zielte auf eine zukünftige Missionstätigkeit ab.
  3. Das Trainingsprogramm Jesu folgte einem klaren Plan. Die Jünger wurden dadurch geschult, dass sie mehrere Jahre lang mit Jesus, der ihnen als Vorbild diente, lebten und arbeiteten. Jesus predigte zunächst allein, dann in ihrer Anwesenheit, danach ließ er sie predigen, während er selbst zuschaute, bevor er sie in Zweiergruppen aussandte und ihre Erfahrungen als Prediger mit ihnen diskutierte. Diese erste Prüfung wird in Matthäus 10:1-11, Markus 6:7-13 und Lukas 9:1-6 beschrieben. Schließlich ließ er sie ganz allein ausrücken (Matthäus 28:18-20). Die Jünger gingen bei der Ausbildung neuer Christen genauso vor.
  4. Das Trainingsprogramm Jesu enthielt alle Aspekte von Instruktion und Leben, Theorie und Praxis, individueller und gemeinschaftlicher Beschlussfassung, persönlichem und öffentlichem Handeln, Aktivität und Ruhepause, Beruf- und Privatleben. Lehre und Beratung bildeten eine Einheit.

Auch in diesem Zusammenhang spielten die Wunder Jesu eine sehr wichtige Rolle. Genau wie die Wunder anderer Propheten beseitigen auch sie die Zweifel aus den Herzen einiger Gläubiger, forderten die Standpunkte der Ungläubigen heraus und stärkten darüber hinaus die Bande zwischen seinen Anhängern.

Der Prophet Muhammad als Lehrer

Die Analyse der Beziehung Muhammads zu seinen Gefährten bringt an den Tag, dass auch er auf verschiedene Erziehungsmethoden zurückgriff. Er erwies sich als findiger Pädagoge, der manchmal nachfragte und dann wieder selbst Fragen beantwortete. Zuweilen beschränkte er sich darauf, eine an ihn gerichtete Frage direkt und ohne Umschweife zu beantworten; dann wieder ging er weit über die Frage hinaus. Gelegentlich verdeutlichte er Konzepte anhand von Gleichnissen, gab Fragen eine ganz neue Richtung oder verlangte von seinen Gefährten, seine Worte niederzuschreiben. Er zeichnete Bilder, benutzte die Körpersprache und wiederholte entscheidende Passagen seiner Rede dreimal. Er verwendete Symbole und Anspielungen, aber auch klare unzweideutige Worte. Er ließ Humor, Rätsel und Vergleiche mit einfließen und stellte rhetorische Fragen, um Aufmerksamkeit zu wecken. Sein wichtigstes pädagogisches Prinzip war jedoch, dass er sich selbst als lebendiges Beispiel präsentierte.

Eine der ersten Lektionen der öffentlichen Rede lautet, dass der Charakter eines Menschen mehr sagt als seine Worte. Der Prophet, dessen Worte und Handlungen perfekt miteinander harmonierten, war ein vollkommener Lenker und Erzieher. Oft forderte er seine Gefährten z.B. zum Nachtgebet auf, da die Nachtzeit eine ideale ungestörte Atmosphäre für Reflexion, Danksagung und Gebet biete. Seine Frau Aischa erzählte, dass er mitten in der Nacht aufstand und sie ihre Erlaubnis bat, beten zu dürfen. Er betete so oft und lange, dass sie ihn eines Tages fragte, ob dies denn tatsächlich notwendig sei. Er antwortete ihr: „Soll ich etwa meinem Herrn, der mir so viele Gunstbeweise erbracht hat, nicht dankbar sein?“

Ibn Mas’ud, ein Gefährte des Propheten, berichtete: „Wir lernten 10 Verse vom Propheten und fuhren erst dann fort, wenn wir diese 10 Verse verinnerlicht und praktiziert hatten.“

Der Prophet Muhammad gab das Motto aus: Seid maßvoll und zieht das Leichte dem Schwierigen vor! Die authentischsten Sammlungen der Aussprüche des Propheten, die Sahih‑Werke Bukharis und Muslims, überliefern seine Aussage: „Macht es einfacher und nicht schwierig! Verbreitet gute Neuigkeiten (macht euch beliebt); befremdet nicht und stoßt nicht ab!“ Aischa verriet uns: „Wenn dem Propheten eine Wahl bliebe, würde er sich immer für die einfachere Option entscheiden.“

Bukhari schilderte folgendes Ereignis: „Ein Mann bat den Propheten um Erlaubnis, für die Sache Gottes kämpfen zu dürfen. Der Prophet fragte ihn: ‚Leben deine Eltern noch?‘ Der Mann sagte: ‚Ja.‘ Da wies ihn der Prophet an: ‚Geh, und diene ihnen, so gut du kannst.‘“ Viele Gefährten fragten ihn, was denn die beste Tat sei. Der Prophet entgegnete ihnen, das hänge von der Situation ab. Als Abu Dharr ihn bedrängte: „Gesandter Gottes, rate mir zu einer guten Tat!“, erwiderte er: „Sei dir Gottes bewusst, wo auch immer du bist; reinige dich von deinen Sünden, indem du ihnen sofort eine gute Tat folgen lässt; und behandle die Menschen in deinem Umfeld so gut wie möglich!“ Ein anderer Gefährte fragte ihn: „Gesandter Gottes, rate mir zu einer guten Tat, aber fasse dich kurz, damit ich mich auch an sie erinnere!“ Der Prophet Muhammad antwortete ihm: „Lasse dich nicht von Zorn übermannen!“ Der Mann fragte ihn noch zwei weitere Male, und der Prophet gab jedes Mal die gleiche Antwort.

Fragen verlangen nach Aufmerksamkeit. Wer ein Gespräch mit einer Frage einleitet, öffnet die Ohren seiner Zuhörer für eine Botschaft. Von dieser Technik machte der Prophet oft Gebrauch. Bukhari berichtete, dass der Gesandte Gottes fragte: „Wenn ein Fluss durch eure Tür fließen würde, und ihr würdet fünfmal darin baden, bliebe dann irgendwelcher Dreck auf eurem Körper zurück?“ Als die Gefährten verneinten, fuhr er fort: „Das tägliche Pflichtgebet ist so ein Fluss. Mit diesen Gebeten wäscht Gott euch von euren Sünden rein.“ Bei anderer Gelegenheit fragte der Prophet: „Wisst ihr, wer in meinem Volk wirklich bankrott ist?“ Sie antworteten: „Diejenigen, die kein Geld und keinen Boden besitzen.“ Er aber stellte klar: „Wirklich bankrott ist derjenige, der am Tag der Wiederauferstehung mit Gebeten, Fasten und Freigebigkeit daher kommt und sich dennoch als bankrott entpuppt. Er wird seine guten Taten erschöpft haben, weil er andere verunglimpft und sie verleumdet, ihren Reichtum vernichtet, ihr Blut vergossen und sie geschlagen hat. Daher werden seine guten Taten ihrem Konto (dem Konto jener Menschen, die seinetwegen gelitten haben) zugeschlagen. Wenn seine guten Taten die Rechnung nicht begleichen, werden ihre Sünden seinem Konto zugerechnet, und er wird dem Feuer (der Hölle) überantwortet.“

Vergleiche und Gleichnisse helfen dem Menschen, neue Konzepte zu begreifen. Vergleiche und Gleichnisse, die auf allgemein bekannte intensive Erfahrungen verweisen, verbessern die Merkfähigkeit in Bezug auf neu zu erlernende Konzepte. Muslim berichtete, der Prophet habe seinen Gefährten anvertraut: „Ein guter Freund ist wie jemand, der Bernstein trägt (der einen starken wohlriechenden Duft verströmt). Wenn auch sonst nichts anderes, so wird zumindest sein Duft Eindruck bei dir hinterlassen. Ein schlechter Freund ist andererseits jemand, der einem Schmied ähnelt. Wenn schon der Staub seiner Arbeit dich nicht berührt, so werden dies zumindest die Dünste, die er verbreitet, tun.“

Unser visuelles Gedächtnis übertrifft unser Sprachgedächtnis. Ohne Mühe und sehr schnell erinnern wir uns an Bilder und Szenen. Mit ihrer Körpersprache können Erzieher unauslöschliche Eindrücke hinterlassen. Bukhari überlieferte folgenden Ausspruch des Propheten: „Ein Mensch, der sich um eine Waise sorgt, und ich werden im Paradies so eng zusammen sein.“. Dabei wies er auf seinen Zeige- und Mittelfinger.

Ebenfalls Bukhari hielt fest, was der Prophetengefährte Dscharir ibn Abdullah al-Bajali erzählte: „Eines Tages schauten wir mit dem Propheten den Vollmond an. Er betrachtete ihn uns sagte: ‚Am Tag des Jüngsten Gerichts werdet ihr alle euren Herrn so sehen, wie ihr (nun) diesen Vollmond seht. Niemandem von euch wird die Möglichkeit, euren Herrn zu sehen, verwehrt werden.“ Hier setzte der Prophet ein weiteres Erziehungsmittel ein. Er nutzte eine sich bietende Gelegenheit, um eine bestimmte Botschaft zu vermitteln.

Auch der Einsatz von Humor ist sehr lehrreich. Bei Abu Dawud heißt es beispielsweise, dass ein Mann den Propheten Muhammad um ein Reittier fragte. Der Prophet entgegnete ihm: „Wäre es in Ordnung, wenn ich dich auf das Kalb einer Kamelstute setzen würde?“ Der Mann erwiderte: „O Gesandter Gottes, was wäre daran gut?“, und erhielt folgende Antwort: „Ist nicht jedes Kamel das Kalb eines weiblichen Kamels?“

Die hier erwähnten sind nur einige von vielen Methoden, derer sich der Prophet bediente, um sein Volk zu erziehen und auszubilden. Weitere Methoden sind die Vermittlung von Wissen durch Zeichnungen, die Lenkung von Anworten in eine unvermutete Richtung, die Bitte um Wiederholung einer Frage mit dem Ziel, etwas zu betonen und fest zu verankern, die Beantwortung einer Frage durch das Publikum, das Verbergen eines Zieles oder einer Angelegenheit, die zunächst knappe, später dann ausführliche Darlegung eines Konzepts, das Zweideutiglassen einer Antwort, die Auflistung von Argumenten, die Kombination von Ermutigung und Entmutigung, die Veranschaulichung von Sachverhalten anhand von Geschichten und Erfahrungen von Völkern aus der Vergangenheit.

Fazit

Immer wieder wurden der Menschheit Propheten gesandt, die die Botschaft Gottes auf effektivste Art und Weise überbrachten. Jeder Prophet bemühte sich, seine Aufgabe zu erfüllen, indem er sich jener Erziehungsmethoden bediente, die ihm besonders geeignet schienen. Die Erzieher und Eltern von heute können sich an ihren Lebensläufen eine Menge abschauen. Denn sie widmen sich einer ähnlichen Aufgabe, wenn auch in kleinerem. Sie sollten ihre Erziehungsmethoden immer wieder kritisch hinterfragen.

Fußnoten


[1] Dawood, N.J.; The Koran; 1997
[2] Borg, M.; Meeting Jesus Again for the First Time: The Historical Jesus and the Heart of Contemporary Faith; San Franciso 1994
[3] Ebenda
[4] Schirrmacher, T.; Jesus as Master Educator; 1999
[5] Bruce, A.B.; The Training of the Twelve; 2000

 

Letzte Änderung am 14.10.2015
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