AN-NADSCHM

Sure 53

DER STERN

offenbart in Mekka

Der Gesandte Gottes rezitierte diese in Mekka offenbarte und aus 62 Versen bestehende Sure an der Kaaba in voller Länge sowohl den Gläubigen als auch den mekkanischen Götzenanbetern. Das Wortnadschm(Stern), nach dem sie benannt ist, begegnet uns im ersten Vers. Die Götzenanbeter werden für ihre Haltung zum Koran getadelt und daran erinnert, dass ihre sämtlichen Glaubensvorstellungen auf nichts anderem als Mutmaßungen beruhen. Ihnen gegenübergestellt werden diejenigen, die dem geraden Weg folgen; jene, die glauben und nur den Einen Gott anbeten, den Eigner des gesamten Universums. Mit besonderem Nachdruck wird in dieser Sure unterstrichen, dass die Religion, die Gottes Gesandter übermittelt, nichts Neues in der Menschheitsgeschichte oder gar etwas Erfundenes darstellt. Und schließlich werden die Götzenanbeter vor dem Tag des Jüngsten Gerichts gewarnt, dessen Eintreffen ein unabwendbares Ereignis ist.

IM NAMEN GOTTES, DES ERBARMERS, DES BARMHERZIGEN!

1. Bei dem Stern, wenn er untergeht,

2. Euer Gefährte (der Gesandte) ist weder irregegangen, noch hat er einen falschen Weg eingeschlagen (im Glauben und Handeln).

3. Er spricht nicht aus eigenem Antrieb, entsprechend seinem eigenen Wunsch;

4. Das (was er euch überbringt) ist nichts anderes als eine Offenbarung, die ihm eingegeben wird.

5. Der an Kraft Mächtige (Gabriel) hat ihn gelehrt:

6. Der Gefestigte, mit der Fähigkeit, im Geiste zu durchdringen und zu vervollkommnen, erhob sich in all seiner Pracht,

7. Als er am höchsten Punkt des Horizonts angelangt war.

8. Dann näherte er sich und kam herab,

9. Sodass er (so nahe) war, (dass nur noch der Abstand zwischen) den Sehnen von zwei (nebeneinander gelegten) Bögen (übrig blieb), oder sogar noch näher (als dies).

10. Und Er offenbarte Seinem Diener, was Er zu offenbaren hatte.

11. Das Herz widersprach nicht dem, was er (mit seinen Augen) sah.

12. Wollt ihr also mit ihm streiten über das, was er sah?

13. Wahrlich, er erblickte ihn bei einem zweiten Herabkommen,

14. Bei dem Lotusbaum von äußerster Begrenzung,

15. In dessen Nähe sich der Garten der Zuflucht und der Bleibe befindet.

16. Inzwischen verhüllte den Lotusbaum, was ihn verhüllte.

17. Der Blick (des Gesandten) wich nicht ab (sodass er woanders hingeschaut oder etwas anderes gesehen hätte) noch irrte er ab (sodass er einer Illusion anheimgefallen wäre).

18. Fürwahr, er sah eines der größten Zeichen seines Herrn.

19. Habt ihr (im Gegensatz dazu) über Al-Lāt und Al-‘Uzzā nachgedacht?

20. Und den anderen, den dritten (Götzen), Al-Manāt: (Was sind das für Dinge, die ihr euch da ausdenkt?)

21. Was! Für euch die Knaben und für Ihn die Mädchen?

22. Das wäre wahrlich eine ungerechte Aufteilung!

23. Sie (eure falschen Gottheiten) sind nichts weiter als ausgedachte Namen, die ihr und eure Vorfahren erfunden haben; Gott hat keine Ermächtigung dafür herabgesandt. Sie folgen nur ihrem Wunschdenken und dem, wonach sie selbst Begierde verspüren. Doch nun ist fürwahr Rechtleitung von ihrem Herrn zu ihnen gekommen (der sie erschaffen hat und versorgt).

24. Wird der Mensch etwa all das erhalten, wonach er sich sehnt?

25. Doch (was immer der Mensch sich auch wünscht, sei es zu seinem eigenen Besten oder um seine leiblichen Begierden zu befriedigen) Gott gehört das jenseitige (Leben) und das vorherige (Leben).

26. Wie gar viele Engel gibt es in den Himmeln, deren Fürsprache (einmal angenommen, dass sie Fürsprache für einen Menschen einlegen) überhaupt nichts nützt, es sei denn, Gott hätte Erlaubnis dazu erteilt (Fürsprache einzulegen, für wen immer Er will), wem immer Er will und mit wem Er wohl zufrieden ist.

27. Es sind diejenigen, die nicht an das Jenseits glauben, die den Engeln (die sie als Töchter Gottes betrachten) weibliche Namen geben.

28. Sie haben keinerlei Wissen darüber. Sie folgen nichts weiter als Mutmaßungen, und Mutmaßung kann niemals etwas von der Wahrheit ersetzen.

29. Darum wende dich ab von jenen, die Unserem Buch und der Erinnerung an Uns den Rücken kehren und nichts anderes begehren als das Leben dieser Welt.

30. Das ist die Reichweite ihres Wissens (dem Grenzen gesetzt sind durch die Wunschvorstellungen des Augenblicks und durch all das Falsche, das sie, ohne darüber nachzudenken, geerbt und an das sie sich gewöhnt haben und das sich lediglich auf die Oberfläche der Dinge beschränkt). Wahrlich, dein Herr kennt am besten denjenigen, der irregegangen ist, und Er kennt am besten denjenigen, der recht gegangen ist (indem er dem geraden Weg seines Herrn folgt).

31. Gott gehört alles, was in den Himmeln, und alles, was auf Erden ist, und (da Er am besten denjenigen kennt, der irregegangen ist, und denjenigen, der dem rechten Weg folgt) wird Er diejenigen, die Böses tun, mit dem belohnen, was sie getan haben, und denjenigen, die Gutes getan haben, die beste Belohnung gewähren.

32. Diejenigen, die die schlimmsten Sünden und unanständigen, beschämenden Taten (die fürwahr in den schlimmsten Sünden mit eingeschlossen sind) vermeiden und denen nur kleine Fehltritte unterlaufen - dein Herr wird ihnen wahrlich großzügige Vergebung zuteil werden lassen. Er kennt euch sehr wohl, wenn Er euch aus (den Bestandteilen) der Erde hervorbringt und wenn ihr verborgene Ungeborene in den Schößen eurer Mütter seid. Darum haltet euch nicht selbst für rein (sündlos, das ist eitle Selbstrechtfertigung). Er kennt den am besten, der sich vor Ungehorsam gegen Gott hütet in Ehrfurcht vor Ihm und in Frömmigkeit.

33. Hast du über den nachgedacht, der sich abwendet (von deinem Aufruf)?

34. Er hat (den Bedürftigen) ein wenig gegeben, dann jedoch ist er hartherzig (und gibt überhaupt nichts mehr).

35. Hat er Wissen über das Unsichtbare, sodass er sehen könnte (was in Zukunft geschehen wird)?

36. Oder ist ihm nichts von all dem kundgetan worden, (was folgen wird und) was in den Schriftrollen von Moses steht,

37. Und von Abraham, der alles, was ihm auferlegt war, erfüllte (indem er alle seine Aufgaben vollkommen ausführte)?

38. Dass (nämlich) keine Last tragende Seele die Last einer anderen trägt (oder tragen muss).

39. Und dass der Mensch nur das bekommt, wofür er sich anstrengt,

40. Und seine Anstrengung wird zu sehen sein.

41. Und danach wird ihm dafür vergolten mit vollster Erstattung.

42. Und bei deinem Herrn endet alles.

43. Und Er ist es, der (durch Seinen Willen, Seine Macht und Seine Schöpfung) lachen und weinen lässt.

44. Und Er ist es, der sterben lässt und Leben gibt.

45. Und Er erschafft die Paare, das Männliche und das Weibliche,

46. Aus einem Tropfen (Samen-)flüssigkeit, die sich ergießt.

47. Und Er hat ein weiteres Hervorbringen auf Sich genommen;

48. Und Er ist es, der Reichtum im Überfluss gewährt und (alle Bedürfnisse durch Seine Vorsorge) befriedigt.

49. Und wahrlich, Er ist der Herr des Sirius.

50. Und Er führte den Untergang (des früheren Stammes) der ‘Ād herbei,

51. Und (des Stammes) der Thamūd; Er verschonte keinen (ungläubigen Sünder) unter ihnen.

52. Und das Volk von Noah - wahrlich, sie waren es, die am meisten Unrecht taten und sich am schlimmsten auflehnten.

53. (Er zerstörte auch) die zu Fall gebrachten Städte (von Lots Volk);

54. Sodass sie bedeckte, was sie bedeckte.

55. Welche der Wohltaten deines Herrn willst du nun bestreiten?

56. Und dieser (Gesandte) ist ein Warner, so wie die Warner zu früherer Zeit,

57. Dass die („Stunde“), die ganz gewiss herannahen wird, herannaht.

58. Niemand außer Gott kann sie enthüllen (oder die Angst und Qual hinwegnehmen, die sie mit sich bringt).

59. Haltet ihr also diese Mitteilung (die euch die Errettung auf ewig ermöglicht) für etwas Befremdliches?

60. Und lacht ihr, anstatt zu weinen (wenn ihr an eure Widerspenstigkeit und Sündhaftigkeit denkt),

61. Und vergnügt euch überdies (durch Spaß und Spiel)?

62. Doch werft euch lieber nieder vor Gott (in Hingabe), und betet Ihn an (damit Er euch bewahre vor der Angst und Qual der „Stunde“).

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