AL-AHQĀF

Sure 46

DIE VOM WIND GEFORMTEN SANDDÜNEN

offenbart in Mekka

Diese gegen Ende der mekkanischen Zeit offenbarte und aus 35 Versen bestehende Sure bezieht ihren Namen aus Vers 21, wo der OrtAl-Ahqāfim Süden der Arabischen Halbinsel erwähnt wird. Wörtlich übersetzt bedeutetal-ahqāf„die vom Wind geformten Sanddünen“.

Diese Sure warnt all jene, die die Religion der Wahrheit missachten und sich ihr widersetzen, indem sie ihnen das tragische Ende des Volks der ‘Ād in Erinnerung ruft. Ferner führt sie einige konkrete Beweise dafür an, dass Muhammad – Friede sei mit ihm – der Prophet Gottes ist. Schließlich berichtet sie vom Bekenntnis einiger Dschinn zum Islam, die sich mehrere Abschnitte des Korans anhörten und sich daraufhin anschickten, ihr Volk rechtzuleiten.

IM NAMEN GOTTES, DES ERBARMERS, DES BARMHERZIGEN!

1.Hā. Mīm.

2. (Dies ist) das Buch, das in Abschnitten herabgesandt wurde von Gott, dem Ruhmreichen von unwiderstehlicher Macht, dem Weisen.

3. Wir haben die Himmel und die Erde und alles, was zwischen ihnen ist, nicht anders als in Wahrheit erschaffen (voll Bedeutung und zu bestimmten Zwecken sowie auf den festen Grundlagen der Wahrheit) und bis zu einer festgesetzten Frist. Doch diejenigen, die ungläubig sind, wenden sich ab von dem (Tag des Jüngsten Gerichts), vor dem sie gewarnt wurden.

4. Sprich: „Überlegt ihr euch denn nicht, um was es sich bei jenen (die ihr zu Göttern macht und die ihr anruft anstelle von Gott) handelt? Zeigt mir, was sie auf Erden erschaffen haben. Oder haben sie gar Anteil an (der Erschaffung und der Erhaltung) der Himmel? Bringt mir ein Buch, (das) vor diesem (dem Koran) (offenbart wurde), oder irgendwelche Überreste von Wissen (das sorgfältig erhalten und übermittelt wurde), wenn ihr wahrhaft seid (in euren Behauptungen).“

5. Wer geht mehr irre als jemand, der anstelle von Gott solche anruft, die ihm bis zum Tag der Auferstehung nicht antworten werden und die sich (offensichtlich) weder ihrer Anrufung bewusst sind noch ihr Beachtung schenken?

6. Wenn alle Menschen von den Toten auferweckt, versammelt und vor Gericht gestellt werden, werden jene (die sie angerufen haben) ihre Feinde sein und verleugnen, dass sie angebetet wurden.

7. Wenn Unsere Offenbarungen, die eindeutig in ihrer Beweiskraft und Bedeutung sind, ihnen vorgetragen (und übermittelt) werden, dann sagen diejenigen, die ungläubig sind, von der Wahrheit, sobald diese sie erreicht: „Das ist eindeutig nichts weiter als Zauberei.“

8. Oder sagen sie: „Er (der Gesandte) hat sich ihn (den Koran) ausgedacht“? Sprich: „Wenn ich ihn mir ausgedacht hätte, dann habt ihr nicht die geringste Macht, mir gegen Gott zu helfen. Er weiß am besten alles, was ihr in dieser Hinsicht (im Hinblick auf den Koran) zu erfinden eifrig bemüht seid. Er genügt als Zeuge zwischen mir und euch. Er ist der Vergebende, der Barmherzige.

9. Ich bin kein Neuerer (weder in meiner Person oder in der Botschaft, die ich überbracht habe) unter den Gesandten und weiß (da ich nichts anderes als ein Mensch bin) nicht (es sei denn Gott lässt es mich wissen), was (in Zukunft in dieser Welt geschehen wird und deshalb auch nicht, was) mit mir geschehen und was mit euch geschehen wird. Ich folge nur dem, was mir offenbart wird, und ich bin nur ein deutlicher Warner.“

10. Sprich: „Habt ihr je darüber nachgedacht, dass dieser Koran von Gott stammt, und doch glaubt ihr nicht an ihn, während (manch einer) unter den Zeugen aus den Reihen der Kinder Israels (die Wissen besaßen über Offenbarungen) bereits Zeugnis darüber abgelegt hat, dass er das Gleiche ist, und (auch) geglaubt hat, während ihr zu hochmütig seid, um zu glauben: (Ist das denn nicht eindeutig Abweichung und Unrecht?) Wahrlich, Gott leitet nicht die Menschen, die Unrecht tun.“

11. Diejenigen, die nicht glauben, sagen über jene, die glauben (als anderer Vorwand dafür, dass sie den Glauben an den Koran ablehnen): „Wenn er (der Koran) etwas Gutes und Nützliches wäre, dann wären uns diese Menschen nicht zuvorgekommen, indem sie ihn annahmen.“ Da sie selbst (weil sie ihn ablehnten) keine Rechtleitung dadurch erfuhren, sagen sie: „Das ist etwas Erfundenes aus uralten Zeiten.“

12. (Das sagen sie trotz der Tatsache, dass) es bereits vor ihm das Buch von Moses als Rechtleitung und Barmherzigkeit (für die Kinder Israels) gegeben hat; und dies (der Koran) ist ein Buch, das (die Wahrheit in früheren Schriften bestätigt und) in arabischer Sprache offenbart wurde, um die zu warnen, die Böses verübten, sowie als frohe Botschaft für die, die danach streben, Gutes zu tun, und sich bewusst sind, dass Gott sie sieht.

13. Wahrlich, diejenigen, die bekennen: „Unser Herr ist Gott!“, und dann den geraden Weg befolgen (in ihrem Glauben, Denken und Handeln), die brauchen keine Angst zu haben noch müssen sie traurig sein.

14. Sie sind Gefährten des Paradieses, in dem sie ewig verweilen sollen als Vergeltung für das, was sie zu tun pflegten.

15. Und (zu den guten Taten) die Wir dem Menschen aufgetragen haben, gehört die gute Behandlung der Eltern. Seine Mutter trug ihn unter Schmerzen aus, und unter Schmerzen brachte sie ihn zur Welt. Die Zeit für das Austragen und Stillen (bis zu seiner Entwöhnung) betrug 30 Monate. Wenn er dann seine volle Manneskraft erreicht hat und 40 Jahre alt geworden ist, sagt er: „Mein Herr! Mache, dass ich dankbar bin für all Deine Gnade (Leben, Gesundheit, Versorgung, Glaube sowie Hingabe und dergleichen mehr), die Du mir und meinen Eltern erwiesen hast, und dass ich gute, rechtschaffene Werke vollbringe, mit denen Du wohl zufrieden bist, und gewähre mir rechtschaffene Nachkommen (sodass sie mich rechtschaffen behandeln, so wie ich meine Eltern behandele). Dir habe ich mich zugewandt, und ich bin einer von jenen, die sich Dir ergeben haben.“

16. Das sind diejenigen, von denen Wir (ihre gute Taten auf solche Weise annehmen, dass Wir sie ihnen vergelten entsprechend) dem Besten von dem, was sie je zu tun pflegten, und deren schlechte Taten Wir übersehen werden (und die Wir aufnehmen werden) unter die Gefährten des Paradieses. Das ist ein wahres Versprechen, das ihnen (hier in dieser Welt) gegeben wurde.

17. Doch (es gibt gar manchen) der zu seinen Eltern (die ihn zu Aufrichtigkeit und Glauben aufrufen) sagt: „Pfui über euch beide! (Ich habe genug von euch!) Droht ihr mir damit, dass ich von den Toten auferweckt werden soll (zu einem neuen Leben und Verurteilung), wo doch so viele Generationen vor mir untergegangen sind (und bis jetzt ist noch nicht ein einziger Mensch je wieder auferweckt worden)?“ Und sie beide bitten Gott um Hilfe (bei der Rechtleitung ihres Kindes und sagen zu ihm): „Wehe dir! Glaube! Gottes Versprechen wird sich ganz gewiss bewahrheiten!“ Doch er sagt: „Das alles sind nichts weiter als Fabeln der Alten!“

18. Das sind die, auf die das Wort von (Gottes Strafe) zu Recht zutrifft, so wie (es schon zutraf) auf (ähnliche) Gemeinschaften der Dschinn und der Menschen vor ihnen. Wahrlich, sie sind die Verlierer.

19. Für alle (ob Einzelne oder Gruppen) wird es eigene Rangstufen geben, entsprechend dem, was sie zu tun pflegten, und so wird Gott ihnen den Lohn für ihre Taten in vollem Maß zukommen lassen, und ihnen soll kein Unrecht zugefügt werden.

20. An diesem Tag, werden die, die ungläubig waren, dem Feuer ausgeliefert werden (und es wird zu ihnen gesagt werden): „Ihr habt während eures Lebens in dieser Welt euren (Anteil an) reinen, bekömmlichen Dingen entgegengenommen und sie in vollen Zügen genossen (ohne einen Gedanken an das zu verschwenden, was ihr dem Jenseits schuldet; so habt ihr also in dieser Welt den Lohn für all eure guten Taten erhalten). Heute wird euch darum die Vergeltung der erniedrigenden Strafe zuteil wegen eures verächtlichen Hochmuts auf Erden, ohne das Recht dazu zu haben, und weil ihr (die von Gott gesetzten Grenzen) zu überschreiten pflegtet.“

21. Gedenke (Hūds) des Bruders der ‘Ād: Er warnte sein Volk in Al-Ahqāf - so wie ja tatsächlich bereits vor und nach ihm Warner gekommen und gegangen waren (um ihre Völker zu ermahnen) -, indem er sagte: „Betet niemanden außer Gott allein an. Ich fürchte für euch wahrlich die Strafe eines gewaltigen Tages.“

22. Sie sagten: „Bist du zu uns gekommen, um uns von unseren Gottheiten abwendig zu machen? Wenn du wahrhaft bist in deinen Behauptungen, dann bring uns das herbei, was du uns androhst.“

23. Er sagte: „Das Wissen (darüber, wann es kommen wird) ist nur bei Gott. Ich überbringe euch das, womit ich als Gesandter geschickt worden bin, doch ich sehe, dass ihr ein Volk seid, das in Unwissenheit handelt.“

24. Dann (als sich die Ereignisse einstellten) sahen sie das (was ihnen angedroht worden war) in Form einer dichten Wolke am Himmel auf ihr Tal hernieder steigen, und sie sagten: „Das ist eine Wolke, die uns Regen bringt.“ Nein; es ist genau das, was ihr (spöttisch) vorzuverlegen verlangt habt: ein Wind, der eine schmerzliche Strafe bringt,

25. Der ganz bestimmt alles zerstören wird gemäß dem Befehl seines Herrn. Und so war alsbald nichts mehr von ihnen zu sehen außer ihren Wohnstätten. So vergelten Wir den schuldigen Menschen, die sich darauf verlegt haben, Sünden anzuhäufen.

26. Wir hatten ihnen fürwahr solche Macht und solches Wohlergehen (auf Erden) zuteil werden lassen, wie Wir sie euch (o ihr Quraysch) nicht gewährt haben, und Wir hatten sie mit der Fähigkeit zu hören sowie mit Augen und Herzen ausgestattet (mit allen Sinnen, die der inneren und äußeren Wahrnehmung dienen). Doch weder ihre Ohren noch ihre Augen oder ihre Herzen nützten ihnen irgendetwas, weil sie hartnäckig Gottes Zeichen und Offenbarungen ablehnten; und das, worüber sie zu spotten pflegten, überwältigte sie.

27. Wir haben fürwahr zahlreiche Städte rings um euch zerstört, und davor hatten wir euch Unsere Zeichen und Offenbarungen auf unterschiedliche Weise dargelegt, damit ihr euch (von eurer falschen Lebensweise) abwenden solltet.

28. Warum haben also diejenigen, die sie sich als Gottheiten anstelle von Gott genommen hatten, um sich so (Gott) anzunähern, ihnen nicht (gegen Gottes Strafe) geholfen? Vielmehr ließen sie sie im Stich. Das war (das letztendliche Resultat) ihrer Lügen und all dessen, was sie (an Verleumdungen gegen Gott) zu ersinnen pflegten.

29. Wir haben eine Abordnung der Dschinn zu dir geschickt, damit sie dem Koran zuhören sollten (während du daraus vortrugst). Als sie in seiner Anwesenheit waren, sagten sie (zueinander): „Schweigt und lauscht!“ Dann, als der Vortrag beendet war, kehrten sie zu ihren Gemeinschaften zurück, um sie zu warnen.

30. Sie sagten: „O unser Volk! Wir haben einem Buch zugehört, das nach Moses übersandt wurde und das (die Urheberschaft Gottes hinsichtlich jener Wahrheiten bestätigt, die immer noch in) den vorangegangenen Offenbarungen enthalten sind: Es leitet hin zur Wahrheit und auf den geraden Weg (in sämtlichen Angelegenheiten).

31. O unser Volk! Begegnet dem (zustimmend), der euch zu Gott aufruft, und glaubt ihm. Gott wird euch eure Sünden vergeben (die ihr bis jetzt begangen habt) und euch vor einer schmerzlichen Strafe bewahren.

32. Wer auch immer nicht (zustimmend) dem begegnet, der zu Gott aufruft, der kann (Gottes Willen) auf Erden nicht vereiteln, und er wird keinen Beschützer haben außer Gott (wenn Gott Sich erst einmal von ihm abgewandt hat); diejenigen (die das zu tun trachten) befinden sich in offenkundigem Irrtum.“

33. Haben sie (die Ungläubigen) denn nicht bedacht, dass Gott, der die Himmel und die Erde erschaffen hat und den ihre Erschaffung niemals ermüdet hat, ganz gewiss die Toten zum Leben zurückzubringen vermag? Gewiss kann Er das; Er hat vollständige Macht über alle Dinge.

34. An dem Tag, an dem diejenigen, die ungläubig sind, dem Feuer ausgesetzt werden (wird man sie fragen): „Ist das nicht wahr?“ Sie werden sagen: „Ja, ganz gewiss, bei unserem Herrn!“ Er (Gott) wird sagen: „Kostet also die Strafe, an die ihr nicht zu glauben pflegtet.“

35. Darum sei geduldig (o Gesandter), (auch wenn sie den Glauben zurückweisen und mit dem, was immer sonst sie tun mögen), geradeso wie diejenigen mit der größten Standhaftigkeit unter den Gesandten geduldig waren, und versuche nicht, (das Urteil über sie) vorzuverlegen. An dem Tag, an dem sie sehen werden, was ihnen angedroht wird, (werden sie das Gefühl haben) als hätten sie nichts weiter als nur eine kurze Weile des Tages (in dieser Welt) verbracht. Die Botschaft ist übermittelt worden. Werden denn irgendwelche Menschen vernichtet außer denen, die die Grenzen (des Glaubens und Handelns) überschreiten?

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