AL-MU’MINÛN

 Sure 23

DIE GLÄUBIGEN

offenbart in Mekka

Den Titel „Die Gläubigen“ trägt diese Sure deshalb, weil sie gleich zu Anfang die Gläubigen für ihre moralische Stärke lobt. Offenbart wurde die Sure in Mekka, als sich die Verfolgung durch die ansässigen Ungläubigen immer mehr verschärfte. Sie besteht aus 118 Versen.

Die Sure beginnt mit der Nennung bestimmter Charaktereigenschaften der Gläubigen. Es folgt eine Aufzählung der Zeichen, die bei der Erschaffung der Menschen und des Universums zu Tage traten. Dadurch soll die Aufmerksamkeit auf die Existenz Gottes und Seine Einheit gelenkt werden. Sodann werden einige wichtige Erfahrungen vorangegangener Gesandter und deren Völker zitiert, um zu unterstreichen, dass das Verhalten der mekkanischen Ungläubigen keineswegs ungewöhnlich war. Gleichzeitig soll damit betont werden, dass die Lehren, die der Prophet Muhammad – Friede sei mit ihm – überbrachte, die gleichen waren wie die, die frühere Gesandten überbracht hatten. Über die Erfahrungen früherer Gesandter soll außerdem vermittelt werden, dass es letztlich immer die Gläubigen sind, die den Sieg davontragen. Ferner ruft uns die Sure noch einige wichtige Grundsätze in Erinnerung, die unser menschliches Leben betreffen. Sie endet mit einer Warnung an die Ungläubigen und kündigt ihnen im Jenseits eine strenge Abrechnung an.

IM NAMEN GOTTES, DES ERBARMERS, DES BARMHERZIGEN!

1. Wohl ergeht es fürwahr den Gläubigen.

2. Sie sind in ihren Gebeten demütig und voll der Ergebenheit (überwältigt von der Ehrfurcht gebietenden Herrlichkeit Gottes).

3. Sie wenden sich stets von allem ab, was sinnlos und leichtfertig ist, und meiden es.

4. Sie sind unablässig bemüht, die Zakat zu entrichten und sich selbst und ihr Vermögen zu läutern.

5. Sie achten genau darauf, dass ihr Körper züchtig bedeckt ist, und bewahren ihre Schamteile und treten zurückhaltend auf,

6. Außer vor ihren Ehegatten oder (als Erlaubnis für Männer) vor jenen (Sklavinnen), die ihre rechten Hände besitzen, denn im Hinblick auf sie trifft sie kein Tadel.

7. Doch wer immer etwas darüber hinaus begehrt, das sind diejenigen, die die (von Gott festgesetzten) Grenzen überschreiten.

8. Sie bewahren gewissenhaft das ihnen Anvertraute (das entweder von Gott oder der Gesellschaft oder einem Einzelnen in ihre Obhut gegeben wird) und halten sich getreulich an die Abkommen (zwischen ihnen und Gott oder anderen Menschen oder der Gesellschaft).

9. Sie achten genau auf die regelmäßige Verrichtung ihrer Gebete (und dabei insbesondere auf die Regeln der Gebete).

10. Diese (hervorragenden Menschen) sind die Erben,

11. Die die höchsten Stufen des Paradieses erben werden. Dort werden sie für immer verweilen.

12. Wir haben die Menschheit (ganz zu Beginn) aus einem besonders gewonnenen Extrakt aus Lehm erschaffen.

13. Dann haben Wir daraus eine befruchtete Eizelle gemacht, die an einem sicheren Platz ruht.

14. Dann haben Wir aus der befruchteten Eizelle ein Gerinnsel gemacht, das sich (an der Gebärmutterwand) anklammert, dann haben Wir aus einem kleinen Klumpen (der einem Bissen gleicht) Knochen geschaffen und haben die Knochen mit Fleisch bekleidet. Dann haben Wir dies zu einer anderen Schöpfung heranwachsen lassen. Gesegnet ist darum Gott und hoch erhaben, der Schöpfer, der alles in der besten und angemessensten Form erschafft und den höchsten Rang des Ideenreichtums einnimmt.

15. Dann, nach all diesem, werdet ihr ganz gewiss sterben.

16. Danach werdet ihr am Tag der Auferstehung wahrlich wieder auferweckt werden.

17. Wir haben über euch fürwahr sieben Himmelssphären geschaffen, eine hingebreitet über die andere, und sieben Pfade (auf denen sich die Engel bewegen, Gottes Gebote herabkommen und die Werke der bewussten Lebewesen gleichzeitig hinaufsteigen). Niemals sind Wir der Schöpfung gegenüber achtlos und dem gegenüber, was Wir (mit allen Aspekten der erschaffenen Lebensformen) erschaffen.

18. Wir senden Wasser vom Himmel herab nach dem von Uns festgesetzten Maß und lassen es in die Erde einsickern. Wir sind ganz gewiss in der Lage, es hinwegzunehmen.

19. Und damit lassen Wir Gärten mit Dattelpalmen und Weinreben wachsen, in denen es für euch reichlich Früchte in großer Vielfalt gibt, von denen ihr esst und einen Teil eures Lebensunterhalts bezieht,

20. Geradeso wie von einem Baum, der in den Gebieten rund um den und auf dem Berg Sinai wächst, der Öl spendet und etwas, das schmackhaft ist für alle, die davon essen.

21. Und in dem Herdenvieh (das das Gras abweidet, welches Gott mit dem Wasser hervorbringt, das Er herniedersendet) ist ein lehrreiches Beispiel für euch. Wir geben euch von dem (der Milch) zu trinken, was in ihren Leibern ist, und ihr habt vielfachen anderen Nutzen von ihnen, und ihr bezieht eure Nahrung aus ihnen.

22. Und auf ihnen werdet ihr (auf dem Land) und auf den Schiffen (auf dem Meer) dahingetragen.

23. Wahrlich, Wir haben Noah als Gesandten zu seinem Volk geschickt, und er sagte: „O mein Volk! Betet nur Gott allein an: Ihr habt keine andere Gottheit außer Ihm. Wollt ihr euch also nicht hüten vor Ungehorsam gegen Gott in Ehrfurcht vor Ihm und in Frömmigkeit?“

24. Da sagten die Anführer, die ungläubig waren unter seinem Volk (zu sich selbst und zueinander): „Dies ist nichts anderes als ein sterblicher Mensch wie ihr. Er möchte nur die Oberhand über euch gewinnen. Wenn Gott (uns einen Gesandten, der Seine Botschaft überbringt, hätte senden) wollen, dann hätte Er gewiss Engel herabgesandt (um Seine Botschaft zu überbringen). Außerdem haben wir von unseren Vorfahren nie etwas Ähnliches gehört.

25. Er ist nichts weiter als ein Mann, der besessen ist, darum beobachtet ihn eine Weile (um zu sehen), ob er sich wieder erholt.“

26. Noah betete: „O mein Herr, hilf mir, denn sie bezeichnen mich als Lügner!“

27. Daraufhin offenbarten Wir ihm: „Baue die Arche (die Wir dir beschrieben haben) unter Unseren Augen und entsprechend Unseren Anweisungen, die (dir) offenbart werden. Dann schließlich, wenn Unser Befehl ergeht und der Kessel beginnt überzukochen, nimm ein Paar von jeder Art von Tieren an Bord sowie deine Familie, außer denen, gegen die Unser Beschluss (der Vernichtung) bereits ergangen ist. Setze dich (jedoch) nicht für diejenigen bei Mir ein, die ständig fortfuhren, Unrecht zu tun. Sie sollen ganz bestimmt ertränkt werden.

28. Wenn ihr dann die Arche bestiegen habt, du und jene, die mit dir sind, sage: ‘Aller Lobpreis und Dank gebührt Gott, der uns vor den Menschen errettet hat, die Unrecht tun.’

29. Und bete: ‘Mein Herr, lass mich an einem gesegneten Platz (in Frieden und Sicherheit und) mit Deinem Segen landen. Du bist ja der Beste, um die Menschen in Frieden und Sicherheit landen zu lassen’.“

30. Wahrlich, in dieser (beispielhaften Geschichte) sind Zeichen (die die Wahrheit manifestieren); und Wir stellen ja gewiss (die Menschen) ständig auf die Probe.

31. Dann brachten Wir nach ihnen eine andere Generation hervor.

32. Im Laufe der Zeit schickten Wir zu ihnen einen Gesandten aus ihren Reihen (mit der Botschaft): „Betet nur Gott allein an; ihr habt keine andere Gottheit außer Ihm. Wollt ihr euch also nicht hüten vor Ungehorsam gegen Gott in Ehrfurcht vor Ihm und in Frömmigkeit?“

33. Die Anführer seines Volkes - die ungläubig waren und das Zusammentreffen im Jenseits leugneten und denen Wir ein angenehmes und bequemes Leben in dieser Welt gewährt hatten - sagten: „Dieser ist nichts anderes als ein sterblicher Mensch wie ihr, der von dem isst, was ihr esst, und von dem trinkt, was ihr trinkt.

34. Wenn ihr einem sterblichen Menschen wie euch selbst gehorcht, dann werdet ihr gewiss die Verlierer sein.

35. Verspricht er euch etwa, dass ihr, nachdem ihr gestorben und zu nichts weiter als Staub und Knochen geworden seid, wieder hervorgebracht werden sollt (zu einem neuen Leben)?

36. Weit hergeholt, gar weit hergeholt ist, was euch da versprochen wird!

37. Es gibt kein Leben außer unserem gegenwärtigen weltlichen Leben. Einige von uns sterben (während andere geboren werden), und so geht das Leben weiter; und wir werden nicht von den Toten wiederauferweckt.

38. Er ist nichts anderes als ein Mensch, der eine Lüge ersonnen hat und sie Gott zuschreibt; und wir (werden) nicht an ihn glauben.“

39. Da flehte der Gesandte: „Mein Herr, hilf mir, denn sie verwerfen mich als Lügner!“

40. (Gott) sagte: „Bald schon werden sie wahrlich voll des Bedauerns sein.“

41. Infolgedessen erfasste sie der niederschmetternde Schall als Beschluss Gottes, der ihnen zu Recht für das zukam, was sie erworben hatten, und Wir machten sie zu Spreu von abgestorbenen Pflanzen, die von den Fluten davongetragen wird und am Ufer zurückbleibt, wenn das Wasser zurücktritt. Hinweg also mit dem Volk, das Unrecht tut.

42. Dann ließen Wir nach ihnen neue Generationen (aufeinander folgend) entstehen.

43. (Was mit all diesen Generationen geschah, beweist, dass) keine Gemeinschaft jemals die für sie festgesetzte Frist vorverlegen oder hinausschieben kann (wenn sie erst einmal von Gott beschlossen wurde aufgrund ihrer Glaubensvorstellungen und Lebensweise).

44. Wir haben unsere Gesandten einen nach dem anderen (jeden von ihnen zu einer Generation) geschickt. Wann immer ein Gesandter zu einer Gemeinschaft kam, dann verwarfen sie ihn als Lügner; infolgedessen ließen Wir eine Gemeinschaft nach der anderen in ihren Untergang folgen und machten aus ihnen nichts weiter als Geschichten der Vergangenheit. Hinweg darum mit einem Volk, das nicht bereit ist, zu glauben!

45. Nach all jenen Gesandten (die zu den vergangenen, inzwischen ausnahmslos untergegangenen Generationen entsandt wurden) schickten Wir Moses und seinen Bruder Aaron als Gesandte mit Unseren klaren Zeichen (Wundern zu ihrer Unterstützung) und einer eindeutigen Ermächtigung (von Uns),

46. Zu Pharao und seinen Würdenträgern. Doch als sie ihrer ansichtig wurden, erfüllte sie Stolz, und so wurde offenkundig, dass sie hochmütige Menschen voll Überheblichkeit waren.

47. Sie sagten: „Sollen wir an zwei sterbliche Menschen, wie wir selbst es sind, glauben, wo doch ihr Volk (das Volk von Moses und Aaron) uns in Erniedrigung und Gehorsam dient?“

48. Sie verwarfen die beiden, und so war unvermeidlich, dass sie selbst unter denen waren, die dem Untergang anheim fielen.

49. (Nach ihrem Untergang) ließen Wir Moses das Buch zuteil werden, damit sein Vater den rechten Weg befolgen möge.

50. Wir machten den Sohn der Maria und seine Mutter zu wunderbaren Zeichen (Unserer Herrschaft und Macht), und Wir bereiteten ihnen einen Zufluchtsort an einem hoch gelegenen Grund voll Annehmlichkeiten und Sicherheit mit einer (Wasser-)quelle.

51. O ihr Gesandten! Kostet von den reinen und bekömmlichen Segensgaben (Gottes), und handelt stets rechtschaffen. Ich habe volle Kenntnis von dem, was ihr tut.

52. Diese eure Gemeinschaft ist eine einzige Gemeinschaft mit demselben Glauben, und Ich bin euer Herr (der euch erschafft, versorgt und beschützt), deshalb haltet an Mir fest und erfüllt eure Pflicht Mir gegenüber in Frömmigkeit.

53. Doch die Menschen, die sich in Gruppen aufteilten, wurden untereinander uneinig in der Religion, wobei jede Gruppe über ihren Anteil daran voll Stolz frohlockte.

54. Deshalb (wenn sie trotz all der Beweise, die Wir vorgebracht haben zur Untermauerung der Wahrheit deiner Botschaft, die du, o Gesandter, ihnen überbringst, sich immer noch weigern, diese anzuerkennen) überlasse sie in ihrer Unwissenheit und Achtlosigkeit bis zu einer festgesetzten Frist sich selbst.

55. Meinen sie etwa, dass bei all dem Besitz und den Kindern, die Wir ihnen gewährt haben,

56. Wir Uns auch noch beeilen würden, sie mit allem möglichen Gutem zu überhäufen? Doch nein, sie begreifen nicht (die wahren Zusammenhänge in dieser Angelegenheit)!

57. Diejenigen jedoch, die in Ehrfurcht leben wegen der tiefen Verehrung, die sie für ihren Herrn empfinden,

58. Deren Glaube an die Zeichen und Offenbarungen ihres Herrn sich stets erneuert und stärker wird,

59. Die ihrem Herrn niemals Teilhaber zur Seite stellen,

60. Die alles, was sie tun, und was immer sie an Almosen und für Gottes Sache hingeben, mit bebendem Herzen tun und geben, bei dem Gedanken, dass sie ganz gewiss zu ihrem Herrn zurückkehren werden (und voll angstvoller Erwartung sind, weil sie nicht sicher wissen, ob ihr Herr es von ihnen annehmen und mit ihnen zufrieden sein wird) -

61. Diese (hervorragenden Menschen) sind es, die sich beeilen, alle möglichen verdienstvollen Werke zu vollbringen, und dabei in einem rechtschaffenen Wettstreit einander zuvorzukommen suchen.

62. Niemand - schon gar nicht die Ungläubigen - sollte meinen, dass von den Menschen Übermenschliches gefordert wird. Denn) Wir bürden keiner Seele mehr auf, als sie zu tragen vermag, und bei Uns ist eine Aufzeichnung, die die Wahrheit aussagt (über die Taten, Gedanken und Absichten jedes Einzelnen). Ihnen wird in keiner Weise Unrecht getan.

63. Tatsache ist, dass die Herzen jener Ungläubigen völlig unwissend und all dem gegenüber ganz achtlos sind; und abgesehen davon haben sie einige schlechte Taten, die sie gewohnheitsmäßig begehen (und die sie daran hindern, die Wahrheit zu sehen und sich nach ihr zu richten).

64. Bis zu der Zeit, wenn Wir (sie) mit der Strafe erfassen - jene, die sich einem Leben in Genuss und Überfluss hingegeben haben. Dann werden sie beginnen, verzweifelt um Hilfe zu rufen.

65. „Hört auf, heute verzweifelt um Hilfe zu rufen; von Uns wird euch keinerlei Hilfe zuteil!

66. Ihr wisst, dass euch Meine Offenbarungen immer wieder vorgetragen wurden, doch ihr habt stets in Widerwillen auf euren Fersen kehrt gemacht,

67. Voll des Hochmuts, und habt Unsinn geredet (über den Gesandten und die Religion, die er überbringt) in euren nächtlichen Besprechungen.“

68. Haben sie jemals nachgedacht über dieses Wort (Gottes), oder ist etwas (vollkommen Neues in der Geschichte der Menschheit) zu ihnen gekommen, was nie zuvor zu ihren Vorfahren aus früherer Zeit gekommen ist?

69. Oder erkennen sie ihren Gesandten nicht und verwerfen ihn deshalb?

70. Oder sagen sie, dass er besessen ist? Nein, er hat ihnen die Wahrheit gebracht, doch die meisten von ihnen verabscheuen die Wahrheit.

71. Wenn die Wahrheit ihren Begierden und Launen folgen würde, dann wären die Himmel und die Erde und all jene, die darin leben, gewiss dem Verderben ausgeliefert. Doch Wir haben ihnen gebracht, was sie im Leben zu beachten haben, damit ihnen Ehre und Glück zuteil werden, aber sie wenden sich von dem ab, was ihnen Ehre und Glück einbringt.

72. Oder verlangst du (o Gesandter) von ihnen irgendeinen Lohn? Doch der Lohn deines Herrn ist der beste und zum Wohl von jedermann. Er ist der Versorger und nimmt den höchsten Rang des Versorgens ein, und Er ist der Beste, an den man sich als Versorger wenden kann.

73. Und wahrlich, du rufst sie auf zum geraden Weg.

74. Während diejenigen, die nicht ans Jenseits glauben, gar weit abgeirrt sind vom Weg.

75. Wenn Wir uns ihrer erbarmen und das Unheil, das sie heimgesucht hat, hinwegnehmen würden, dann würden sie gewiss fortfahren, an ihrer Auflehnung festzuhalten, und verblendet umherirren.

76. Denn Wir haben sie fürwahr mit der Strafe (der Hungersnot) erfasst, und doch haben sie sich weder vor ihrem Herrn verneigt noch Ihn in Demut angerufen.

77. Schließlich öffnen Wir ihnen das Tor zur strengen Strafe, und siehe, da finden sie sich in tiefste Verzweiflung und Bekümmerung gestürzt.

78. Er ist es, der euch (die Fähigkeiten des) Gehörs, des Augenlichts und des Herzens verliehen hat. Doch wenig Dank gebt ihr.

79. Er ist es, der euch hervorgebracht hat und auf der Erde hat heranwachsen lassen, und zu Ihm werdet ihr versammelt werden.

80. Er ist es, der Leben gibt und sterben lässt, und die Aufeinanderfolge von Nacht und Tag (deren Zeiträume sich verkürzen und verlängern) findet im Gehorsam gegen Ihn (und zu dem Zweck, den Er festgelegt hat) statt. Wollen sie also nicht nachdenken und begreifen (dass es keine andere Gottheit neben Gott geben kann)?

81. (Anstatt ihren Verstand zu gebrauchen) sprechen sie genau so, wie die früheren (ungläubigen) Völker sprachen.

82. Sie sagen: „Wie! Nachdem wir gestorben und zu Staub und Knochen geworden sind, sollen wir dann von den Toten wieder auferweckt werden?

83. Uns ist solches bereits versprochen worden, uns und unseren Vorfahren. Das sind doch nichts weiter als Fabeln der Alten.“

84. Sprich: „Wem gehört die Erde und was immer auf ihr ist? (Sagt es mir) wenn ihr irgendwelches Wissen besitzt?“

85. Sie konnten nicht umhin zu antworten: „Sie gehört Gott.“ Sprich: „Wollt ihr also nicht nachdenken und achtsam sein?“

86. Sprich: „Wer ist der Herr der sieben Himmel und der Herr des Erhabenen Throns (Er, der über das gesamte Universum herrscht und alle versorgt, die darin leben)?“

87. Sie konnten nicht umhin zu antworten: „Sie gehören ebenfalls Gott.“ Sprich: „Wollt ihr euch also nicht vor Ungehorsam gegen Gott hüten in Ehrfurcht vor Ihm und in Frömmigkeit?“

88. Sprich: „In wessen Hand liegt der gesamte Besitz und die vollkommene Verfügungsgewalt über alle Dinge, und Er beschützt und gewährt Zuflucht, während es vor Ihm keinerlei Zuflucht gibt und Er niemals des Schutzes bedarf? (Sagt es mir) wenn ihr irgendwelches Wissen besitzt!“

89. Sie konnten nicht umhin zuzugeben: „Nur Gott allein.“ Sprich: „Wie könnt ihr euch also so täuschen lassen?“

90. Tatsache ist, dass Wir ihnen die Wahrheit übermittelt haben, doch sie sind fürwahr die Lügner (in dem, was sie behaupten, in der Verleugnung der Säulen des Glaubens und auch gegen sich selbst).

91. Gott hat Sich weder ein Kind genommen, noch gibt es andere Gottheiten neben Ihm; denn dann würde jede Gottheit ihre völlige Unabhängigkeit erstrebt haben zusammen mit den Geschöpfen, die ihrer Herrschaft unterstehen, und sie würden gewiss versucht haben, sich gegenseitig zu überwältigen. Gepriesen ist Gott, denn Er ist hoch erhaben über das, was sie Ihm zuschreiben.

92. Er kennt das Verborgene und das Offenbare (alles, was in den verborgenen und offenkundigen Sphären und was jenseits und innerhalb der Reichweite des Wahrnehmungsvermögens der Geschöpfe liegt), und Er ist hoch erhaben über all das, was sie Ihm als Teilhaber zur Seite stellen.

93. Sprich: „Mein Herr, wenn Du mich die Erfüllung dessen sehen lässt, was ihnen (an Leiden) versprochen worden ist,

94. Dann, mein Herr, reihe mich nicht unter das Volk jener ein, die Unrecht tun!“

95. Fürwahr, Wir haben durchaus die Macht, dir die Erfüllung dessen zu zeigen, was Wir ihnen an Leiden versprochen haben (und dich davor zu erretten).

96. (Doch was auch immer du sagen oder tun magst) wehre das Üble (das dir angetan und deiner Sendung zugefügt wurde) ab mit dem Besten (dessen, was du zu tun vermagst). Wir wissen am besten um all das, was sie Uns fälschlich zuschreiben.

97. Und sprich: „Mein Herr, ich suche Zuflucht bei Dir vor den Anstachelungen und Herausforderungen der Satane (aus den Reihen der Dschinn und der Menschen, insbesondere in meiner Beziehung zu den Menschen, während ich meine Sendung erfülle).

98. Ich suche Zuflucht bei Dir, mein Herr, davor, dass sie mir nahe kommen.“

99. (Diejenigen, die in ihrem schlechten Verhalten fortfahren, werden nicht aufhören, Gott Falsches zuzuschreiben und sich dir gegenüber abweisend zu verhalten) bis schließlich der Tod zu einem von ihnen kommt und er dann flehentlich bittet: „Mein Herr! Bitte lass mich wieder ins Leben zurückkehren,

100. Damit ich rechtschaffen handeln kann im Hinblick auf das, was ich in dieser Welt unverrichtet gelassen habe.“ Nein, niemals! Es sind nichts weiter als Worte, die er immerzu wiederholt. Vor denen (die gestorben sind) ist eine Zwischenwelt (des Grabes, in der sie bleiben werden) bis zu dem Tag, wenn sie auferweckt werden.

101. Wenn aber dann in die Posaune (der Auferstehung) gestoßen wird, wird es keine Verwandtschaftsbande mehr zwischen ihnen geben (die irgendeinen Nutzen bringen könnte), noch werden sie nach einander fragen (weil jeder viel zu sehr mit seinem eigenen schlimmen Los beschäftigt ist, um an andere zu denken).

102. (Waagen werden aufgestellt) und jene, deren Waagschalen (mit den guten Taten) schwer sind - das sind diejenigen, denen es wohlergehen wird.

103. Während jene, deren Waagschalen (mit den guten Taten) leicht sind - diejenigen sein werden, die sich selbst ins Verderben gestürzt haben; in der Hölle werden sie bleiben.

104. Das Feuer verbrennt ihnen die Gesichter, ihre Lippen werden sich verzerren, und ihre Kiefer werden sich vorschieben.

105. „Sind euch Meine Offenbarungen nicht vorgetragen worden, und doch habt ihr sie immer wieder verworfen?“

106. Sie werden sagen: „Unser Herr! Unser Elend (das wir selbst über uns gebracht haben) hat die Oberhand über uns gewonnen, und wir waren Leute, die dem Irrtum verfallen sind.

107. Unser Herr! Lass uns aus diesem (Leiden) entrinnen. Doch wenn wir uns jemals wieder dem Üblen zuwenden sollten, würden wir fürwahr Unrecht tun.“

108. Er (Gott) wird sagen: „Hinweg mit euch in diese (Schmach)! Sprecht Mich nicht mehr an!

109. Unter Meinen Dienern war eine Schar, die betete: ‘Unser Herr! Wir haben geglaubt, darum vergib uns, und sei barmherzig mit uns, denn Du bist ja der Beste der Erbarmer.’

110. Ihr pflegtet nur Spott mit ihnen zu treiben, bis ihr in eurer Feindschaft gegen sie vergessen hattet, euch Meiner zu erinnern, und ihr fuhrt ganz einfach fort, über sie zu lachen.

111. Doch seht nur, heute habe Ich sie dafür belohnt, was sie standhaft zu ertragen pflegten, sodass sie es jetzt sind, die triumphieren.“

112. (Gott) sagt: „Wie viele Jahre habt ihr auf Erden verbracht?“

113. Sie sagen: „Wir verweilten dort einen Tag oder nur den Teil eines Tages. Frage doch die, die in der Lage waren, mitzuzählen.“

114. Er sagt: „Ihr habt nur eine sehr kurze Zeit dort verweilt, wenn ihr doch nur gewusst hättet (wie kurz, und entsprechend gehandelt hättet)!

115. Oder habt ihr gedacht, dass Wir euch umsonst erschaffen hätten und dass ihr eure ganze Zeit zum Spaß und zur Unterhaltung verwenden solltet und dass ihr nicht zu Uns zurückgebracht würdet?“

116. Hoch erhaben ist Gott, der höchste Herrscher, die vollkommene Wahrheit und der Ewigwährende. Es gibt keine Gottheit außer Ihm, dem Herrn des Erhabenen Throns voll der Pracht und Großzügigkeit.

117. Wer auch immer behauptet, dass es eine andere anbetungswürdige Gottheit neben Gott gibt, wofür er - weil dies undenkbar ist - keinerlei Beweise hat, wird ganz gewiss von seinem Herrn befragt werden. Wahrlich, die Ungläubigen werden nicht erfolgreich sein.

118. Sprich: „O mein Herr, vergib mir und sei mir barmherzig (lass mir stets Deine Vergebung und Barmherzigkeit zuteil werden), denn Du bist ja der Beste der Erbarmer.“

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