AL-’ANBIYĀ’

 Sure 21

DIE PROPHETEN

offenbart in Mekka

Diese Sure von 112 Versen wurde gegen Ende der mekkanischen Phase der Sendung des Gesandten Gottes offenbart. Hier wird genauer erklärt, was unter dem „geraden Weg“ zu verstehen ist, der im letzten Vers der Sure Tā-Hā erwähnt wurde.

Es folgen Antworten auf die Einwände, die von den mekkanischen Götzenanbetern gegen die Glaubensvorstellungen des Islams vorgebracht wurden; Antworten, die dann auch untermauert werden. Ferner befasst sich die Sure mit einigen Begebenheiten aus dem Leben einer Reihe von früheren Propheten. Am Schluss wird darauf hingewiesen, dass der Islam - mit seinen substantiellen Unterweisungen in Glauben, Anbetung, Ethik und mit seinen Erläuterungen für sämtliche Aspekte des individuellen wie auch des gemeinschaftlichen Lebens - die Religion ist, die Gott für die Menschen ausersehen hat und ihnen durch alle Seine Propheten übermitteln ließ.

IM NAMEN GOTTES, DES ERBARMERS, DES BARMHERZIGEN!

1. Die Abrechnung ist den Menschen näher gerückt, doch schenken sie ihr keine Beachtung, weil sie sich in weltlichen Dingen und Achtlosigkeit verlieren.

2. Wann immer eine neue Offenbarung von ihrem Herrn zu ihnen kommt, um sie zu warnen und zu unterweisen, dann hören sie nur hin, um Scherz damit zu treiben,

3. Während ihre Herzen nur auf flüchtige Belustigung aus sind; jene jedoch, die andere dazu verleiten, Unrecht zu tun, insbesondere indem sie Gott Teilhaber zur Seite stellen, unterhalten sich insgeheim miteinander: „Ist dies etwa jemand anderer als ein gewöhnlicher Sterblicher wie ihr? Wollt ihr euch also von Zauberei betören lassen, wo ihr es doch deutlich sehen könnt?“

4. (Der Gesandte) erwiderte (darauf): „Mein Herr weiß um jedes Wort, das in den Himmeln und auf Erden gesprochen wird. Er ist der Hörende, Wissende.“

5. (Verwirrt darüber, welchem Ursprung sie den Koran zuschreiben sollen) sagen sie: „Nein, Muhammad bietet nur ein Wirrwarr seiner Träume und Vorstellungen dar. Nein, er denkt sich dies alles nur aus! Nein, er ist nichts weiter als ein Dichter. Wenn er wahrhaftig ist in seiner Behauptung, dann soll er mit einem Zeichen (einem Wunder) zu uns kommen, geradeso wie die früheren Gesandten mit Wundern geschickt wurden!“

6. Kein Volk vor ihnen, das Wir dem Untergang preisgaben, hat geglaubt (obwohl die Gesandten mit Wundern zu ihnen kamen). Werden sie also glauben?

7. Wir haben vor dir (o Muhammad) nichts anderes als Menschen, denen Wir Offenbarungen zuteil werden ließen, als Gesandte geschickt. Deshalb (o ihr Menschen) fragt diejenigen, die besonderes Wissen (über die Offenbarungen Gottes) besitzen, wenn ihr (es) nicht wisst.

8. Auch haben Wir ihnen nicht Körper gegeben, die keiner Nahrung bedurften, sodass sie nicht etwa gegessen hätten wie andere, noch waren sie unsterblich.

9. Wir haben ihnen Hilfe und den Sieg versprochen, und Wir hielten Unser Versprechen: Wir erretteten sie und alle, die Wir wollten (und haben Uns verpflichtet, die Gläubigen zu retten), und Wir gaben die, die ihre von Gott verliehenen Fähigkeiten vergeudeten und sich Ausschweifungen hingaben, dem Untergang preis.

10. Jetzt schicken Wir zu euch (o ihr Bewohner von Mekka und o ihr Menschen allesamt) ein Buch herab, das enthält, was ihr im Leben um eurer Ehre und eures Glücks willen beachten müsst. Wollt ihr also nicht euren Verstand gebrauchen?

11. Wie viele Gemeinschaften, die das größte Unrecht begingen (indem sie Gott Teilhaber zur Seite stellten) und sich dadurch selbst Unrecht zufügten, haben Wir in alle Winde verstreut und ein anderes Volk nach ihnen entstehen lassen.

12. Als sie merkten, dass Unsere gewaltige Strafe kommen würde, versuchten sie sogleich, davor zu fliehen.

13. „Versucht nicht zu fliehen, sondern kehrt zu all dem (angenehmen und bequemen Leben) zurück, auf das ihr euch ohne Skrupel eingelassen hattet, und zu euren Wohnstätten, über die ihr von den Armen und Bedürftigen womöglich befragt werdet, oder nehmt eure wertvollen Beratungen auf.“

14. So konnten sie nur noch ausrufen: „O wehe uns! Wir haben fürwahr Unrecht getan!“

15. Und dieser Ausruf von ihnen verstummte nicht, bis Wir sie wie abgeerntetes Korn und zu einem Haufen von Asche gemacht hatten.

16. Wir haben die Himmel und die Erde und alles, was zwischen ihnen ist, nicht zu Spiel und Spaß für Uns erschaffen.

17. Wenn Wir einen Zeitvertreib hätten finden wollen (ohne den Himmel und die Erde mit allem, was in und zwischen ihnen ist, zu erschaffen), dann hätten Wir diesen fürwahr in Unserer Gegenwart gefunden, falls Wir überhaupt so etwas tun würden!

18. Nein, doch Wir schleudern die Wahrheit dem Falschen entgegen, und sie macht es zunichte, und siehe, es verschwindet. Darum wehe euch für all das Falsche, das ihr Gott zuschreibt.

19. Ihm gehört, was immer in den Himmeln und auf Erden ist. Und jene (die Engel), die bei Ihm sind, verschmähen niemals, Ihm zu dienen, noch werden sie je dessen überdrüssig.

20. Sie rühmen Ihn bei Nacht und bei Tag (indem sie verkünden, dass Er hoch erhaben ist über jegliche Mängel oder das Bedürfnis nach Teilhabern oder danach, Sinnloses zu tun) und zeigen dabei niemals Müdigkeit und lassen nie in ihrem Eifer nach.

21. Oder haben sie (die Hoffnung auf den Himmel aufgegeben und) sich Gottheiten auf Erden genommen, (glauben sie etwa) dass sie (diese Gottheiten) die Toten wiedererwecken können?

22. Tatsache ist doch, wenn es in den Himmeln und auf Erden irgendwelche Gottheiten außer Gott gäbe, dann wären (diese) beiden (Sphären) gewiss ins Verderben geraten. Gepriesen ist Gott, der Herr des Erhabenen Throns, denn Er steht unendlich hoch über all dem, was sie Ihm zuschreiben.

23. Er kann nicht zur Rechenschaft gezogen werden für was immer Er tut, doch ihre falschen Gottheiten (die sie sich unter den bewussten Wesen genommen haben) müssen Rechenschaft ablegen.

24. Haben sie sich andere Gottheiten als Ihn genommen? Sprich (o Gesandter): „Wenn das so ist, dann bringt euren Beweis herbei! Doch seht nur, hier ist das Buch, das jene befolgen, die mit mir sind, und dort sind die Bücher, die jene, die vor mir waren, befolgt haben; (in allen von ihnen wird betont, dass es keine andere Gottheit gibt als Ihn.)“ Sie dagegen haben keinerlei Wissen, sodass sie die Wahrheit kennen könnten. Das ist, warum sie sich in Widerwillen davon abwenden.

25. Wir haben auch vor dir nie einen Gesandten geschickt, ohne dass Wir ihm offenbarten, dass es keine Gottheit außer Mir gibt, darum dient Mir allein.

26. Und doch sagen manche: „Der Erbarmer hat sich ein Kind genommen.“ Gepriesen ist Er (denn Er ist hoch darüber erhaben, so etwas zu tun). Vielmehr sind diese (die Engel, die sie für Gottes Nachkommen halten) nichts anderes als Seine geehrten Diener.

27. Sie kommen Ihm beim Sprechen nicht zuvor, und sie handeln nur gemäß Seinem Befehl.

28. Er weiß, was vor ihnen liegt und was hinter ihnen liegt (was in ihrer Zukunft liegt und in ihrer Vergangenheit, worüber sie Bescheid wissen und was ihnen verborgen ist), und sie können für niemanden Fürsprache einlegen außer für Seine gläubigen Diener - jene, mit denen Er wohl zufrieden ist; und sie selbst erzittern in ehrerbietiger Furcht vor Ihm.

29. Wenn irgendjemand von ihnen versuchen würde zu sagen: „Ich bin eine Gottheit neben Ihm“, dann würden Wir es Ihm mit der Hölle vergelten. So üben Wir Vergeltung an all jenen, die Unrecht tun.

30. Bedenken diejenigen, die ungläubig sind, denn jemals, dass die Himmel und Erde zunächst eine zusammenhängende Masse waren, und dass Wir sie dann in eigenständige Einheiten unterteilten; und dass Wir alles Lebendige aus Wasser erschaffen haben? Wollen sie also nicht gläubig werden?

31. Wir haben feststehende Berge auf der Erde aufgerichtet, damit sie sie in ihrer Bewegung nicht erschüttere, und Wir haben auf ihr breite Pfade gemacht, damit sie ihren Weg finden mögen.

32. Und Wir haben die Himmel zu einem Baldachin gemacht, der wohl abgesichert ist (dagegen, dass er einstürzt und dass die Teufel emporsteigen). Doch sie wenden sich von all diesen Zeichen (der Wahrheit, die sich) im Universum (manifestieren) ab.

33. Er ist es, der die Nacht und den Tag erschaffen hat und die Sonne und den Mond. Jeder (dieser Himmelskörper) zieht auf seiner Umlaufbahn dahin.

34. Wir haben noch nie einem Menschen vor dir (o Gesandter) ein ewiges Leben gewährt; Solltest du also sterben, werden sie dann ewig leben?

35. Jede Seele (jedermann) soll den Tod zu kosten bekommen, und Wir führen euch durch die schlechten und guten Dinge (des Lebens) in Versuchung, um euch auf die Probe zu stellen (sodass sich euer wahrer Charakter und Rang erweisen möge). Ihr seid in der Tat auf dem Weg zurück zu Uns (um schließlich in Unsere Gegenwart gebracht zu werden).

36. Wenn diejenigen, die hartnäckig am Unglauben festhalten, dich sehen, dann machen sie dich zur Zielscheibe ihres Spotts (indem sie zueinander sagen): „Ist das derjenige, der sich gegen eure Götter ausspricht?“ (Sie können es nicht ertragen zu hören, wie ihre falschen Gottheiten verleugnet werden.) Und doch sind sie selbst es, die das Buch des Erbarmers verleugnen (der sie erschaffen hat und sie mit Seiner Barmherzigkeit umfängt, ohne eine Gegenleistung dafür zu verlangen).

37. Die Menschen sind ungeduldig veranlagt und neigen zur Eilfertigkeit (darum fragen sie zum Scherz, wann denn nun die Strafe, die ihnen angedroht wird, kommen wird). Bald schon werde Ich euch zeigen, dass Meine Drohungen wahr sind, darum verlangt nicht von Mir, sie vorzuverlegen.

38. Doch sie hören nicht auf zu fragen: „Nun also, wann wird sich diese Drohung erfüllen? (Antwortet uns, o ihr, die ihr daran glaubt) wenn ihr wahrhafte Menschen seid!“

39. Wenn nur diejenigen, die hartnäckig am Unglauben festhalten, um die Zeit wüssten, wo es ihnen nicht mehr möglich sein wird, das Feuer von ihren Gesichtern und ihren Rücken abzuwehren, und ihnen nicht mehr dagegen geholfen wird!

40. Doch es wird ganz plötzlich über sie kommen und sie sprachlos machen. Sie werden es nicht abwenden können, und ihnen wird kein Aufschub gewährt werden, um ihm zu entrinnen.

41. Fürwahr, Gesandte wurden bereits vor dir (o Muhammad) verspottet, aber genau das, was die Menschen zu verspotten pflegten, überwältigte jene, die sich über die Gesandten lustig machten (um sie zu demütigen).

42. Sprich: „Wer kann euch in der Nacht und am Tag vor dem Erbarmer beschützen, wenn Er euch zu bestrafen wünscht?“ Und doch wenden sie sich vom Buch ihres Herrn in Widerwillen ab.

43. Oder haben sie wirklich Gottheiten außer Uns, die sie beschützen könnten? Jene (diese angeblichen Gottheiten) vermögen sich nicht einmal selbst zu helfen, noch können sie irgendeine Hilfe oder Freundschaft von Uns bekommen.

44. Die Wahrheit ist, dass Wir diese (polytheistischen Sünder) und ihre Vorfahren so versorgt haben, dass sie das Leben genießen konnten, und so lebten sie lange Zeit in Bequemlichkeit und Sicherheit. (Deshalb meinen sie, dass sie auf immer im Wohlstand leben werden.) Doch sehen sie denn nicht, was Wir mit dem Land machen, indem Wir es von seinen äußeren Gebieten her verkleinern? Können sie also wirklich die Sieger sein?

45. Sprich: „Ich warne euch nur gemäß der Offenbarung (über die es keinen Zweifel gibt). Doch die Tauben hören den Aufruf nicht, wenn sie auch noch so sehr gewarnt werden.“

46. Und doch, wenn auch nur ein Hauch der Strafe deines Herrn sie berührt, werden sie ganz gewiss ausrufen: „O wehe uns! Wir haben fürwahr Unrecht getan!“

47. Wir werden am Tag der Auferstehung Waagen der vollkommenen Gerechtigkeit aufstellen, und niemandem wird auch nur im geringsten Unrecht getan. Selbst wenn es eine Tat wäre im Gewicht eines Senfkorns, dann werden Wir sie herbeibringen, damit sie gewogen werde. Wir genügen zum Abrechnen.

48. Wir gewährten Moses und Aaron die Unterscheidung (das Buch, das zwischen Wahrem und Falschem unterscheidet) und machten es zu einem Licht (der Rechtleitung) und zur Ermahnung für die Gottesfürchtigen, Frommen.

49. Sie stehen in großer Ehrfurcht vor ihrem Herrn, obwohl Er Sich im Verborgenen (und jenseits ihres Wahrnehmungsvermögens) befindet, und sie erzittern beim Gedanken an die Stunde.

50. Und auch dieses (der Koran) ist eine Ermahnung voll der Gnade, die Wir herabsenden. Werdet ihr sie dann zurückweisen?

51. Wir hatten ja vordem Abraham Besonnenheit und sein besonderes Bewusstsein der Wahrheit gewährt, und Wir kannten ihn sehr wohl (in sämtlichen Aspekten seines Charakters).

52. Er sagte zu seinem Vater und seinem Volk: „Was sind das für Standbilder, denen ihr in solch aufrichtiger Hingabe zugetan seid?“

53. Sie sagten: „Wir haben unsere Vorfahren bei ihrer Anbetung vorgefunden.“

54. „So ist es also gewiss“, sagte er, „dass sowohl ihr als auch eure Vorfahren in offenkundigem Irrtum befangen wart.“

55. Sie fragten: „Ist es die Wahrheit, die du uns verkündest, oder scherzt du?“

56. Er antwortete: „Nein, doch euer Herr ist der Herr der Himmel und der Erde, der sie, jeweils mir ihren besonderen Merkmalen, erschaffen hat, und ich bin einer von jenen, die diese Wahrheit bezeugen.“

57. Und (er traf eine Entscheidung): „Bei Gott, ich werde mir ganz gewiss einen Plan gegen eure Götzen ausdenken, sobald ihr eure Rücken gekehrt habt und weggegangen seid.“

58. Und dann schlug er sie alle in Stücke, außer dem ihrer Ansicht nach Größten von ihnen, damit sie sich an ihn wenden konnten (um ihn zu fragen, was geschehen sei)!

59. „Wer hat unseren Gottheiten all dies angetan?“, riefen sie aus. „Fürwahr, er ist einer der schlimmsten Übeltäter!“

60. Einige sagten: „Wir hörten einen jungen Mann von ihnen sprechen, er heißt Abraham.“

61. Sie sagten: „So bringt ihn vor die Augen der Menschen, damit sie Zeugnis gegen ihn ablegen mögen!“

62. „Abraham“, fragten sie, „bist du es, der unseren Gottheiten dies angetan hat?“

63. Er antwortete: „Bewahre, (irgendein Täter) muss es getan haben - dieser da ist der Größte von ihnen. Fragt sie doch, wenn sie fähig sind zu sprechen!“

64. Da wandten sie sich ihrem bewussten Inneren zu, das sich der Wahrheit öffnete, und sagten (zueinander): „Ihr (wir) seid es (sind es), die Unrecht tun!“

65. Doch danach (unter dem Einfluss derselben Umstände, die sie dazu veranlassten, ungläubig zu sein) fielen sie in ihre vorherige Gewohnheit zu glauben zurück und sagten zu Abraham: „Du weißt sehr wohl, dass diese (Standbilder) nicht sprechen können.“

66. (Abraham) sagte: „Betet ihr also anstelle von Gott an, was euch weder in irgendeiner Form nützen noch schaden kann?

67. Schande über euch und alle, die ihr anstelle von Gott anbetet! Wollt ihr denn nicht nachdenken und begreifen?“

68. Sie riefen aus: „Verbrennt ihn und beschützt eure Gottheiten, wenn ihr tatsächlich vorhabt, etwas zu unternehmen!“

69. „O Feuer“, erging Unser Befehl, „Sei kühl und friedfertig gegen Abraham!“

70. Sie hatten ausgeheckt, ihn umzubringen, doch Wir machten ihren Plan zunichte, sodass sie zu den größten Verlierern wurden.

71. Wir erretteten ihn und Lot (der an ihn glaubte) und führten sie zu dem Land (nach Damaskus einschließlich Palästinas), in dem Wir zahlreiche Segensgaben für alle Völker hervorgebracht hatten.

72. Wir gewährten ihm Isaak und als zusätzliche Gabe Jakob (als Enkel); und jeden von ihnen machten Wir rechtschaffen.

73. Und Wir machten sie zu Gebietern, die die Menschen gemäß Unserem Befehl rechtleiteten, und Wir offenbarten ihnen, dass sie Gutes tun und das Gebet entsprechend seinen Vorschriften verrichten und die vorgeschriebene läuternde Abgabe für Bedürftige entrichten sollten. Sie waren Unsere Diener, die sich in aller Aufrichtigkeit Unserer Anbetung widmeten.

74. Und auch Lot (machten wir zu einem Anführer), dem Wir gesundes, weises Urteilsvermögen gewährten und Wissen offenbarten, und Wir erretteten ihn vor den Bewohnern des Landes, die sich verderblichem Treiben hingegeben hatten. Sie waren fürwahr schlechte Leute, dem Untergang preisgegeben durch ihre Ausschweifungen.

75. Wir umfingen ihn mit Unserer Barmherzigkeit; er gehörte wahrlich zu den Rechtschaffenen.

76. Und auch Noah. Er hatte uns lange vor Abraham angerufen, und Wir erhörten sein Gebet und retteten ihn und (jene von) seiner Familie und seinem Volk (die an ihn glaubten) vor einem schrecklichen Unheil.

77. Wir verhalfen ihm zu Sicherheit vor dem Volk, das Unsere Offenbarungen verwarf. Sie waren fürwahr schlechte Leute, deswegen ließen Wir sie alle ertrinken.

78. (Unter denen, die Wir zu Gebietern machten, waren) David und Salomon. Die beiden gaben einst ein Urteil ab, bei dem es um ein Feld ging, in das die Schafe gewisser anderer Leute des Nachts eingedrungen waren. Wir waren Beobachter und Zeugen ihres Urteils.

79. Wir gaben Salomon ein besseres Verständnis des Falles ein. Beiden von ihnen gewährten Wir gesundes, weises Urteilsvermögen und Wissen (wie es ihrer Aufgabe entsprach und in Übereinstimmung mit der Zeit und den Umständen aller Beteiligten). Und Wir machten sowohl die Berge als auch die Vögel untertan, sodass sie Uns gemeinsam mit David rühmten. Wir sind es, die all dies vollbringen.

80. Und Wir lehrten ihn die Kunst, Panzerhemden anzufertigen, damit sie euch gegen die Gewalttätigkeiten des Krieges wappnen. Seid ihr also (wirklich Menschen, die) dankbar (sind)?

81. Und in Salomons Dienst stellten Wir den Sturmwind, der nach seinem Befehl dahinbrauste, um ihn in ein Land zu bringen, das Wir (für die Bewohner) gesegnet hatten. Wir wissen sehr wohl um alle Dinge (und deren tatsächliche Beschaffenheit und sämtliche damit verknüpften Gesichtspunkte).

82. Und unter den Dschinn und Satanen (Teufeln) gab es einige, die für ihn tauchten (um kostbare Edelsteine aus dem Meer heraufzuholen) und noch andere Arbeiten verrichteten, und Wir bewachten sie dabei (um sie daran zu hindern, ihm ungehorsam zu sein)./

83. Und (erwähne) Hiob (mit denen, die Wir zu Gebietern machten); er rief seinen Herrn an, indem er sagte: „Wahrlich, Unheil hat mich heimgesucht (sodass ich Dich nicht mehr so anbeten kann, wie ich sollte); und Du bist der Barmherzigste unter den Barmherzigen.“

84. Wir erhörten sein Gebet und nahmen jegliche Heimsuchungen, unter denen er gelitten hatte, von ihm fort; und Wir gaben ihm seine Angehörigen zurück und noch einmal so viele dazu als Barmherzigkeit von Uns und als Ermahnung für jene, die Uns hingebungsvoll dienen./

85. (Erwähne ebenfalls) Ismael, Idris und Dhū’l-Kifl (unter den Gebietern). Sie alle waren Männer (voll) Standhaftigkeit und Geduld.

86. Wir umfingen sie mit Unserer Barmherzigkeit. Sie gehörten zu den Menschen von größter Rechtschaffenheit.

87. Und (erwähne auch) Dhū’n-Nūn (Jonas). Er ging im Zorn fort (von seinem Volk, das hartnäckig am Unglauben festhielt und seinen Warnungen keine Beachtung schenkte), und Er war sich gewiss, dass Wir (sein Leben für ihn) niemals einschränken würden. Doch dann rief er aus den Tiefen der Finsternis (hervorgerufen durch den Leib des Fisches, das Meer und die dunkle, regnerische Nacht): „Es gibt keine Gottheit außer Dir, ruhmreich bist Du (denn Du bist vollkommen erhaben über jeden Mangel). Ich war ganz gewiss einer derjenigen, die Unrecht getan haben (die sich selbst Unrecht zugefügt haben).“

88. Wir erhörten auch seinen Ruf, und Wir erretteten ihn aus dem Unheil. So retten Wir die Gläubigen.

89. (Erwähne auch) Zacharias. Einst rief er seinen Herrn an, indem er sagte: „Mein Herr! Lass mich nicht aus dieser Welt scheiden ohne einen Erben, denn Du bist der Beste der Erben.“

90. Wir erhörten seinen Ruf ebenfalls und gewährten ihm Johannes, und Wir heilten seine Frau für ihn (sodass sie ein Kind austragen konnte). Wahrlich, diese drei waren stets eifrig bemüht, Gutes zu tun, als ob sie sich im Wettstreit miteinander befänden, und sie riefen Uns an in hoffnungsvoller Sehnsucht und ehrfürchtigem Verlangen. Und sie waren von tiefster Demut gegen Uns erfüllt.

91. (Und erwähne) auch jene gesegnete Frau, die das beste Beispiel durch die Wahrung ihrer Keuschheit abgab. Wir hauchten ihr von Unserem Geist ein, und Wir machten sie und ihren Sohn zu einem wunderbaren Zeichen (Unserer Macht und der unvergleichlichen Weise, auf die Wir Ereignisse herbeiführen) für alle Welten.

92. Deshalb ist diese deine Gemeinschaft (die aus sämtlichen Gesandten und ihren Anhängern entstanden ist) eine einzige Gemeinschaft mit nur einem Glauben, und Ich bin euer Herr (der euch erschafft, versorgt und beschützt); darum betet Mich allein an.

93. Doch die Menschen spalteten sich und wurden uneins über die Religion. Dereinst aber werden sie alle zu Uns zurückkehren müssen (um Rechenschaft abzulegen für das, was sie getan haben).

94. Wer auch immer irgendetwas Gutes, Rechtschaffenes tut und ein echter Gläubiger ist, dessen Bemühen wird nicht unbelohnt und ohne Anerkennung bleiben. Wir schreiben jede seiner guten Taten zu seinen Gunsten nieder (ohne dass dabei das Geringste übersehen wird).

95. Es ist undenkbar, dass eine Gemeinschaft, deren Untergang Wir (wegen ihres Unglaubens und ihrer nicht wiedergutzumachenden Sünden) beschlossen haben, zum Glauben zurückkehren könnte (und auch, dass eine Gemeinschaft, die Wir vernichtet haben, zu Uns zurückkommen könnte, um dann wieder in die Welt zurückversetzt zu werden, damit sie glauben und Gutes tun kann).

96. Dereinst wird der Tag kommen, wenn Gog und Magog losgelassen werden und sie von allen Anhöhen herabeilen werden.

97. Und das wahre Versprechen der Stunde ist bereits näher gerückt, und seht nur, wie die Augen jener, die widerspenstig am Unglauben festhalten, erstarren in Schrecken, während sie ausrufen: „Wehe uns! Wir haben fürwahr in Achtlosigkeit und Vergesslichkeit dessen dahingelebt! Ach, wir sind wahrlich Sünder gewesen (und haben uns vor allem selbst Unrecht zugefügt)!“

98. „Ihr und die Dinge, die ihr zu Gottheiten gemacht und anstelle von Gott angebetet habt, ihr seid nichts weiter als Brennstoff für die Hölle. Dorthin werdet ihr auf jeden Fall gelangen.“

99. Wenn diese (falschen Gegenstände ihrer Anbetung) wirklich Gottheiten gewesen wären, dann würden sie nicht dorthin kommen. Sie allesamt werden dort bleiben.

100. Schluchzen wird ihnen dort beschieden sein, und nichts (was ihnen nützen könnte) werden sie dort hören (das wird der Lohn dafür sein, dass sie sich in dieser Welt absichtlich gegen die Offenbarungen Gottes taub gestellt haben).

101. Was aber diejenigen angeht, für die der Beschluss des endgültig Guten von Uns bereits ergangen ist, sie werden von ihr (der Hölle) ferngehalten.

102. Sie werden nicht den geringsten Laut davon vernehmen, und sie werden in dem verweilen, was ihre Seelen ersehnen (und es unendlich genießen).

103. Selbst der größte Schrecken (das zweite Ertönen der Posaune) wird ihnen keinerlei Kummer bereiten, und die Engel heißen sie willkommen mit dem Gruß: „Dies ist euer Tag, der Tag, der euch versprochen wurde.“

104. An dem Tag, an dem Wir die Himmel aufrollen werden, so wie Schriftrollen aufgerollt werden, werden Wir die Schöpfung wieder so leicht ins Dasein rufen, wie Wir sie beim ersten Mal erschaffen haben. Das ist ein Versprechen, das Wir auf Uns genommen haben, und Wir werden einhalten, was auch immer Wir versprechen.

105. Wir (haben auf der wohl verwahrten Tafel festgehalten und dann) nach der Ermahnung in den Psalmen niedergeschrieben, dass Meine rechtschaffenen Diener die Erde erben werden.

106. Wahrlich, in diesem (Koran) gibt es die Erklärung (für jede Wahrheit, die notwendig ist) für Gottes Diener, für jene, die sich ganz Seiner Anbetung widmen.

107. Wir haben dich (o Muhammad) nur als unvergleichliche Barmherzigkeit für alle Welten entsandt.

108. Sprich: „Es ist mir offenbart worden, dass euer Gott der Eine und Einzige Gott ist. Wollt ihr also Muslime werden (die sich ganz und gar in Ihn ergeben)?“

109. Wenn sie sich dann immer noch abwenden, dann sage: „Ich habe euch alles überbracht, was ich überbringen musste, und euch auch gleichzeitig gewarnt. Doch ich weiß nicht, ob das, was ich euch angedroht habe (sei es nun der Untergang oder das Jüngste Gericht), nah oder fern ist.

110. Wahrlich, Er weiß um alles, was offen ausgesprochen wird, geradeso wie Er um alles weiß, was ihr verbergt (einschließlich eurer geheimen Absichten).

111. Ich weiß nicht, ob der Aufschub, der euch gewährt wird, womöglich eine Prüfung für euch ist (- ein Aufschub, damit ihr eindeutig zeigt, dass ihr Seine Strafe verdient, ein Genuss für eine Weile).“

112. (Der Gesandte) sagte (zum Abschluss): „Mein Herr, entscheide (zwischen mir und jenen Ungläubigen) in Wahrheit (und lasse zu, dass die Wahrheit ganz offenkundig wird). Unser Herr ist der Erbarmer, der, nach dessen Hilfe stets getrachtet wird gegen all das, was ihr (Ihm und mir) zu Unrecht zuschreibt.“

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