AL-HIDSCHR

 Sure 15

DAS FELSENGEBIRGE

offenbart in Mekka

Diese Sure, die aus 99 Versen besteht, wurde in Mekka offenbart. Sie befasst sich überwiegend mit der Offenkundigkeit der Existenz und Einheit Gottes und mit der Tatsache, dass Er der Urheber und Erschaffer des Korans ist.

Darüber hinaus berichtet sie über bestimmte Ereignisse aus der Historie von Völkern der Vergangenheit, die als richtungweisend angeführt werden. Der Name der Sure geht auf die in Vers 80 erwähnte arabische Region Al-Hidschr zurück, in der das Volk von Salih gelebt hat.

IM NAMEN GOTTES, DES ERBARMERS, DES BARMHERZIGEN!

1. Alif. Lām. Rā. Dies sind die Offenbarungen des Buches, eines Korans, der in sich klar ist und eindeutig auf die Wahrheit hinweist.

2. Immer und immer wieder werden sich diejenigen, die ungläubig sind, wünschen, dass sie Muslime gewesen wären.

3. Überlasse sie sich selbst, sodass sie fortfahren mögen, zu essen und sich zu vergnügen, und dass die Hoffnung (auf ein langes, angenehmes Leben) sie davon ablenke (sich auf ihre wichtigste Pflicht im Leben und ihr Ende zu besinnen). Doch dereinst werden sie (die Wahrheit) erkennen.

4. Und nie haben Wir eine Stadt vernichtet, ohne dass ihr ein festgeschriebener Ratschluss bestimmt war, um den sie durchaus wusste.

5. Keine Gemeinschaft kann jemals das Ende ihrer Frist vorverlegen oder hinausschieben.

6. Sie sagen: „O du, dem die Ermahnung (das Buch mit Ratschlägen, Warnungen und Unterweisungen) herabgesandt wird, du bist fürwahr ein Besessener.

7. Warum bringst du uns nicht die Engel herbei, wenn du wahrhaft bist (in deinen Behauptungen)!“

8. Wir senden die Engel nicht herab, außer mit der Wahrheit (aus gutem Grund und in Weisheit, nicht um eitle Launen oder die Neugier zu befriedigen; werden die Engel jedoch herabgesandt, dann ist die Angelegenheit entschieden, und) dann wird ihnen kein (weiterer) Aufschub mehr gewährt.

9. Wahrlich, Wir sind es, die die Ermahnung in Abschnitten herabsenden, und Wir sind es fürwahr, die ihre Wächter sind.

10. Wir haben gewiss schon vor dir Gesandte zu den früheren Gemeinschaften geschickt.

11. Und es ist nie ein Gesandter zu ihnen gekommen, ohne dass sie ihn verspotteten.

12. So lassen Wir es zu, dass er (der Koran) unbeachtet seinen Weg durch die Herzen der ungläubigen Sünder nimmt.

13. Sie glauben nicht daran; doch gewiss hat sich die Gesetzmäßigkeit der früheren (sündigen) Völker schon vollzogen.

14. Selbst wenn Wir (als Wunder, um sie von der Wahrheit der Botschaft Gottes zu überzeugen) ein Tor zum Himmel für sie öffnen würden und sie unentwegt da hindurch aufsteigen könnten,

15. Würden sie sagen: „Unsere Blicke sind nur benommen; nein, wir sind ganz einfach verzaubert worden!“

16. (Als Beweis für Menschen, die offen sind für den Glauben) haben Wir fürwahr in den Himmel gewaltige Tierkreiszeichen gesetzt, und Wir lassen ihn (den Himmel) den Betrachtern wunderschön erscheinen.

17. Und Wir haben ihn gesichert gegen jeden Satan, der (aus Gottes Barmherzigkeit) ausgeschlossen wurde,

18. Außer dem, der verstohlen lauscht und von einer hell leuchtenden Sternschnuppe verfolgt (und vernichtet) wird, die ganz klar zu sehen ist.

19. Und die Erde - Wir haben sie hingebreitet und auf ihr feste Berge errichtet, und Wir lassen auf ihr von jeder Art etwas in Ausgewogenheit und im richtigen Verhältnis (in angemessener Menge) wachsen;

20. Und Wir haben euch dort mit Lebensunterhalt versorgt, geradeso wie jene, deren Versorgung euch nicht obliegt (wie wilde Tiere, Vögel und Fische).

21. Es gibt nichts, dessen Schatzkammern (zur Erhaltung von dessen Leben und Unterhalt) nicht bei Uns sind, und Wir senden davon nur herab in erforderlichem, festgesetztem Maße.

22. Und Wir entsenden die befruchtenden Winde, und geradeso schicken Wir Wasser vom Himmel herab und geben euch davon zu trinken (und zur Verwendung für andere Zwecke); nicht ihr seid es, die über seine Vorräte (unter der Erde) verfügen.

23. Gewiss sind auch Wir es, die Leben geben und sterben lassen; und Wir sind die Erben (denn Wir sind es, die bleiben, wenn alles andere vergangen sein wird).

24. Und Wir kennen sehr wohl diejenigen, die unter euch vorangehen, geradeso wie diejenigen, die erst später nachkommen werden.

25. Und dein Herr - Er wird sie ganz gewiss wieder zum Leben erwecken und sie versammeln (am Tag des Jüngsten Gerichts). Er ist weise, wissend.

26. Wahrlich, Wir haben den Menschen aus trockenem, tönernem Lehm, aus geformtem, dunklem Schlamm erschaffen.

27. Und die Dschinn haben Wir davor aus rauchlosem, glühendem Feuer erschaffen, das die Haut durchdringt.

28. Und (gedenke der Zeit) als dein Herr zu den Engeln sagte: „Ich werde ein sterbliches Wesen aus trockenem, tönernem Lehm, aus geformtem, dunklem Schlamm erschaffen.

29. Und wenn Ich ihn in entsprechendem Ebenmaß geformt habe und ihm von Meinem Geist eingehaucht habe, dann werft euch vor ihm nieder (zum Zeichen eurer Achtung für ihn und in Anerkennung seiner Überlegenheit).“

30. Da warfen sich die Engel allesamt nieder,

31. Bis auf Iblīs; er weigerte sich, unter denen zu sein, die sich niederwerfen.

32. (Gott) sagte: „O Iblīs! Was ist mit dir, dass du nicht unter denen bist, die sich niedergeworfen haben?“

33. (Iblīs) sagte: „Ich bin nicht bereit, mich vor einem sterblichen Wesen niederzuwerfen, das Du aus trockenem, tönernem Lehm, aus geformtem, dunklem Schlamm erschaffen hast.“

34. (Gott) sagte: „So geh hinweg von hier; wahrlich, du sollst (aus Meiner Barmherzigkeit) ausgeschlossen sein.

35. Und Fluch soll auf dir lasten bis zum Tag des Jüngsten Gerichts.“

36. (Iblīs) sagte: „Dann, o mein Herr, gewähre mit Aufschub bis zu dem Tag, wenn sie von den Toten auferweckt werden!“

37. (Gott) sagte: „Du sollst zu denen gehören, denen Aufschub gewährt wird,

38. (Und zwar) bis zum Tag des festgelegten, (Mir) wohlbekannten Zeitpunkts (das heißt, bis zum Jüngsten Tag).“

39. (Iblīs) sagte: „Mein Herr! Weil Du zugelassen hast, dass ich mich widersetze und irregehe, werde ich ihnen wahrlich auf Erden (die weltlichen, materiellen Dimensionen der menschlichen Existenz und den Irrweg) anziehend erscheinen lassen, und ich werde sie gewiss dazu verleiten, sich zu widersetzen und irrezugehen.

40. Außer Deinen Dienern unter ihnen, die sich aufrichtig dem Glauben und Deiner Anbetung widmen.“

41. (Gott) sagte: „Dieser (Pfad der Aufrichtigkeit im Glauben) ist ein gerader Pfad (auf dem zu Mir zu leiten) Ich Mir auferlegt habe.

42. Meine Diener - wahrlich, keinerlei Macht sollst du über irgendeinen von ihnen haben, es sei denn über jene, die dir folgen, indem sie sich auflehnen (gegen Mich, so wie du es tust).“

43. Und für alle derart (widerspenstigen Menschen) ist die Hölle der ihnen versprochene Ort.

44. Sie hat sieben Tore; für jedes dieser Tore ist eine Gruppe von ihnen bestimmt.

45. Die Gottesfürchtigen, Frommen aber werden wahrlich inmitten von Gärten und Wasserquellen sein,

46. (Und es wird zu ihnen gesagt werden:) „Tretet dort ein in Frieden, in vollkommener Sicherheit!“

47. Wir werden was immer in ihren Brüsten an Erbitterung und Eifersucht ist (die sie gegeneinander verspürt haben mögen, während sie auf Erden weilten) hinwegnehmen. Als Geschwister einander gegenübersitzend (werden sie es sich behaglich machen) auf erhöhten Ruhelagern.

48. Kein Gefühl der Müdigkeit soll sie dort je berühren, noch werden sie jemals zum Verlassen aufgefordert.

49. Verkünde (o Gesandter) Meinen Dienern, dass Ich fürwahr der Vergebende, der Barmherzige bin,

50. Und dass es Meine Bestrafung ist, die wahrhaftig die schmerzliche Strafe ist.

51. Berichte ihnen von den Gästen Abrahams:

52. Sie traten bei ihm ein und wünschten ihm Frieden. Abraham sagte: „Wir haben Angst vor euch.“

53. Sie sagten: „Habe keine Angst. Wir haben dir die frohe Botschaft von einem Sohn mitgebracht, der umfassendes Wissen besitzen wird.“

54. Er sagte: „Bringt ihr mir diese frohe Botschaft, wo doch das Alter bereits über mich gekommen ist, wie also könnt ihr mir eine solche frohe Botschaft überbringen?“

55. Sie sagten: „Wir bringen dir diese frohe Botschaft in Wahrheit, so sei nicht einer jener, die verzweifeln.“

56. Er sagte: „Wer könnte die Hoffnung auf die Barmherzigkeit seines Herrn aufgeben außer denen, die irregehen?“

57. Er sagte: „Was ist dann (nach diesem) eure Absicht, o ihr Abgesandten (des Himmels)?“

58. Sie sagten: „Wahrlich, wir sind zu Menschen entsandt worden, die alle Sünder sind,

59. Außer der Familie von Lot - sie werden wir wahrlich alle erretten,

60. Bis auf seine Frau - für sie hat Gott bestimmt, dass sie unter denen sein soll, die zurückbleiben (und dem Untergang preisgegeben werden).“

61. Und als die Abgesandten zur Familie von Lot kamen,

62. Sagte er: „Ihr seid (hier) wahrlich Unbekannte.“

63. Sie sagten: „Nein (habe keine Angst)! Wir sind zu dir gekommen hinsichtlich dessen, worüber sie ständig zu streiten pflegten (die unvermeidliche Folge ihrer Lebensweise).

64. Wir haben dir die Wahrheit gebracht, und wir sagen ganz gewiss die Wahrheit.

65. Darum mache dich mit deiner Familie im Verlauf der Nacht auf, und folge ihnen am Ende des Zuges, und lasse niemanden von euch zurückblicken, sondern setzt euren Weg fort wie euch geboten.“

66. Und Wir machten ihm diese unabänderliche Entscheidung klar, dass die Wurzeln jener (sündigen Menschen) am Morgen abgeschnitten sein würden.

67. Die Bewohner der Stadt kamen frohlockend herbeigeeilt, auf die Neuigkeit hin (dass einige ansehnliche Gäste angekommen seien).

68. Lot sagte: „Dies sind meine Gäste; darum entehrt mich nicht.

69. Fürchtet also Gott, und stürzt mich nicht in Schande!“

70. Sie sagten: „Haben wir dir nicht verboten, jemandem Schutz zu bieten und dich für ihn zu verwenden?“

71. Lot sagte: „Hier sind meine Töchter (die ihr nach dem Gesetz zur Ehe nehmen könnt), wenn ihr (etwas dergleichen) tun müsst!“

72. Bei deinem Leben (o Muhammad), in ihrem Wahn eilten sie verblendet und wie toll umher.

73. Da erfasste sie bei Sonnenaufgang der niederschmetternde Schall,

74. Und Wir kehrten das Oberste (der sündigen Städte) zu unterst und ließen auf sie einen Steinregen aus hartem Ton niedergehen.

75. Wahrlich, darin sind Zeichen (Lehren und Botschaften) für jene, die verstehen, Zeichen zu lesen (um die innere Bedeutung von Dingen und Ereignissen zu begreifen).

76. Sie (die Überreste jener zerstörten Städte) stehen an einer Straße, die noch immer vorhanden ist.

77. Wahrlich, darin sind deutliche Zeichen für die Gläubigen (für die Richtigkeit von Gottes Entscheidung und für die Lebensweise, die Er vorschreibt, und für den Aufruf zu ihrer Befolgung).

78. Und das Volk von Ayka pflegte fürwahr auch Unrecht zu tun (denn sie stellten Gott Teilhaber zur Seite).

79. Darum übten Wir Vergeltung an ihnen (die sie durchaus verdienten), und diese beiden (Gemeinschaften von Sündern) lebten an einer Hauptstraße, die weithin sichtbar ist.

80. Und das Volk von Hidschr verleugnete ganz gewiss die Gesandten (indem sie den zu ihnen geschickten Gesandten verleugneten).

81. Wir brachten ihnen Unsere Zeichen (darunter auch Wunder, und schickten Unsere Offenbarungen), doch sie wandten sich in Widerwillen davon ab.

82. Sie pflegten Wohnstätten aus den Bergen zu meißeln und fühlten sich sicher (vor jeglichem Unheil).

83. Doch der niederschmetternde Schall erfasste sie am Morgen.

84. All (der Reichtum und die Macht) die sie erworben hatten, nützten ihnen gar nichts.

85. Wir haben die Himmel und die Erde und alles, was zwischen beiden ist, nicht anders als in Wahrheit erschaffen (sinnvoll und zu einem ganz bestimmten Zweck, und auf den festen Grundlagen der Wahrheit); und der Jüngste Tag wird ganz gewiss kommen. Darum sieh hinweg (über die Fehler der Menschen, o Gesandter) in angemessener Nachsicht.

86. Fürwahr, es ist dein Herr, der der erhabene Schöpfer, der Wissende ist.

87. Und wir haben dir wahrlich die Sieben Doppelt Wiederholten (Verse) zuteil werden lassen und den großartigen Koran.

88. Richte deine Augen nicht begehrlich auf das, was Wir einigen Gruppen von ihnen (den Ungläubigen) gegeben haben, damit sie (im diesseitigen Leben daran) Vergnügen finden, und sei nicht traurig ihretwegen (wegen ihrer Einstellung gegen deine Botschaft); und senke deine Schwingen (Barmherzigkeit und Schutz gewährend) auf die Gläubigen.

89. Und sage (zu denen, die nach Mekka kommen aus den benachbarten Städten): „Fürwahr ich, ich bin der deutliche Warner (vor einer Strafe, die herabgesandt wird)“,

90. Geradeso, wie Wir sie auf jene herabgesandt haben, die Spaltung herbeiführen;

91. Die den Koran zerstückelt haben (nach eigenem Gutdünken).

92. Darum, bei deinem Herrn, Wir werden sie ganz gewiss alle befragen,

93. Über das, was sie zu tun pflegten.

94. So verkünde von nun an, was Wir dir aufgetragen haben, offen und auf eindringliche Weise, und kümmere dich (überhaupt) nicht um das, was jene, die Gott Teilhaber zur Seite stellen, sagen und tun.

95. Wir genügen dir gegen all die Spötter,

96. Jene, die sich irgendeine andere Gottheit zusammen mit Gott nehmen. Bald schon werden sie wissen.

97. Wir wissen fürwahr, dass deine Brust beklommen ist über die (ketzerischen) Dinge, die sie sagen.

98. Doch rühme deinen Herrn mit Seinen Lobpreisungen (verkünde, dass Er wahrhaftig darüber erhaben ist, irgendwelche Teilhaber zu haben, und dass aller Lobpreis einzig und allein Ihm gebührt), und sei einer von jenen, die sich (ständig im Gebet) vor Ihm niederwerfen (und so in ihrer Demut bestärkt werden).

99. Und (fahre fort) deinen Herrn anzubeten, bis das, was gewiss ist (der Tod), zu dir kommt.

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