Diese Sure wurde in ihrer Gesamtheit im letzten Jahr der mekkanischen Phase des Islams offenbart.

AL-AN‛ĀM

Sure6

DAS VIEH

offenbart in Mekka

Diese Sure wurde in ihrer Gesamtheit im letzten Jahr der mekkanischen Phase des Islams offenbart. Sie folgt auf die Suren Al-Baqara, Āl ‘Imrān,An-Nisā’und Al-Mā’ida, die allesamt in Medina offenbart worden sind, und befasst sich mit Themen wie der Ablehnung des Polytheismus und des Unglaubens, mit der Durchsetzung des Tauhīd (des reinen Monotheismus), mit Offenbarung, Prophetenschaft und Wiederauferstehung.

IM NAMEN GOTTES, DES ERBARMERS, DES BARMHERZIGEN.

1. Aller Preis und Dank sei Gott, der die Himmel und die Erde erschaffen hat und (als Dimension ihrer Existenz und als Ergebnis ihrer Bewegung) Schleier der Finsternis und das Licht gemacht hat. Und doch setzen die, die ungläubig sind, ihrem Herrn (der sie erweckt hat, versorgt und am Leben hält, solche Dinge wie Götzen, gewisse Himmelskörper und bestimmte Menschen) gleich.

2. Er ist es, der euch aus Lehm erschaffen hat (am Anfang, und euer aller materieller Ursprung ist Lehm) und dann eine Frist (des Lebens für euch) bestimmt hat, und bei Ihm ist eine andere unveränderliche Frist festgesetzt, die nur Er kennt. Und doch zweifelt ihr (an diesen offensichtlichen Wahrheiten, von denen ihr einige erfahrt, während ihr euch einige andere ausmalen könnt).

3. Er ist (der Eine, Wahre) Gott (der Seine absolute Herrschaftsgewalt ausübt und Seine Eigenschaften kundtut) in den Himmeln und auf Erden. Er weiß, was ihr geheim haltet und was ihr offen aussprecht (und tut), und Er weiß, was ihr verdient (an Gutem oder Schlechtem - was ihr in eurem Leben tut).

4. Doch was immer an Zeichen und Offenbarungen von ihrem Herrn zu ihnen kommt, davon wenden sie sich in Widerwillen ab.

5. Und nun verwerfen sie absichtlich die Wahrheit (die durch den Koran dargestellt ist) als Lüge, wenn sie zu ihnen kommt (und machen sich lustig über die Wahrheiten, Warnungen und insbesondere über die Ankündigung der Wiederauferstehung). Doch bald schon wird die Kunde zu ihnen kommen über das, worüber sie zu spotten pflegten.

6. Sehen sie denn nicht (obwohl sie auf ihren Reisen an den Ruinen vorüber kommen), wie viele Generationen Wir vor ihnen vernichtet haben, denen Wir auf Erden mehr Macht und Ansehen gegeben hatten, als Wir euch je zuteil werden ließen (Wir eröffneten ihnen Mittel und Wege, wie Wir sie euch nicht gegeben haben), und (über) denen Wir Segnungen ausschütteten vom Himmel und unter denen Wir Ströme fließen ließen. Und doch vernichteten Wir sie wegen ihrer Sünden, und nach ihnen ließen Wir eine andere Generation erstehen.

7. Und wenn Wir dir ein Buch auf Pergament herabgesandt hätten, sodass sie es mit ihren Händen hätten berühren können, dann hätten diejenigen, die an ihrem Unglauben festhielten, doch nur gesagt: „Das ist wahrlich nichts anderes als offenkundige Zauberei!“

8. „Warum ist nicht ein Engel zu ihm herabgesandt worden?“, so fragen sie. Doch wenn Wir einen Engel herabgesandt hätten (also einen, den sie hätten sehen können, wie Wir es mit einigen Völkern vordem getan hatten, wie etwa dem Volk von Lot), dann wäre die Sache bereits längst entschieden gewesen, und es wäre ihnen kein Aufschub gewährt worden (weil Engel, die auf diese Weise erscheinen, die Vernichtung ankündigen).

9. Und wenn Wir einen Engel (als Unseren Gesandten) bestimmt hätten, hätten Wir ihn gewiss (da er die Menschheit in allen Bereichen des Lebens hätte anleiten sollen, in der Gestalt) eines Mannes gemacht, doch dann hätten Wir Verwirrung bei ihnen gestiftet, wo schon Verwirrung unter ihnen herrschte.

10. Und wahrlich, (viele) Gesandte wurden bereits vor dir verspottet (o Gesandter), doch was sie zu verspotten pflegten, überwältigte diejenigen, die (die Gesandten) verspottet hatten (um sie zu demütigen).

11. Sprich: „Reist auf Erden umher und seht, wie das Ende derer war, die (Unsere Zeichen und Gesandten) verleugnet hatten.“

12. Sprich: „Wem gehört, was in den Himmeln und auf Erden ist?“ Sprich: „Es gehört Gott.“ Er hat Sich Selbst Barmherzigkeit auferlegt (sodass Er - trotz der Fehler und falschen Glaubensvorstellungen Seiner Diener - allem, was in den Himmeln und auf Erden ist, durch seine Barmherzigkeit Unterhalt gewährt. Er überlässt niemanden den eigenen Neigungen, und Seine Barmherzigkeit erfordert, dass) Er euch gewiss alle zusammenbringen wird am Tag der Auferstehung, an (dessen Kommen) es keinen Zweifel gibt. Doch diejenigen, die sich selbst ins Verderben stürzen (indem sie ihre ursprüngliche Veranlagung, ihre gesunden Verstandeskräfte und ihre Glaubensfähigkeit, die ihnen den wichtigsten Anteil an Gottes Barmherzigkeit sichern sollen, missbrauchen und verkommen lassen) - sie sind es, die nicht glauben.

13. Ihm gehört, was immer in der Nacht und am Tag weilt; und Er ist der Hörende, der Wissende.

14. Sprich: „Soll ich einen anderen zum Beschützer und Vertrauten nehmen als Gott, den Bildner der Himmel und der Erde mit ihren jeweiligen besonderen Merkmalen, den, der mit Nahrung versorgt und Selbst nicht mit Nahrung versorgt zu werden braucht?“ Sprich: „Überdies ist mir wahrlich geboten worden, der Erste zu sein, der sich Ihm ganz und gar ergibt, und (ich bin gewarnt worden): ‛Sei ganz gewiss nicht einer von jenen, die Ihm Teilhaber zur Seite stellen.’“

15. Sprich: „Fürwahr, ich fürchte, wenn ich mich meinem Herrn widersetzte, die Strafe eines gewaltigen Tages.“

16. Wer immer an diesem Tag von der Strafe verschont wird, dem hat Gott wahrlich Barmherzigkeit erwiesen, und das ist der offenkundige Erfolg.

17. Wenn Gott dir Unheil widerfahren lässt, kann niemand es abwenden außer Ihm; und wenn Er dir Gutes zuteil werden lässt, so ist Er es, der volle Macht hat über alle Dinge.

18. Er ist der Allgewaltige über Seine Diener, und Er ist der Weise, der mit allem wohl Vertraute.

19. Sprich: „Was ist das gewichtigste von allen Zeugnissen?“ Sprich: „Gott ist Zeuge zwischen mir und euch; und dieser Koran ist mir eingegeben worden, um euch damit zu warnen und alle, die er erreicht.“ (O ihr, die ihr Gott Teilhaber zur Seite stellt) wie könnt ihr bezeugen, dass es neben Gott noch andere Gottheiten gibt? Sage (zu ihnen): „Ich kann es nicht bezeugen.“ Sage: „Er ist vielmehr ein Einziger Gott, und ich sage mich wahrlich los davon, dass ihr Ihm Teilhaber zur Seite stellt und was ihr Ihm als Teilhaber zur Seite stellt.“

20. Diejenigen, denen Wir das Buch (vordem) gegeben haben, kennen ihn (den Gesandten mit all seinen vorzüglichen Eigenschaften), wie sie ihre eigenen Söhne kennen; doch diejenigen, die sich selbst ins Verderben stürzen (indem sie die Wahrheit verbergen, weil sie ihren Begierden und weltlichen Interessen verfallen sind) - sie sind es, die nicht glauben.

21. Wer tut mehr Unrecht als jener, der eine Lüge gegen Gott erdichtet und Seine Zeichen (im Universum und in seiner eigenen Seele, die auf Ihn hinweisen) und Seine Offenbarungen verleugnet? Wahrlich, jene die Unrecht tun, werden nicht erfolgreich sein.

22. Eines Tages werden Wir sie alle von den Toten auferwecken und versammeln, und dann werden Wir jene fragen, die (während sie auf dieser Welt weilten) Gott Teilhaber zur Seite stellten: „Wo sind nun eure Götzen, jene, von denen ihr zu behaupten pflegtet, dass sie teilhätten an der Göttlichkeit?“

23. Dann werden sie keine Ausflucht mehr haben, sondern sagen müssen: „Bei Gott, unserem Herrn, wir waren nicht unter denen, die Gott Teilhaber zur Seite stellten.“

24. Schau wie sie sich selbst belügen, und (wie) jene, die sie als Teilhaber ersonnen haben (um sie neben Gott anzubeten), sie im Stich lassen!

25. Unter ihnen gibt es welche, die es nicht vermeiden konnten, dir zuzuhören (als du den Koran vortrugst), doch Wir haben über ihre Herzen Schleier ausgebreitet (die ihren bösen Absichten, ihren schlechten Taten und ihrem Hochmut entsprangen und bewirkten, dass sie die Fähigkeit zu glauben verloren), sodass sie es nicht verstehen (und deshalb nicht glauben können), und Taubheit über ihre Ohren; und wenn sie auch alle offenkundigen Zeichen sehen würden (die auf Gottes Einheit und andere Glaubenswahrheiten hinweisen), so würden sie doch nicht daran glauben, sodass die, die ungläubig sind - selbst wenn sie zu dir kommen, (nur) um ungehörige Rede gegen dich zu führen -, sagen: „Das sind wahrlich nichts weiter als Fabeln der Alten.“

26. Sie verbieten ihn (den Koran) anderen und halten sich selbst fern davon. Doch - indem sie dies tun - führen sie sich nur selbst ins Verderben, obwohl sie es nicht wahrnehmen.

27. Wenn du (o Gesandter) sie nur sehen könntest, wie sie vor das Feuer gestellt werden, und (aus Furcht, hinein geworfen zu werden, als ob sie vergessen hätten, dass sie geleugnet hatten, Gott Teilhaber zur Seite gestellt zu haben) sagen: „Wehe uns! Würden wir doch nur zurückgebracht (in die Welt)! Dann würden wir nicht die Zeichen und Offenbarungen unseres Herrn leugnen, sondern würden unter den Gläubigen sein.“

28. Doch nein! Sie sagen dies vielmehr, weil ihnen das, was sie zu verbergen pflegten (die offenkundige Wahrheit, sowie ihre damit verbundenen eigenen bösen Absichten, Machenschaften und Schandtaten), bewusst geworden ist; doch wenn sie in diese Welt zurückgeschickt würden, würden sie in das zurückfallen, was ihnen verboten worden ist, denn sie sind wahrlich Lügner.

29. (So benahmen sie sich stets, wenn sie in Not gerieten, während sie in dieser Welt weilten, doch wenn ihnen Erleichterung zuteil wurde) sagten sie: „Wahrlich, es gibt nichts außer unserem Leben in dieser Welt, und wir werden nicht wiedererweckt werden (von den Toten).“

30. Doch könntest du nur sehen, wenn sie vor ihren Herrn gestellt werden! Er wird sagen: „Ist dies (dass ihr von den Toten wiedererweckt und vor Mir versammelt wurdet) nicht die Wahrheit?“ Da werden sie sagen: „O doch, bei unserem Herrn!“ Er wird sagen: „So kostet die Strafe dafür, dass ihr ungläubig gewesen seid.“

31. Verloren sind gewiss diejenigen, die (die Wahrheit des letztendlichen) Zusammentreffens mit Gott leugnen, bis sie dann, wenn die Stunde ganz plötzlich über sie kommt, rufen werden: „Wehe uns! Wie unachtsam waren wir dessen“, während sie die Last (ihrer Sünden) bereits auf ihre Rücken geladen haben. Übel ist fürwahr die Last, die sie sich aufbürden.

32. Das jetzige diesseitige Leben ist nichts weiter als Spaß und Zeitvertreib. Doch die Wohnstätte des Jenseits ist besser für diejenigen, die sich vor Ungehorsam gegen Gott in tiefer Ehrfurcht vor Ihm und in Frömmigkeit hüten. Wollt ihr also nicht nachdenken und begreifen?

33. (O Gesandter!) Wir wissen schon, dass dich das (an Lügen, Spott und Verleumdungen), was sie da aussprechen, traurig macht: Denn nicht du bist es, den sie der Lüge bezichtigen (sie können dich schlecht zu einem Lügner erklären, nachdem sie dich selbst ‛den Vertrauenswürdigen’ genannt haben); es sind die Zeichen und Offenbarungen Gottes, die diese Ungerechten eigensinnig verleugnen.

34. (Sei nicht traurig über das, was sie tun!) Wahrlich, bereits vor dir wurden die Gesandten zu Lügnern erklärt (was die Botschaft anbelangt, die sie überbrachten), aber sie ertrugen geduldig, dass sie zu Lügnern erklärt wurden, ebenso wie das ihnen zugefügte Ungemach, bis sie Unsere Hilfe erreichte. Es gibt niemanden, der die Worte Gottes auswechseln (und Seine Weisungen und deren Durchführung verändern) kann. Und du hast fürwahr bereits Kunde über jene Gesandten erhalten.

35. Auch wenn ihre Abkehr dich bekümmert - selbst falls du imstande wärst, einen Weg hinab in die Erde ausfindig zu machen oder eine Leiter zum Himmel, um ihnen ein Zeichen zu bringen (ein Wunder solcher Art also, von dem sie fälschlich vermuten, es würde sie zum Glauben bewegen) - dann wisse, dass, hätte Gott es so gewollt, Er sie allesamt zur wahren Rechtleitung hätte zusammenführen können (sei es nun durch ein einziges Wunder oder durch etwas anderes. Du musst einsehen, dass Gott es anders gewollt hat: dass nämlich die Wahrheit mitsamt den sie bekräftigenden Beweisen den Menschen durch die Gesandten vor Augen geführt wird, sodass sie ihre Wahl mit Hilfe ihres freien Willens und ihrem eigenen Urteil entsprechend treffen können). Sei also keinesfalls einer von jenen, die handeln, als seien sie unwissend (was diese Tatsache anbelangt).

36. Wahrlich, nur diejenigen, die zuzuhören vermögen, können (auf einen Aufruf) antworten. Und was die Toten angeht, so wird Gott sie wiedererwecken zum Leben. Dann werden sie zu Ihm zurückgebracht.

37. Und sie sagen: „Warum wird nicht ein Wunderzeichen (von der Art, wie wir es uns wünschen) zu ihm herabgesandt von seinem Herrn?“ Sage (zu ihnen): „Gott hat gewiss die Macht, ein Zeichen (von welcher Art auch immer) herabzusenden.“ Doch die meisten von ihnen haben keine Spur von Wissen (sodass sie den Sinn von Zeichen und Offenbarungen sowie von der Entsendung eines Gesandten erkennen könnten, und den Zweck, der für sie darin liegt).

38. (Sollten sich diejenigen, deren Ohren dem Koran gegenüber verschlossen sind, nicht umsehen, um die Anzeichen der Wahrheit zu entdecken?) Es gibt kein lebendes Geschöpf, das sich auf Erden bewegt, und keinen Vogel, der mit seinen beiden Flügeln dahinfliegt, die nicht wie ihr Gemeinschaften bilden. Nichts haben Wir außer Acht gelassen im Buch (dem Koran, der erhabenen, erhalten gebliebenen Tafel, die den Ursprung aller Bücher darstellt, sowie im Buch der Schöpfung: Wir haben alles an seinem richtigen Ort erschaffen und für einen bestimmten Zweck, sodass das Universum bestehen bleibt in vollkommenem Gleichgewicht und vollendeter Ordnung). Dann (wird ein Tag kommen, an dem das Universum in etwas Neues verwandelt wird, und) sie von den Toten auferweckt und zu ihrem Herrn versammelt werden.

39. Jene, die Unsere Zeichen und Offenbarungen als Lüge verwerfen, sind taub und stumm, in Schleiern der Finsternis. Gott lässt irre gehen, wen immer Er will, und wen immer Er will, führt Er auf den geraden Weg.

40. Sage (zu ihnen): „Überlegt euch doch: Wenn etwas von der Strafe Gottes über euch kommt oder die Stunde euch ereilt, wen außer Gott werdet ihr dann anrufen? (Antwortet darauf) wenn ihr wahrhaftig seid (und bekennt euch zur Stimme eures Gewissens)!“

41. (Doch nein!) Vielmehr Ihn allein werdet ihr anrufen - dann wird Er, wenn Er will, das abwenden, weswegen ihr Ihn angerufen habt - und ihr vergesst (dann), was immer ihr Ihm an Teilhabern zur Seite gestellt habt.

42. Wir haben fürwahr bereits vor dir Gesandte zu den Gemeinschaften geschickt, und Wir haben jene (Gemeinschaften) mit Leid und Unheil erfasst, damit sie Uns in Demut anrufen würden (um die Wahrheit und um Vergebung flehend).

43. Hätten sie Uns nur, als das Leid von Uns über sie kam, in Demut angerufen! Doch ihre Herzen verhärteten sich, und Satan ließ ihnen anziehend erscheinen, was sie zu tun pflegten.

44. Dann, als sie (die Ratschläge und Warnungen) vergaßen, mit denen sie ermahnt worden waren, öffneten Wir ihnen die Tore zu allen Dingen, bis Wir, als sie sich freuten über das, was Wir ihnen gegeben hatten, sie ganz plötzlich erfassten und sie dann in Verzweiflung gestürzt wurden.

45. Dann aber wurden (schließlich) diejenigen ausgerottet, die Unrecht getan hatten. Aller Preis sei Gott, dem Herrn der Welten!

46. Sprich: „Überlegt doch - wenn Gott euer Gehör und euer Augenlicht hinweg nimmt und eure Herzen versiegelt - welche Gottheit außer Gott könnte es euch dann zurückgeben?“ Sieh nur, wie Wir die Offenbarungen und Zeichen (von Gottes Existenz und Einheit und andere Glaubenswahrheiten) mannigfaltig darlegen, und doch wenden sie sich ab.

47. Sprich: „Überlegt doch, wenn die Strafe Gottes unerwartet oder offenkundig (sodass ihr deren Herannahen wahrnehmt) über euch kommt, wer anders wird dann der Vernichtung preisgegeben als jene, die Unrecht tun?“

48. Wir haben die Gesandten nur als Verkünder froher Botschaft (von Wohlstand als Belohnung für Glauben und Rechtschaffenheit) und als Warner (vor den Folgen des Irregehens) geschickt. Wer immer also glaubt und sich bessert, die brauchen nichts zu befürchten, noch sollen sie traurig sein.

49. Doch diejenigen, die Unsere Zeichen und Offenbarungen als Lüge verwerfen, wird die Strafe erfassen, weil sie (die Grenzen des Glaubens und des Anstands) überschritten haben.

50. Sprich (o Gesandter): „(Ihr verlangt, dass ich Wunder vollbringe, doch) ich sage euch nicht, dass mir die Schätze Gottes gehören oder dass ich das Verborgene kenne. Und ich sage euch auch nicht, dass ich ein Engel bin. Ich folge nur dem, was mir eingegeben worden ist.“ Und sprich: „Sind die Blinden und die Sehenden gleich? Wollt ihr also nicht nachdenken?“

51. Warne mit diesem (Koran) jene, die (ob sie bereits wahrhaft glauben oder noch nicht) die Furcht in ihren Herzen davor hegen, dass sie von den Toten auferweckt und bei ihrem Herrn versammelt werden, weil sie außer Ihm weder einen Beschützer und Vertrauten noch einen Fürsprecher haben, damit sie sich vor Ungehorsam gegen Gott hüten in tiefer Ehrfurcht vor Ihm und in Frömmigkeit und vor Seiner Strafe bewahrt werden.

52. Und weise nicht (in der Hoffnung darauf, die Anführer der Ungläubigen überzeugen zu können) jene von den (armen Gläubigen, die wenig Ansehen genießen) zurück, die am Morgen und am Nachmittag ihren Herrn anrufen, nach Seinem „Angesicht“ strebend (das heißt, sich nach dem Zusammentreffen mit Ihm im Jenseits und nach Seinem ewig währenden Wohlgefallen sehnend). Du wirst in keiner Weise für sie zur Rechenschaft gezogen, so wie sie für dich in keiner Weise zur Rechenschaft gezogen werden; würdest du sie also abweisen, dann wärest du einer derjenigen, die Unrecht tun.

53. Auf diese Weise führen Wir die einen von ihnen durch die anderen in Versuchung; sodass jene (die meinen, dass Reichtum und gesellschaftliche Stellung Mittel zur Überlegenheit seien, von den Gläubigen, die arm sind und denen es an angesehener gesellschaftlicher Stellung mangelt) sagen: „Sind das diejenigen, denen Gott unter uns Seine Gnade hat zuteil werden lassen?“ Kennt Gott nicht die am besten, die dankbar sind (die den tatsächlichen Ursprung und Gewährer aller guten Dinge erkannt haben, die einem zuteil werden, und dementsprechend handeln)?

54. Wenn diejenigen zu dir kommen, die an alle Unsere Offenbarungen und Zeichen glauben (sobald sie ihnen zuteil werden), dann sprich, indem du sie willkommen heißt: „Friede sei mit euch. Euer Herr hat Sich Selbst Barmherzigkeit vorgeschrieben (Seine Diener mit Erbarmen zu behandeln) - sodass Er, wenn jemand von euch in Unwissenheit Schlechtes tut (indem das Böses gebietende Ego die Oberhand über ihn gewinnt), danach (aber) reuevoll umkehrt und sich bessert, gewiss vergebend, barmherzig ist.“

55. Auf diese Weise legen wir die Wegweiser auf Unserem Pfad und die entsprechenden Offenbarungen dar (die im Koran enthalten sind), und (Wir tun dies) damit der Weg der ungläubigen Missetäter zu unterscheiden ist (von dem der rechtschaffenen Gläubigen).

56. Sage (zu denen, die Gott Teilhaber zur Seite stellen): „Mir ist verboten worden, diejenigen anzubeten, die ihr zu Göttern erklärt und anstelle von Gott anbetet.“ Sprich: „Ich folge nicht euren Begierden und Ansinnen - denn sonst würde ich irregehen und wäre nicht unter den Rechtgeleiteten.“

57. Sprich: „Ich halte mich wahrlich an die klaren Beweise von meinem Herrn. Doch ihr verwerft sie als Lüge. Es liegt nicht in meiner Macht, (herbeizuführen) was ihr (voll Spott) vorzuverlegen wünscht (indem ihr sagt: ‛Wenn es eine Bestrafung gibt, wie du uns androhst, dann lass sie sofort kommen’). Entscheidung und Verfügungsgewalt (im absoluten Sinn) ruhen bei niemand anderem als Gott. Er verkündet stets die Wahrheit, und Er ist der Beste in der Entscheidung zwischen wahr und falsch.“

58. Sprich: „Wenn es in meiner Macht läge (das herbeizuführen), was ihr vorzuverlegen wünscht, dann wäre die Sache gewiss bereits entschieden zwischen mir und euch.“ Doch Gott kennt am besten jene, die Unrecht tun.

59. Und bei Ihm sind die Schlüssel des Verborgenen; keiner kennt sie außer Ihm. Er weiß, was auf dem Land ist und im Meer; und es fällt kein Blatt herab, ohne dass Er es weiß; und es ist kein Körnchen in den dunklen Schichten der Erde und nichts Grünes und nichts Vertrocknetes, das nicht in einem deutlichen Buch verzeichnet ist.

60. Er ist es, der eure Seelen in der Nacht hinweg nimmt (während ihr schlaft, in einem dem Tod vergleichbaren Zustand), und Er weiß, was ihr am Tag bereits an Taten vollbracht habt. Dann erweckt Er euch (zur darauf folgenden Tageszeit) wieder zum Leben, damit eine von Ihm festgesetzte Frist erfüllt werde. (Er führt euren Tod herbei, wenn diese Frist abgelaufen ist, und so, wie Er euch nach dem Schlaf wieder zum Leben erweckt, lässt Er euch nach dem Tod wiederauferstehen, sobald die dafür vorherbestimmte Zeit gekommen ist.) Eure letztendliche Rückkehr ist zu Ihm; und dann wird Er euch begreifen lassen, was ihr zu tun pflegtet (und euch dafür zur Rechenschaft ziehen).

61. Er ist der Allgewaltige über Seine Diener, und Er sendet Schutzengel auf euch herab (die über euch wachen und niederschreiben, was immer ihr tut). Wenn schließlich der Tod einen von euch ereilt, nehmen Unsere Abgesandten (die Engel, denen dieser Auftrag zugewiesen wurde) seine Seele hinweg, und sie vernachlässigen (dabei) nichts (von dieser Aufgabe).

62. Dann werden sie zu Gott, ihrem wahren Herrn und Beschützer, zurückgebracht. Bei Ihm allein ruht fürwahr die Entscheidung und die Verfügungsgewalt, und Er ist der Schnellste im Abrechnen.

63. Sprich: „Wer ist es, der euch aus den Schleiern der Finsternis zu Land und auf dem Meer errettet, (wenn) ihr ihn voll Demut in euren Herzen und insgeheim anruft: ‛Wenn Er uns nur aus diesem (Unheil) errettet, dann werden wir ganz gewiss unter den Dankbaren sein (die sich Ihm in Glauben und Rechtschaffenheit zuwenden)’?“

64. Sprich: „Es ist Gott allein, der euch aus dieser und aus jeder Bedrängnis errettet; trotzdem seid ihr es, die Ihm Götzen zur Seite stellen (anstatt Ihm dankbar zu sein, indem ihr an Ihn glaubt und Ihm gehorcht).“

65. Sprich: „Er ist es, der die Macht dazu hat, eine Strafe über euch hereinbrechen zu lassen von oben oder von unter euren Füßen oder euch durch Zersplitterung zu verwirren, und der den einen von euch Gewalttätigkeit durch die anderen zu kosten gibt. Schau, wie Wir die Zeichen (von Gottes Existenz und Einheit und andere Glaubenswahrheiten) vielgestaltig darlegen, damit sie nachdenken und bis zum Wesentlichen vordringen mögen, um die Wahrheit zu begreifen.

66. Und doch verwirft dein Volk (o Gesandter) den Koran als Lüge, obwohl er die Wahrheit darstellt. Sprich: „Ich bin nicht als Sachwalter über euch eingesetzt, um die Verantwortung für euch zu übernehmen.“

67. Jede Botschaft (Gottes) hat ihre festgesetzte Zeit für ihre Erfüllung; und bald schon werdet ihr (die Wahrheit) erkennen.

68. Wenn du auf jene triffst, die über Unsere Offenbarung ketzerische Rede führen, dann wende dich von ihnen ab, bis sie zu einem anderen Gespräch übergehen. Doch wenn Satan es dich vergessen lässt, dann bleibe, sobald du dich erinnerst, nicht zusammen mit solchen Menschen, die Unrecht tun.

69. Jene, die sich hüten vor Ungehorsam gegen Gott in tiefer Ehrfurcht vor Ihm und in Frömmigkeit, sind nicht im Geringsten für sie verantwortlich. Jedoch (obliegt es ihnen) sie zu ermahnen und sie auf diese Weise zu warnen, damit sie sich hüten (vor dem Übel dessen, was sie tun) und es vermeiden.

70. Und lass diejenigen allein, die ihre Religion (die von Gott für sie bestimmt wurde) als Spaß und Zeitvertreib nehmen (also Spiel und Spott mit ihrer eigenen Religion getrieben haben) und die sich vom diesseitigen Leben haben täuschen lassen. Doch erinnere sie (mit Hilfe des Korans) stets daran, dass sich jede Seele durch das ins Verderben stürzt, was sie erworben hat. Denn außer Gott gibt es weder einen beschützenden Freund noch einen Fürsprecher, und selbst wenn sie sich mit jeglichem Lösegeld freizukaufen trachtet (als Sühne für ihre unverzeihlichen Sünden wie Unglauben und Gott Teilhaber zur Seite zu stellen), wird es doch nicht von ihr angenommen. Das sind diejenigen, die sich durch das ins Verderben stürzen, was sie erworben haben. Ihnen wird ein Trunk aus siedendem Wasser zuteil und eine schmerzliche Strafe, weil sie auf ihrem Unglauben beharrten.

71. Sprich: „Sollen wir anstelle von Gott jene anrufen, die uns weder nützen können (wenn wir sie anrufen) noch schaden (wenn wir sie nicht anrufen), und (so) auf unseren Fersen umkehren, nachdem Gott uns rechtgeleitet hat - wie jemand, der den Ansinnen der Teufel erliegt, sodass er in den Tälern der Irreführung auf Erden umherstrauchelt, obwohl Gefährten ihm zurufen ‛Komm zu uns!’?“ Sprich: „Wahrlich, die Rechtleitung Gottes ist die (einzig wahre) Rechtleitung, und uns ist geboten worden, uns mit Leib und Seele Gott, dem Herrn der Welten, zu ergeben

72. Und das Gebet entsprechend all seinen Vorschriften zu verrichten und uns vor Ungehorsam gegen Gott in tiefer Ehrfurcht vor Ihm und in Frömmigkeit zu hüten.“ Denn Er ist es, bei dem ihr versammelt werdet.

73. Er ist es, der die Himmel und die Erde in Wahrheit (in voller Absicht und für einen bestimmten Zweck, sowie auf den festen Grundlagen der Wahrheit) erschaffen hat. Wann immer Er sagt: „Sei!“, dann ist es. Sein Wort ist die Wahrheit. Ihm gehört die Herrschaft an dem Tag, an dem in die Posaune gestoßen wird, der Kenner des Verborgenen und des Offenbaren. Er ist der Weise, der mit allem Wohlvertraute.

74. Und (gedenke der Zeit) als Abraham zu seinem Vater Azar sagte: „Nimmst du dir Götzenbilder zu Göttern? Wahrlich, ich sehe dich und dein Volk in offenkundigem Irrtum.“

75. So (sprach und handelte er, denn) Wir zeigten Abraham (die Hässlichkeit und Unsinnigkeit des Polytheismus und) die innere Dimension (der Existenz) von Himmel und Erde und die ewige Wahrheit (die diese äußere, körperliche Dimension manifestiert und von der sie abhängt) - dies taten Wir, damit er einer von jenen sei, die Glaubensgewissheit erlangten (denn er sollte die höchste Stufe seiner Gewissheit als Gesandter Gottes erreichen):

76. Als die Nacht über ihn hereinbrach, sah er einen Stern. Da rief er aus: „Das ist mein Herr, (nicht wahr)?“ Doch als er unterging (und aus seinem Gesichtskreis entschwand), sagte er: „Ich liebe nicht die, die untergehen.“

77. Und als er (in einer anderen Nacht) den Vollmond in all seiner Pracht aufgehen sah, sagte er: „Das ist mein Herr (nicht wahr)!“ Doch als er unterging, sagte er: „Wenn mein Herr mich nicht rechtleitet, werde ich gewiss einer von jenen sein, die irregehen.“

78. Dann, als er die Sonne in all ihrer Pracht aufgehen sah, sagte er: „Das ist mein Herr (nicht wahr)? Das ist das Größte von allen!“ Doch als sie unterging, sagte er: „O mein Volk! Ich habe nichts zu schaffen mit eurer Beigesellung von Teilhabern zu Gott und mit dem, was immer ihr Ihm als Teilhaber zur Seite stellt.

79. Ich habe wahrlich mein Gesicht (und mein ganzes Sein) in reinem Glauben und völliger Hingabe auf den ausgerichtet, der die Himmel und die Erde mit ihren jeweils eigenen Merkmalen erschaffen hat, und ich gehöre gewiss nicht zu denen, die Gott Teilhaber zur Seite stellen.“

80. Doch sein Volk begann, Wortgefechte mit ihm zu führen. Da sagte Abraham: „Wollt ihr Wortgefechte mit mir führen über Gott, wo Er mich doch schon rechtgeleitet hat? Ich fürchte mich nicht vor denen, die ihr Ihm als Teilhaber zur Seite stellt (und die sich nicht einmal selbst nützen oder schaden können, warum sollte ich mich also vor euren Drohungen fürchten)? Was immer mein Herr will, das geschieht, und nichts Übles widerfährt mir, es sei denn, Er will es. Mein Herr umfasst alle Dinge mit Seinem Wissen. Wollt ihr also nicht nachdenken und euch ermahnen lassen?

81. Wie soll ich die fürchten, die ihr Ihm als Teilhaber zur Seite stellt, wenn ihr euch nicht davor fürchtet, Gott Teilhaber zur Seite zu stellen, für die Er euch keine Ermächtigung herabgesandt hat? (Sagt mir) welche von unseren beiden Gruppen hat mehr Anrecht darauf, sich sicher zu fühlen, wenn ihr überhaupt Wissen besitzt?

82. Diejenigen, die glauben und ihren Glauben nicht durch irgendein Unrecht verdecken (von dem die Beigesellung von Teilhabern mit Gott das schwerwiegendste, unverzeihlichste ist) - sie sind es, die in wahrer Sicherheit sind, und sie sind rechtgeleitet.“

83. Dies ist Unsere Beweisführung, die Wir Abraham seinem Volk gegenüber gegeben haben. Wir erhöhen um Rangstufen, wen Wir wollen. Wahrlich, dein Herr ist weise (denn es liegt viel Weisheit in dem, was Er tut), wissend (denn was immer Er tut, tut Er aufgrund Seines absolut allumfassenden Wissens).

84. Und später schenkten Wir ihm (einen Sohn) Isaak und (einen Enkel) Jakob, und alle leiteten Wir recht (und Wir zeichneten Sie dadurch aus, dass Wir sie zu Propheten machten). Und (auch) Noah leiteten Wir vordem (und machten ihn zum Propheten). Und von den Nachkommen Abrahams (leiteten Wir) David und Salomon, Hiob, Josef, Moses und Aaron (recht und zeichneten sie dadurch aus, dass Wir sie zu Propheten machten). So belohnen Wir jene, die danach streben, Gutes zu tun, als ob sie Gott sehen könnten.

85. Und Zacharias, Johannes und Jesus und Elias; sie alle gehörten zu den Gerechten.

86. Und Ismael und Elisa und Jonas und Lot. Jedem von ihnen gaben Wir Vorrang vor allen anderen Menschen.

87. Und so manche von ihren Vorfahren und ihrer Nachkommenschaft und ihren Brüdern haben Wir erwählt und rechtgeleitet auf dem geraden Weg (der Eigentümlichkeiten aufweist entsprechend jedem von ihnen und seiner Zeit).

88. Dies ist die Rechtleitung Gottes, mit der Er leitet, wen Er will von Seinen Dienern. Und wenn sie (jene, die oben erwähnt wurden) Gott Teilhaber zur Seite gestellt hätten, dann wäre all das, was sie (an Gutem) zu tun pflegten (und die Belohnung die sie verdient haben), nutzlos für sie gewesen.

89. Das sind jene, denen Wir das Buch und die Ermächtigung mit gesundem, weisem Urteilsvermögen und die Prophetenschaft gewährt haben. Wenn also jene (aus deinem Volk, o Gesandter) nicht an sie (Unsere Rechtleitung, die Wir ihnen durch dich übersandt haben) glauben, dann werden Wir damit ein Volk betrauen, das gewiss an sie glauben wird.

90. Das sind jene (Vorzüglichen), die Gott rechtgeleitet hat. So folge denn ihrer Rechtleitung, und sage (zu deinem Volk): „Ich verlange keinen Lohn von euch (für das Übermitteln der Botschaft); dies ist wahrlich nichts anderes als eine Erinnerung (eine Ermahnung und ein guter Rat) für alle erschaffenen, mit Bewusstsein begabten Wesen (unter den Menschen und Dschinn).

91. Und sie (einige von den Juden) beurteilten Gott nicht richtig entsprechend dem Recht (das Ihm als Gott zusteht), als sie sagten: „Gott hat keinem Menschen etwas (als Offenbarung) herabgesandt.“ Sprich: „Wer hat dann das Buch herabgesandt, mit dem Moses den Menschen (die ihr kennt) Licht und Rechtleitung gebracht hat? Ihr habt es zu (einzelnen) Pergamentblättern gemacht und auch so behandelt, um es vorzuzeigen, doch vieles davon verbergt ihr. Und doch wurde euch (dadurch) so manches gelehrt, was weder ihr wusstet noch eure Vorfahren.“ Sprich: „Gott (hat es herabgesandt)“, und dann lasse sie mit ihrem unsinnigen Geschwätz ihr Spiel treiben.

92. Und dies (der Koran) ist ein Buch (Gottes), das Wir herabgesandt haben - gesegnet und voll des Segens, als Bestätigung (dass es von Gott verfasst wurde, und) dessen, was vordem bereits offenbart wurde -, damit du die (Bewohner der) Mutter der Städte (Mekkas) und alle um sie herum warnen mögest. Jene, die an das Jenseits glauben, glauben auch daran; und sie sind sorgfältig auf die Einhaltung ihrer Gebete bedacht.

93. Wer ist also ungerechter als jener, der Lügen gegen Gott erdichtet oder sagt: „Mir ist eine Eingebung von Gott zuteil geworden“, während ihm doch gar nichts eingegeben worden ist, und jener, der behauptet: „Ich werde etwas hervorbringen wie das, was Gott herabgesandt hat“? Wenn du nur sehen könntest, wie die Ungerechten sich in Todesfurcht versetzt finden, wenn die Engel (die damit beauftragt sind, ihre Seelen hinwegzunehmen) ihre Hände nach ihnen ausstrecken (und sagen): „Liefert eure Seelen aus! Heute sollt ihr erniedrigende Bestrafung erhalten, weil ihr bewusst und ständig über Gott gesagt habt, was nicht der Wahrheit entsprach, und weil ihr in unablässigem Hochmut Seine Offenbarungen verachtet habt.“

94. (Gott wird sagen:) „Nun fürwahr (nachdem ihr gestorben seid und allein begraben wurdet) kommt ihr ganz allein zu Uns, so wie ihr beim ersten Mal erschaffen wurdet; und ihr habt zurückgelassen, was Wir euch (in dieser Welt) zuteil werden ließen. Und Wir sehen nicht eure Fürsprecher bei euch (die ihr Gott als Teilhaber zur Seite gestellt habt und) von denen ihr angenommen habt, dass sie Teil hätten an euch (nämlich die Macht, euer Leben in gewisser Weise zu ordnen). Doch fürwahr, jetzt sind alle Bindungen zwischen euch unterbrochen, und alle, von denen ihr angenommen hattet (sie seien Gottes Teilhaber in euren Angelegenheiten), haben euch im Stich gelassen.

95. Gott lässt das Samenkorn und den Dattelkern aufbrechen (sodass sie gemäß Seinem Befehl keimen). Er bringt das Lebende aus dem Toten hervor, und Er ist es, der das Tote aus dem Lebenden hervorbringt. Das ist Gott. Wie könnt ihr euch also von der Wahrheit abbringen lassen und falsche Behauptungen aufstellen?

96. Er ist es, der die Morgendämmerung (aus der Finsternis der Nacht) hervorberechen lässt. Er hat die Nacht zum Ausruhen gemacht und die Sonne und den Mond zur Berechnung (der Zeiteinteilung). Das alles ist Bemessung des Ruhmreichen von unwiderstehlicher Macht, des Wissenden.

97. Er ist es, der die Sterne für euch gemacht hat (in ihrem gegenwärtigen Zustand und an ihren jeweiligen Standorten), damit ihr durch sie euren Weg finden möget in der Finsternis zu Land und auf dem Meer. So legen Wir die Zeichen und Beweise (der Wahrheit) im Einzelnen dar für Menschen, die nach tiefgründigem Wissen streben.

98. Er ist es, der euch aus einem einzigen menschlichen Wesen hat entstehen lassen und der (in jeder Phase eurer Reise vom Mutterleib bis hin zum ewigen Leben) für jeden von euch einen Aufenthaltsort festgelegt hat, wo ihr verweilen und eine Zeitspanne, nach der ihr dann hinübergeführt werden sollt. So legen Wir gewiss die Zeichen und Beweise (der Wahrheit) im Einzelnen dar für Menschen, die nach umfassendem Verständnis streben.

99. Er ist es, der Wasser herabsendet vom Himmel, und Wir bringen damit Wachstum aller möglichen Arten hervor (aus ihren Samenkörnern unter dem Erdboden), und Wir bringen damit Grünes hervor, daraus lassen Wir übereinander (in Ähren) hervor sprießende Getreidekörner wachsen, und aus den Blütendolden der Dattelpalme nieder hängende (leicht erreichbare) Datteltrauben, und Gärten mit Weinreben, und den Olivenbaum und den Granatapfel; einander ähnlich (was das grundlegende Leben und Wachstum angeht) und nicht ähnlich (im Hinblick auf Wuchs, Aussehen, Geschmack und Duft). Schau nur auf ihren Ertrag, wenn sie beginnen, Früchte zu tragen und zu reifen. Wahrlich, in all dem sind Zeichen für Menschen, die gläubig sind und deren Glaube sich vertieft (wenn sie neue Zeichen erblicken).

100. Und doch setzen sie Gott die Dschinn als Teilhaber zur Seite, obwohl Er sie erschaffen hat, und sie erfinden Söhne und Töchter für Ihn, ohne Wissen (darüber zu besitzen). Gepriesen sei Er, und hoch erhaben ist Er über das, was sie (Ihm) zuschreiben.

101. Der Schöpfer der Himmel und der Erde - nichts Nachzuahmendes gab es vor Ihm! Wie kann Er einen Sohn haben, wo Er doch keine Gefährtin hat. Und Er ist es, der alles erschaffen hat (so kann also Erschaffenes nicht eine Gefährtin für Ihn sein). Und Er ist es, der volles Wissen um alle Dinge hat.

102. Das ist Gott, euer Herr. Es gibt keine Gottheit außer Ihm, dem Schöpfer aller Dinge; deshalb betet allein Ihn an. Er umfasst alle Dinge mit Seiner Fürsorge und Aufsicht.

103. Kein Blick vermag Ihn zu erfassen, Er aber umfasst alle Blicke. Und Er ist der Unfassbare, der (alles, sei es auch noch so winzig, Durchdringende) mit allem wohl Vertraute.

104. Lichter zur Unterscheidung und Einsicht sind schon von eurem Herrn zu euch gekommen. Wer auch immer also (indem er sich dafür entscheidet, das Auge seines Herzens zu öffnen und seine Augen in dessen Dienst zu stellen) zu Einsicht gelangt, der tut es zu seinem eigenen Besten; und wer immer sich dafür entscheidet, (der Wahrheit gegenüber) blind zu sein, der tut es zu seinem eigenen Schaden. Und (o Gesandter, sage zu ihnen): „Ich bin nicht Hüter und Wächter über euch.“

105. So wandeln Wir die Zeichen vielgestaltig ab, sodass jene (die sich dafür entschieden haben, blind zu sein) sagen: „Du hast es (von irgend jemandem) erlernt“; das tun Wir, damit Wir es (die Wahrheit, den Koran) den Menschen klarmachen, die nach Wissen streben.

106. Folge (o Gesandter) dem, was dir von deinem Herrn offenbart worden ist, es gibt keine Gottheit außer Ihm; und halte dich von denen fern, die Gott Teilhaber zur Seite stellen (kümmere nicht um das, was sie sagen oder tun).

107. Doch wenn Gott gewollt hätte (und ihnen nicht die freie Willensentscheidung ermöglicht hätte), hätten sie Ihm keine Teilhaber zur Seite gestellt (deshalb gräme dich nicht zu Tode, weil sie nicht glauben). Und Wir haben dich nicht zum Hüter über sie gemacht, und du bist auch nicht mit der Fürsorge für sie und der Aufsicht über sie betraut.

108. Und beschimpft nicht (o ihr Gläubigen) die Gegenstände und Wesen, die sie anstelle von Gott zu Göttern gemacht haben und anbeten, damit sie nicht (falls ihr es tut) versuchen, Gott zu beschimpfen aus Hass und in Unwissenheit. So ließen Wir jeder Gemeinschaft ihr Handeln anziehend erscheinen; dann ist zu ihrem (wahren) Herrn ihrer aller Rückkehr, und Er wird ihnen zu verstehen geben, was sie zu tun pflegten (und sie dafür zur Rechenschaft ziehen).

109. Sie schwören bei Gott ihre feierlichsten Eide, dass sie, wenn ihnen ein Wunder (von der Art, wie sie es sich wünschen) gezeigt würde, ganz gewiss daran glauben würden. Sprich: „Wahrlich, Wunder liegen einzig und allein in Gottes Hand (Er allein hat die Macht, sie hervorzubringen oder nicht).“ (O ihr Gläubigen, die ihr meint, dass die Ungläubigen glauben würden, wenn solch ein Wunder geschehen würde) seid ihr euch nicht klar darüber, dass sie, selbst wenn ihnen ein solches Wunder gezeigt würde, nicht glauben würden?

110. Weil sie also nicht zuvor daran glaubten (trotz vieler Beweise, die jeden überzeugt hätten, der wirklich beabsichtigt zu glauben) und (wegen ihrer Vorgehensweise und ihres Verhaltens, die sie vom Glauben abhielten) stürzen Wir ihre Herzen und Augen in Verwirrung und lassen sie in ihrer Widerspenstigkeit verblendet umherirren.

111. Selbst wenn Wir Engel zu ihnen herabsenden würden (wann immer sie dies verlangen) und die Toten würden zu ihnen sprechen und Wir würden von Angesicht zu Angesicht alle Geschöpfe vor ihnen versammeln (damit sie Zeugnis für die Wahrhaftigkeit der Botschaft ablegen, die du überbringst), so würden sie doch nicht glauben, es sei denn, es wäre Gottes Wille (und Er würde ihnen aus Seiner reinen Barmherzigkeit zu Hilfe kommen); doch die meisten von ihnen sind unwissend (sie beschäftigen sich nur mit weltlichen Vergnügungen und lassen den Glauben völlig außer Acht und machen sich keinerlei Gedanken über sich selbst).

112. Und so kommt es, dass Wir (als Dimension des menschlichen Lebens auf Erden, das Unserem ewigen Willen entsprechend unter Einbeziehung des freien Willens des Menschen und in Übereinstimmung mit der Weisheit, die in der Entsendung der Religion liegt, vonstatten geht) für jeden Propheten einen feindlichen Gegner aus den Reihen der Satane unter den Menschen und Dschinn eingesetzt haben, die einander in trügerischer Absicht hochtrabendes Gerede zuflüstern und eingeben. Doch wenn dein Herr es gewollt hätte (und alle gezwungen hätte, sich so zu verhalten, wie es Seinem Willen entspricht), dann würden sie es nicht tun. So lasse sie mit dem, was sie erdichtet haben, allein.

113. Und die Herzen derjenigen, die nicht an das Jenseits glauben, neigen sich dem zu (ihrem verführerischen Gerede) und finden Gefallen daran, und sie fahren fort, all das Üble zu begehen, das sie schon seit langem zu begehen pflegten.

114. (Sage zu ihnen, o Gesandter:) „Was! Soll ich etwa nach einem anderen Richter als Gott trachten (um die Angelegenheiten zwischen euch und mir in Ordnung zu bringen), wo Er es doch ist, der euch dieses (einmalige, vollkommenste) Buch herabgesandt hat, (in dem Wahrheit und Falsches, richtig und verkehrt) klar von einander unterschieden werden?“ (Die Gelehrten unter) jenen, denen Wir das Buch zuvor gegeben haben, wissen sehr wohl, dass es eines ist, das in Abschnitten in Wahrheit von deinem Herrn herabgesandt worden ist. Darum sei keinesfalls einer der Zweifler (was die Wahrheit deines Weges angeht).

115. Das Wort deines Herrn (das Er in Abschnitten zu verschiedenen Zeiten in Anbetracht der Lebensbedingungen zu jeder Epoche) herabgesandt hat, fand (mit dem Koran) seine Vollendung, der die Verkörperung der Wahrheit darstellt (soweit es die wichtigsten Elemente des Glaubens, die Grundsätze des Gottesdienstes und des Wohlverhaltens, die Regeln für die Lebensführung der Menschen, sowie all die Botschaften angeht, die er im Hinblick auf die Vergangenheit und Zukunft einschließlich des Jenseits verkündigt) und der Gerechtigkeit (bezüglich der Gebote, die er enthält); Seine Worte können nicht geändert werden (nämlich die Gesetze, die Er für das Leben und die Bewegungsabläufe im Universum erlassen hat; der Versuch, in sie einzugreifen, würde die größten Katastrophen hervorrufen, deswegen darf niemand versuchen, Seine Gebote, die in dem Buch enthalten sind, zu verändern). Er ist der Hörende, der Wissende (der jegliches Bedürfnis eines jeden Geschöpfes und die Erfordernisse jeder Epoche kennt, geradeso wie Er weiß, wie ihr auf Seine Gebote eingeht).

116. Wenn du der Mehrzahl jener gehorchen würdest, die auf Erden sind, würden sie dich irreleiten hinweg von Gottes Pfad. Sie folgen wahrlich nichts anderem als Vermutungen (nicht echtem Wissen), und sie stellen nichts weiter als Mutmaßungen an (sie äußern sich und handeln entsprechend ihren eigenen Wunschvorstellungen, selbstsüchtigen Interessen und persönlichen Wertmaßstäben).

117. Wahrlich, dein Herr ist es, der am besten weiß, wer von Seinem Pfad abirrt, und Er kennt am besten (jene) die rechtgeleitet (sind).

118. So esst also von (dem Fleisch von) dem, worüber der Name Gottes ausgesprochen worden ist, wenn ihr aufrichtig an Seine Offenbarungen glaubt.

119. Warum solltet ihr denn auch nicht von dem (Fleisch) essen, worüber der Name Gottes ausgesprochen worden ist, wo Er euch doch deutlich dargelegt hat, was Er euch verboten hat, es sei denn ihr wärt dazu (durch eine unabwendbare Notlage) gezwungen. Doch wahrlich, viele Menschen leiten andere durch ihre niederen Begierden und Launen irre, ohne irgendwelches Wissen (von Gott). Wahrlich, dein Herr ist es, der gewiss jene am besten kennt, die Übertretungen begehen.

120. Meidet die Sünde, ob sie nun öffentlich oder insgeheim begangen wird (und die Absichten und Verhaltensweisen, von denen sie begleitet wird). Wahrlich, jene, die sich Sünden aufbürden, werden (entsprechend) belohnt für das, was sie zu verüben pflegten.

121. Und esst nicht von dem, was im Namen anderer als Gott geschlachtet worden ist und worüber der Name Gottes (während des Schlachtens) nicht ausgesprochen worden ist, denn das wäre in der Tat Frevel. Und die Satane flüstern ihren Vertrauten gewiss (Böses) ein und machen ihnen Vorschläge, um euch in Streitgespräche zu verwickeln. Wenn ihr ihnen gehorchen solltet, wäret ihr fürwahr jene, die Gott Teilhaber zur Seite stellen.

122. Ist denn jemand, der (geistig) tot war, und den Wir zum Leben erweckt haben und dem Wir ein Licht gegeben haben, mit dem er (ohne abzuirren) unter den Menschen umhergeht, wie jemand, der in tiefster Finsternis verloren ist, aus der er niemals herauszukommen vermag? (Doch) so ist es: den Ungläubigen erscheint das anziehend, was sie zu tun pflegten.

123. Und auf diese Weise haben Wir in jeder Stadt die Sündigsten unter ihnen als Anführer eingesetzt, die dort Pläne (gegen die Gläubigen) schmieden. Doch sie schmieden nur Pläne gegen sich selbst - und sie nehmen es nicht wahr.

124. Wenn ihnen eine Offenbarung überbracht wird, sagen sie: „Wir werden keinesfalls glauben, ehe uns nicht Gleiches gegeben wird wie das, was den Gesandten Gottes gegeben worden ist.“ Gott weiß sehr wohl, wem Er seine Botschaft übergibt. Bald schon werden, wegen der Pläne, die sie zu schmieden pflegten, Demütigung aus der Gegenwart Gottes und eine strenge Strafe über die Sünder kommen.

125. So weitet Gott demjenigen, den immer Er rechtzuleiten wünscht, die Brust für den Islam; und wen immer Er irregehen lassen will, dem macht Er die Brust eng und beklommen, als ob er zum Himmel aufsteigen sollte. So bringt Gott Schande über diejenigen, die nicht glauben (trotz all der vielen Zeichen und Beweise).

126. Und dies (der Pfad des Islams) ist der gerade Weg deines Herrn. Wir haben gewiss die Zeichen (für die richtigen und falschen Wege) bereits deutlich dargelegt für Menschen, die nachdenken und sich ermahnen lassen.

127. Ihnen wird eine Wohnstätte des Friedens bei ihrem Herrn zuteil werden (wo sie vollkommene Glückseligkeit, Frieden und Sicherheit genießen werden), und Er ist ihr Beschützer wegen dessen, was sie zu tun pflegten.

128. Eines Tages wird Er sie zum Leben erwecken und alle versammeln (Dschinn und Menschen, Gläubige und Ungläubige, und zu ihnen sagen): „O ihr zusammengekommenen Dschinn! Ihr habt reichlich viele von den Menschen verführt (und sie um euch geschart).“ Ihre engsten Anhänger unter den Menschen werden (das eingestehen und) sagen: „Unser Herr, wir haben voneinander Vorteile erlangt (indem wir uns mit ihnen auf eine Gemeinschaft mit eigenen Interessen eingelassen haben und einander in selbstsüchtigen Belangen beigestanden sind), doch jetzt haben wir das Ende unserer Frist erreicht, die Du für uns festgesetzt hast.“ Er (Gott) wird sagen: „Das Feuer wird nun eure Wohnstätte sein, darin sollt ihr verweilen“ - und Gott entscheidet, wie immer es Ihm gefällt. Wahrlich, euer Herr ist weise, wissend (und alle Seine Entscheidungen beruhen auf absoluter Weisheit und Wissen).

129. Auf diese Weise veranlassen Wir, dass diejenigen, die Unrecht tun, sich einander zuwenden und sich gegenseitig helfen (in Verführung und im Sündigen), und zwar wegen dessen, was sie zu erwerben pflegten.

130. „O ihr zusammengekommenen Dschinn und Menschen! Sind nicht Gesandte aus euren Reihen zu euch gekommen, die euch Meine Zeichen und Offenbarungen dargelegt und euch vor dem Eintreffen dieses eures Tages gewarnt haben?“ Sie werden sagen: „Wir legen Zeugnis gegen uns selbst ab.“ Das Leben dieser Welt hat sie betrogen und (geradeso wie ihre Reden und Handlungen in dieser Welt Zeugnis für ihren Unglauben ablegten) so legen sie also nun Zeugnis gegen sich selber ab, dass sie ungläubig gewesen sind.

131. Es ist gewiss nicht die Vorgehensweise deines Herrn, dass Er ungerechtfertigt Städte zerstört, ohne dass deren Bewohner (zuvor vor den Folgen ihrer Lebensweise) gewarnt worden wären, sodass sie nicht Bescheid wüssten (über die Unterscheidung zwischen richtig und falsch, Wahrheit und Trug).

132. Für alle gibt es unterschiedliche Rangstufen, entsprechend dem, was sie (an Richtigem oder Falschem) getan haben. Dein Herr ist nicht achtlos dessen, was sie tun.

133. Dein Herr, voll grenzenloser, alles umfassender Barmherzigkeit, ist der Sich absolut Selbst Genügende (der keinerlei Bedürfnisse hat, der also auch nicht des Glaubens oder der Anbetung Seiner Diener bedarf). Wenn es Sein Wille ist, nimmt Er euch hinweg und lässt, wen Er will, euch nachfolgen, geradeso wie Er euch aus der Nachkommenschaft anderer Menschen entstehen ließ.

134. Wahrlich, was euch versprochen worden ist (und wovor ihr gewarnt worden seid bezüglich eurer Zukunft und des Jenseits), das wird ganz gewiss eintreffen, und ihr habt keinerlei Macht, euch dem zu entziehen.

135. Sprich: „O mein Volk! Handelt nach eurem Vermögen, fürwahr (auch) ich bin dabei, zu handeln (und meine Aufgabe zu erfüllen). Bald schon werdet ihr wissen, wem die letztendliche Wohnstätte der Glückseligkeit gehören wird. Gewiss werden diejenigen, die Unrecht tun, weder erfolgreich sein noch ihr Ziel erreichen.

136. Sie bestimmen für Gott von dem, was Er an Früchten und Vieh wachsen lässt, einen Anteil, und sie sagen: „Das ist für Gott“ - das jedenfalls behaupten sie - „und dies (das Übrige) ist für die Gottheiten, die wir Ihm zur Seite stellen.“ Doch (indem sie so handeln, wie sie es für sich selbst für vorteilhaft halten) erreicht das, was sie für ihre „beigesellten Gottheiten“ bestimmt haben, nicht Gott, während das, was sie für Gott bestimmt haben, ihre „beigesellten Gottheiten“ nicht erreicht. Wie übel ist, was sie als Gesetze erlassen (und wie schlecht setzen sie diese durch)!

137. Und in der Weise, auf die sie ihnen folgen, lassen ihre „beigesellten Gottheiten“ (die Teilhaber, die sie Gott zur Seite stellen, oder die von ihnen angebeteten Götzen sowie die Satane unter den Dschinn und Menschen, denen sie gehorchen) vielen unter denen, die Gott Teilhaber zur Seite stellen, das Töten ihrer Kinder als wohlgefällig erscheinen, um sie ins Verderben zu stürzen und Verwirrung bei ihnen zu stiften bezüglich ihrer Religion. Wenn Gott gewollt hätte (wenn Er für die Menschheit nicht die freie Willensentscheidung beschlossen und sie so gezwungen hätte, auf eine bestimmte Weise zu handeln wie andere Geschöpfe), hätten sie all das nicht getan. So lass sie denn allein mit all dem, was sie ersonnen haben.

138. (Indem sie etwas von den Ernteerträgen und vom Vieh auf die eine Seite legen) sagen sie: „Diese Tiere und diese Feldfrüchte sind unantastbar; niemand darf davon essen außer denen, von denen wir es wünschen“ - das jedenfalls behaupten sie - und es gibt Vieh, dessen Rücken sie für verboten erklären (um Lasten zu tragen), und Vieh, über dem sie den Namen Gottes nicht aussprechen. (Wenn sie Gott solche Bräuche zuschreiben, dann) ist das eine Lüge gegen Ihn. Bald schon wird Er ihnen alles vergelten, was sie ersinnen und (dann) Gott zuschreiben.

139. Und sie sagen auch (hinsichtlich gewisser anderer Herdentiere, die sie zu opfern beabsichtigen): „Alles was im Mutterleib dieser Herdentiere ist (sofern es lebend geboren wird), ist ausschließlich für unsere Männer bestimmt und für unsere Frauen verboten. Wenn es (das Neugeborene) tot zur Welt kommt oder bald nach der Geburt stirbt, haben alle (Männer und Frauen) einen Anteil daran.“ Bald schon wird Er ihnen vergelten, dass sie (Ihm fälschlicherweise diese Vorschriften) zuschreiben. Wahrlich, Er ist weise (denn in jedem Seiner Werke und Gebote gibt es viele Hinweise auf Seine Weisheit), wissend (denn alles, was Er tut, ist auf vollkommenem Wissen begründet).

140. Vollkommen verloren sind fürwahr jene, die aus Torheit und ohne Wissen ihre Kinder töten (sei es noch im Mutterleib oder nach der Geburt) und die für verboten erklären (was erlaubt, rein und bekömmlich ist und), was Gott ihnen als Lebensunterhalt bereitet hat, und die dies (Verbot dann) Gott zuschreiben. Sie sind ganz gewiss irregegangen und vermochten nie den rechten Weg zu finden.

141. (Gott, der euch ständig mit erlaubter, reiner und bekömmlicher Nahrung versorgt) ist es, der für euch Gärten hervorbringt (und Weinberge und Obsthaine), mit Rebspalieren und ohne Rebspaliere, und Dattelpalmen und Getreidefelder von unterschiedlichem Geschmack, und Oliven und Granatäpfel, einander ähnlich und doch so verschieden. Esst von ihren Früchten, wenn sie Früchte tragen, doch gebt am Tag der Ernte (den Armen und Bedürftigen), worauf diese ein Anrecht haben. Und seid nicht verschwenderisch (indem ihr euch überesst oder es auf andere unnötige Weise verzehrt oder indem ihr anderen so viel abgebt, dass ihr diejenigen bedürftig zurücklasst, deren Unterhalt euch zur Pflicht gemacht ist); wahrlich, Er liebt nicht die Verschwender.

142. Und vom Herdenvieh hat Er manche zum Lastentragen und manche zur Gewinnung von Fleisch, Leder und Fellen (erschaffen). Esst von dem, was Gott euch zur Nahrung bereitet hat, und folgt nicht den Fußstapfen Satans (indem ihr andere Vorschriften einführt als die von Gott festgesetzten und euch auf andere Wege begebt als die von Gott aufgezeigten); wahrlich, er ist euch ein offenkundiger Feind.

143. Acht Paare von Herdenvieh: zwei von den Schafen, zwei von den Ziegen. Sage (zu ihnen, o Gesandter): „Hat Er die beiden männlichen Tiere verboten oder die beiden weiblichen oder was sich in den Leibern der beiden weiblichen befinden mag? Antwortet mir aufgrund echten, maßgebenden Wissens, wenn ihr wahrhaftig seid (in eurer Behauptung, dass Gott sie verboten hat).“

144. Und ebenso von den Kamelen sind es zwei und von den Rindern sind es zwei. Sage: „Sind es die beiden männlichen Tiere, die Gott verboten hat oder die beiden weiblichen, oder was sich in den Leibern der beiden weiblichen befinden mag? Oder wart ihr zugegen, um Zeugnis abzulegen, als Gott diese (Gebote, die ihr Ihm zuschreibt) für euch festgelegt hat?“ Wer tut also mehr Unrecht als der, der eine Lüge ersinnt, um sie dann Gott zuzuschreiben, und so die Menschen irreführt, ohne echtes, maßgebendes Wissen zu besitzen? Wahrlich, Gott leitet nicht Menschen, die Unrecht tun (zur Wahrheit und lässt sie nicht ihr Ziel erreichen).

145. Sprich (o Gesandter): „Ich finde in dem, was mir offenbart worden ist, nichts, was einem Essenden an Speise verboten wäre, es sei denn Verendetes oder ausgeflossenes Blut (nicht das, was in den Venen solcher Organe wie der Leber oder der Milz verblieben ist) oder das Fleisch von Schweinen, das verabscheuenswert und unrein ist, oder was nicht (Gott) geweiht ist, weil es im Namen anderer als Gott geschlachtet wurde (oder ohne dass Sein Name darüber ausgesprochen wurde). Wer aber aus Not gezwungen ist (davon zu essen), ohne (das Verbotene) zu begehren und ohne (das Maß des Notwendigen) zu überschreiten (für den ist es keine Sünde) - dann ist dein Herr wahrlich vergebend, barmherzig.

146. Und für diejenigen, die Juden sind, haben Wir alle Tiere mit Klauen verboten, und von den Rindern und Schafen haben Wir ihnen das Fett verboten, außer dem, was an ihren Rücken haftet oder an ihren Eingeweiden oder was mit den Knochen vermengt ist. Das ist ihre Vergeltung wegen ihres ständigen Ungehorsams. Und Wir sind gewiss wahrhaft (in Unseren Beschlüssen und Werken).

147. Dann, wenn sie dich immer noch verleugnen (o Gesandter), sage zu ihnen: „Euer Herr (der euch erschafft, ernährt und versorgt) ist von allumfassender Barmherzigkeit (und bestraft euch deshalb nicht sofort für euer anmaßendes Handeln, sondern gewährt euch Aufschub, damit ihr bereuen und Ihn um Vergebung bitten möget). Jedoch (wenn ihr euch nicht besinnt und bessert, wisset, dass) Seine Strafe nicht abgewendet werden kann von ungläubigen Sündern.“

148. Jene, die fortfahren, Gott Teilhaber zur Seite zu stellen, werden sagen: „Wenn Gott es gewollt hätte, hätten weder wir noch unsere Vorfahren Ihm Teilhaber zur Seite gestellt, und wir hätten auch nichts (das Gott erlaubt hat) für verboten erklärt.“ Auf eben diese Weise haben schon jene, die vor ihnen gelebt haben, (ihre Propheten unter ähnlichen ungerechtfertigten Ausreden) verleugnet, bis sie Unsere gewaltige Strafe zu kosten bekamen. Sage (zu ihnen): „Habt ihr irgendwelches echtes, maßgebendes Wissen (mit dem ihr eure Behauptung untermauern könnt)? (Wenn ihr es habt) dann legt es uns vor! Ihr folgt wahrlich nichts anderem als Vermutungen, und ihr stellt nichts weiter als unsinnige Mutmaßungen an (ihr gebt Urteile ab und handelt nur entsprechend euren Launen, persönlichen Interessen und eigenen Wertmaßstäben).“

149. Sprich: „(Im Gegensatz zu dem, was ihr behauptet) ist bei Gott die letztendliche, überzeugende Beweisführung. Und wenn es Sein Wille gewesen wäre (und Er euch gezwungen hätte, auf eine bestimmte Weise zu handeln, anstatt zuzulassen, dass ihr Ihm Teilhaber zur Seite stellt und das für verboten erklärt, was Er erlaubt hat), hätte Er euch allesamt rechtgeleitet zur Wahrheit.“

150. Sprich: „Bringt doch eure Zeugen herbei, die bezeugen könnten, was Gott für verboten erklärt hat (von dem ihr behauptet, es sei verboten).“ Und wenn sie es (fälschlicherweise) bezeugen, dann lege nicht mit ihnen Zeugnis ab, und folge nicht den Ansinnen und Launen jener, die Unsere Zeichen und Offenbarungen als Lüge verwerfen, die nicht an das Jenseits glauben und die (als Hauptursache dafür, dass sie die Glaubensgrundsätze verleugnen) ihrem Herrn andere gleichsetzen.

151. Sprich: „Kommt herbei, ich will euch vortragen, was euer Herr euch wirklich geboten hat: Dass ihr Ihm keine Teilhaber zur Seite stellt; dass ihr eure Eltern (nicht verletzt, sondern sie vielmehr) auf die bestmögliche Weise behandelt; und dass ihr eure Kinder nicht aus Angst vor Armut tötet“ - Wir bereiten ja Versorgung sowohl für euch als auch für sie -; „und dass ihr nicht Abscheulichkeiten (wie Ehebruch, Unzucht und homosexuellen Bindungen) nahe kommt, weder dem, was davon offenkundig noch dem, was insgeheim begangen wird, und dass ihr niemanden tötet, dessen (Leben) Gott für unantastbar und verboten erklärt hat, es sei denn in gerechter Sache. All dies hat Er für euch angeordnet, damit ihr von eurem Verstand Gebrauch macht (und daher am Glauben festhaltet, das Richtige vom Falschen zu unterscheiden wisst und Seinen Weg befolgt).

152. Und kommt nicht dem Besitz des Waisenkindes nahe, außer auf die beste Weise (indem ihr ihn verbessert oder vermehrt), bis es seine Volljährigkeit erreicht hat. Und gebt volles Maß und Gewicht in Gerechtigkeit.“ Wir bürden keiner Seele mehr auf, als sie zu tragen vermag. „Und wenn ihr eine Meinung äußert, tut es auf gerechte Weise, selbst wenn es gegen einen nahen Verwandten wäre. Und erfüllt das Bündnis mit Gott (und die Bündnisse, die ihr untereinander in Gottes Namen abschließt). Dies alles ist es, was Er für euch anordnet, damit ihr nachdenken und euch erinnern möget.

153. Das ist wahrlich mein gerader Weg. So folgt ihm und folgt nicht anderen Pfaden, die euch von Seinem Pfad abirren lassen. Dies ist es, was Er euch aufgetragen hat, damit ihr euch hütet vor Ungehorsam gegen Gott in tiefer Ehrfurcht vor Ihm und in Frömmigkeit, um Seinen Schutz zu verdienen.“

154. Und abermals: Wir gaben Moses das Buch, um Unsere Gnade an jenen zu vollenden, die sich eifrig darum bemühen, Gutes zu tun, und sich der Tatsache gewahr sind, dass Gott sie sieht, und mit einer ausführlichen Darlegung über alle Dinge (im Hinblick auf Wahrheit und Lüge, richtig und falsch) und als Rechtleitung und Barmherzigkeit, damit sie zu einem immer tiefer gehenden Glauben an die (letztendliche) Begegnung mit ihrem Herrn gelangen mögen.

155. Und ebenso ist dieses Buch (der Koran), das Wir herabgesandt haben, gesegnet und segensreich; so befolgt es, und hütet euch vor Ungehorsam ihm gegenüber, damit euch Barmherzigkeit zuteil werden möge (und euch ein tugendhaftes Leben in dieser Welt beschert sei und ewig währende Glückseligkeit im Jenseits).

156. (Wir haben es herabgesandt) damit ihr nicht (als Entschuldigung) sagt: „Wahrlich, das Buch wurde nur zu zwei Gemeinschaften vor uns herabgesandt, und fürwahr, wir waren nicht dessen gewahr, was es sie lehrte.“

157. Oder damit ihr nicht sagt: „Wenn das Buch doch nur zu uns herabgesandt worden wäre, dann hätten wir uns davon besser rechtleiten lassen als jene.“ Doch jetzt ist wahrhaftig ein klarer Beweis zu euch gekommen von eurem Herrn und Rechtleitung und Barmherzigkeit. Und wer tut mehr Unrecht als der, der die Offenbarungen Gottes als Lüge verwirft und sich davon abwendet? Wir werden jenen, die sich von Unseren Offenbarungen abwenden, eine üble Strafe zuteil werden lassen dafür, dass sie sich abzuwenden pflegten.

158. Erwarten sie etwa, dass die Engel ihnen erscheinen (um ihre Seelen hinweg zu nehmen oder ihnen Unheil zu bringen) oder dass dein Herr über sie richtet (und die Hölle für sie herbeibringt) oder dass offenkundige Zeichen deines Herrn kommen (wie Felsen, die auf sie niederstürzen, damit du sie ihnen zeigen mögest, oder Anzeichen für die letztendliche Zerstörung der Welt)? Doch wenn offenkundige Zeichen deines Herrn erscheinen, dann wird keinem sein Glaube etwas nützen, der nicht zuvor geglaubt hat oder der nicht durch seinen Glauben Gutes erworben hat. Sage (zu ihnen, o Gesandter): „Wartet nur, wahrlich, auch wir warten!“

159. Diejenigen, die Zwietracht in ihrer Religion herbeiführten (wo sie sie doch in ihrer Gesamtheit hätten annehmen müssen) und sich in verschiedene Sekten gespalten haben - mit denen hast du nichts zu schaffen. Die Entscheidung über sie ruht bei Gott, dann wird Er sie verstehen lassen, was sie zu tun pflegten.

160. Wer auch immer zu Gott kommt mit einer guten Tat, wird zehnmal so viel dafür erhalten, und wer immer mit einer schlechten Tat kommt, dem soll nur mit Gleichem vergolten werden; und ihnen soll nicht Unrecht getan werden.

161. Sprich: „Wahrlich, mein Herr hat mich auf den geraden Weg geleitet, zur rechten Religion, die zum Wohlergehen (in beiden Welten) führt, dem Bekenntnis Abrahams, das auf reinem Glauben beruht (in dem es keine Spur von Unglauben gibt, keine Beigesellung von Teilhabern mit Gott und keine Heuchelei). Er gehörte niemals zu jenen, die Gott Teilhaber zur Seite stellen.“

162. Sprich: „Mein Gebet und all meine (anderen) Formen von Gottesdienst und Anbetung sowie mein Leben und mein Tod sind für Gott allein, den Herrn der Welten.

163. Er hat keine Teilhaber. Dies ist mir geboten worden, und ich bin der Erste und Vorderste der Muslime (die sich einzig und allein Ihm ergeben haben).“

164. Sprich: „Soll ich etwa nach einem anderen Herrn als Gott streben, wo Er doch der Herr von allem (Vorhandenen) ist?“ Was jede Seele erwirbt, wird (dereinst) niemandem außer ihr selbst zuteil; und keine Last tragende Seele trägt die Last einer anderen (oder muss sie tragen). Dann ist zu eurem Herrn euer aller Rückkehr, und Er wird euch (die Wahrheit dessen) verstehen lassen, worüber ihr uneinig zu sein pflegtet.

165. Er ist es, der euch zu Statthaltern auf Erden gemacht hat (um sie zum Guten hin zu verändern entsprechend den Geboten Gottes) und die einen von euch um Rangstufen über die anderen erhöht hat (was Intelligenz, Fähigkeiten sowie Besitz und Status angeht), um euch durch das zu prüfen, was Er euch gegeben hat. (Erinnert euch stets dessen, dass) euer Herr der Schnellste ist im Strafen (wenn die Bestrafung fällig ist), und gewiss ist Er der Vergebende, der Barmherzige (ganz besonders denen gegenüber, die sich Ihm in Reue zuwenden als Seine gläubigen Diener).

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