Diese Sure, die 176 Verse hat, wurde um das sechste Jahr nach der Hidschra offenbart.

AN-NISĀ’

Sure4

DIE FRAUEN

offenbart in Medina

Diese Sure, die 176 Verse hat, wurde um das sechste Jahr nach der Hidschra offenbart. Es ist die erste von zwei Suren, die mit den Worten "O ihr Menschen!" beginnen. Wenn man den Koran in zwei gleichlange Teile unterteilt, dann ist die Sure An-Nisā’ die vierte Sure des ersten Teils, und die Sure Al-Hadsch -die zweite Sure, die mit "O ihr Menschen!" anfängt - die vierte Sure des zweiten Teils. Nachdem die Menschen also in dieser Weise angesprochen werden, weist die Sure An-Nisā’ auf den Ursprung oder den Beginn der Menschheitsgeschichte hin. Die Sure Al-Hadsch dagegen ist auf das Jenseits ausgerichtet. In der Sure An-Nisā’ finden sich die meisten jener Grundsätze, die offenbart wurden, um das Zusammenleben der Muslime in geordnete Bahnen zu lenken.

IM NAMEN GOTTES, DES ERBARMERS, DES BARMHERZIGEN!

1. O ihr Menschen! Hütet euch in tiefer Ehrfurcht und Frömmigkeit vor Ungehorsam gegen Gott, der euch aus einem einzigen menschlichen Wesen erschaffen hat, und aus ihm erschuf Er seine Gattin, und aus beiden ließ Er viele Männer und Frauen (sich auf Erden) ausbreiten. Hütet euch in tiefer Ehrfurcht vor Gott vor Ungehorsam Ihm gegenüber, in Dessen Namen ihr einander bittet, und achtet (auf angemessene Weise) die Rechte der Mutterschöße (das heißt, die Verwandtschaftsbande, indem ihr so die Frömmigkeit in euren Beziehungen zu Gott und zu den Menschen aufrechterhaltet). Gott wacht stets über euch.

2. Und gebt den Waisen (die unter eurer Obhut stehen, wenn sie volljährig werden) ihren Besitz, und tauscht nicht das Schlechte gegen das Gute ein (das gesetzlich Verbotene gegen das Erlaubte). Und verschlingt nicht ihren Besitz, indem ihr ihn mit eurem zusammentut. Denn so etwas zu tun, wäre gewiss ein schweres Vergehen (durch das ihr euren spirituellen Lohn aufs Spiel setzt, auf den ihr hofft, weil ihr euch ihrer angenommen habt).

3. Und falls ihr befürchtet, dass ihr ihre Rechte nicht in angemessener Weise wahren könnt, wenn ihr die Waisenmädchen (in eurer Obhut) heiratet, dann heiratet andere Frauen (die euch zur Ehe erlaubt sind), so wie sie euch gut erscheinen, zwei, drei oder vier. Doch wenn ihr (hinsichtlich eurer ehelichen Pflichten) befürchtet, sie nicht (alle) gleich behandeln zu können, dann gebt euch mit nur einer zufrieden, oder mit euren Gefangenen, die eure Rechte besitzt. Dies kommt dem am nächsten, dass ihr kein Unrecht begeht.

4. Gebt den Frauen (die ihr heiratet) ihre Brautgabe (mahr) bereitwillig und als Geschenk (das heißt, ohne eine Gegengabe dafür zu erwarten); doch wenn sie euch etwas davon freiwillig erlassen, dann dürft ihr es gerne als etwas Bekömmliches und Erfreuliches genießen.

5. Gebt nicht den Unmündigen euren Besitz, den Gott euch (zum Unterhalt für euch und für die Bedürftigen) anvertraut hat, sondern ernährt und kleidet sie daraus (insbesondere von dem Gewinn, den ihr daraus erzielt), und sprecht zu ihnen auf freundliche Weise und mit Worten der aufrichtigen Beratung.

6. (Sorgt für und) prüft die Waisen, bis sie das heiratsfähige Alter erreicht haben, und wenn ihr feststellt, dass sie mündig sind, dann händigt ihnen ihren Besitz aus. Und zehrt ihn nicht verschwenderisch und in Eile auf, weil ihr fürchtet, dass sie erwachsen werden (und ihn deshalb übernehmen). Wenn der Vormund reich ist (und genug besitzt, um sich und seine Familie zu ernähren), soll er sich ganz dessen enthalten (vom Besitz seines Schutzbefohlenen etwas zu nehmen); doch wenn er arm ist, dann nehme er davon, was angemessen ist. Wenn ihr ihnen ihren Besitz aushändigt, dann lasst es durch Zeugen für sie bestätigen. Doch Gott genügt als trefflicher Wächter, der euch zur Rechenschaft zieht.

7. Den männlichen Erben steht ein Anteil an dem zu, was die Eltern und die nächsten Verwandten hinterlassen, und den Frauen steht ein Anteil an dem zu, was die Eltern und die nächsten Verwandten hinterlassen, sei es (das Erbe) wenig oder viel - ein von Gott festgesetzter Anteil.

8. Wenn andere Verwandte (denen kein vom Gesetz vorgeschriebener Anteil zusteht) und Waisen und Bedürftige bei der Aufteilung (des Erbes) anwesend sind, dann gebt ihnen daraus (etwas zu ihrer Versorgung), und sprecht zu ihnen freundliche und angemessene Worte.

9. Diejenigen sollen sich in Acht nehmen (und sich um die Rechte der Waisen kümmern), die, wenn sie selbst schwache Nachkommen hinterlassen würden, um diese doch auch besorgt wären - darum sollen sie sich hüten vor Ungehorsam Gott gegenüber in Furcht vor Seiner Strafeund die Wahrheit sagen und geziemende Worte sprechen (über die Aufteilung des Erbes und ihre Behandlung der Waisen).

10. Wahrlich, diejenigen, die den Besitz der Waisen zu Unrecht aufzehren, gewiss schlingen sie Feuer in ihre Bäuche hinein; bald schon werden sie der Feuersglut ausgesetzt sein (dergleichen ihr noch nie gesehen habt und deren Hitzegrad niemand kennt außer Gott).

11. Gott schreibt euch (über die Verteilung des Erbes unter) euren Kindern vor: Der männliche (Erbe) soll so viel wie den Anteil von zwei weiblichen (Erben) erhalten. Wenn es sich um weibliche (Erben) handelt, zwei oder mehr (und es keine männlichen Erben gibt), dann sollen sie zwei Drittel der Hinterlassenschaft erhalten. Wenn es nur eine Erbin gibt, dann bekommt sie die Hälfte. Für die Eltern (des Verschiedenen) ist je ein Sechstel des Erbes (bestimmt), wenn der Verstorbene ein Kind hinterlassen hat. Wenn er kein Kind hat und die Eltern sind die (einzigen) Erben, dann ist für seine Mutter ein Drittel (vorgesehen). Wenn er (eine überlebende Mutter und zusammen mit ihr Schwestern oder auch nicht sowie) zwei oder mehr (überlebende) Brüder hat, dann bekommt seine Mutter ein Sechstel - (all diese Bestimmungen sind durchzuführen) nach Abzug (aller) Vermächtnisse (sofern ein solches Vermächtnis mit den entsprechenden Vorschriften des Islam übereinstimmt) und jeglicher Schulden (die er gemacht hat, wobei zuerst die Schulden und dann das Vermächtnis ausbezahlt werden, bevor die Hinterlassenschaft aufgeteilt wird). Eure Eltern und eure Kinder - ihr wisst nicht, welche von ihnen euch an Nutzen (den sie euch bringen) am nächsten sind. Dieses (Erbgesetz) ist eine Vorschrift von Gott (die ihr unbedingt erfüllen müsst). Wahrlich, Gott ist wissend (um eure Angelegenheiten und um das, was für euch nützlich oder schädlich ist), weise.

12. Und euch gehört eine Hälfte von dem, was eure Frauen hinterlassen, wenn sie kein Kind haben; doch wenn sie ein Kind haben, dann gehört euch ein Viertel von ihrer Hinterlassenschaft - nach Abzug (aller) Vermächtnisse, die sie festlegt haben, und Schulden (die sie gemacht haben). Und ihnen (euren Frauen) gehört ein Viertel von dem, was ihr hinterlasst, wenn ihr kein Kind habt; doch wenn ihr ein Kind habt, dann sollen sie ein Achtel von dem bekommen, was ihr hinterlasst - nach Abzug (aller) Vermächtnisse, die ihr festgelegt habt und der Schulden (die ihr gemacht habt). Und wenn ein Mann oder eine Frau keine unmittelbaren Erben haben, und er (oder sie) haben einen Bruder oder eine Schwester (mütterlicherseits), dann gehört jedem von ihnen ein Sechstel. Sind es jedoch zwei oder mehr, dann teilen sie sich (alle) in ein Drittel - nach Abzug (aller) Vermächtnisse, die sie festgelegt haben, und der Schulden; wobei (durch die Vermächtnisse oder Schulden) kein Nachteil beabsichtigt ist (für die Rechte der Erben, indem unzulässige Schulden oder Vermächtnisse in Höhe von mehr als einem Drittel des Besitzes festgelegt werden). Dies ist eine Bestimmung von Gott. Und Gott ist wissend (was all eure Absichten, Handlungen und deren Ergebnisse angeht), nachsichtig (nicht eilig wenn es um die Bestrafung der Irrtümer Seiner Diener geht).

13. Dies sind die von Gott festgelegten Schranken. Wer auch immer Gott und Seinem Gesandten gehorcht (indem er innerhalb dieser Schranken zu bleiben trachtet), den lässt Gott in Paradiesgärten eingehen, durch die Ströme fließen. Dort wird er (ewig) verweilen. Das ist die höchste Glückseligkeit.

14. Doch wer sich Gott und Seinem Gesandten widersetzt und Seine Schranken überschreitet, den lässt Gott ins Feuer eingehen, wo er (ewig) bleibt. Und ihm wird eine schändliche, erniedrigende Strafe zuteil.

15. Jene von euren Frauen, die eine Abscheulichkeit (unrechtmäßigen Geschlechtsverkehr) begangen haben, nehmt vier männliche Zeugen von euch, die (nachdem sie sie bei dem Akt beobachtet haben) gegen sie aussagen (innerhalb des darauf folgenden Monats in Städten und innerhalb von sechs Monaten in ländlichen Gebieten). Wenn sie es bezeugen, dann schließt diese Frauen in ihren Häusern ein, bis der Tod sie abberuft oder Gott ihnen einen Ausweg bereitet.

16. Wenn zwei unter euch sich schuldig machen, dann bestraft sie beide, indem ihr sie rügt und schlagt. Doch wenn sie reuevoll umkehren und sich bessern, dann lasst ab von ihnen. Wahrlich, Gott nimmt Reue an und belohnt sie mit großzügiger Vergebung, (und Er ist) barmherzig.

17. Gott nimmt Reue nur von jenen an, die Unrecht tun, indem sie sich für einen Augenblick von ihrer Böses gebietenden Seele hinreißen lassen, sich dann (aber eines Besseren besinnen und) balddarauf reuevoll umkehren. Sie sind es, deren Reue Gott durch Vergebung belohnt. Und Gott ist wissend (um das, was jeder tut und warum er es tut), (und Er ist) weise.

18. Denjenigen nützt ihre Reue nichts, die (ein Leben lang) Böses tun, bis einem von ihnen der Tod naht (und) er spricht: „Wahrlich, jetzt bereue ich!“ Und (ebenso wenig nützt die Reue) jenen, die (ihr Leben im Unglauben verbringen und erst zum Zeitpunkt ihres Todes zur Reue bereit sind, aber) als Ungläubige sterben (weil eine solche Reue nicht angenommen wird). Denen haben Wir schmerzliche Strafe bereitet.

19. O ihr, die ihr glaubt! Es ist euch nicht erlaubt, Frauen (eurer verstorbenen Angehörigen) gegen ihren Willen als Erben zu übernehmen (und sie gegen ihren Willen zu heiraten, ohne ihnen ihre Brautgabe auszusetzen, oder sie zur Heirat mit anderen zu zwingen, um dafür ihre Brautgabe entgegenzunehmen, als ob sie Teil des zu erbenden Besitzes seien); noch solltet ihr eure Frauen in Bedrängnis bringen, um ihnen etwas von dem abzunehmen, was ihr ihnen (als Brautgabe oder Mitgift) ausgesetzt habt, außer wenn sie sich offensichtlich einer unsittlichen Tat schuldig gemacht haben (die eine Scheidung rechtfertigen würde). Lebt mit ihnen in gütlicher ehelicher Gemeinschaft. Denn wenn sie euch widerwärtig sind, so mag es sein, dass euch etwas widerwärtig ist, in das Gott viel Gutes legt.

20. Doch wenn ihr euch entschließt, eine Gattin zu entlassen und an ihrer Stelle eine (andere) Gattin zu heiraten, und ihr habt der Ersteren so viel gegeben, (dass es sich auf) einen (ganzen) Schatz (beläuft), dann nehmt nicht das Geringste davon zurück. Wollt ihr es zurücknehmen, indem ihr sie unberechtigterweise des Fehlverhaltens beschuldigt (um damit die Art von Scheidung herbeizuführen, die euch erlaubt, es zurückzufordern) und so eine offenkundige Sünde begeht?

21. Wie könnt ihr es zurücknehmen, wo ihr doch eins miteinander wart und sie (die Frauen, die ihr geheiratet habt) euch ein festes Versprechen abgenommen haben (dass ihr ihre Rechte achten würdet)?

22. Und heiratet nicht Frauen, die eure Väter geheiratet haben, außer dem, was bereits (in dieser Form in der Vergangenheit) geschehen ist (bevor ihr den Glauben angenommen hattet: Solche Vorkommnisse sind verzeihlich, vorausgesetzt ihr ändert euer Verhalten zum Guten und löst solche Eheverträge auf). Wahrlich, dies war eine Schande und ein Abscheu und was für ein übler Weg!

23. Verboten (zur Heirat) sind euch (o ihr gläubigen Männer) eure Mütter (einschließlich der Stiefmütter und Großmütter) und eure Töchter (einschließlich der Enkeltöchter), eure Schwestern (einschließlich der leiblichen Schwestern und Stiefschwestern), eure Tanten väterlicher- und mütterlicherseits, die Töchter eurer Brüder, die Töchter eurer Schwestern, eure Ammen, die euch gestillt haben, eure Milchschwestern (all jene, die ebenso eng mit euch verwandt sind durch das Stillen wie durch die Abkunft), die Mütter eurer Ehefrauen, eure Stieftöchter - die unter eurer Obhut stehen, geboren von euren Frauen, zu denen ihr eingegangen seid; und wenn ihr nicht zu ihnen eingegangen seid, ist es kein Vergehen für euch (wenn ihr ihre Töchter heiratet) - und die Frauen eurer Söhne, die aus euren Lenden hervorgegangen sind, sowie die Heirat zweier Schwestern gleichzeitig (einschließlich einer Nichte und deren Tante mütterlicher- oder väterlicherseits) - außer dem, was bereits (in dieser Form in der Vergangenheit) geschehen ist. Wahrlich, Gott ist vergebend, barmherzig.

24. Und (verboten sind euch auch) alle verheirateten Frauen außer jenen (Kriegsgefangenen), die eure Rechte besitzt (und deren Verbindung zu ihren Ehemännern praktisch abgebrochen ist). Das ist Gottes Vorschrift, die euch zur Pflicht gemacht wurde. Erlaubt sind euch abgesehen davon alle, damit ihr sie mit eurem Vermögen in Keuschheit zu erlangen sucht als Ehefrauen), und nicht in Zügellosigkeit. Und an wem immer von ihnen ihr euch als Ehegefährtinnen (unter diesen Bedingungen) zu erfreuen trachtet, setzt ihnen ihre vorgeschriebene Brautgabe aus. Doch es ist kein Vergehen für euch in dem, was ihr nach Aussetzen der Morgengabe in gegenseitiger Übereinstimmung tut. Wahrlich, Gott ist wissend (um das, was und warum ihr es tut), weise.

25. Wer von euch nicht die Mittel hat, um freie, unbescholtene, gläubige Frauen zu heiraten, der (heirate jene) unter den gläubigen Mägden, die eure Rechte besitzt. (Betrachtet die Ehe mit solchen gläubigen Mägden nicht als Erniedrigung. Erniedrigend ist vielmehr die Verstrickung in Zügellosigkeit, ohne verheiratet zu sein). Gott kennt euren Glauben am besten (und rechnet ihn euch an); und (ob ihr schon Freie oder Sklaven seid) die einen von euch sind von den anderen (und ihr gehört als Gläubige demselben Glauben und derselben Gemeinschaft an). So heiratet sie mit Erlaubnis ihrer Beschützer, und setzt ihnen ihre vorgeschriebene Brautgabe aus entsprechend religiös erlaubtem und gewohntem guten Brauch. Sie sollten Frauen sein, die sich in aufrichtiger Keuschheit, nicht in Zügellosigkeit hingeben und sich keine heimlichen Liebhaber nehmen. Und wenn sie (durch Heirat) ehrbare Frauen geworden sind und sich dann einer Unsittlichkeit schuldig machen, dann soll ihnen nur die Hälfte der Strafe zuteil werden, die freien (unverheirateten) Frauen zuteil wird. Diese (Erlaubnis, Sklavenmädchen zu heiraten) gilt für diejenigen unter euch, die fürchten, sich zu versündigen (wenn sie unverheiratet bleiben). Doch dass ihr Geduld übt (in Selbstbeherrschung, ohne Versündigung zu befürchten), ist besser für euch. Und Gott ist vergebend, barmherzig.

26. Gott will euch (Seine Gebote, auf denen eure Glückseligkeit beruht) klarmachen und euch zur (rechtschaffenen) Lebensweise jener führen, die vor euch waren. Er will Sich euch (gnädig und in Güte) zuwenden. Und Gott ist wissend, weise.

27. Gott will Sich euch (in Barmherzigkeit und Güte) zuwenden (indem Er euch Seine Gebote klarmacht und euch auf den geraden Weg leitet). Doch diejenigen, die (ihren) Begierden (nach Frauen, Nachkommen, Reichtum, Ruhm und gesellschaftlicher Stellung) folgen, wollen, dass ihr ganz und gar (vom geraden Weg) abweicht.

28. Gott will euch (eure Bürde) leicht machen, denn der Mensch ist (ja) schwach (und für Irrtum anfällig) erschaffen worden.

29. O ihr, die ihr glaubt! Verschlingt nicht euren Besitz untereinander auf unerlaubte Weise (wie etwa durch Diebstahl, Gewaltanwendung, Bestechung, Zinswucher und Glücksspiel), sondern treibt Handel im gegenseitigen Einvernehmen. Und führt nicht euren eigenen Untergang herbei (euren eigenen oder den gemeinsamen, indem ihr verkehrte Wege einschlagt wie extremes Asketentum oder Untätigkeit. Denkt stets daran, dass) Gott gewiss barmherzig zu euch (und insbesondere zu den Gläubigen) gewesen ist.

30. Wer immer dies in Feindseligkeit (gegen andere) und in absichtlicher Übertretung tut und (so sich selbst und anderen) Unrecht antut, den werden Wir gewiss der Feuersglut aussetzen und ihn darin brennen lassen (so wie ihr sie noch nie gesehen habt und deren Heftigkeit niemand kennt außer Gott). Dies ist gewiss für Gott ein Leichtes.

31. Wenn ihr euch von den schlimmsten Sünden, die euch untersagt sind, fernhaltet, werden Wir euch eure Vergehen vergeben und euch eingehen lassen durch ein ehrenvolles Tor (in eine ruhmreiche Ruhestätte).

32. (Die Menschen unterscheiden sich voneinander in ihren Fähigkeiten und dem ihnen gewährten Lebensunterhalt; auch liegt es nicht in euren Händen, ob ihr als Jungen oder Mädchen geboren werdet. Deshalb) begehrt keinesfalls das, womit Gott die einen von euch bevorzugt hat vor den anderen (indem ihr andere für ihren gesellschaftlichen Rang, ihren Reichtum oder ihre körperlichen Vorzüge beneidet und so Einspruch gegen Gottes Verteilung erhebt). Den Männern steht ein Anteil dessen, was sie erworben haben, zu (sowohl im materiellen wie im spirituellen Bereich), und den Frauen steht ein Anteil dessen, was sie erworben haben, zu. (Aber scheut nicht zurück vor Anstrengungen und Trachten nach Höherem, anstatt andere zu beneiden) - vielmehr bittet Gott (euch mehr zu geben) von Seiner Huld (durch ehrliche Arbeit und indem ihr zu Ihm betet). Wahrlich, Gott ist aller Dinge gewahr.

33. Und jedem haben Wir Erbberechtigte für das bestimmt, was Eltern und nahe Verwandte hinterlassen. (Nachdem diesen Erben festgesetzte Anteile an der Hinterlassenschaft zustehen) sollt ihr denen, mit denen ihr eine feste Abmachung getroffen habt, (auch) ihren vereinbarten Anteil geben. Wahrlich, Gott ist Zeuge über alle Dinge.

34. Die Männer (jene, die in der Lage sind, ihre Verantwortung zu übernehmen) sind die Beschützer und Versorger der Frauen, weil Gott die einen von ihnen (in mancher Hinsicht) mit mehr Vorzügen ausgestattet hat als die anderen, und weil sie (die Männer) von ihrem Vermögen hingeben (für den Unterhalt der Familie). Gute, aufrichtige Frauen sind die, die (Gott) demütig ergeben sind,und die, (die Rechte ihrer Ehemänner) achten, und die, die Geheimnisse bewahren (bezüglich der Familienehre und des Eigentums, ihrer Keuschheit und der Rechte ihrer Ehemänner, insbesondere wenn niemand sie sieht und in Abwesenheit der Männer), so wie Gott bewahrt und verborgen hält (was geheim gehalten und vertraulich behandelt werden soll). Was jene Frauen angeht, von denen ihr absichtlichen Ungehorsam und den Bruch ihrer ehelichen Pflichten aus gutem Grund befürchtet, ermahnt sie (das zu tun, was richtig ist); dann (wenn sich dies als vergeblich erweist) haltet euch fern von ihnen in den Ehebetten; dann (wenn sich auch dies als vergeblich erweist) schlagt sie (ganz leicht, aber nicht ins Gesicht). Sollten sie euch dann gehorchen (wenn ihr ihnen auftragt, Gottes Rechte und ihre ehelichen Pflichten zu wahren), so trachtet nach keinem anderen Mittel gegen sie (um ihnen Schaden zuzufügen). (Seid stets dessen eingedenk, dass) Gott wahrlich der Erhabene, der Allerhöchste ist.

35. Und wenn ihr Zwietracht zwischen den Eheleuten befürchtet, dann setzt einen Schiedsrichter von seinen Angehörigen und einen Schiedsrichter von ihren Angehörigen ein. Wenn sie beide eine Versöhnung wollen, dann wird Gott einen Ausgleich zwischen ihnen herbeiführen. Wahrlich, Gott ist wissend, kundig.

36. Und (als Grundvoraussetzung für Zufriedenheit im persönlichen, Familien- und gesellschaftlichen Leben) dient Gott und setzt Ihm nichts zur Seite; und erweist den Eltern Wohltaten auf beste Weise, sowie den Verwandten, den Waisen, den Bedürftigen, den Nachbarn, die euch nahe stehen (als Angehörige, als Mitbewohner oder im Glauben),und den Nachbarn, die euch fern sind (also weder mit euch verwandt sind noch den Glauben mit euch teilen), dem Gefährten an eurer Seite (unterwegs, innerhalb der Familie, am Arbeitsplatz und so weiter), dem Reisenden und denen, die in euren Diensten stehen. (Behandelt sie gut und erzieht euch selbst in dieser Hinsicht, denn) Gott liebt nicht die, die eingebildet und überheblich sind.

37. Jene die geizig sind (mit dem, was Gott ihnen gewährt hat) und andere zum Geiz verleitenund verbergen, was Gott ihnen von Seiner Huld zuteil werden ließ (wie Reichtum oder Wissenund bestimmte Wahrheiten in ihrer Schrift) - Wir haben für (solche) Ungläubigen eine beschämende, erniedrigende Strafe bereitet.

38. Und ebenso für jene, die von ihrem Besitz (als Almosen oder für andere gute Zwecke) spenden, um von den Menschen gesehen zu werden (und sich von ihnen loben zu lassen), während sie doch weder an Gott noch an den Jüngsten Tag glauben: Und wer Satan zum Kumpanen nimmt - was für ein übler Kumpan ist er!

39. Was wäre schon für sie dabei gewesen, wenn sie an Gott und den Jüngsten Tag geglaubt und von dem hingegeben hätten, womit Gott sie versorgt hat (einzig um Gottes Wohlgefallenwillen)? Und Gott weiß sehr wohl um sie (und an was sie glauben und was sie hingeben).

40. Wahrlich, Gott fügt niemandem Unrecht zu, nicht einmal im Gewicht eines Stäubchens. Und wo Gutes (getan worden) ist, vervielfacht Er (das, was dabei herauskommt und den Lohn, den es einbringt), und Er gewährt (dem, der es getan hat) einen großartigen Lohn (der weit über dem Verdienst liegt) unmittelbar aus Seiner Gegenwart.

41. Wie wird es also sein (mit den Menschen am Tag des Jüngsten Gerichts), wenn Wir aus jeder Gemeinschaft einen Zeugen hervorbringen (der Zeugnis gegen sie ablegt und bezeugt, dass ihnen Gottes Religion übermittelt worden ist) und wenn Wir dich (o Gesandter) als Zeugen gegen all jene hervorbringen (die deine Botschaft erreicht haben mag)?

42. An jenem Tag werden die, die ungläubig gewesen sind (in diesem Leben und im Unglauben starben) und sich dem Gesandten widersetzten, wünschen, dass die Erde über ihnen eingeebnet würde (sodass weder Spuren von ihnen noch Berichte über sie übrig bleiben). Aber vor Gott werden sie nichts Geschehenes (sei es gesagt oder getan) verbergen können.

43. O ihr, die ihr glaubt! Begebt euch nicht zum Gebet, während ihr (in irgendeiner Weise) im Zustand der Trunkenheit seid, bis ihr (wieder) wisst, was ihr sagt, und auch nicht, wenn ihr rituell unrein seid (sodass ihr eine Ganzwaschung benötigt) - es sei denn, wenn ihr euch auf Reisen befindet (und deshalb kein Bad nehmen könnt) - bis ihr gebadet habt (also eine Ganzwaschung vorgenommen habt). Doch wenn ihr krank seid oder auf Reisen oder wenn einer von euch vom Verrichten der Notdurft kommt oder ihr eure Frauen berührt habt, und ihr könnt kein Wasser finden, dann sucht euch guten, sauberen Sand und streicht euch damit über eure Gesichter und Hände (und eure Unterarme bis über die Ellbogen). Wahrlich, Gott ist nachsichtig, vergebend.

44. Hast du nicht jene gesehen und über sie nachgedacht, denen ein Teil des Buches gegeben worden ist? Sie haben sich den Irrtum erkauft und wollen, dass auch ihr vom (rechten) Weg abirrt.

45. (O ihr Gläubigen!) Gott weiß am besten, wer eure Feinde sind. Und Gott genügt als Wächter und beschützender Freund, und Gott genügt als Helfer.

46. Und unter denen, die Juden sind, gibt es welche, die Worte aus ihrem Zusammenhang reißen, um ihren Sinn zu verdrehen. Und sie sagen:„Wir hören und wir gehorchen nicht!“, und:„Höre uns zu, und mögest du taub werden!“ (während sie vorgaben, zu sagen:„Wirst du auf uns hören, o du Hochgeachteter!“), und:„Höre auf uns! Mögest du taub werden, o Schafhirte!“ (während sie vorgaben zu sagen:„Kümmere dich um uns!“) - auf diese Weise bedienen sie sich der Doppelzüngigkeit und trachten danach, den (wahren) Glauben zu schmähen. Wenn sie nur gesagt hätten:„Wir haben gehört und gehorcht!“, und:„Höre uns zu!“ und:„Beehre uns mit deiner Aufmerksamkeit!“, dann wäre es gewiss zu ihrem eigenen Besten gewesen und aufrichtiger. Doch Gott hat sie von Seiner Barmherzigkeit ausgeschlossen wegen ihres bewussten, unverbesserlichen Unglaubens. Und außer einigen wenigen glauben sie kaum.

47. O ihr, denen das Buch (vordem) gegeben worden ist! Glaubt (aufrichtig) an (alles von dem) was Wir euch (durch Muhammad) herabgesandt haben, als Bestätigung (der Wahrheit) dessen, was ihr bereits besitzt, bevor Wir die Gesichter auslöschen, sodass sie nicht mehr zu sehen, zu hören, zu sprechen und zu riechen vermögen, oder sie aus Unserer Barmherzigkeit ausschließen, so wie Wir die Übertreter des Sabbats ausgeschlossen haben. (Seid dessen eingedenk, dass) Gottes Anordnung stets ausgeführt wird.

48. Wahrlich, Gott vergibt nicht, dass Ihm Teilhaber zur Seite gestellt werden. Doch Er vergibt das, was weniger schlimm ist, wem Er will (wen immer Er zur Reue und Rechtschaffenheit geleitet hat, entweder einzig aus Seiner Barmherzigkeit heraus oder weil derjenige sich aufgrund seines freien Willens für Reue und Rechtschaffenheit entschieden hat). Wer immer Gott Teilhaber zur Seite stellt, der hat fürwahr eine höchst verabscheuungswürdige Verleumdung und eine große Sünde begangen.

49. Hast du (o Gesandter) nicht jene gesehen, die sich selbst für rein und heilig halten? Doch nein! Es ist vielmehr Gott, der den läutert und heiligt, den Er will (wobei die freie Willensentscheidung eines jeden berücksichtigt wird). Und niemandem wird auch nur um eine winzige Haaresbreite Unrecht getan.

50. Schau, wie sie eine Lüge gegen Gott ersinnen. Doch das allein stellt schon eine offenkundige Sünde dar (die sie ins Verderben stürzen wird).

51. Hast du nicht über jene nachgedacht, denen ein Teil des Buches gegeben worden ist, wie sie an alle möglichen falschen Gottheiten und Kräfte des Bösen glauben (die Glaubensvorstellungen und Gebote Gott zum Trotz verbreiten), und die von den (Götzenanbetern), die ungläubig sind, sagen, dass sie besser rechtgeleitet seien (auf dem Weg, den sie befolgen) als jene, die glauben?

52. Sie sind diejenigen, die Gott verflucht (von Seiner Barmherzigkeit ausgeschlossen) hat, und derjenige, den Gott von Seiner Barmherzigkeit verflucht, für den wirst du niemals einen Helfer oder Retter finden.

53. Oder haben sie etwa einen Anteil an der unumschränkten Gewalt (am Eigentumsrecht und der Herrschaft über die Himmel und die Erde, sodass sie behaupten können, eine Vorzugsstellung vor Gottes Angesicht einzunehmen und das Anrecht auf Rechtleitung, Prophetenschaft und Beherrschung der Erde zu besitzen)? Doch wenn das so wäre, dann würden sie den Mitmenschen nicht einmal so viel davon abgeben, wie in der Rille eines Dattelkerns (Platz hat).

54. Oder beneiden sie die Menschen um das, was Gott ihnen von Seiner Huld und Güte gegeben hat? Aber Wir haben bereits der Familie von Abraham (sowohl den Nachkommen Ismaels, die aus ihm hervorgegangen sind, als auch denen von Isaak) das Buch und die Weisheit gegeben, und Wir haben ihnen ein gewaltiges Reich gegeben (auf materieller ebenso wie auf spiritueller Ebene).

55. Unter ihnen (jenen, die zu Abrahams Nachkommen gehören) waren und sind manche, die aufrichtig an ihn glauben (und deshalb glauben sie auch an Muhammad, der sich zu Recht auf seine Verwandtschaft mit Abraham berufen kann, und sie glauben an den Koran, der ihm offenbart worden ist), und unter ihnen sind manche, die die Menschen von ihm abspenstig machen (wie einige unter jenen, denen das Buch zuvor gegeben worden ist). (Für die Letzteren) genügt die Hölle als Feuersglut.

56. Jene, die (wissentlich) Unsere Offenbarungen verbergen oder leugnen, werden Wir schon bald der Feuersglut aussetzen, damit sie darin brennen. Jedes Mal, wenn ihre Haut verbrannt ist, tauschen Wir sie gegen eine andere Haut aus, damit sie die Strafe kosten mögen. Wahrlich, Gott ist ruhmreich, von unwiderstehlicher Macht, weise.

57. Doch jene, die glauben und gute, rechtschaffene Werke tun, werden Wir in Gärten eingehen lassen, durch die Ströme fließen. Dort werden sie ewig verweilen. Sie werden dort Gefährten und Gefährtinnen von vollkommener Reinheit haben, und Wir werden sie in wohltuende Schatten (der Behaglichkeit und Zufriedenheit) eingehen lassen.

58. Gott gebietet euch, dass ihr (euch) Anvertrautes (einschließlich öffentlicher und beruflicher Dienstpflichten) denen zukommen lasst, die zum Entgegennehmen berechtigt sind, und wenn ihr zwischen den Menschen richtet, dass ihr eine gerechte Entscheidung trefft. Was für eine herrliche Ermahnung ist es, die Gott euch zu beachten aufträgt. Wahrlich, Gott ist hörend, sehend.

59. O ihr, die ihr glaubt! Gehorcht Gott, und gehorcht dem Gesandten und denen, die unter euch Befehlsgewalt besitzen. Und wenn ihr über etwas in Streit geratet, dann bringt es vor Gott und den Gesandten, sofern ihr an Gott glaubt und an den Jüngsten Tag. Das ist das Beste (für euch) und nimmt am ehesten einen guten Ausgang.

60. Hast du nicht über jene nachgedacht, die behaupten, dass sie an das glauben, was dir herabgesandt worden ist und was vor dir herabgesandt wurde? (Und doch) wollen sie sich bei Rechtsstreitigkeiten zur Urteilsfindung an (die Gebote von) bösen Mächten halten (die Verhaltensregeln aufstellen, um Gott zu trotzen), wo ihnen doch ausdrücklich geboten worden ist, diese zurückzuweisen. Doch Satan will sie weit in die Irre führen.

61. Wenn ihnen gesagt wird:„Kommt doch herbei zu dem, was Gott herabgesandt hat, und zum Gesandten (und unterwerft euch Gottes Entscheidung)“, dann siehst du, wie dir die Heuchler in Abscheu den Rücken kehren.

62. Doch wie (wird es sein), wenn sie ein Unglück trifft für das, was sie mit ihren eigenen Händen vorausgeschickt haben? Dann kommen sie zu dir und schwören bei Gott: „Wahrlich, wir wollten nichts anderes als Gutes und Versöhnung!“

63. Sie sind es, von denen Gott weiß, was in ihren Herzen ist: Darum wende dich von ihnen ab (und kümmere dich nicht darum, was sie sagen oder tun). (Fahre vielmehr fort) sie zu ermahnen und sprich grundlegende Worte zu ihnen, die ihre Seelen erreichen.

64. (Jeder sollte genau wissen, dass) Wir niemals einen Gesandten geschickt haben, außer dass ihm gehorcht werde mit Ermächtigung Gottes. Wenn sie doch nur, nachdem sie sich selbst Unrecht getan hatten (indem sie eine Sünde begingen), zu dir gekommen wären und Gott um Vergebung gebeten hätten - und auch der Gesandte hätte Gott für sie um Vergebung gebeten -, dann hätten sie gewiss gefunden, dass Gott Reue durch großzügige Vergebung für Seine Diener und zusätzlichen Lohn vergilt und barmherzig ist.

65. Doch nein, bei deinem Herrn! Sie glauben nicht (wirklich),es sei denn, sie machen dich zum Richter über das, worüber sie miteinander streiten, und dann innerlich nicht im Mindesten bedrückt sind wegen dem, was du beschlossen hast, und sich in völliger Ergebenheit fügen.

66. Wenn Wir ihnen vorschreiben würden:„Opfert euer Leben (für Gottes Sache, damit ihr von euren Sünden gereinigt werdet)!“,oder:„Verlasst eure Häuser (die ihr mit euren Sünden besudelt habt, und wandert für Gottes Sache in ein anderes Land aus)!“, dann würden sie es nicht tun, außer einigen wenigen von ihnen. Doch wenn sie getan hätten, wozu sie ermahnt worden sind (bevor die Dinge an diesem Punkt angelangt sind) - wenn sie es doch nur von jetzt an tun würden -, dann wäre es gewiss zu ihrem eigenen Besten gewesen (oder würde so sein) und (wäre angemessener für sie), um gefestigter (in ihrem Land) zu weilen.

67. Und dann hätten Wir ihnen wahrlich gewaltigen Lohn von Uns gewährt,

68. Und sie gewiss auf den geraden Weg geleitet (was glauben, denken, fühlen und handeln betrifft).

69. Und wer immer Gott und dem Gesandten gehorcht (wie man ihnen gehorchen sollte), die sind (und werden im Jenseits im Paradies sein) mit denjenigen, denen Gott Gnade (durch Seine vollkommene Rechtleitung) erwiesen hat - den Propheten, den Wahrhaftigen (die sich getreulich Gottes Sache widmen und wahrhaft sind in dem, was sie tun und sagen), den Bezeugenden (die die verborgenen Wahrheiten Gottes erkennen und dafür mit ihrem Leben Zeugnis ablegen) und den Gerechten (die aufrichtig in ihren Taten und ihren Worten sind und sich mit aller Kraft dafür einsetzen, die Dinge zurechtzurücken). Was sind dies für ausgezeichnete Gefährten!

70. Das ist die Huld, die von Gott kommt; und es genügt, dass Gott alles weiß (darüber, wie groß diese Huld ist, wer sie verdient, und welchen Rang die einnehmen, denen sie zuteil wird).

71. O ihr, die ihr glaubt! (Während euch solche Huld gewährt wird) ergreift Vorsichtsmaßnahmen, je nachdem (wie es die Umstände erfordern) entwederin (kleinen) fest vereinten Trupps (bei Kriegszügen) auszurücken oder aber alle zusammen vorzurücken.

72. Und gewiss ist unter euch manch einer, der (zögernd) zurückbleibt. Dann, wenn euch ein Unglück zustößt, sagt er: „Gott war doch fürwahr gnädig gegen mich, dass ich nicht bei ihnen zugegen war.“

73. Doch wenn euch Huld von Gott zuteil wird, dann wird er gewiss sagen, als ob es zwischen ihm und euch keine (Bande der) Freundschaft gegeben hätte (und als ob dies ein Hinderungsgrund gewesen wäre, mit euch auszuziehen): „O wäre ich doch nur bei ihnen gewesen, dann hätte ich einen großartigen Erfolg erringen können!“

74. Deshalb sollen jene für die Sache Gottes kämpfen, die das Jenseits mit dem Diesseits erkaufen wollen. Wer auch immer für die Sache Gottes kämpft, ob er nun getötet wird oder siegt, dem werden Wir einen gewaltigen Lohn gewähren.

75. Was ist mit euch, dass ihr nicht kämpft für die Sache Gottes und für die Unterdrückten, Hilflosen unter den Männern, Frauen und Kindern, jenen, die sagen: „Unser Herr, bringe uns aus diesem Land heraus, dessen Einwohner Unterdrücker sind, und gewähre uns von Dir einen Beschützer, und gewähre uns von Dir einen Helfer!“

76. Diejenigen, die (aufrichtig) glauben, kämpfen für die Sache Gottes, während die, die ungläubig sind, für die Sache dertāghūt (der Mächte des Bösen, die Verhaltensregeln aufstellen, um Gott zu trotzen) kämpfen. Darum (o ihr Gläubigen) kämpft gegen die Freunde und Verbündeten Satans. Wahrlich, die List Satans ist gar schwach.

77. Hast du nicht über jene nachgedacht, denen gesagt wurde: „Zügelt eure Hände (vor Krieg und ähnlichen Unternehmungen), und verrichtet das Gebet entsprechend all seinen Vorschriften, und entrichtet die vorgeschriebene läuternde Abgabe für Bedürftige (zu der Zeit, da sie dich unaufhörlich fragten, wann es ihnen erlaubt werde, zu kämpfen)“? Als jedoch die Zeit kam und ihnen der Kampf vorgeschrieben wurde, da fürchtete ein Teil von ihnen die Menschen so, wie sie Gott fürchten sollten, oder mit noch größerer Furcht. Und sie sagten: „Unser Herr! Warum hast du uns den Kampf auferlegt? Ach hättest Du uns nur ein wenig länger Aufschub gewährt!“ Sage (zu ihnen, o Gesandter): „Der Genuss dieser Welt ist nur von geringer Dauer, während das Jenseits besser ist für den, der sich vor Ungehorsam Gott gegenüber hütet in tiefer Ehrfurcht vor Ihm und in Frömmigkeit; und niemandem wird auch nur um eine winzige Haaresbereite Unrecht getan.“

78. Wo immer ihr sein mögt, der Tod wird über euch kommen, selbst wenn ihr in hoch aufgetürmten Burgen weiltet. Und wenn ihnen Gutes zuteil wird, sagen sie: „Das ist von Gott.“ Doch wenn sie Übles trifft, sagen sie: „Das kommt deinetwegen.“ Sprich: „Alles ist von Gott.“ Was ist nur mit diesen Menschen, dass sie nicht die Wahrheit von irgendetwas begreifen können, was gesagt wird (oder was geschehen ist)?

79. (O Mensch!) Was immer an Gutem dir zuteil wird, das ist von Gott. Und was dich an Üblem trifft, ist von dir selbst. Wir haben dich (o Gesandter) zu den Menschen als Gesandten geschickt. Und Gott genügt als Zeuge.

80. Wer dem Gesandten gehorcht, der hat (damit) Gott gehorcht, und wer sich von ihm (und seiner Lebensweise) abwendet (so sei nicht bekümmert darüber, o Gesandter, denn) Wir haben dich nicht als Bewahrer und Wächter über sie geschickt (um sie von ihren Missetaten abzuhalten und für sie zur Rechenschaft gezogen zu werden).

81. Sie sagen (wenn sie bei dir sind, zu jeder Anweisung von dir): „So soll es sein!“ Doch wenn sie von dir fortgehen, dann heckt ein Teil von ihnen geheime Pläne gegen das aus, was du sagst. Doch Gott schreibt nieder, was sie nachts aushecken. Darum wende dich von ihnen ab, und vertraue auf Gott. Und Gott genügt, um auf Ihn zu vertrauen und die Angelegenheiten Ihm anheim zu stellen.

82. Wollen sie denn nicht über den Koran nachdenken (um so Gewissheit zu erlangen, dass er von Gott stammt)? Wenn er von jemand anderem wäre als Gott, dann würden sie darin gewiss viele (Unstimmigkeiten oder) Widersprüche finden.

83. Und wenn ihnen eine Angelegenheit (zu Ohren) kommt, sei es nun, dass sie die (öffentliche) Sicherheit oder Gefahr betrifft, dann machen sie sie allgemein bekannt (ohne sich zu vergewissern, ob die Nachricht wahr ist oder nicht, und ohne darüber nachzudenken, ob es nützlich oder schädlich ist, sie zu verbreiten). Und wenn sie es vor den Gesandten oder diejenigen unter ihnen (in der Gemeinschaft), denen Verantwortung übertragen worden ist, gebracht hätten, dann hätten die unter ihnen, die (der Sache) nachzugehen vermögen, ans Licht gebracht, um was es wirklich geht. (O ihr Gläubigen) wäre nicht Gottes Huld und Barmherzigkeit mit euch (indem Er euren Weg erleuchtet und euch durch die Offenbarung und den Gesandten rechtleitet und euch gegen eure Feinde und vor Irrwegen beschützt), dann wärt ihr alle bis auf einige wenige (von euch) (durch die Heuchler getäuscht worden und) dem Satan gefolgt.

84. So kämpfe also (o Gesandter) für Gottes Sache - denn (so wie jeder Einzelne für sich selbst verantwortlich ist) bist du (in erster Linie) für niemanden außer für dich selbst verantwortlich. (Erfülle, selbst wenn du allein gelassen wirst, deine Pflicht) - und sporne die Gläubigen an (auch ihre Verantwortung zu tragen). Es mag sein, dass Gott (dadurch) die Macht derjenigen, die ungläubig sind, zurückhält. Wahrlich, Gott ist am gewaltigsten an Macht und am gewaltigsten in der Zügelung und Bestrafung.

85. Wer auch immer Fürsprache einlegt für eine gute Sache und zu ihren Gunsten vermittelt und Hilfe leistet, dem steht ein Anteil an ihren Segnungen zu. Und wer immer Fürsprache einlegt für eine üble Sache und zu ihren Gunsten vermittelt und Hilfe leistet, der hat Anteil an ihrer Bürde. Und Gott wacht über alle Dinge.

86. Wenn ihr (ob auf Reisen, zu Hause, in Kriegs- oder Friedenszeiten) mit einem Grußwort (des Friedens und des guten Willens) begrüßt werdet, dann grüßt mit einem noch schöneren zurück, oder erwidert es (zumindest). Gott nimmt für alles Rechenschaft entgegen.

87. Gott, es gibt keine Gottheit außer Ihm. Er wird euch gewiss alle zusammenführen am Tag der Auferstehung, über (dessen Kommen) es keinen Zweifel gibt. Und wer könnte wahrhaftiger sein als Gott (in der) Aussage?

88. (O ihr Gläubigen!) Was ist mit euch, dass ihr wegen der Heuchler (aus Medina und von anderen Stämmen, die behaupten, Muslime zu sein, und doch an den feindseligen Machenschaften ihrer Leute gegen dich teilnehmen) in zwei Gruppen gespalten seid? Wo Gott sie doch hat straucheln lassen (sodass sie in den Unglauben zurückfielen) um dessentwillen, was sie sich (durch ihre Sünden) zuschulden kommen ließen. Wollt ihr etwa den rechtleiten, den Gott irregehen lässt? Und für den, den Gott irregehen lässt, wirst du niemals einen (sicheren) Weg finden (dem er folgen könnte).

89. Sie möchten unbedingt, dass ihr ungläubig werdet, so wie sie ungläubig sind, damit ihr alle gleich seid. Darum nehmt niemanden von ihnen zu Vertrauten und engen Freunden, ehe sie nicht (nach Medina) auswandern (und sich euch anschließen) um der Sache Gotteswillen. Doch wenn sie sich (von diesem Aufruf) abwenden und fortfahren in ihren Feindseligkeiten gegen euch, dann ergreift sie und tötet sie, wo immer ihr sie findet. Und nehmt euch niemanden von ihnen zu Vertrauten und Helfern.

90. Außer denjenigen, die Zuflucht bei einem Volk suchen, zwischen dem und euch ein (Friedens- oder Schutz-) Bündnis besteht, oder (jenen, die) zu euch kommen, weil ihre Herzen sich davor gescheut haben, sowohl euch zu bekämpfen als auch ihr eigenes Volk. Wenn Gott gewollt hätte, dann hätte Er ihnen gewiss Macht über euch gegeben, und sie hätten euch bekämpft. Wenn sie sich von euch fernhalten und euch nicht bekämpfen und euch Frieden anbieten, dann hat Gott euch nicht erlaubt, (kriegerisch) gegen sie vorzugehen.

91. Andere werdet ihr finden, die möchten vor euch in Sicherheit sein (indem sie einen Vertrag mit euch unterschreiben) und vor ihrem (eigenen) Volk in Sicherheit sein (indem sie ihren Vertrag mit euch brechen und sich ihm anschließen): Jedes Mal, wenn sie erneut zur Verschwörung und zu Feindseligkeiten gegen euch aufgefordert werden, lassen sie sich blindlings darauf ein. Deshalb, wenn sie sich nicht fernhalten von euch und euch auch keinen Frieden anbieten, sowie ihre Hände nicht davon abhalten (euch Schaden zuzufügen), dann ergreift sie und tötet sie, wo immer ihr auf sie stoßt. Was jene angeht, so haben Wir euch offenkundige Ermächtigung über sie gegeben.

92. Doch (seid umsichtig, denn) es steht einem Gläubigen keinesfalls zu, einen anderen Gläubigen zu töten, es sei denn aus Versehen. Wer einen Gläubigen aus Versehen tötet, der muss einen gläubigen Sklaven befreien und Blutgeld an dessen Hinterbliebene (also die gesetzmäßigen Erben) zahlen, es sei denn, sie erlassen es aus Mildtätigkeit. Wenn der (Getötete) einem feindlichen Volk angehörte (zwischen dem und euch kein Vertrag besteht) und er ein Gläubiger war, dann (besteht die Entschädigung in der) Befreiung eines gläubigen Sklaven. Gehörte (der Getötete) zu einem (nichtmuslimischen) Volk, zwischen dem und euch ein Vertrag besteht, dann (besteht die Entschädigung in) Blutgeld an die Erben und in der Befreiung eines gläubigen Sklaven. Wer aber keine Mittel (für eine solche Entschädigung) hat, muss zwei aufeinander folgende Monate lang fasten - als Buße vor Gott (und als Akt der Reue). Gott ist wissend (vor allem bezüglich dessen, was in euren Busen ist), weise.

93. Wer immer jedoch einen Gläubigen vorsätzlich tötet, dessen Vergeltung (im Jenseits) ist die Hölle, wo er (ewig) bleiben soll. Gott hat (seine Tat) auf das Äußerste verdammt und ihn aus Seiner Barmherzigkeit ausgeschlossen und ihm eine gewaltige Strafe bereitet.

94. O ihr, die ihr glaubt! Wenn ihr auszieht (zum Kampf) für die Sache Gottes, dann sammelt erst sorgfältig Beweise, bis ihr völlige Klarheit habt über die Lage, und sagt nicht zu jemandem, der euch den Friedensgruß entbietet (was darauf hindeutet, dass er ein Muslim ist): „Du bist kein Gläubiger!“ Ihr trachtet nach den flüchtigen Glücksgütern dieser Welt; doch bei Gott ist Gutes in Fülle. Ebenso (wie er jetzt ist) wart auch ihr vordem (weil ihr nichts vom Glauben wusstet und was es bedeutet, ein Muslim zu sein, und auch ihr seid dem Islam mit einem ähnlichen Wort beigetreten); doch Gott hat euch seitdem Seine Gnade zuteil werden lassen. Darum sammelt erst sorgfältig Beweise, bis ihr völlige Klarheit habt über die Lage. Wahrlich, Gott ist wohl vertraut mit dem, was ihr tut.

95. Nicht gleich sind die unter den Gläubigen, die (wenn nicht alle Gläubigen dazu aufgefordert werden, sich für Gottes Sache einzusetzen) daheim zurückbleiben, ohne eine berechtigte Entschuldigung zu haben (und ohne Gottes Sache Schaden zuzufügen), und jene, die sich bemühen (und kämpfen) für Gottes Sache mit ihrem Vermögen und ihrem Leben. Gott hat die, die sich mit ihrem Vermögen und ihrem Blut einsetzen, um eine Rangstufe vor denen begünstigt, die daheim zurückbleiben. Gott hat allen das Beste (nämlich das Paradies) versprochen, doch Gott hat die, die sich mit aller Kraft einsetzen, vor denen, die daheim zurückbleiben, durch gewaltigen Lohn begünstigt.

96. (Unterschiedliche) Rangstufen (werden ihnen entsprechend der Aufrichtigkeit und den Bemühungen eines jeden) von Ihm zuteil und Vergebung und Barmherzigkeit (die sie mit unvorhersehbarer Gnadenfülle überhäufen). Gott ist vergebend, barmherzig.

97. Was jene angeht, deren Seelen die Engel (die damit beauftragt sind, die Seelen der Menschen hinweg zu nehmen) abberufen, während sie sich selbst Unrecht tun (indem sie weiterhin im Unglauben leben und es nicht auf sich nehmen, in ein Land auszuwandern, wo sie zum Glauben würden finden können), so fragen (die Engel) sie: „In welchen Schwierigkeiten wart ihr denn (dass ihr euch nicht den Gläubigen angeschlossen habt)?“ Sie sagen: „Wir waren so sehr unterdrückt in diesem Land, dass wir keinen Zugang zum Glauben finden konnten.“ (Da) fragen (die Engel) sie: „War denn die Erde Gottes nicht weit genug, dass ihr hättet auswandern können?“ Doch ihre Heimstatt wird die Hölle sein. Was für ein übles Ende!

98. Außer jenen, die wirklich unterdrückt sind unter den Männern, Frauen und Kindern allesamt und keine Mittel finden können und nicht rechtgeleitet werden zu einem Ausweg (um auszuwandern, einschließlich jener, die zu ihren Lebzeiten keinen Zugang zum Glauben finden konnten).

99. Für diese (deren Lebensumstände unverändert bleiben, wird angenommen, dass) Gott sie nicht zur Rechenschaft ziehen wird und ihnen Vergebung zuteil werden lässt. Wahrlich, Gott verzeiht vieles (und) ist vergebend.

100. Wer auch immer auswandert für Gottes Sache, findet auf Erden viele Zufluchtsorte und reichlich bemessenen Wohlstand. Wer sein Haus verlässt und für Gott und Seinen Gesandten auswandert und es ereilt ihn dann der Tod (während er unterwegs ist), dessen Lohn obliegt ganz gewiss Gott. Gott ist vergebend, barmherzig.

101. (O ihr Gläubigen!) Wenn ihr durch die Lande zieht, dann ist es kein Vergehen für euch, wenn ihr euer (vorgeschriebenes) Gebet abkürzt, weil ihr fürchtet, die Ungläubigen könnten euch Schaden zufügen (indem sie euch angreifen). Wahrlich, die Ungläubigen sind euer offenkundiger Feind.

102. Wenn du (o Gesandter) unter den Gläubigen weilst (während ihr euch auf einem Feldzug befindet und befürchten müsst, dass die Ungläubigen euch Schaden zufügen) und für sie (als Imam) das Gebet verrichtest, dann soll eine Gruppe von ihnen mit dir im Gebet stehen und (dabei) ihre Waffen bei sich tragen (während die andere Gruppe die Stellung hält gegen die Feinde). Wenn die erste Gruppe dann ihre Niederwerfung vollzogen (und dierak‛abeendet) hat, dann soll sie hinter euch Aufstellung nehmen (um dort die Stellung zu halten gegen den Feind); und eine andere Gruppe soll dann kommen, die noch nicht gebetet hat, und mit dir beten, doch sie sollen ihre Vorsichtsmaßnahmen ergreifen und ihre Waffen bei sich tragen. Diejenigen, die ungläubig sind, möchten, dass ihr nicht auf eure Waffen und euer Gepäck Acht gebt, damit sie euch ganz plötzlich in einem (Überraschungs-) Angriff überfallen können. Doch es soll kein Vergehen für euch sein, wenn ihr eure Waffen während des Gebets ablegt, sofern ihr unter Regen zu leiden habt (und der aufgeweichte Boden euch in der Bewegung behindert) oder wenn ihr krank seid. Doch ergreift eure Vorsichtsmaßnahmen. Wahrlich, Gott hat für die Ungläubigen eine beschämende, erniedrigende Strafe bereitet.

103. Wenn ihr das Gebet beendet habt (insbesondere dann, wenn ihr euer Gebet abgekürzt habt, während ihr euch auf Reisen befandet und Befürchtungen hegen musstet), dann gedenkt Gottes und nennt Seinen Namen (mit euren Zungen und Herzen) im Stehen, im Sitzen und wenn ihr auf eurer Seite liegt (und selbst während der Kampfhandlungen). Seid ihr aber wieder in Sicherheit, dann verrichtet das Gebet in Übereinstimmung mit all seinen Vorschriften (und holt die Gebete nach, die ihr während der Kämpfe auslassen musstet). (Denkt daran) dass das Gebet (als die wichtigste Form der Andacht) für die Gläubigen zu bestimmten Zeiten vorgeschrieben ist.

104. Seid nicht zaghaft, wenn ihr diese Menschen verfolgt (die euch bekämpfen, und haltet sie in Schach, solange der Kriegszustand zwischen euch und ihnen anhält). Wenn ihr leidet (weil ihr Härten zu ertragen habt), so haben sie ebenso zu leiden wie ihr. Doch ihr erhofft von Gott, was sie nicht zu erhoffen haben. Gott ist fürwahr wissend, weise.

105. Wahrlich, Wir haben dir das Buch mit der Wahrheit herabgesandt (das sie in sich verkörpert und nichts Falsches enthält), damit du zwischen den Menschen richtest entsprechend dem, was Gott dir an Einsicht gewährt hat. Darum werde nicht zum Verfechter jener, die treulos handeln.

106. Und bitte Gott um Vergebung. Wahrlich, Gott ist vergebend, barmherzig.

107. Verteidige nicht diejenigen, die sich selbst betrügen (indem sie lügen, um die Wahrheit der Angelegenheit zu verbergen, die sie vor dich gebracht haben). Gott liebt nicht jene, die Vertrauen missbrauchen und auf Sünden beharren.

108. Sie bemühen sich, (ihre üblen Taten) vor den Menschen zu verbergen, sie bemühen sich aber nicht, sie vor Gott zu verheimlichen; doch Er ist ständig bei ihnen, wenn sie nachts etwas aushecken, womit Er nicht einverstanden ist. Gott umfasst wahrlich (mit Seinem Wissen, Seinem Sehen, Seinem Gehör und Seiner Macht) alles, was sie tun.

109. O ja, ihr (Gläubigen) seid diejenigen, die für sie Fürsprache einlegen mögen in dieser Welt. Doch wer wird für sie vor Gott Fürsprache einlegen am Tag der Auferstehung, oder wer wird dann ihr Verteidiger oder Beschützer sein?

110. Wer jedoch Übles tut oder sich selbst Unrecht zufügt (indem er Sünden begeht und sich dadurch spirituell schadet), dann aber Gott um Vergebung anfleht, der wird Gott vergebend, barmherzig finden.

111. Wer immer eine Sünde begeht (und versäumt, dafür um Vergebung zu bitten), der begeht sie nur gegen sich selbst (zu seinem eigenen Schaden). Und Gott ist wissend, weise.

112. Wer aber einen Fehler oder eine Sünde begeht und sie dann einem Unschuldigen zur Last legt, der lädt dadurch (die zusätzliche Bürde) offensichtlicher Schändlichkeit und Sünde auf sich.

113. Und wäre nicht der Segen und die Huld Gottes mit dir und Seine Barmherzigkeit, dann hätte gewiss ein Teil von ihnen sich angeschickt, dich irrezuführen. Doch sie führen niemanden irre außer sich selbst, und dir können sie nicht den geringsten Schaden zufügen. (Wie könnten sie dies auch tun, nachdem doch) Gott dir das Buch und die Weisheit herabgesandt und dich gelehrt hat, was du nicht wusstest. Die Huld Gottes, die Er dir gewährt hat, ist fürwahr gewaltig.

114. Nichts Gutes ist in den meisten ihrer geheimen Beratungen, es sei denn, jemand ruft zur Mildtätigkeit auf oder zu gutem, gerechten Handeln und ehrlichem Vorgehen oder zur Versöhnung unter den Menschen. Wer immer das tut, um Gottes Wohlgefallen zu erlangen, dem werden Wir gewiss gewaltigen Lohn zuteil werden lassen.

115. Wer immer sich gegen den Gesandten auflehnt, nachdem ihm die Rechtleitung (hin zu dem, was am wahrsten und besten ist im Denken, Glauben und Handeln) klar geworden ist, und einen anderen Weg befolgt als den der Gläubigen (denen es unmöglich ist, in einer Angelegenheit überein zu stimmen, die zum Irrtum führt), den lassen Wir den Weg gehen, zu dem er sich gewendet hat, und in der Hölle lassen Wir ihn brennen. Was für ein übles Ende!

116. Wahrlich, Gott verzeiht nicht, dass Ihm Teilhaber zur Seite gestellt werden. Doch Er verzeiht weniger Schwerwiegendes,wem immer Er will (wen immer Er zur Reue und Rechtschaffenheit geleitet hat, nachdem er selbst sich mit seinem freien Willen für Reue und Rechtschaffenheit entschieden hatte). Wer immer Gott Teilhaber zur Seite stellt, der ist fürwahr weit in die Irre gegangen.

117. Sie rufen an Seiner Stelle nur weibliche Gottheiten an, doch rufen sie (wenn sie das tun) niemand anderen als den hochmütigen, rebellischen Satan an,

118. Der von Gott verflucht (und aus Seiner Barmherzigkeit ausgeschlossen) wurde. Einst sagte er: „Ich werde gewiss von Deinen Dienern einen bestimmten Teil hinwegnehmen, sodass sie zu mir gehören (weil sie mir folgen).

119. Ich werde sie gewiss irreführen und gewiss eitle Wünsche in ihnen wecken (abergläubische Einbildungen und falsche Vorstellungen); und ich werde ihnen gewiss Befehle erteilen, und sie werden gewiss die Ohren ihrer Herdentiere abschneiden (um sie dadurch zu kennzeichnen, dass sie zum Götzendienst bestimmt und ihnen als Nahrung verwehrt sind, sodass Erlaubtes zu Verbotenem wird); und ich werde ihnen auch gewiss Befehle erteilen, und sie werden gewiss die Schöpfung Gottes verunstalten.“ Wer sich Satan zum Vertrauten und Sachwalter nimmt anstelle von Gott, der hat fürwahr einen offenkundigen Verlust erlitten.

120. (In Wirklichkeit hat jedoch Satan keine Macht über die Menschen so wie Gott.) Er macht ihnen Versprechungen und weckt eitle Wünsche in ihnen (abergläubische Einbildungen und falsche Vorstellungen). Doch was Satan ihnen verspricht, ist nichts anderes als Verblendung.

121. Solche (wie jene von Satan Verblendeten) sind es, deren Aufenthaltsort die Hölle ist, und sie werden aus ihr kein Entrinnen finden.

122. Doch diejenigen, die glauben und gute Werke tun, werden Wir gewiss in Gärten eingehen lassen unter (deren Ruheplätzen und mitten durch deren Bäume) Ströme fließen. Dort werden sie ewig verweilen. Das Versprechen Gottes ist wahr. Wer könnte wahrhaftiger sein in dem, was er spricht, als Gott?

123. Es geht weder nach euren Wunschvorstellungen noch nach den Wunschvorstellungen der Besitzer des Buches. (Niemand genießt einen Vorrang vor Gottes Angesicht, nur weil er dem Namen nach Muslim oder Jude oder Christ ist. Die Wahrheit sieht vielmehr so aus:) Wer immer Übles tut, dem wird entsprechend vergolten, und er wird außer Gott keinen Beschützer oder Helfer finden (der ihn beschützen oder ihm helfen könnte gegen die Folgen dieses Üblen).

124. Und wer immer rechtschaffene Werke tut, sei es Mann oder Frau, und (wahrhaft) gläubig ist - der wird ins Paradies eingehen, und dem wird nicht im Geringsten Unrecht getan, nicht einmal so wenig wie in der Rille eines Dattelkerns (Platz hat).

125. Wer ist besser im Glauben als der, der sich ganz und gar Gott hingibt (und nichts anderes begehrt als Gottes Wohlgefallen, und der sich ganz dem widmet), Gutes zu tun, und sich bewusst ist, dass Gott ihn sieht, und der dem Bekenntnis (milla) Abrahams folgt, der aufrichtig gläubig war (ohne eine Spur von Unglauben und ohne Gott Teilhaber an die Seite zu stellen und ohne Heuchelei). Gott hat sich Abraham zum Freund genommen (als jemand Nahestehenden, Vertrauenswürdigen).

126. Gott gehört, was immer in den Himmeln ist und was immer auf Erden ist. Und Gott umfängt alles (mit Seinem Wissen und Seiner Macht).

127. (O Gesandter!) Sie bitten dich um eine Anweisung hinsichtlich der Frauen. Sprich: „Gott gibt euch Anweisungen ihretwegen, und (bedenkt) was euch im Buch bezüglich der verwaisten Mädchen vorgetragen worden ist, denen ihr nicht gegeben habt, was für sie vorgeschrieben ist (als Brautgabe oder zu ihrem Unterhalt), und doch begehrt ihr sie zu heiraten (weil ihr begierig seid auf ihre Anmut oder darauf, ihr Vermögen für euch selbst zu haben, oder indem ihr ihnen verweigert zu heiraten, weil ihr weiterhin Nutzen aus ihrem Vermögen ziehen wollt); und auch (was euch vorgetragen worden ist bezüglich) der Schwachen und Hilflosen unter den Kindern (deren Rechte gewahrt werden sollten); und dass ihr unaufhörlich und eifrig um die Rechte der Waisen besorgt sein müsst.“ Und was immer an Gutem ihr tut - wahrlich, Gott weiß wohl darum.

128. Wenn eine Frau schlechte Behandlung von ihrem Ehemann befürchtet oder (eine Verletzung familiärer Pflichten wie) sein Abwenden in Abscheu, dann ist es kein Vergehen für sie beide, wenn sie sich auf friedliche Weise miteinander versöhnen; denn die friedliche Versöhnung ist vorzuziehen. (Vergesst nicht, dass) die Seelen zu Habgier neigen, deshalb (o ihr Ehemänner), wenn ihr Gutes tut in Gehorsam Gott gegenüber und in tiefer Ehrfurcht vor Ihm und in Frömmigkeit (indem ihr die Rechte der Frauen achtet), dann ist Gott wahrlich vertraut mit dem, was ihr tut.

129. Ihr werdet niemals völlige Gerechtigkeit üben können unter euren Frauen (was Liebe und gefühlsmäßige Zuneigung angeht), auch wenn ihr es noch so sehr wünscht. Doch wendet euch nicht ganz und gar ab (von einer von ihnen), sodass ihr sie gleichsam in der Schwebe lasst (unsicher, ob sie einen Ehemann hat oder nicht). Wenn ihr gerecht handelt (zwischen ihnen) und in Frömmigkeit (und euch hütet, einer von ihnen absichtlich Unrecht zu tun), dann ist Gott wahrlich vergebend, barmherzig.

130. Wenn (trotz aller Bemühungen, Versöhnung zwischen ihnen herbeizuführen, es nicht länger möglich ist, die Ehe aufrecht zu erhalten, sodass) das Ehepaar sich trennt, (dann soll keiner von beiden sich vor Armut oder Hilflosigkeit fürchten, denn Gott genügt in all Seiner Gnadenfülle. Gott ist umfassend (in Seiner Güte), weise.

131. Und Gott gehört, was immer in den Himmeln und was immer auf Erden ist. Und wahrlich, Wir haben bereits jenen, denen das Buch vor euch gegeben worden ist, aufgetragen, und (Wir tragen) euch (o Muslime, auf) in Frömmigkeit zu handeln und in tiefer Ehrfurcht vor Gott, und euch vor Ungehorsam Ihm gegenüber zu hüten (in allen Angelegenheiten, insbesondere aber bei der Wahrung eurer gegenseitigen Rechte). Wenn ihr ungläubig seid (und trotz dieser Ermahnung in Undankbarkeit gegen Ihn handelt, dann bedenkt, dass) Gott gehört, was immer in den Himmeln und was immer auf Erden ist: (Wenn ihr an Ihn glaubt und Ihm dankt, dann fügt Ihm das nichts hinzu, oder wenn ihr den Glauben an Ihn zurückweist und undankbar werdet, dann vermindert Ihm das nichts. Denn) Gott ist der Reiche und der Sich Selbst Genügende (der vollkommen unabhängig ist von all Seinen Geschöpfen, des Lobes würdig (als euer Herr, der euch und alle anderen Geschöpfe versorgt und alle eure Bedürfnisse befriedigt).

132. (Und bedenkt abermals, dass) Gott gehört, was immer in den Himmeln und was immer auf Erden ist. Und Gott genügt als Einer, auf den man sich verlassen kann und zu dem alle Angelegenheiten zurückgebracht werden sollten.

133. Wenn Er will, kann Er euch hinwegnehmen, o ihr Menschen, und lässt an eurer Stelle andere erstehen. Und Gott hat die Macht, das zu tun.

134. Wer Belohnung in dieser Welt haben will, (der möge wissen dass) bei Gott die Belohnung dieser Welt und des Jenseits ist. Gott ist wahrlich hörend, sehend.

135. O ihr, die ihr glaubt! Seid Verteidiger und vorbildliche Verfechter der Gerechtigkeit, und bezeugt die Wahrheit Gott zuliebe, auch wenn es gegen euch selbst oder eure Eltern oder nahen Verwandten sein sollte. Ob es sich bei den Betreffenden um Reiche oder Arme handelt, (bedenkt, dass) Gott ihnen näher ist (als ihr es seid und noch mehr besorgt um ihr Wohlergehen). So folgt nicht (in Erwartung einer Vergünstigung von den Reichen oder aus falsch verstandenem Mitgefühl für die Armen) euren eigenen niederen Begierden, damit ihr nicht von der Gerechtigkeit abweicht. Wenn ihr (die Wahrheit) verdreht oder umgeht (anstatt ehrliches Zeugnis abzulegen), dann wisst, dass Gott wohl vertraut ist mit allem, was ihr tut.

136. O ihr, die ihr glaubt! Glaubt an Gott und Seinen Gesandten (Muhammad) und das Buch, das Er Seinem Gesandten in Abschnitten herabgesandt hat, und an die Bücher (Gottes), die Er vordem herabgesandt hat. Wer immer nicht an Gott glaubt und an Seine Engel und Seine Bücher und Seine Gesandten und an den Jüngsten Tag, der ist fürwahr weit in die Irre gegangen.

137. Jene, die glaubten und dann ungläubig wurden, dann glaubten und (wieder) ungläubig wurden, und danach im Unglauben (noch) zunahmen, denen wird Gott niemals vergeben und die wird Er niemals auf den rechten Weg leiten (der zum letztendlichenErfolg und zur Errettung führt).

138. Verkünde den Heuchlern (die gerade beschrieben wurden) die frohe Botschaft, dass ihnen schmerzliche Strafe zuteil wird.

139. (Die Heuchler sind) jene, die sich die Ungläubigen zu Vertrauten, Beschützern und Verbündeten nehmen anstelle der Gläubigen: Suchen sie etwa Macht und Ansehen bei ihnen? (Wenn das so sein sollte, dann wisset, dass) alle Macht und Ehre Gott gehören.

140. Er hat euch bereits in dem Buch offenbart, dass ihr, wenn ihr hört, dass die Zeichen Gottes geleugnet werden und dass über sie gespottet wird, nicht länger mit ihnen sitzen sollt (um so euren Widerwillen zu zeigen), ehe sie nicht zu einem anderen Gespräch übergehen, denn sonst wärt ihr wie sie. Wahrlich, Gott wird die Heuchler und die Ungläubigen allesamt in der Hölle versammeln.

141. (Die Heuchler sind jene) die euch abwartend belauern, um zu sehen, was euch trifft. Wenn euch ein Sieg von Gott zuteil wird, sagen sie: „Waren wir nicht mit euch?“ Wenn aber den Ungläubigen Erfolg zufällt, sagen sie (zu diesen): „Haben wir nicht Macht über euch erlangt (indem wir uns nicht den Gläubigen angeschlossen haben und sie so von innen her geschwächt haben),und haben wir euch nicht vor den Gläubigen beschützt?“ Gott wird zwischen euch (und ihnen) richten am Tag der Auferstehung, und Gott wird den Ungläubigen niemals den Weg (zum Triumph) über die echten Gläubigen ebnen.

142. Die Heuchler versuchen, Gott zu täuschen, aber Er ist, der sie ‚täuscht‘ (indem Er sie in ihre eigene Falle tappen lässt). Und wenn sie das Gebet verrichten, verrichten sie es nachlässig, (nur) um von den Menschen gesehen zu werden (und ihnen zu zeigen, dass sie Muslime sind); und sie gedenken Gottes (während des Gebets und auch sonst) nur ganz wenig.

143. Sie schwanken (zwischen den Gläubigen und den Ungläubigen) hin und her (und entscheiden sich) weder für diese noch für jene. Wen immer Gott irre gehen lässt, für den wirst du niemals einen Weg finden (den er befolgen könnte).

144. O ihr, die ihr glaubt! Nehmt euch nicht die Ungläubigen zu Beschützern und Vertrauten anstelle der Gläubigen. Wollt ihr etwa Gott einen offenkundigen Beweis gegen euch selbst geben (dafür, dass ihr Heuchler seid und deshalb Seine Strafe auf euch ziehen?)

145. Wahrlich, die Heuchler werden in den tiefsten Tiefen des Feuers sein, und keinen Helfer wirst du für sie finden (gegen das Feuer).

146. Außer für diejenigen, die reuevoll umkehren und sich bessern und an Gott festhaltenund ihre Religion einzig und allein und aufrichtig um Gotteswillen ausüben. Jene (die reuevoll umkehren) sind es, die zu den Gläubigen zählen. Und Gott wird gewiss den Gläubigen letztendlich gewaltigen Lohn gewähren.

147. Wie sollte Gott euch Strafe auferlegen, wenn ihr (Ihm) dankbar seid und (an Ihn) glaubt? Gott ist erkenntlich für Dankbarkeit, wissend.

148. Gott liebt es nicht, dass harte Worte öffentlich geäußert werden, außer von jemandem, dem selbst Unrecht zugefügt worden ist (und der deshalb das Recht hat, dies entsprechend zum Ausdruck zu bringen). Gott ist wahrlich hörend, wissend.

149. Ob ihr Gutes offenbart oder es heimlich tut, oder Übles vergebt (das euch angetan wurde und für das ihr das Recht auf gerichtliche Vergeltungsmaßnahmen habt, wisset dass) Gott vergebend, allmächtig ist (sodass Er strafen oder vergeben kann).

150. Jene (die Bestrafung verdienen) sind diejenigen, die nicht an Gott glauben (indem sie Ihn überhaupt nicht anerkennenoder nicht so, wie es Ihm zukommt) und (auch nicht an) Seine Gesandten (indem sie das Prophetentum grundsätzlich leugnen oder einige der Gesandten nicht anerkennen)und die einen Unterschied zwischen Gott und Seinen Gesandten machen (indem sie behaupten, an Gott zu glauben, aber das Prophetentum leugnen oder einige der Gesandten nicht anerkennen)und sagen: „Wir glauben an einige,und an andere glauben wir nicht“, und einen Weg dazwischen zu nehmen trachten,

151. Diese sind die wirklich Ungläubigen, und Wir haben für die Ungläubigen eine schändliche, erniedrigende Strafe bereitet.

152. Diejenigen aber, die an Gott und Seine Gesandten glauben und keinen Unterschied zwischen ihnen (zwischen Gott und Seinen Gesandten oder zwischen den Gesandten selbst) machen, die sind es, denen Er ihre Löhne (voll und ganz) gewähren wird. Gott ist fürwahr vergebend, barmherzig.

153. Die Besitzer des Buches verlangen von dir, dass du ein Buch vom Himmel auf sie herab kommen lässt. (O Gesandter, sei nicht bestürzt darüber, denn) sie haben bereits von Moses Größeres als dies verlangt, als sie sagten: „Lass uns Gott unverhüllt sehen!“ Da ereilte sie der Donnerschlag, weil sie unrecht gehandelt hatten. Dann nahmen sie sich das (goldene) Kalb als Gottheit - und dies, nachdem die (Wunder und andere) klare Beweise der Wahrheit zu ihnen gekommen waren. Doch Wir (nahmen ihre Buße an und) vergaben ihnen selbst dies. Und Wir gaben Moses (das Buch und das Mittel zur Unterscheidung und somit) einen eindeutigen Beweis und eine klare Ermächtigung.

154. (Auch) ließen Wir über ihnen den Berg emporragen, um ihr Versprechen einzuholen (dass sie am Buch festhalten würden), und (bei anderer Gelegenheit, als Wir sie zu einer Stadt führten) geboten Wir ihnen:„Tretet ein durch das Tor, indem ihr euch (demütig und in völliger Ergebung in Gott) niederwerft!“, und ein andermal befahlen Wir ihnen:„Übertretet nicht das Sabbat-Gebot!“ Und Wir nahmen von ihnen ein höchst feierliches Versprechen entgegen.

155. (Sie haben sich Gottes Zorn zugezogen) weil sie ihr Versprechen gebrochen habenund Gottes Zeichen (im Universum und in ihrem Innern) absichtlich nicht beachtet haben, und weil sie Seine Offenbarungen geleugnet und bestimmte Propheten entgegen jeglichem Recht getötet und gesagt haben: „Unsere Herzen sind unempfindlich (überhaupt nicht mehr fähig, zu glauben).“ Doch nein! Gott hat ihre Herzen wegen ihres beharrlichen Unglaubens versiegelt, sodass sie mit Ausnahme einiger weniger kaum noch glauben.

156. Und wegen ihres (Verharrens im) Unglauben und weil sie über Maria Worte von ungeheurer Schändlichkeit äußerten,

157. Und weil sie sagten:„Wir haben den Messias Jesus, den Sohn der Maria, den Gesandten Gottes getötet“ - wo sie ihn doch weder getötet noch gekreuzigt haben, sondern die Angelegenheit für sie zweifelhaft gemacht wurde. Diejenigen, die darüber und über Jesus uneinig sind, sind in der Tat verwirrt. Sie besitzen kein wirkliches Wissen darüber, sondern folgen nur Vermutungen. Und sie haben ihn mit Gewissheit nicht getötet.

158. Doch nein! Gott hat ihn zu Sich erhoben. Gott ist ruhmreich, von unwiderstehlicher Macht, weise.

159. Und es gibt niemanden unter den Besitzern des Buches, der nicht gewiss im Augenblick seines Todes (die Wahrheit über Jesus begreifen) und an ihn glauben wird (obwohl ihm dieser Glaube dann nichts mehr nützen wird); und am Tag der Auferstehung wird er Zeuge gegen sie sein.

160. So haben Wir, wegen des Unrechts, das von denen begangen wurde, die Juden waren, ihnen Gutes verboten, das ihnen (vordem) erlaubt war, und weil sie viele vom Weg Gottes abgehalten haben;

161. Und weil sie Zinsen genommen haben, obwohl es ihnen bereits verboten worden war, und weil sie das Vermögen der Menschen auf unerlaubte Weise verschlungen haben (durch Zinswucher, Diebstahl, widerrechtliche Aneignung, Bestechung, Glücksspiel und den Verkauf von Gottes Offenbarung), haben Wir für die Ungläubigen unter ihnen (jene, die trotz all der vielen Erahnungen im Unglauben verharrten) eine schmerzliche Strafe bereitet.

162. Doch jene von ihnen, die tief begründetes Wissen haben, und die Gläubigen, die an das glauben, was dir (o Gesandter) herabgesandt wurde und was vor dir herabgesandt worden ist, und ganz besonders jene, die das Gebet in der vorgeschriebenen Weise verrichten, und jene, die die vorgeschriebene läuternde Abgabe an Bedürftige bezahlen, und jene, die an Gott und den Jüngsten Tag glauben (wie man daran glauben sollte), die sind es, denen Wir einen gewaltigen Lohn geben werden.

163. Wir haben dir (o Gesandter) Eingebung gewährt, so wie wir Noah und den Propheten nach ihm Eingebung gewährtenund wie Wir Abraham und Ismael und Isaak und Jakob und den aus den Stämmen hervorgegangen Propheten, und Jesus, Hiob, Jonas, Aaron und Salomon Eingebung gewährten, und wir gaben David die Psalmbücher.

164. Von einigen Gesandten haben Wir dir bereits (was ihre Sendung angeht) vordem berichtet, und von anderen Gesandten haben Wir dir nicht berichtet. Und zu Moses hat Gott auf besondere Weise gesprochen.

165. Gesandte (wurden geschickt als) Verkünder froher Botschaft und Warner, damit die Menschen keine Entschuldigung haben vor Gott, nachdem die Gesandten (zu ihnen gekommen sind). Und Gott ist ruhmreich, von unwiderstehlicher Macht, weise.

166. (Ob die Menschen glauben oder nicht) Gott bezeugt (die Wahrheit) dessen, was Er dir herabgesandt hat. Und Er hat es aufgrund von und mit Seinem Wissen herabgesandt. Und auch die Engel bezeugen (es), obwohl Gott als Zeuge genügt.

167. Wahrlich, diejenigen, die (trotz dieser Bezeugung) ungläubig sind und (die Menschen) vom Weg Gottes abhalten, sind fürwahr weit in die Irre gegangen.

168. Wahrlich, diejenigen, die nicht glauben und Unrecht tun (an den Menschen, indem sie sie vom Weg Gottes abhalten, aber auch an Gott und Seinen Gesandten und den Engeln und allen Gläubigen und allen Geschöpfen, die die Wahrheit bezeugen, und an ihrem eigenen Gewissen, indem sie ihm Lüge und Betrug unterstellen) - Gott wird ihnen in der Tat nicht vergeben, und Er wird sie nicht auf den Weg leiten,

169. Außer auf den Weg der Hölle. Dort sollen sie ewig verweilen. Und dies ist für Gott ein Leichtes.

170. O ihr Menschen! Der (hervorragendste der) Gesandten ist zu euch gekommen mit der Wahrheit von eurem Herrn: Darum glaubt, das ist am besten für euch. Und wenn ihr nicht glaubt, dann (wisset, dass euer Unglaube Ihm nicht den geringsten Schaden zufügt, denn) Gott gehört,was immer in den Himmeln und auf Erden ist. Und Gott ist wissend, weise.

171. O ihr Besitzer des Buches! Begeht keine Übertreibung in eurer Religion, und sagt nichts über Gott außer der Wahrheit. Der Messias Jesus, der Sohn Marias, ist nichts anderes als ein Gesandter Gottes und ein Wort von Ihm (aus Seiner Allmacht), das Er Maria zuteil werden ließ, und Geist von Ihm. Darum glaubt an Gott (als den Einen, Einzigen Gott), und Seine Gesandten (einschließlich Jesus als Gesandtem); und sagt nicht: (Gott ist einer von) einer Dreieinigkeit. Hört auf (mit dieser Behauptung) - (es ist) zu eurem eigenen Besten (das zu tun). Gott ist ein Einziger Gott. Gepriesen sei Er - (erhaben ist Er darüber) einen Sohn zu haben! Ihm gehört, was immer in den Himmeln ist und was immer auf Erden ist. Und Gott genügt als der Eine, auf den man sich verlassen kann, zu dem alle Angelegenheiten zurück gebracht werden sollten.

172. Der Gesandte hält es nicht für unter seiner Würde, ein Diener Gottes zu sein, und auch die Engel nicht, jene, die Ihm am nächsten sind. Und wer es für unter seiner Würde hält, Gott als Diener anzubeten, und hochmütig ist (mit von Stolz geschwellter Brust, der sollte wissen, dass) Gott sie allesamt bei Sich versammeln (und zur Rechenschaft ziehen) wird.

173. Denen jedoch, die glauben und Gute Werke tun, wird Er ihren vollen Lohn zuteil werden lassen, und ihnen noch mehr geben aus Seiner Gnadenfülle. Was aber jene angeht, die (dies) für unter ihrer Würde halten und hochmütig sind, die wird Er mit einer schmerzlichen Strafe belegen, und sie werden außer Gott weder einen Hüter und Beschützer noch einen Helfer finden.

174. O ihr Menschen! Nun ist ja ein Beweis von eurem Herrn zu euch gekommen, und Wir haben euch ein klares Licht herabgesandt (um euren Weg zu beleuchten und euch alles deutlich zu zeigen).

175. Was jene angeht, die an Gott glauben (wie es dieser Beweis und dieses Licht lehren) und an Ihm festhalten, die wird Er eingehen lassen in Seine (übergroße) Barmherzigkeit aus Seiner Gegenwart und aus Huld, und sie auf dem geraden Weg unmittelbar zu Sich führen.

176. Sie bitten dich (o Gesandter) um eine Anweisung. Sprich: „Gott gibt euch Anweisung hinsichtlich des Erbanteils von denen, die keine erbberechtigten Eltern und Kinder hinterlassen haben (kalāla). Wenn ein Mann stirbt, ohne ein Kind zu hinterlassen, aber eine Schwester hat, so soll sie die Hälfte dessen erhalten, was er hinterlässt; und der Bruder soll sie beerben, wenn die Schwester kein Kind hat. Wenn die Erben zwei Schwestern sind, dann sollen sie zwei Drittel dessen erhalten, was er hinterlassen hat. Und wenn es sich um Brüder und Schwestern handelt, dann erhalten die (männlichen) Erben doppelt so viel wie die weiblichen. Gott macht euch (die Anweisungen) klar, damit ihr nicht irregeht.Und Gott hat volles Wissen um alle Dinge.“

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