AL-BAQARA

Sure 2

DIE KUH

offenbart in Medina

Diese Sure ist mit ihren 286 Versen die längste Sure im Koran. Man könnte sie als eine detaillierte Zusammenfassung des gesamten Korans bezeichnen. Die Offenbarung dieser Sure begann unmittelbar nach der Auswanderung (Hidschra) von Mekka nach Medina, und es dauerte fast 10 Jahre, bis schließlich alle ihre Verse herabgekommen waren. Wie bereits im Vorwort dargelegt, ließ Gottes Gesandter – Friede sei mit ihm – jeden offenbarten Vers oder jede offenbarte Versgruppe niederschreiben und genau dort in die Sure einfügen, wo Gott es ihm befahl. 

IM NAMEN GOTTES, DES ERBARMERS, DES BARMHERZIGEN.

1.Alif. Lām. Mīm.

2. Dies ist das (am meisten verehrte, unvergleichliche) Buch, an dem es keinen Zweifel gibt (weder was die Tatsache betrifft, dass Gott sein Urheber ist, noch an der Tatsache, dass es aus nichts anderem als der reinen Wahrheit besteht). (Es ist) eine Rechtleitung für die Gottesfürchtigen, Frommen, die ihre Pflicht Gott gegenüber erfüllen.

3. Die an das Verborgene glauben, das Gebet zur vorgegebenen Zeit und in Übereinstimmung mit seinen Vorschriften verrichten und von dem spenden, was Wir ihnen (an Vermögen, Wissen, Macht und so weiter) gegeben haben (als Unterhalt für Bedürftige und für Gottes Sache, einzig um das Wohlgefallen Gottes zu erlangen und ohne damit Ansprüche gegen andere zu verknüpfen).

4. Und die an das glauben, was vor Dir offenbart wurde (wie die Thora, die Evangelien und die Psalmen sowie die Schriftrollen Abrahams), und die vom Jenseits überzeugt sind./

5. Sie (jene Vorzüglichen) sind es, die von ihrem Herrn (auf der Grundlage des Korans) rechtgeleitet sind, und sie sind es, denen es wohl ergehen wird.

6. Fürwahr, denen die (trotz des Ehrgeizes und des brennenden Verlangens, die du in dem Bemühen aufwendest, den Menschen zum Glauben zu verhelfen) absichtlich auf dem Unglauben bestehen, ist es gleich, ob du sie warnst oder nicht warnst; (obwohl es deine Aufgabe ist, sie zu warnen und du dies unermüdlich tust) sie wollen nicht glauben.

7. Versiegelt hat Gott ihre Herzen und ihr Gehör und über ihren Augen ist ein Schleier; ihnen wird (im Jenseits) eine gewaltige Strafe zuteil.

8. Unter den Menschen gibt es auch einige, die sagen: „Wir glauben an Gott und an den Jüngsten Tag“, doch sie sind gar keine Gläubigen.

9. Sie versuchen, Gott zu betrügen und diejenigen, die glauben; doch sie betrügen nur ihr eigenes Selbst (in das sie geradezu verliebt sind), und sie begreifen (es) nicht.

10. In ihren Herzen ist eine Krankheit (die die Quelle ihres spirituellen Lebens austrocknen lässt, die Fähigkeiten ihres Verstandes auslöscht und ihren Charakter verdirbt), und (wegen ihres moralischen Verfalls und der Schliche, die sie aus Neid und in böser Absicht anwenden) hat Gott ihre Krankheit größer werden lassen. Ihnen wird eine schmerzliche Strafe zuteil werden, weil sie zu lügen pflegen.

11. (Wegen der Unordnung, die sie durch ihre Lügen heraufbeschwören wollen), wenn ihnen (als Teil der Pflicht, die den Gläubigen auferlegt wurde, das Gute zu gebieten und das Böse zu verbieten) gesagt wird: „Stiftet nicht Unheil auf Erden!“, dann entgegnen sie: „Warum! Wir sind es doch, die Rechtschaffenes tun“.

12. Doch nein, sie sind diejenigen, die Unheil stiften, allein sie begreifen nicht (was sie da anrichten und haben keine Ahnung, was es bedeutet, die Dinge ins reche Lot zu bringen und Unordnung heraufzubeschwören).

13. Und wenn ihnen (weil es eine Pflicht zur Aufforderung, gläubig zu sein, gibt) gesagt wird: „Glaubt wie (andere) Menschen glauben!“, dann sagen sie (um ihre Überheblichkeit und ihre Geringschätzung den Menschen gegenüber zum Ausdruck zu bringen): „Sollen wir etwa glauben, wie Toren glauben?“ Doch nein, gewiss sind sie selbst die Toren, allein sie wissen es nicht (weil sie offensichtlich kein echtes Wissen darüber besitzen, wie man zwischen Wahrem und Falschem, aufrichtigem Glauben und Heuchelei, Recht und Unrecht unterscheidet).

14. Und wenn sie mit denen zusammentreffen, die glauben, dann sagen sie (heuchlerisch): „Wir glauben.“ Wenn sie aber mit ihren teuflischen Spießgesellen (in Menschengestalt) allein sind (denen sie sich in Eile zuwenden, in der Meinung, ihren Unglauben und ihren Treueeid ihnen gegenüber erneuern zu müssen, weil sie fürchten, sonst ihre Unterstützung zu verlieren), sagen sie: „Wir halten es gewiss mit euch; (mit den anderen) treiben wir ja nur Spott.“

15. (Weil das, was sie tun, Irreführung und Hohn mit sich bringt,) ist es Gott, der ihrer spottet und sie in ihrer Auflehnung gewähren lässt, sodass sie verblendet umherirren.

16. Das sind die, die den Irrtum für die Rechtleitung erkauft haben, doch ihr Handel brachte ihnen keinen Gewinn, noch sind sie auf dem rechten Weg.

17. Ihr Gleichnis ist wie das Gleichnis eines (Menschen), der (während er in Begleitung durch die Wüste wanderte, zur Nachtzeit anhielt und) ein Feuer anzündete (um Licht und Wärme und Schutz zu haben). Als es nun alles um ihn herum erleuchtet hatte (und die Begleiter sich wohl fühlten, sich aber nicht richtig dankbar erwiesen für das Feuer und versäumten, es gegen den Wind zu schützen, da wurde das Feuer ausgelöscht. So) nahm Gott ihr Licht hinweg und ließ sie in tiefer Finsternis zurück, sodass sie nichts sehen.

18. Taub, stumm und blind (sind sie), also kehren sie nicht um.

19. Oder (es ist) wie (bei jenen, die) ein Regenguss vom Himmel (überrascht), der voller Finsternis, Donner und Blitz ist. (Erschrocken über den Donner, und als ob sie dadurch einen möglichen Blitzschlag vermeiden könnten) stecken sie ihre Finger in die Ohren in Todesfurcht vor den Donnerschlägen. Und Gott umfängt die Ungläubigen (von allen Seiten).

20. Der Blitz nimmt ihnen beinahe das Augenlicht. Sooft Er es um sie hell werden lässt, gehen sie umher, und wenn es um sie dunkel wird, bleiben sie stehen. Und wenn Gott es wollte, hätte Er ihnen gewiss Gehör und Augenlicht genommen. Fürwahr, Gott hat Macht über alle Dinge.

21. O ihr Menschen! Dient eurem Herrn, der euch erschaffen hat und die, die vor euch waren, (und der euch als menschliche Wesen und Persönlichkeiten hat heranwachsen lassen) damit ihr ergebene Ehrfurcht gegen Ihn erlangt und Seinen Schutz (gegen jede Art von Irregehen und gegen die daraus folgende Bestrafung in dieser Welt und im Jenseits);

22. Und der euch die Erde zu einer Ruhestatt (zu einem behaglichen, einem Polster ähnlichen Grund und Boden) und den Himmel zu einem Baldachin gemacht hat. Er sendet vom Himmel Wasser hernieder und bringt dadurch Früchte hervor als Unterhalt für euch. Deshalb stellt Gott keine Götzen (als Gottheiten, Herren und Gegenstände der Anbetung) gleich, wo ihr doch wisst (dass es überhaupt keine Gottheiten, Herren, Schöpfer und Versorger geben kann, die anbetungswürdig sind, außer Gott).

23. Und wenn ihr im Zweifel seid darüber, (ob Gott der Verfasser dessen ist) was Wir Unserem Diener (Muhammad als Offenbarung) herabgesandt haben (und behauptet, es sei das Werk eines Menschen wie Muhammad, der des Lesens und Schreibens unkundig ist), dann bringt (doch) eine Sure gleicher Art hervor, und ruft eure Helfer auf außer Gott, all jene (die ihr um Beistand bittet anstelle von Gott), wenn ihr wahrhaft seid in eurem Zweifel und eurer Behauptung.

24. Wenn ihr es aber nicht tut - und gewiss werdet ihr es niemals tun -, dann fürchtet ein Feuer, dessen Nahrung Menschen und Steine sind (die ihr zu Götzen geformt habt, um sie anzubeten), das bereitet ist für die Ungläubigen.

25. Doch verheiße denen, die glauben und Gutes tun, dass ihnen Gärten zuteil werden, durch die Ströme fließen. Wann immer sie eine Frucht (von unterschiedlicher Farbe, Form, Geschmacksnote und Wohlgeruch, die ständig erneuert werden) daraus gereicht bekommen, sagen sie: „Das ist (doch dasselbe), was wir (schon) früher (auf Erden) zu essen bekamen.“ Doch es wird ihnen nur Ähnliches gegeben (ähnlich dem, was ihnen sowohl in dieser Welt als auch zuvor in den Gärten gegeben worden ist, vertraut in Form und Farbe, damit es ihnen nicht deshalb abstoßend erscheint, weil sie es nicht kennen). Und sie werden darin Gefährten und Gefährtinnen von vollkommener Reinheit (befreit von allen weltlichen Unreinheiten) haben. Und (ewig) werden sie dort verweilen.

26. Fürwahr, Gott scheut Sich nicht, irgendein Gleichnis zu prägen, (das) von einer Mücke oder was sie (noch) übertrifft an Winzigkeit oder Größe. Was nun die angeht, die glauben, so wissen sie, dass es die Wahrheit ist von ihrem Herrn. Was aber die angeht, die schon seit langem Unglauben in ihren Herzen tragen, so sagen sie: „Was meint denn Gott mit solchem Gleichnis?“ Er führt damit viele irre, aber Er leitet (auch) viele recht, doch führt Er damit niemanden in die Irre außer denjenigen, die Übertretung begehen,

27. (Diejenigen) die den Bund Gottes brechen, nachdem er bindend geschlossen wurde, und trennen, was nach Gottes Gebot zusammenbleiben soll, und Unheil auf Erden stiften. Diese sind die Verlierer (sowohl in dieser Welt als auch im Jenseits).

28. Wie könnt ihr Gott leugnen, wo ihr doch tot wart und Er euch Leben gab. Dann lässt Er euch sterben. Dann wird Er euch wieder lebendig machen, worauf ihr zu Ihm zurückgebracht werdet.

29. Er ist es, der (die Erde für euer Leben vorbereitet hat, bevor Er euch Leben gab, und) für euch alles erschuf, was auf Erden ist (um euch - die menschliche Gattung - zu erschaffen und die Erde für euer Leben geeignet zu machen); dann wandte Er (Sein Wissen, Seinen Willen, Seine Allmacht und Seine Gaben) dem Himmel zu; Er formte ihn zu sieben Himmeln. Er besitzt volles Wissen um alle Dinge.

30. Und (gedenke der Zeit) als dein Herr zu den Engeln sprach: „Wahrlich, Ich werde auf Erden einen Statthalter einsetzen. Sie (die Engel) sagten: „Willst Du auf ihr jemanden einsetzen, der dort Unordnung und Unheil stiftet und Blut vergießt, wo wir doch Dein Lob singen (verkünden, dass Du vollkommen frei bist von jeglichem Mangel und dass alles Lob nur Dir allein gehört) und Deine Herrlichkeit rühmen (und erklären, dass nur Du als Gott und Herr angebetet werden darfst). Er sagte: „Fürwahr, Ich weiß, was ihr nicht wisst.“

31. (Nachdem Er ihn erschaffen hatte), lehrte Er Adam die Namen, alle von ihnen. Dann (um die Überlegenheit der Menschen und die Weisheit in der Entscheidung, sie erschaffen und zu Statthaltern auf Erden gemacht zu haben, klarzustellen) zeigte Er sie (die archetypische Form der Dinge und Geschöpfe, deren Namen Er Adam gelehrt hatte, mit ihren Namen) den Engeln und sagte: „Nennt Mir deren Namen, wenn ihr wahrhaft seid (indem ihr Mich lobpreist, anbetet und heiligt, so wie es Mir als eurem Gott und Herrn zusteht).

32. (In Anerkennung ihrer Unvollkommenheit und angesichts ihrer Wahrnehmung des wirklichen Sachverhalts in dieser Angelegenheit) sagten (die Engel): „Gepriesen seiest Du (der Du hoch darüber erhaben bist, irgendeinen Mangel zu haben und etwas zu tun, das ohne Sinn wäre. Und Dir sind alle Eigenschaften der Vollkommenheit zu eigen). Wir haben kein Wissen außer dem, was Du uns gelehrt hast. Wahrlich, Du allein bist der Allwissende, der Weise.“

33. (Um die Überlegenheit der Menschen noch deutlicher herauszustellen) sagte (Gott): „O Adam, nenne ihnen diese Dinge und Geschöpfe mit ihren Namen!“ Und als er (Adam) ihnen ihre Namen genannt hatte, sagte Er (zu den Engeln): „Habe Ich euch nicht gesagt, Ich kenne die Geheimnisse der Himmel und der Erde und Ich weiß, was ihr offenbart und was ihr geheim haltet?“

34. Und (gedenke der Zeit) als Wir zu den Engeln sagten: „Werft euch vor Adam nieder!“ Da warfen sie sich alle nieder bis auf Iblīs; er weigerte sich und war hochmütig. Und er war der Ungläubigen einer.

35. Und Wir sagten: „O Adam, weile du und deine Gefährtin im Paradiesgarten, und esst (von den Früchten) nach Herzenslust, wo immer ihr wollt! Kommt jedoch diesem Baum nicht nahe, sonst würdet ihr zu denen gehören, die Unrecht tun.“

36. Doch Satan ließ sie beide von dort straucheln (indem er sie verführte, sich trotz Unserer Warnung dem Baum zu nähern) und brachte sie aus dem (Zustand der Glückseligkeit) heraus, in dem sie (bis dahin) waren. Da sagten Wir: „Geht (allesamt vom Paradiesgarten) hinunter. (Von jetzt an werdet ihr ein Leben führen, in dem) einige von euch die Feinde der anderen sein werden. Auf der Erde sollt ihr eine Wohnstatt und Versorgung bis zu einer festgesetzten Frist haben.“

37. (Sich seinen Fehler eingestehend und in der Hoffnung, seinen Fehltritt wiedergutmachen zu können, anstatt zu versuchen, Entschuldigungen dafür zu finden) empfing Adam von seinem Herrn Worte, die ihm eingegeben wurden (aufgrund seiner Reue, und er flehte durch sie um Gottes Vergebung). In Erwiderung darauf vergab Er ihm, denn wahrlich, Er ist der, der Reue annimmt und sie mit großzügiger Vergebung erwidert und mit zusätzlicher Belohnung, der über alles Barmherzige (insbesondere gegen seine gläubigen Diener).

38. Wir sagten: „Geht hinunter von hier allesamt!“ (und vollstreckten unseren Befehl). Und wenn künftig Rechtleitung (wie ein Buch durch einen Gesandten) von Mir zu euch kommt, braucht, wer auch immer Meiner Rechtleitung folgt (und sich in Glauben und Anbetung Mir zuwendet), keine Angst (weder in dieser Welt noch in der nächsten) zu haben (denn sie können sich Meiner Hilfe und Meines Beistands gewiss sein), noch sollen sie traurig sein.

39. Die aber ungläubig sind und Unsere Zeichen als Lüge verwerfen (sowohl die Verse des offenbarten Buches der Rechtleitung als auch all jene Zeichen in ihrer inneren und ihrer äußeren Welt, die Meine Existenz und Einheit und die anderen Säulen des Glaubens untermauern), diese sollen Bewohner des Feuers sein, in ihm sollen sie ewig bleiben.

40. O ihr Kinder Israels! Gedenkt Meiner Gnadenbeweise, die Ich euch gewährt habe, und erfüllt Meinen Bund (den Ich mit euch durch eure Propheten geschlossen habe), so will auch Ich euren Bund erfüllen. Und vor Mir allein sollt ihr Furcht empfinden (indem ihr euch Meine Macht und die Tatsache vergegenwärtigt, dass ihr Meine Diener seid).

41. Und glaubt an das, was Ich (als Offenbarung) herabgesandt habe als Bestätigung (der Wahrheit), die bereits bei euch ist, und seid nicht die ersten, die nicht daran glauben! Und (ihr Schreiber) verkauft nicht Meine Offenbarung (aus Angst, eure Stellung und die weltlichen Vorteile zu verlieren, die sich daraus ergeben) um einen geringen Preis (wie etwa irdischen Gewinn, Status oder Ruhm); und zu Mir allein sollt ihr Zuflucht nehmen in Ehrfurcht vor Mir und in Frömmigkeit.

42. Und verdeckt nicht die Wahrheit durch Vermengung mit Falschem, und verbergt die Wahrheit nicht, wo ihr doch wisst (um die Bedeutung und das Ergebnis dessen, was ihr tut, und dass das, was ihr zu verbergen sucht, wahr ist und dass Muhammad der Gesandte Gottes ist, dessen Kommen ihr bereits erwartet habt).

43. Und verrichtet das Gebet, und zahlt die reinigende Pflichtabgabe (Zakat), und verneigt euch (im Gebet, nicht indem ihr eine andere Gemeinschaft oder Versammlung bildet, sondern) mit denen, die sich verneigen (den Muslimen).

44. Wollt ihr den Menschen das Rechte gebieten, während ihr euch selbst vergesst, obwohl ihr doch das Buch vortragt (und darinnen die Gebote, Verbote, Ermahnungen und Warnungen seht)? Wollt ihr denn nicht begreifen und euch besinnen?

45. Und sucht Hilfe in Geduld (und Fasten, das große Geduld erfordert und ermöglicht) und Gebet. Dieses Gebet ist wahrlich schwer, außer für die durch ihre Ehrfurcht vor Gott Demütigen.

46. Denen, die sich ständig in der Gegenwart ihres Herrn fühlen, so als seien sie Ihm begegnet, und sich sicher sind, dass sie dem Weg folgen, auf dem sie zu Ihm zurückkehren werden.

47. O ihr Kinder Israels! Gedenkt Meiner Gnadenbeweise, die Ich euch gewährt habe, und dass Ich euch einst den Vorrang vor den Völkern der ganzen Welt gegeben habe;

48. Und fürchtet den Tag und hütet euch vor ihm, wenn (jeder versuchen wird, sich selbst zu retten, und) keine Seele etwas für eine andere wird übernehmen können und an dem von ihr weder Fürsprache (von der Art, wie sie für gewöhnlich in dieser Welt vorkommt, ohne jedoch Gottes Erlaubnis und Zustimmung zu finden) noch Lösegeld angenommen wird und sie (die Menschen) keine Hilfe erhalten werden.

49. Und (gedenkt der Zeit) als Wir euch vor dem Volk (dem Hof und der Militäraristokratie) des Pharaos retteten, das euch schlimme Pein zufügte, indem sie (euch zu so mühseligen Aufgaben wie der Errichtung von Bauten, Transportarbeiten und Feldarbeit versklavten) eure Söhne hinmetzelten und (nur) eure Frauen am Leben ließen (um sie noch tiefer zu demütigen und leiden zu lassen). Darin war eine schwere Prüfung (für euch) von eurem Herrn.

50. Und (gedenkt der Zeit) als (ihr nach Jahren der Mühsal, um aus Ägypten zu entkommen, gerade das Meer erreicht hattet, während die euch verfolgende Armee des Pharaos schon ganz nahe war) Wir für euch das Meer teilten und euch erretteten und (einzig und allein als Gnadenbeweis von Uns, ohne dass ihr daran beteiligt wart) das Volk Pharaos vor euren Augen ertrinken ließen.

51. Und (gedenkt der Zeit) als Wir (bei anderer Gelegenheit) mit Moses eine Abmachung für vierzig Nächte trafen. Dann (während der Zeit, die er auf dem Berg Sinai verbrachte) nahmt ihr euch das (goldene) Kalb (zum Götzen); und ihr habt euch dadurch selbst (auf schlimmste Weise) Unrecht getan.

52. Alsdann, nachdem dies geschehen war, haben Wir (obwohl das Annehmen irgendeiner anderen Gottheit anstelle von Gott eine unverzeihliche Sünde ist, eure Sühne entgegengenommen und) euch vergeben; auf dass ihr (die vielen kleinen und großen Wohltaten, die Wir euch erwiesen haben, anerkennt und) dankbar sein möget (und nur Ihn allein anbetet und Seine Anweisungen ausführt).

53. Und (gedenkt der Zeit) als Wir Moses (während er für vierzig Nächte auf dem Berg Sinai weilte) die Schrift und die Unterscheidung zwischen Gut und Böse und das Wissen und die Urteilskraft gaben, sie in die Tat umzusetzen, auf dass ihr zur Wahrheit geleitet werdet und daran festhalten möget.

54. Und (gedenkt der Zeit) als Moses zu seinem Volk sagte: „O mein Volk, ihr habt euch wahrlich selbst Unrecht getan, indem ihr das (goldene) Kalb zum Götzen nahmt; wendet euch deshalb in Reue eurem Allmächtigen Schöpfer zu (der absolut darüber erhaben ist, irgendwelche Teilhaber zu haben), und tötet (diejenigen unter) euch (die dieses große Vergehen auf sich geladen haben, und reinigt euch so von dieser schrecklichen Sünde). Dies ist besser für euch in den Augen eures Allmächtigen Schöpfers. Er wird eure Reue annehmen und euch vergeben.“ Wahrlich Er, Er (allein) ist der (der Reue annimmt und in großzügiger Vergebung und mit zusätzlicher Belohnung) vergibt, der Barmherzige.

55. Und (trotz all dessen, was geschehen ist, und trotz der deutlichen Zeichen eures Herrn, die ihr über viele Jahre hinweg wahrgenommen habt, kam eine Zeit) da ihr sagtet: „O Moses! Wir werden dir gewiss nicht glauben (dass die Gebote, die du uns überbracht hast, wirklich von Gott sind), ehe wir Gott nicht unverhüllt sehen (wie Er mit dir spricht).“ Da ereilte euch der Blitzschlag (den ihr völlig unerwartet kommen saht), während ihr schautet.

56. Dann erweckten Wir euch, nachdem ihr wie tot wart (von eurem spirituellen Tod, indem Wir euch aus eurem todähnlichen Zustand zurückholten), auf dass ihr dankbar sein möget.

57. Und (da ihr ohne Beistand in der Wüste und ohne Obdach und Nahrung nicht hättet überleben können) ließen Wir die Wolke (die, wie ihr deutlich sehen konntet, für euch bestimmt war) Schatten über euch ausbreiten und sandten euch Manna und Wachteln herab, indem Wir sagten: „Esst von den guten, reinen Dingen, die Wir euch bereitet haben.“ Doch (indem sie die Gesetze brachen und sich weigerten, Unsere Gebote selbst hinsichtlich der Nahrung zu befolgen), schadeten sie nicht Uns, sondern fügten sich selbst Schaden zu.

58. Und (gedenkt der Zeit, als wir euch nach eurer Wanderschaft durch die Wüste zu einer Stadt hinführten) da sagten Wir: „Tretet ein in diese Stadt, und esst von ihren (Früchten), wo immer ihr wollt nach Herzenslust. Doch tretet (nicht auf verschiedenen Wegen in der Absicht, zu plündern und die Bewohner niederzumetzeln, sondern) demütig und in tiefster Hingabe an Gott durch das Tor ein. Und richtet Worte der flehentlichen Bitte um Vergebung und der Treue an Ihn, auf dass Wir euch eure Sünden vergeben.“ Und Wir werden denen, die Gutes tun (weil sie dessen gewahr sind, dass Gott sie sieht, ihren Lohn) vermehren.

59. Doch die Ungerechten vertauschten das, was zu ihnen (über Demut, flehentliches Bitten um Vergebung, Hingabe und Treue) gesagt worden war, mit einem anderen Ausspruch (und handelten so im Widerspruch zu dem, was ihnen befohlen war). Da sandten Wir auf die Ungerechten eine Strafe vom Himmel herab, weil sie ständig Übertretungen begingen.

60. Und (gedenkt der Zeit) als Moses (bei einer Gelegenheit, da sein Volk ohne Wasser in der Wüste weilte) für sein Volk um Wasser betete. Da sagten Wir: „Schlage mit deinem Stab auf den Fels.“ (Sobald er zugeschlagen hatte) da sprudelten aus ihm zwölf Quellen hervor. So kannte jeder Stamm seine Trinkstelle. „Esst und trinkt von dem, was Gott euch bereitet hat, und richtet nicht Unheil an auf Erden, indem ihr Verderben und Unordnung stiftet.“

61. Und (gedenkt der Zeit) als ihr sagtet: „O Moses, wir können uns mit einer einzigen Speise nicht mehr zufrieden geben. Bitte also deinen Herrn für uns, dass Er für uns von dem hervorbringt, was die Erde wachsen lässt - Kräuter, Gurken, Getreide, Linsen und Zwiebeln.“ Da sagte er (Moses): „Wollt ihr etwa das, was geringer ist, in Tausch nehmen für das, was besser ist? Geht doch zurück nach Ägypten (oder in irgendeine Stadt). Dort werdet ihr fürwahr erhalten, wonach ihr verlangt.“ So kamen (am Ende) Schande und Elend über sie, und sie verfielen dem Zorn (einer erniedrigenden Strafe) Gottes. Dies deshalb, weil sie immer wieder Unsere Offenbarungen und die Zeichen Gottes leugneten (obwohl sie sie doch ständig in ihrem Leben beobachten konnten) und die Propheten ohne Recht töteten. Dies deshalb, weil sie sich auflehnten und fortfuhren, die Grenzen (des Gesetzes) zu übertreten.

62. (Die Wahrheit ist nicht das, was sie - die Juden - behaupten, sondern dies:) Wahrlich, diejenigen, die glauben (das heißt, die erklären, Muslime zu sein) oder die sich zum Judentum bekennen oder die Christen oder die Sabäer (oder die Anhänger irgendeiner anderen Religion) - wer auch immer an Gott und den Jüngsten Tag glaubt und Gutes, Rechtschaffenes tut, die haben gewiss ihren Lohn bei ihrem Herrn, und sie brauchen keine Angst zu haben, noch müssen sie traurig sein.

63. Und (gedenkt der Zeit) als Wir euer Versprechen entgegennahmen (dass ihr Unseren Bund einhalten werdet) und (um die Wichtigkeit sowohl des Bundes als auch seiner Einhaltung zu betonen und euch davor zu warnen, ihn zu brechen) über euch den Berg emporragen ließen: „Haltet fest an dem, was Wir euch (von der Schrift) gegeben haben, und studiert ihre Gebote und Anweisungen, damit ihr ehrfürchtige Frömmigkeit gegen Gott und Seinen Schutz (vor jeder Art von Abweichung und der daraus folgenden Strafe in dieser Welt und im Jenseits) erlangen möget.“

64. Dann (jedoch) nach diesem (Ereignis), habt ihr euch abgewendet (euer Versprechen gebrochen und seid gegen die Anweisungen der Schrift ungehorsam gewesen). Und wenn nicht die Gnade und Seine Barmherzigkeit mit euch gewesen wären (indem Er eure Vergehen übersah und euch vergab), so wäret ihr bestimmt unter den Verlierenden (in dieser Welt und der künftigen) gewesen.

65. Und gewiss kennt ihr diejenigen unter euch, die das Sabbat-Gebot übertreten haben. Da sagten Wir zu ihnen: „Seid Affen, elend, umherschleichend und ausgestoßen.“

66. Und Wir machten dies zu einem warnenden Beispiel für ihre eigenen Zeitgenossen und für jene, die ihnen folgten, und zu einer Lehre und Rechtleitung für die Gottesfürchtigen, Frommen.

67. Und (gedenkt der Zeit) als Moses zu seinem Volk sagte: „Wahrlich, Gott gebietet euch, eine Kuh zu opfern.“ Sie erwiderten: „Willst du dich über uns lustig machen?“ Er sagte: „Ich nehme Zuflucht bei Gott davor, einer der Unwissenden zu sein (indem ich mich über irgendjemanden lustig mache).“

68. Sie sagten: „Rufe für uns deinen Herrn an, dass Er uns erkläre, wie sie sein soll.“ Er (Moses) antwortete: „Wahrlich, Er sagt, es soll eine Kuh sein, die nicht (zu) alt und nicht (zu) jung zum Kalben ist, (sondern) ein Alter dazwischen (hat). So tut denn, was euch befohlen worden ist.“

69. Sie sagten (indem sie fortfuhren, Schwierigkeiten in der Sache zu machen): „Rufe für uns deinen Herrn an, dass Er uns erkläre, welche Farbe sie haben soll.“ Da antwortete er (Moses): „Wahrlich, Er sagt, es soll eine gelbe Kuh sein von lebhafter Farbe, die die Schauenden erfreut.“

70. (Immer noch unwillig, den Befehl auszuführen) sagten sie: „Rufe für uns deinen Herrn an, dass Er uns (noch einmal) erkläre, wie sie (genau) sein soll. Für uns sind die Kühe einander (sehr) ähnlich; und wenn Gott will, werden wir gewiss rechtgeleitet sein (um genau die Art von Kuh ausfindig zu machen, die zu opfern uns befohlen wurde, und sie zu opfern).“

71. Er (Moses) antwortete: „Wahrlich, Er sagt, es soll ein Kuh sein, die nicht fügsam (gemacht worden) ist, die weder den Boden gepflügt noch den Acker bewässert (hat), makellos, ohne jegliche Flecken.“ Da sagten sie: „Jetzt (endlich) hast du die Wahrheit gebracht.“ So opferten sie sie, und beinahe hätten sie es nicht getan.

72. Und (gedenkt der Zeit) als ihr jemanden getötet hattet und euch gegenseitig beschuldigt habt, um die Verantwortung abzuschütteln. Doch Gott sollte (ans Licht) bringen, was ihr verborgen gehalten hattet.

73. Da sagten Wir: „Berührt ihn (den Leichnam) mit einem Stück von ihr (der Kuh)!“ (Da taten sie es, und der wiederbelebte Leichnam gab den Mörder preis). So bringt Gott die Toten wieder zum Leben und zeigt euch die Zeichen (Seiner Macht, Seiner Einheit und Seiner Vorgehensweise), damit ihr die Wahrheit begreifen möget (und keinerlei Zweifel hegt an den wichtigsten Glaubensartikeln).

74. Dann verhärteten sich eure Herzen nach jenem (Ereignis), sodass sie wie Steine wurden oder noch härter. Es gibt doch Steine, aus denen Bäche hervorsprudeln, und es gibt auch welche unter ihnen, die bersten und aus denen Wasser heraus fließt. Und es gibt auch welche unter ihnen, die herniederstürzen aus Ehrfurcht vor Gott. (Während eure Herzen härter sind als Steine) und Gott nicht achtlos ist dessen, was ihr tut.

75. (O ihr Gemeinschaft der Gläubigen!) Erwartet ihr denn, dass diese Leute (deren Herzen sich mehr verhärtet haben als Steine und die sich ständig gegen Gott aufgelehnt haben) euch glauben (und an den Propheten Muhammad – Friede sei mit ihm – glauben und an die Schrift, die er gebracht und an die Religion, die er verkündet hat)? (Das ist wahrhaftig nicht möglich) wo doch ein Teil von ihnen das Wort Gottes bereits gehört hat und es dann, nachdem sie begriffen hatten (dass es Gottes Wort ist), bewusst verfälscht hat.

76. Und wenn sie mit denen zusammentreffen, die glauben, so sagen sie (heuchlerisch): „Wir glauben (an das, woran ihr glaubt).“ Wenn sie aber miteinander allein sind, sagen sie (indem sie einander schelten): „Sprecht ihr (vielleicht) zu ihnen über das, was Gott euch eröffnet hat, damit sie es (dereinst) vor eurem Herrn als Argument gegen euch verwenden? Begreift ihr denn nicht?“

77. Wissen sie denn nicht, dass Gott weiß, was sie verheimlichen und was sie kundtun?

78. Unter ihnen gibt es Ungebildete, die das Buch nicht kennen, sondern (nur ihre eigenen) Wunschvorstellungen, und sie stellen nichts anderes als Vermutungen an.

79. Doch wehe denen, die das Buch mit (eigenen) Händen schreiben (indem sie ihre eigene Sichtweise der Schriften und ihre Erklärungen dazu, Erzählungen aus der Geschichte ihres eigenen Volkes, ihre abergläubischen Gedanken und Wunschvorstellungen, philosophische Lehrmeinungen und gesetzliche Regelungen mit hinein bringen) und dann, um dafür einen geringen Preis (wie weltliche Vorteile, Status und Berühmtheit) zu erlangen, sagen: „Dies ist von Gott.“ Wehe ihnen also ob dessen, was ihre Hände geschrieben haben, und wehe ihnen ob dessen, was sie erworben haben (an weltlichem Gewinn und der damit verknüpften Sünde).

80. Doch (trotz alledem) sagen sie: „Gewiss wird uns das Feuer nicht berühren außer auf gezählte Tage.“ So sage (denn zu ihnen): „Habt ihr (vielleicht) einen Bund mit Gott geschlossen und ein Versprechen (darüber) von Ihm erhalten? Dann wird Gott Sein Versprechen bestimmt nicht brechen. Oder wollt ihr von Gott etwas sagen, wovon ihr kein Wissen besitzt?“

81. (Ihr sprecht in der Tat in Unwissenheit. Die Wahrheit ist) vielmehr: Wer auch immer sich aus freiem Willen) Übles erworben hat und wer in seine Sünden verstrickt ist, die werden Gefährten des Feuers sein. Dort werden sie bleiben.

82. Diejenigen aber, die glauben und gute, aufrichtige Werke tun, werden Gefährten des Paradieses sein (und) darin bleiben.

83. Und (gedenkt der Zeit) als Wir ein Versprechen von den Kindern Israels entgegennahmen: Ihr sollt niemanden außer Gott (als euren einzigen Herrgott und Herrscher) anbeten und euren Eltern auf die bestmögliche Weise Gutes tun, ebenso wie den nahen (Verwandten), den Waisen und den Armen, freundlich und gut zu den Menschen sprechen, das Gebet verrichten und die reinigende Pflichtabgabe entrichten. Doch danach habt ihr euch in Widerwillen abgewandt, bis auf einige wenige unter euch; ihr seid fürwahr Menschen, die ihre Versprechen und ihre Verpflichtungen nicht einhalten.

84. Und (gedenkt der Zeit) als Wir ein Versprechen von euch entgegennahmen, dass ihr weder Blutvergießen unter euch anrichten noch euch (gegenseitig) aus euren Häusern vertreiben werdet. Das habt ihr bekräftigt, indem ihr als Zeugen dafür eintratet (und immer noch einzutreten habt).

85. Dennoch seid gerade ihr es, die ihr euch (gegenseitig) umbringt und einen Teil von euch aus euren Häusern vertreibt, indem ihr gemeinsam gegen sie vorgeht in Sünde und Unrecht. Wenn ihr sie als Gefangene nehmt, verlangt ihr Lösegeld, und wenn sie als Gefangene zu euch gebracht werden, kauft ihr sie los, wo euch doch ihre Vertreibung aus religiösen Gründen verboten worden ist. Glaubt ihr denn (wie Menschen ohne Verstand) an einen Teil des Buches und leugnet einen anderen? Was außer Schande in diesem Leben kann denn die Vergeltung für diejenigen unter euch sein, die solches tun? Und am Tag der Auferstehung werden sie der strengsten Bestrafung zugeführt werden. Und Gott ist nicht achtlos dessen, was sie tun.

86. Diese sind es, die das diesseitige weltliche Leben (der körperlichen Wünsche und Begierden) im Tausch für das jenseitige erkauft haben. Deshalb wird ihnen (als Folge dieses Tausches) weder die Strafe erleichtert werden, noch wird ihnen geholfen werden (und sie werden sich auch nicht vor der Strafe retten können durch so manches, auf das sie sich in dieser Welt verlegt hatten wie Bestechung, Einflussnahme oder ungerechtfertigte Fürsprache).

87. (Das ist ihre gerechte Strafe, denn) Wir gaben Moses fürwahr das Buch und ließen ihm die Gesandten nachfolgen (in den Fußstapfen von Moses, damit sie entsprechend der Schrift urteilten, und so haben Wir sie niemals ohne Anführer und ohne das Licht der Rechtleitung belassen). Und (in derselben Nachfolge) gaben Wir Jesus, dem Sohn der Maria, die klaren Beweise der Wahrheit (und seiner Prophetenschaft) und unterstützten ihn durch den Geist der Heiligkeit. Doch sooft euch ein Gesandter etwas brachte, was euch (als Botschaft und Gebote) nicht behagte, wart ihr (da nicht) hochmütig und erklärtet einige (der Gesandten) zu Lügnern und erschlugt andere?

88. (Doch trotz all dieser Wohltaten, Beweise der Zuneigung, Vergebung, Ratschläge und Wahrheiten weigerten sie sich zu glauben und fragten, um sich zu entschuldigen, spöttisch: „Brauchen wir irgendetwas von dem, was du zu sagen hast?“ Nachdem ihnen klar war, dass das, was ihnen gesagt wurde, keinen Einfluss auf sie hatte) sagten sie: „Unsere Herzen sind bedeckt (gefühllos, nicht mehr fähig zu glauben).“ Doch nein! Gott hat sie wegen ihres Unglaubens verflucht (und aus Seiner Barmherzigkeit ausgeschlossen und ihre Herzen und ihr Gehör versiegelt und einen Schleier über ihre Augen gedeckt). So ist es wenig, was sie glauben (und von der Wahrheit zugeben).

89. Und als zu ihnen (nun) ein Buch von Gott kam, bestätigend das, was (von der Wahrheit) bereits bei ihnen war - und obwohl sie schon vordem um Sieg (über die Stämme der Al-Aws und Khazradsch) gebeten hatten, die (damals) ungläubig waren, (indem sie sagten: „Der Letzte der Propheten wird kommen, und wir werden euch besiegen und vernichten unter seiner Führung“) - als (also) zu ihnen kam, was sie (schon so gut) kannten (wie ihre eigenen Söhne), (da) leugneten sie es. Darum Gottes Fluch über die Ungläubigen!

90. Wie schlecht ist das, wofür sie ihre Seelen verkauft haben: (sie glaubten nicht an das, was Gott ihnen herabgesandt hat) aus Missgunst, dass Gott aus Huld das Buch herabkommen lässt (und die Prophetenschaft) auf wen Er will von Seinen Dienern. So haben sie Zorn über Zorn auf sich geladen. Und so wird (wie im Fall anderer Ungläubiger, die sich durch ihren Hochmut, ihren bösartigen Neid, ihre rassistischen Vorurteile, ihre weltlichen Begierden und ihren Ehrgeiz willentlich zur Leugnung der Wahrheit hinreißen ließen) den Ungläubigen eine schändliche, erniedrigende Strafe bereitet.

91. Und wenn ihnen gesagt wird (weil das Zeichen eines Gläubigen darin besteht, an das zu glauben, was immer Gott herabgesandt hat): „Glaubt an das, was Gott (auf Muhammad) herabgesandt hat (nämlich an den Koran)“, dann sagen sie: „Wir glauben nur an das, was uns herabgesandt wurde“, während sie das leugnen, was danach (gekommen) ist, obgleich es die Wahrheit ist, bestätigend das, was bei ihnen (an Wahrheit) bereits war. Sprich (zu ihnen, O Gesandter): „Warum habt ihr dann die Propheten Gottes vordem getötet, wenn ihr tatsächlich Gläubige seid (die getreulich an dem festhalten, was zu ihnen herabgesandt worden ist)?“

92. Wahrlich, Moses kam zu euch mit den klaren Beweisen der Wahrheit. (Doch) dann, schon sehr bald nachdem er weggegangen war, nahmt ihr euch das Kalb zum Götzen und habt euch als Menschen erwiesen, die Unrecht tun (und unablässig Sünden begangen, wie das Brechen des Bündnisses mit Gott und das Anbeten von falschen Gottheiten an Seiner Stelle).

93. Und (gedenkt der Zeit) als Wir euer Versprechen entgegennahmen (dass ihr Unser Bündnis einhalten würdet) und Wir (um die Bedeutung sowohl des Bündnisses wie eures Versprechens, es einzuhalten, zu bekräftigen und um euch davor zu warnen, es zu brechen) den Berg Sinai über euch emporragen ließen (und zu euch sagten:) „Haltet fest an dem, was Wir euch (von der Schrift) gegeben haben und hört (auf Meine Gebote und gehorcht Moses)“, (da) sagten sie: „Wir hören“, (doch indem sie das Gegenteil dessen taten, was Wir ihnen geboten hatten, meinten sie:) „Doch wir widersetzen uns.“ Wegen ihres Unglaubens wurden sie trunken gemacht in ihren Herzen (mit der Liebe) zu dem Kalb (sodass darin kein Platz blieb für den Glauben). Sprich (zu ihnen): „Schlecht ist, was euer Glaube euch befiehlt, wenn ihr (überhaupt) Gläubige seid.“

94. Sprich (abermals zu ihnen): „Wenn (ihr, wie ihr behauptet, die Lieblinge Gottes und die einzigen seid, die den geraden Weg befolgen, und deswegen) die Wohnstätte des Jenseits bei Gott allein euch vorbehalten ist unter Ausschluss der anderen Menschen, dann wünscht euch den Tod, wenn ihr aufrichtig seid in eurem Glauben und wahrhaftig in eurer Behauptung.“

95. Doch wegen dessen, was ihre Hände vorausgeschickt haben (ins Jenseits - nämlich die Sünden und Vergehen, die die Sehnsucht in ihnen ausgelöscht hat, mit Gott zusammenzutreffen), werden sie ihn nie herbeiwünschen. Doch Gott kennt gewiss jene, die Unrecht tun (die sich selbst Unrecht zufügen durch das, was sie getan haben).

96. Und bestimmt wirst du sie am gierigsten nach Leben unter den Menschen finden, (gieriger) sogar noch als jene, die Gott Teilhaber zur Seite stellen. Jeder von ihnen möchte, dass ihm ein Leben von tausend Jahren gewährt wird, doch er hält sich (dadurch) nicht von der Strafe fern, (selbst) wenn ihm ein langes Leben gewährt würde. Und Gott sieht wohl, was sie tun.

97. (Doch das ist noch nicht alles. Sie empfinden Feindschaft gegen Gabriel, weil er dir den Koran überbringt, nicht einem von ihnen.) Sage (o Gesandter, zu ihnen): „(Der Herr der Welten, mein und euer Herr, verkündet:) ‘Wer auch immer ein Feind Gabriels ist, (der sollte wissen) dass er es doch ist, der den Koran mit Ermächtigung Gottes (und nicht aus eigenem Antrieb) in dein Herz herab gebracht hat, als Bestätigung (dafür, dass sein Urheber Gott ist und dass er nach wie vor alle Wahrheiten in sich birgt, und als Bestätigung) dessen, was vor ihm offenbart worden ist, und als Rechtleitung und frohe Botschaft für die Gläubigen.’“

98. (Feindschaft gegen Gabriel, der nichts anderes tut als das, was ihm von Gott aufgetragen wird, bedeutet Feindschaft gegen Gott und Seinen Willen.) Wer (also) ein Feind Gottes und Seiner Engel und Seiner Gesandten und (ebenso) Gabriels und Michaels ist, (sollte wissen, dass) Gott wahrlich ein Feind der Ungläubigen ist.

99. (O Gesandter, sei nicht traurig über ihr Festhalten am Unglauben!) Wir haben dir fürwahr Zeichen herabgesandt, die (so) klar sind, (dass sie sowohl deine Prophetenschaft als auch Gottes Urheberschaft des Korans durch Beweise belegen, die so leuchtend sind wie das Licht der Sonne). Niemand leugnet sie außer den Frevlern (die vom geraden Weg abgekommen sind, was ihren Glauben, ihr Denken und ihr Benehmen angeht).

100. Ist es denn nicht so, dass wann immer sie (jene Frevler) ein Bündnis eingegangen sind, ein Teil von ihnen es verwirft? (Ja, das tun sie tatsächlich, und sie sind nicht einmal ein kleiner Teil,) nein, vielmehr sind es die meisten von ihnen, die nicht glauben (sodass man von ihnen die Einhaltung ihres Bündnisses erwarten könnte).

101. (Doch das ist noch nicht alles.) Als (schließlich) ein Gesandter von Gott zu ihnen kam, der das bestätigte, was (von der Wahrheit) bereits bei ihnen war, da hat ein Teil von denen, die das Buch (die Thora) bekommen hatten, (anstatt dem Beachtung zu schenken, was es über den letzten Gesandten enthielt) das Buch Gottes hinter ihren Rücken geworfen, als ob sie nicht wüssten (dass es ein Buch von Gott ist und dass der Gesandte, der es ihnen überbrachte, der letzte Prophet ist, den sie erwartet hatten).

102. Und (geradeso wie ihre Vorfahren) folgten sie dem, was die Satane ersonnen und über die Herrschaft Salomons zu verbreiten pflegten (indem sie fälschlicherweise seine Verwendung von Dschinn, Teufeln und Tieren in seinem Königreich der Zauberei zuschrieben). Doch (wenn man schöpferische Kraft und deren Auswirkungen der Zauberei zuschreibt, dann ist das eine Form von Unglauben und) Salomon (der ein Prophet und ein hervorragender Diener Gottes gewesen ist) war niemals ungläubig, sondern die Satane (die falsche Dinge über seine Herrschaft verbreiteten) waren ungläubig. Sie brachten den Menschen die Zauberei bei und (die entstellte Form von) Wissen, das Hārūt und Mārūt, den beiden Engeln in Babylon, herabgesandt worden war. Diese (beiden Engel, die den Auftrag hatten, die Menschen etwas von den okkulten Wissenschaften zu lehren, wie das Brechen eines Zauberbanns und den Schutz vor Zauberei) haben jedoch niemanden dieses gelehrt, ohne dass sie zuvor warnten: „Wir sind nur eine Versuchung, so werde nicht ungläubig (- es ist gefährlich, das Wissen zu erlernen, das uns gegeben worden ist, darum setze es auf erlaubte Weise ein und hüte dich davor, eine Tat des Unglaubens zu begehen, indem du es missbrauchst)!“ Und (doch) lernten sie (die den falschen Einflüsterungen der Satane folgten) von ihnen (den beiden Engeln) das, womit man zwischen dem Mann und seiner Frau Zwietracht säen kann. Doch (obwohl sie der Zauberei zu Unrecht schöpferische Kraft zuschrieben, war es tatsächlich so, dass) sie damit niemandem Schaden zufügten, es sei denn mit Ermächtigung Gottes. Und sie lernten (nur), was ihnen schaden und nicht, was ihnen nützen konnte. Und doch wussten sie genau, dass wer es sich einhandelt (im Tausch gegen das Buch Gottes), keinen Anteil (und schon gar keinen günstigen Anteil) am Jenseits haben wird. Wie schlecht ist fürwahr das, wofür sie ihre Seelen verkauft haben, und hätten sie (es nur) gewusst (dann hätten sie wie Menschen mit echtem Wissen und Verständnis gehandelt).

103. Hätten sie aber geglaubt und in Furcht und Ehrerbietung gegen Gott Seinen Schutz (vor ihrem Irregehen und Seiner Bestrafung) zu verdienen gesucht, dann wäre ihnen eine Belohnung von Gott (die sie sich nicht hätten vorstellen können) zuteil geworden, die wahrlich gut gewesen wäre, und hätten sie (es nur) gewusst (dann hätten sie wie Menschen mit echtem Wissen und Verständnis gehandelt).

104. O die ihr glaubt! Sagt nicht (in eurer Beziehung und den Unterredungen mit dem Gesandten Gottes) rā‘inā (bitte kümmere dich um uns), sondern sagtunzurnā (beehre uns mit deiner Aufmerksamkeit), und hört auf ihn: Und (seid gewiss, dass) den Ungläubigen (die sich dem Propheten gegenüber geringschätzig benehmen) eine schmerzliche Strafe zuteil wird.

105. Diejenigen, die ungläubig sind unter den Besitzern des Buches (indem sie irgendeinen der Propheten oder die Bücher Gottes leugnen oder Gott Teilhaber zur Seite stellen oder Seinen Engeln gegenüber feindlich gesinnt sind oder auf andere Weise ihre Ungläubigkeit zeigen) und die Gott Teilhaber zur Seite stellen (unter den Bewohnern von Mekka sowie auch andere), mögen nicht, dass euch etwas Gutes von eurem Herrn herabgesandt wird. Doch Gott erwählt für Seine Barmherzigkeit (indem Er das Prophetentum gewährt oder irgendeine andere ähnliche Mission), wen Er will. Und Gott ist von übergroßer Huld.

106. (Obwohl sie gerne die Aufhebung einiger zweitrangiger Anweisungen ausnutzen würden, um deine Zuverlässigkeit in Frage zu stellen, ist die Wahrheit:) Wir heben keinen Vers auf oder übergehen ihn (um ihn der Vergessenheit anheim fallen zu lassen), ohne dafür einen besseren als ihn oder einen gleichwertigen zu bringen (der besser für die Zeit und die Umstände geeignet ist, um die Religion zu vervollkommnen und Unsere Wohltaten für euch zu vollenden). Weißt du denn nicht (und ganz gewiss weißt du es), dass Gott Macht hat über alle Dinge?

107. Weißt du denn nicht (und ganz gewiss weißt du es), dass Allah die Herrschaft (also alleiniges Eigentumsrecht und Verfügungsgewalt) über die Himmel und die Erde gehört. (Er handelt, wie Er will in Seinem Herrschaftsbereich, und ihr seid Seine Diener, die Ihm ganz und gar unterworfen sind. Da dies so ist und wenn Er es nicht anders will) so habt ihr außer Gott weder einen Freund (dem ihr eure Angelegenheiten anvertrauten könntet) noch einen Helfer.

108. Oder wollt ihr (verleitet von den Ungläubigen unter dem Volk der Schrift und ohne die Weisheit in der Aufhebung einiger Verse zu erkennen) euren Propheten mit unsinnigen Fragen und unerfüllbaren Forderungen belästigen (wie etwa der, Gott von Angesicht zu Angesicht zu sehen), so wie Moses vordem belästigt worden ist? Und wer auch immer den Unglauben gegen den Glauben eintauscht, der ist gewiss vom rechten Weg abgeirrt.

109. Viele von den Besitzern des Buches möchten euch aus Neid in ihren Seelen, nachdem ihr Gläubige geworden seid, wieder zu Ungläubigen machen, (und das) nachdem ihnen die Wahrheit klar geworden ist (dass der Koran Gottes Wort und Muhammad der letzte, erwartete Prophet ist). Doch vergebt ihnen und meidet sie (um nutzlosen Streitgesprächen und Beschimpfungen aus dem Weg zu gehen), bis Gott Seine Entscheidung über sie ergehen lässt. Wahrlich, Gott hat Macht über alle Dinge.

110. (Viel wichtiger ist, ihr) verrichtet das Gebet, wie es euch vorgeschrieben wurde, und zahlt die zur Pflicht gemachten läuternden Almosen. Was ihr an Gutem für eure Seelen vorausschickt (für euer künftiges Leben in dieser Welt und in der kommenden), das werdet ihr bei Gott wiederfinden. Was immer ihr (an Gutem oder Bösem) tut, das sieht Gott wahrlich sehr wohl.

111. Sie (die Juden oder Christen) sagen, dass keiner ins Paradies eingehen wird außer wer Jude oder Christ ist. Dies sind ihre Wunschvorstellungen (ihr vergebliches Verlangen und ihre Phantasien). Sage (zu ihnen, o Gesandter): „Bringt vor euren Beweis, wenn ihr wahrhaft seid (in eurer Behauptung und fest überzeugt davon)!“

111. Doch nein! Wer auch immer sich ganz und gar Gott hingibt und (dies tut, indem er) sich dem Vollbringen guter Taten verschreibt (weil er weiß, dass Gott ihn sieht), der hat seinen Lohn bei seinem Herrn; und sie brauchen keine Angst zu haben (in dieser Welt und der künftigen, denn sie werden ständig Meine Hilfe und Meinen Beistand bei sich finden), noch müssen sie traurig sein.

113. Die Juden sagen, dass die Christen sich auf nichts (von Gott) stützen können. Und die Christen sagen, dass die Juden sich auf nichts (von Gott) stützen können, doch (beide) rezitieren sie das Buch. So wie sie reden, sprechen diejenigen, die kein Wissen (um Gott) besitzen. Doch Gott wird am Tag der Auferstehung zwischen ihnen entscheiden, worüber sie zu streiten pflegten.

114. Wer tut mehr Unrecht als derjenige, der verhindert, dass in den Gebetsstätten Gottes Seines Namens gedacht wird, und der sich bemüht, sie zu zerstören? Jene hätten sie (doch) nicht anders als in Furcht betreten dürfen (sei es, weil sie sich der Religion entfremdet haben oder weil sie versuchen, sie [diese Stätten] aufgrund ihrer Abneigung gegen Gott zu zerstören). Für sie ist im Diesseits Schande und im Jenseits wird ihnen schwere Strafe zuteil.

115. (Sie versuchen, die Frage der qibla - der Gebetsrichtung - als Vorwand dafür zu missbrauchen, um den Muslimen den Zugang zu den Gebetsstätten zu verwehren und zu verhindern, dass dort Gottes Name erwähnt und angerufen wird.) Gott gehört der Osten und der Westen (und deshalb die ganze Erde mit ihrem Osten und ihrem Westen: Wo auch immer ihr seid, könnt ihr euch Ihm im Gebet zuwenden). Wo immer ihr euch also hinwendet, dort ist das ‚Antlitz‘ Gottes. Wahrlich, Gott ist allumfassend (in Seiner Barmherzigkeit), allwissend.

116. Und (obwohl Gott unendlich ist, mit nichts, was Ihn einschränken könnte, und deshalb niemanden hat, der Ihm gleich oder ähnlich ist) behaupten sie: „Gott hat sich einen Sohn genommen.“ Gepriesen sei Er (denn Er ist vollkommen darüber erhaben, irgendwelche Eigenschaften zu besitzen, die jenen Wesen innerhalb von Zeit und Raum zu eigen sind). Nein! Ihm gehört alles, was in den Himmeln und auf Erden ist (unter Seiner absoluten Herrschaft); alle sind (ihrem Wesen nach, da sie von Ihm erschaffen wurden) Ihm untertan.

117. Der Schöpfer der Himmel und der Erde (dem nichts vorausgegangen ist, was sich nachahmen ließe). Wenn Er eine Sache beschließt, so sagt Er nur zu ihr: „Sei!“, und sie ist.

118. Diejenigen, die kein Wissen besitzen (über Ihn, jene, die Gott nicht erkennen und deshalb ein Leben in Unwissenheit führen), sagen: „Warum spricht Gott nicht (unmittelbar) mit uns oder (warum) kommt (nicht) ein deutliches Zeichen (ein Wunder) zu uns?“ So wie sie reden, sprachen (schon) diejenigen, die vor ihnen waren. Ihre Herzen sind einander ähnlich. Wir hatten bereits die Zeichen (die Offenbarung, die die Einheit und Herrschaftsgewalt Gottes, die Prophetenschaft Muhammads und Gott als Urheber des Korans bestätigt) einem Volk klargemacht, das (mit offenen, forschenden Sinnen) nach Gewissheit strebt.

119. (O Gesandter! Sei nicht bekümmert über das, was sie sagen.) Wir haben dich gewiss mit der Wahrheit (mit dem wahren Buch und den einleuchtenden Wahrheiten) gesandt als Verkünder froher Botschaft (von Wohlstand als Gegengabe für Glauben und Aufrichtigkeit) und als Warner (vor den Folgen von Irregehen und Übertretung). Du (erfüllst deine Pflicht getreulich und vollkommen, und deshalb) wirst (du) nicht über die Bewohner der lodernden Flamme befragt.

120. Niemals werden die Juden mit dir zufrieden sein und ebenso wenig die Christen, ehe du nicht ihrem Bekenntnis und ihrer Lebensweise folgst. Sage (zu ihnen, o Gesandter): „Wahrlich, die Rechtleitung Gottes (wie sie im Koran beschrieben ist) ist die wahre Rechtleitung.“ Doch solltest du (was anzunehmen völlig unmöglich ist) ihren Ansinnen und Wunschvorstellungen folgen, nach dem, was dir an Wissen zugekommen ist, dann wirst du vor Gott weder einen beschützenden Freund (der dich vor Seiner Strafe bewahren kann) noch einen Helfer haben.

121. Diejenigen (Menschen), denen Wir das Buch gegeben haben (und) die es lesen, wie man es lesen sollte (befolgen seine Gebote und nehmen keine Veränderungen oder Verfälschungen daran vor), die haben ihren festen Glauben daran (erneuert und bekräftigen ihn fortwährend). Wer aber nicht daran glaubt (und die in dem Buch enthaltene Wahrheit verbirgt oder entstellt), diese sind die Verlierer (sowohl in dieser Welt als auch im Jenseits).

122. O ihr Kinder Israels! Gedenkt Meiner Wohltaten, die Ich euch gewährte (indem Ich Propheten und Gesandte aus eurer Mitte erwählt und euch ein großes Königreich gegeben habe und euch ein Buch zukommen ließ und euch auf den rechten Weg leitete), und dass Ich euch einst den Vorrang vor allen Völkern gab.

123. Und fürchtet den Tag, und seid vor ihm auf der Hut, an dem (jeder darauf bedacht sein wird, sich selbst zu retten und an dem) keine Seele etwas für eine andere wird übernehmen können und (an dem) kein Lösegeld angenommen noch ihr eine Fürsprache (von der Art, wie sie in dieser Welt üblich ist, ohne jedoch Gottes Erlaubnis und Zustimmung zu besitzen) nützen und an dem ihnen nicht geholfen wird.

124. (Ihr weigert euch hauptsächlich deshalb, Muhammad zu folgen, weil das Amt des Propheten nicht euch vorbehalten blieb und weil er daher nicht unter euch erschienen ist. Aber ihr gebt doch gewiss zu, dass Abraham ein Prophet war, darum) gedenkt der Zeit, als sein Herr Abraham prüfte mit Geboten (und Feuerproben wie der, als er ins Feuer geworfen wurde, oder mit der Vernichtung des Volks seines Verwandten Lot oder mit dem an ihn ergangenen Befehl, seinen Sohn Ismael zu opfern) und er ihnen auf das Gewissenhafteste standhielt. Da sagte Er: „Ich werde dich fürwahr zum Imam für alle Menschen machen.“ Er (Abraham) flehte: „(Wirst Du Imame) auch aus meinen Nachkommen (machen)?“ Er (sein Herr) antwortete: („Ich werde Imame aus denen machen, die es verdienen. Aber) Mein Versprechen erstreckt sich nicht auf die, die Unrecht tun.“

125. Und (gedenke auch der Zeit), als wir das Haus (die Kaaba in Mekka) zu einem Ort der Zusammenkunft für die Menschen machten und zu einer Zufluchtsstätte (einem Heiligtum, also zu einem Zeichen der Wahrheit). Und nehmt euch die Stätte Abrahams zum Gebetsort (o ihr Gläubigen, wie ihr es in früheren Zeiten getan habt). Und Wir haben Abraham und Ismael auferlegt: „Reinigt Mein Haus für diejenigen, die (es) als gottesdienstlichen Ritus umschreiten, die dort zur Andacht verweilen und die sich (im Gebet) verbeugen und niederwerfen.“

126. Und (gedenkt der Zeit) als Abraham einst betete: „Mein Herr, mache dieses (unbebaute Tal) zu einem sicheren Ort, und gib den dort Wohnenden Feldfrüchte, denen von ihnen, die an Gott und den Jüngsten Tag glauben.“ Er (sein Herr) antwortete: „(Ich werde sowohl den Gläubigen als auch den Ungläubigen Versorgung zuteil werden lassen. Aber) wer ungläubig ist, den werde Ich (ebenfalls das Leben) ein wenig genießen lassen, (doch) dann werde Ich ihn zur Strafe des Feuers zwingen - welch ein schlechtes Ende ist das!“

127. Und (gedenkt der Zeit) als Abraham, und Ismael (mit ihm,) die Grundmauern des Hauses errichtete. (Und sie beteten:) „Unser Herr, nimm (dieses Werk) von uns entgegen. Denn wahrhaftig, Du bist der Hörende, der Wissende.

128. „Unser Herr! Mache uns zu Muslimen, Dir ergeben, und aus unseren Nachkommen eine Gemeinschaft von Muslimen, Dir ergeben. Zeige uns unsere Riten der Anbetung (einschließlich insbesondere der Pilgerfahrtsriten), und nimm unsere Reue an (für unsere Unfähigkeit, Dich so anzubeten, wie es Deine Anbetung erfordert). Denn wahrlich, Du bist derjenige, der Reue annimmt und sie mit großzügiger Vergebung und zusätzlicher Belohnung erwidert, der Barmherzige.

129. Unser Herr! Und erwecke unter ihnen einen Gesandten aus ihrer Mitte, der ihnen Deine Offenbarungen vorträgt und sie das Buch (das Du ihm eingeben wirst) und die Weisheit lehrt und sie läutert (von falschen Glaubensvorstellungen und Lehren, von Sünden und allen Formen der Unreinheit). Denn wahrhaftig, Du bist der Mächtige, der Weise.“

130. Wer (also) verschmäht das Bekenntnis Abrahams, außer dem, der sich selbst zum Narren macht? Denn Wir hatten ihn bereits im Diesseits als reinen und hervorragenden Menschen auserwählt, und im Jenseits ist er gewiss unter den Rechtschaffenen.

131. (Gedenke der Zeit) als sein Herr zu ihm sagte: „Ergib dich ganz und gar (deinem Herrn)!“ Da antwortete er: „Ich habe mich ganz und gar dem Herrn der Welten ergeben.“

132. Abraham vererbte und trug diese Ergebung seinen Söhnen (Ismael und Isaak) und (seinem Enkel) Jakob auf, (indem er sagte:) „O meine Söhne, Gott hat für euch (aus verschiedenen Bekenntnissen und Lebensweisen) die Religion (des Islams) erwählt, (die auf Hingabe an Ihn beruht und in der es keinerlei Form der Beigesellung von Teilhabern an Seine Seite gibt). Deshalb achtet darauf, dass ihr nicht anders denn als Muslime sterbt (die einzig und allein Ihm ergeben sind).“

133. Oder wart ihr (o ihr Kinder Israels, also Jakobs) Zeugen, als sich der Tod bei Jakob einstellte (sodass ihr behaupten könntet, er habe euch eine andere Religion vererbt und aufgetragen, als Abraham es tat, um euch so eine Ausrede dafür zu verschaffen, den Islam abzulehnen) und er zu seinen Söhnen sagte: „Wem werdet ihr nach mir dienen?“ Da antworteten sie: „Wir werden deinem Gott dienen und dem Gott deiner Väter, Abraham, Ismael und Isaak, einem einzigen Gott, und Ihm sind wir ergeben.“

134. Dies ist eine Gemeinschaft, die bereits dahingegangen ist; ihr wird zuteil, was sie sich erworben hat, und euch wird zuteil, was ihr euch erworben habt. Und ihr werdet nicht darüber befragt, was jene zu tun pflegten.

135. Und sie (die Juden) sagen: „Werdet Juden“ oder (die Christen sagen:) „Werdet Christen (hūdan aw nasārā), dann werdet ihr rechtgeleitet sein.“ Sage zu ihnen (o Gesandter): „Nein! Das Bekenntnis Abrahams, der rechtgläubig war, (das ist es, was wir befolgen, das Bekenntnis, in dem es keinen Unglauben gibt und keine Form von Beigesellung an Seine Seite und keine Heuchelei, damit wir rechtgeleitet sein mögen).“ Und Abraham gehörte nicht zu denen, die Gott Teilhaber zur Seite stellen.

136. (O ihr Muslime) sprecht: „Wir glauben an Gott (ohne ihm Teilhaber zur Seite zu stellen) und an das, was uns herabgesandt wurde und was Abraham, Ismael, Isaak, Jakob und den aus den Stämmen hervorgegangen Propheten herabgesandt wurde und was Moses und Jesus gegeben wurde, und an das, was (an Wissen, Weisheit und Prophetenschaft) all den anderen Propheten von ihrem Herrn gegeben wurde. Wir machen zwischen keinem von ihnen einen Unterschied (im Glauben), und wir sind Muslime (die sich Ihm ganz und gar und ausschließlich ergeben).“

137. Wenn sie (die Juden und Christen, die behaupten, rechtgeleitet zu sein,) an dasselbe glauben, was ihr glaubt, dann sind sie rechtgeleitet; wenn sie sich aber abwenden, dann sind sie in Abspaltung geraten. Doch Gott wird dir gegen sie genügen. Er ist der Hörende, der Wissende.

138. (O ihr Muslime, sagt: „Wir wählen) die ‘Farbe’ Gottes (die ‘Farbe’, die Er dem gesamten Universum hat zuteil werden lassen, nicht die Farbe, die einige sich selbst während irgendwelcher Riten im Namen der Religion aufgelegt haben). Und wer ist besser als Gott im Bemalen (und wessen Farbe ist schöner als die Farbe Gottes)? Und wir sind es, die Ihn allein anbeten (wie nur Er angebetet werden sollte).“

139. Sprich: „Wollt ihr etwa mit uns wegen Gott streiten (als ob Er gesagt hätte, das Paradies sei nur für die Juden oder die Christen), wo Er (doch) unser Herr und euer Herr ist (und Er sowohl für uns als auch für euch erschafft und Versorgung gewährt)? (Was immer Er uns gebietet zu glauben, das gebietet Er auch euch zu glauben. Doch wenn ihr fortfahrt zu streiten und auf eurer Überlegenheit zu bestehen, dann) haben wir unsere Taten und ihr habt eure Taten (vorzuweisen), und Ihm sind wir aufrichtig zugetan (in unserem Glauben an Ihn und in unserem Dienst an Ihm allein).“

140. Oder wollt ihr etwa behaupten, dass Abraham, Ismael, Isaak, Jakob und die aus den Stämmen hervorgegangen Propheten „Juden“ oder „Christen“ waren? Sage (zu ihnen): „Wisst ihr es besser oder Gott?“ (Sie wissen ja sehr wohl, dass keine von den Propheten „Juden“ oder „Christen“ waren, doch sie verbergen die Wahrheit.) Und wer tut mehr Unrecht als derjenige, der ein Zeugnis verbirgt, das er von Gott erhalten hat! Und Gott ist nicht achtlos dessen, was ihr tut.

141. Dies war eine Gemeinschaft, die bereits dahingegangen ist; ihr wird zuteil, was sie sich erworben hat, und euch wird zuteil, was ihr euch erworben habt. Und ihr werdet nicht darüber befragt werden, was sie zu tun pflegten.

142. Die (heuchlerischen) Toren unter den Menschen werden sagen: „Was hat sie bewogen, sich von ihrer Gebetsrichtung (dem Bayt al-Maqdis in Jerusalem) abzuwenden?“ Sprich (o Gesandter): „Gott gehört der Osten und der Westen (und daher die ganze Erde mit all ihren östlichen und westlichen Richtungen; in welche Richtung auch immer Er will, dass wir uns wenden, dorthin wenden wir uns). Er leitet wen Er will auf den geraden Weg.“

143. Und so (o Gemeinde Muhammads! Während andere sich in verschiedene Richtungen wenden und indem sie vom rechten Pfad abirren und zwischen Extremen im Denken und Glauben straucheln,) haben Wir euch zu einer Gemeinde in der Mitte gemacht, damit ihr Zeugen sein mögt für die Menschen (hinsichtlich der Wege, denen sie folgen) und der (edelste der) Gesandten Zeuge sei für euch. Und Wir setzten (das Bayt al-Maqdis in Jerusalem) als Gebetsrichtung, nach der du dich (bisher) gerichtet hast (und die zu ändern Wir im Begriff sind), nur (deshalb) fest, damit Wir denjenigen, der dem Gesandten aufrichtig folgt, von dem zu unterscheiden wissen, der auf seinen Fersen kehrt macht (wenn das Vorgehen des Propheten ihnen nicht behagt). Und das war gewiss eine schwere Prüfung, außer für diejenigen, die Gott geleitet hat (und standhaft gemacht hat im Glauben). Und Gott wird niemals euren Glauben verloren gehen lassen. Wahrlich, Gott ist zu den Menschen mitfühlend, barmherzig.

144. Wir haben gewiss gesehen, wie du (o Gesandter) dein Gesicht oft dem Himmel zukehrst (in Erwartung einer Offenbarung. Doch sei nicht besorgt). Wir werden dich bestimmt einer Gebetsrichtung zuwenden, mit der du zufrieden sein wirst. (Jetzt ist die Zeit gekommen,) so wende dein Gesicht in Richtung der Heiligen Moschee (Al-Masdschid al-Haram). (Und ihr, o ihr Gläubigen) wo immer ihr auch sein mögt, wendet euer Gesicht (beim Beten) in ihre Richtung. Wahrlich, diejenigen, denen das Buch (zuvor) gegeben ward, wissen (einerlei ob die Heuchler oder die Toren unter ihnen dies leugnen oder sich dagegen auflehnen), dass (das Auftreten dieses Propheten und diese Veränderung der Gebetsrichtung) das wahre (Gebot) ist von deinem Herrn. Und Gott ist nicht achtlos und uneingedenk dessen, was sie tun.

145. Doch selbst wenn du (o Gesandter) denjenigen, denen das Buch (vordem) gegeben ward, alle möglichen Zeichen und Beweise brächtest, würden sie deine Gebetsrichtung (qibla) nicht befolgen. Du befolgst ihre Gebetsrichtung nicht und sie befolgen (ja selbst) untereinander ihre (jeweilige) Gebetsrichtung nicht. (Sie richten sich ja nach ihren eigenen Wunschvorstellungen und nicht nach der Wahrheit.) Doch solltest du ihren Ansinnen folgen nach dem, was dir an Wissen zugekommen ist, so würdest du bestimmt zu denen gehören, die Unrecht tun (zu denen, die sich selbst Unrecht tun durch die Fehler, die sie begehen).

146. Diejenigen, denen wir das Buch (vordem) gegeben haben, kennen ihn (den Gesandten mit all seinen hervorragenden Eigenschaften und ebenso die Gebetsrichtung, in die er sich beim Gebet wenden wird), wie sie ihre eigenen Söhne kennen. Und doch verbirgt ein Teil von ihnen die Wahrheit und sie tun es wissentlich.

147. Dies (deine Hinwendung zur Heiligen Moschee, o Gesandter) ist die Wahrheit von deinem Herrn, und nur das, was von deinem Herrn kommt, ist die Wahrheit; so sei nicht einer von denen, die (daran) zweifeln.

148. Jeder hat eine Richtung, der er sich zuwendet (ein Ziel, dem er sich im Leben zuwendet, und die, die sich der Heiligen Moschee zuwenden, haben einen Weg, den sie bis zu ihrem Ziel befolgen können). So wetteifert miteinander (o ihr Gemeinschaft der Gläubigen) in allem, was gut ist. Wo immer ihr auch seid, Gott wird euch zusammenbringen. Wahrlich, Gott hat Macht über alle Dinge.

149. Und von wo auch immer du herkommst (auf deinen Reisen), wende dein Gesicht (o Gesandter) in Richtung der Heiligen Moschee (wenn du betest). Das ist gewiss die Wahrheit von deinem Herrn. (O ihr, die ihr glaubt! Tut dasselbe, denn) Gott ist nicht achtlos und uneingedenk dessen, was ihr tut.

150. Und von wo auch immer du herkommst (auf deinen Reisen), wende dein Gesicht (o Gesandter) in Richtung der Heiligen Moschee (wenn du betest). Und wo immer ihr auch seid (o ihr, die ihr glaubt), wendet eure Gesichter in ihre Richtung, damit die Menschen kein Argument gegen euch haben - außer denjenigen unter ihnen, die Unrecht tun; so fürchtet sie nicht, sondern fürchtet Mich - damit Ich an euch Meine Gnade (des Glaubens und des Islams) vollende und ihr gewiss rechtgeleitet werden möget (im Islam hin zur Wahrheit).

151. So wie Wir zu euch einen Gesandten aus eurer Mitte geschickt haben, der euch Unsere Offenbarungen vorträgt und euch läutert (von falschen Glaubensvorstellungen und Lehren, von Sünden und allen Formen der Unreinheit) und euch das Buch und die Weisheit lehrt und euch lehrt, was ihr nicht wusstet.

152. Gedenkt also (zum Dank für all dies) stets Meiner und gedenkt Meiner (wenn das Pflichtgebet fällig wird), damit (auch) Ich eurer gedenke und euch erwähne (wenn das Gericht und die Vergeltung fällig wird); und seid Mir dankbar, und verleugnet Mich nicht.

153. O ihr, die ihr glaubt! Sucht Hilfe (gegen jegliche Bedrängnis und Trübsal) in Geduld (Standfestigkeit) und im Gebet; wahrlich, Gott ist mit den Geduldigen (Standhaften).

154. Und sagt nicht von denen, die auf dem Pfad Gottes getötet wurden: „Sie sind tot.“ Nein! Lebendig sind sie, doch ihr nehmt es nicht wahr.

155. Und bestimmt werden Wir euch prüfen mit etwas Angst und Hunger und Minderung an Besitz, Seelen und Früchten (Einkünften); doch verkünde frohe Botschaft den Standhaften und Geduldigen:

156: Jene die, wenn sie ein Unglück trifft, sagen: „Wahrlich, Gott gehören wir (als Seine Geschöpfe und Diener), und wahrlich, zu Ihm kehren wir zurück.“ (Und die auch entsprechend handeln.)

157. Sie sind es, auf denen Segnungen von ihrem Herrn sind (nämlich Vergebung, Erhören ihrer Anrufungen und Befriedigung ihrer Bedürfnisse) und Barmherzigkeit (die sich durch Hilfe sowohl in dieser Welt als auch im Jenseits einstellen wird, und Gunstbeweise im Paradies, die die menschliche Vorstellungskraft weit übertreffen), und sie sind es, die rechtgeleitet sind.

158. (Die Hügel) Safa und Marwa gehören wahrlich zu den Symbolen, die Gott (dafür) bestimmt hat (den Islam und die muslimische Gemeinschaft zu repräsentieren). Wer also auch immer die Hadsch (die große Pilgerfahrt) zu dem Haus (Gottes, der Kaaba) oder die ‘Umra (die kleine Pilgerfahrt) verrichtet, für den ist es kein Vergehen, wenn er zwischen ihnen hin und her läuft (und sie sollen dort laufen, nachdem sie die zur Pflicht gemachte Umschreitung der Kaaba vollendet haben). Und wer freiwillig Gutes tut (wie etwa noch einmal die Kaaba zu umschreiten und zwischen Safa und Marwa hin- und herzulaufen sowie andere gute Werke), so ist Gott erkenntlich für Dankbarkeit, wissend.

159. Diejenigen, die etwas verbergen von den klaren Beweisen (hinsichtlich der religiösen Grundsätze, und insbesondere der Prophetenschaft Muhammads) und (den Offenbarungen, die sich mit) der Rechtleitung (befassen), die Wir herabgesandt haben, nachdem Wir sie den Menschen im Buch erklärt hatten - diese wird Gott verfluchen (sie also aus Seiner Barmherzigkeit ausschließen), und verfluchen werden sie alle, die (die Macht haben zu) verfluchen.

160. Außer denjenigen, die sich (Gott) wieder reuevoll zuwenden, sich bessern und öffentlich (jene Zeichen und Offenbarungen) verkünden - denen werde Ich ihre Reue durch Belohnung vergelten (und sie in Meine besondere Barmherzigkeit aufnehmen). Denn Ich bin der, der Reue annimmt und mit großzügiger Vergebung und zusätzlicher Belohnung vergilt, der Barmherzige.

161. Doch jene, die den Glauben zurückweisen (was sich daran zeigt, dass sie fortfahren, die Wahrheit zu verbergen,) und die als Ungläubige sterben, auf denen ist der Fluch Gottes und der Engel und der gesamten Menschheit.

162. Darin (im Feuer, der Folge oder dem Ort des Fluchs) werden sie (ewig) verweilen. Die Strafe wird ihnen nicht erleichtert werden, und es wird ihnen kein Aufschub gewährt.

163. (Deshalb, o ihr Menschen, hütet euch davor, die Wahrheit zu verbergen oder im Unglauben zu verharren, und bemüht euch nicht vergeblich um anderweitige Hilfe oder Zuflucht. Denn) euer Gott ist ein einziger Gott; es gibt keine Gottheit außer Ihm, dem Erbarmer, dem Barmherzigen.

164. Wahrlich, in der Erschaffung der Himmel und der Erde und dem Aufeinanderfolgen von Nacht und Tag (mit ihrer sich verkürzenden und verlängernden Zeitdauer) und den Schiffen, die auf dem Meer dahinsegeln mit dem, was den Menschen nützt, und dem, was Gott an Wasser vom Himmel herabsendet - und Er gab der Erde damit Leben, nachdem sie ausgedörrt war, und verstreute auf ihr alle Arten von lebenden Geschöpfen - und (in) dem Wechsel der Winde und den dienstbaren Wolken zwischen Himmel und Erde, (in all dem) sind Zeichen (die beweisen, dass Er der Eine Gott ist, dem Anbetung gebührt, und die einzige Zuflucht und der einzige Helfer) für Menschen, die ihren Verstand gebrauchen.

165. Und doch gibt es unter den Menschen einige, die (keinen Verstand besitzen und unfähig sind, nachzudenken und) außer Gott andere als Seinesgleichen zum Anbeten nehmen (und) sie lieben, wie man nur Gott lieben darf. Die aber, die wirklich glauben, lieben Gott noch mehr. Wenn nur diejenigen, die dieses (größte) Unrecht begehen, sehen könnten - so wie sie sehen werden, wenn sie die Strafe erblicken -, dass die Macht gänzlich bei Gott ist und dass Gott streng ist in (der Zumessung) der Strafe.

166. Wenn sich dereinst diejenigen, denen gefolgt wurde (in dieser Welt als Respektspersonen, Oberhäupter oder Anführer und die geliebt wurden, wie nur Gott geliebt werden darf), von jenen lossagen, die ihnen gefolgt sind, und behaupten, solches Unrecht nicht begangen zu haben, und sie die Strafe sehen und die Bindungen zwischen ihnen abgeschnitten sind!

167. Und diejenigen, die gefolgt sind, sagen: „Wenn wir nur (in diese Welt) zurückkehren könnten, so würden wir uns von ihnen lossagen, so wie sie sich von uns losgesagt haben!“ So zeigt Gott ihnen ihre Handlungen als (Grund für) gramvolle Reue, und sie kommen aus dem Feuer nicht heraus.

168. O ihr Menschen! (Haltet euch an das, was Gott euch gebietet. Er lässt euch auf der Erde wohnen, so) esst von dem, was es auf Erden gibt, sofern es Erlaubtes, Reines und Bekömmliches ist (in seiner Zusammensetzung und aus religiöser Sicht gesehen); und folgt nicht den Fußstapfen Satans (der sowohl die betrügt, denen gefolgt wird, als auch die, die folgen), denn er ist euch fürwahr ein offenkundiger Feind.

169. Er gebietet euch nur Böses und Abscheuliches, und dass ihr über Gott Dinge sagt, über die ihr kein (sicheres) Wissen besitzt.

170. Und wenn ihnen (die den Fußtapfen Satans folgen) gesagt wird: „Folgt dem, was Gott herabgesandt hat“, so antworten sie: „Nein! Wir folgen dem (an Überlieferungen, Sitten, Glaubensvorstellungen und Handlungsweisen), wobei wir unsere Väter gefunden haben.“ Was denn, auch wenn ihre Väter nichts begriffen haben und nicht rechtgeleitet waren?

171. Das Gleichnis derjenigen, die sich weigern, zu glauben, ist wie das Gleichnis desjenigen, der etwas anschreit, das auf nichts hört außer auf Laute und Zurufe. Taub, stumm und blind sind sie, darum begreifen sie nicht (was zu ihnen gesagt wird).

172. O die ihr glaubt! (Kümmert euch nicht um die Regeln, die die Ungläubigen im Hinblick auf Nahrung ersinnen, sondern) esst von den reinen, bekömmlichen Dingen, die Wir euch bereitet haben, und seid Gott (dafür) dankbar, wenn ihr Ihm allein dient.“

173. Er hat euch nur (den Genuss von) Verendetem verboten, von Blut, Schweinefleisch und (das Fleisch) von dem (Tier), über dem der Name eines anderen als Gott angerufen wurde. Wer aber aus Not gezwungen ist, davon zu essen, ohne (das Verbotene) zu begehren und ohne (das Maß des Notwendigen) zu überschreiten, für den ist es keine Sünde. Wahrlich, Gott ist verzeihend, barmherzig.

174. Diejenigen, die die Wahrheit und die Gebote in dem Buch verbergen, das Gott herabgesandt hat, und sie um einen geringen Preis (wie weltlichen Gewinn, gesellschaftliche Stellung und Berühmtheit) verkaufen, die verschlingen nichts als Feuer in ihre Bäuche. Gott wird am Tag der Auferstehung weder zu ihnen sprechen (wenn sie es dringend nötig haben, zu Ihm zu sprechen und um Vergebung und Barmherzigkeit zu flehen), noch wird Er sie läutern (und für rein erklären). Eine schmerzliche Strafe wird ihnen zuteil.

175. Sie sind es, die den Irrtum für die Rechtleitung erkauft haben und die Strafe für die Verzeihung. Was hat sie nur dem Feuer gegenüber so beharrlich gemacht (und so ausdauernd)!

176. Dies ist deshalb, weil Gott das Buch mit der Wahrheit herabgesandt hat und weil nichts an ihm falsch ist. Diejenigen, die sich über das Buch uneinig sind (wobei sie an einen Teil davon glauben und einen Teil leugnen, und an einige der Bücher Gottes glauben, während sie an andere nicht glauben), haben sich gewiss weit (von der Wahrheit) entfernt.

177. Es ist nicht Frömmigkeit (und Tugend), dass ihr eure Gesichter (beim Gebet) gen Osten oder gen Westen wendet; sondern fromm ist der, der an Gott und den Jüngsten Tag glaubt, an die Engel, die Bücher und die Propheten, freudig von seinem Besitz abgibt an die Verwandten, die Waisen, den Armen, den Wanderer, an die, die betteln müssen (oder die ein Darlehen benötigen), und für das Freikaufen von Sklaven, und der das Gebet verrichtet und die Pflichtabgabe gibt. Und (fromm sind) diejenigen, die ihre Versprechen einhalten, wenn sie sie gegeben haben, und die geduldig und standhaft sind in Elend, Not und Krankheit und in Zeiten des Unheils (beispielsweise im Kampf zwischen Wahrheit und Falschheit). Sie sind die Aufrichtigen, Frommen und Gottesfürchtigen.

178. O die ihr glaubt! Vorgeschrieben ist euch die Vergeltung bei (absichtlichem, ungerechtfertigtem) Töten: der Freie für den Freien, der Sklave für den Sklaven, die Frau für die Frau. Doch wenn ihm (dem Mörder) von seinem Bruder (einem der Erben des Getöteten) etwas vergeben wird, so soll die Verfolgung (der Ansprüche) auf geziemende Art und die Leistung ihm gegenüber auf wohltätige Weise geschehen. Dies ist eine Erleichterung von eurem Herrn und eine Barmherzigkeit. Wer nun nach diesem Übertretung begeht, dem wird eine schmerzliche Strafe zuteil.

179. In der Vergeltung ist Leben für euch (wenn ihr es doch nur begreifen wolltet), o ihr, die ihr einsichtig seid. Vielleicht werdet ihr (dies erkennen und Gottes Gebote erfüllen und, indem ihr dies tut,) die ersehnte Frömmigkeit und Rechtschaffenheit erlangen und Seinen Schutz verdienen.

180. Es ist euch vorgeschrieben, wenn sich bei einem von euch der Tod einstellt, sofern er Vermögen hinterlässt, ein Vermächtnis den Eltern und den nahen Verwandten auf geziemende Art und vom Glauben her nach anerkannter Vorgehensweise zu machen - eine rechtliche Verpflichtung für die wahrhaft Gottesfürchtigen, Frommen.

181. Doch wer das Vermächtnis umändert, nachdem er es gehört hat (sodass das Vermächtnis nicht durchgesetzt wird wie vorgesehen), so ist die Sünde dafür bei denen, die es umändern. Wahrlich, Gott ist hörend, wissend.

182. Wer aber seitens des Erblassers eine Unrechtmäßigkeit oder Sünde befürchtet und zwischen den Parteien Frieden stiftet (indem er die notwendigen Änderungen vornimmt), für den ist es keine Sünde. Gott ist wahrlich verzeihend, barmherzig.

183. O ihr, die ihr glaubt! Das Fasten ist euch vorgeschrieben, so wie es denen vorgeschrieben war, die vor euch waren, damit ihr Gottes Schutz (vor der Versuchung durch körperliche Begierden) verdient und Gottesfürchtigkeit erlangt.

184. (Das Fasten ist euch) für eine Anzahl von Tagen (auferlegt). Wer aber von euch krank ist, sodass er nicht zu fasten vermag, oder sich auf einer Reise (befindet), der muss die gleiche Anzahl von anderen Tagen fasten. Jenen aber, die es nur mit großer Mühe ertragen können, ist als Ersatz die Speisung eines Armen (für jeden versäumten Fastentag oder die Spende eines Geldbetrags in gleicher Höhe an ihn) auferlegt. Und wer freiwillig Gutes tut (indem er mehr spendet oder mehr Fastentage nachholt), so ist es besser für ihn. Doch dass ihr fastet, ist besser für euch, wenn ihr nur (um den Wert des Fastens) wüsstet!

185. Der Monat Ramadan (ist es), in dem der Koran als Rechtleitung für die Menschen herabgesandt wurde und als klarer Beweis der Rechtleitung und Unterscheidung (zwischen Wahrem und Falschem). Wer von euch also in dem Monat zugegen ist, der soll in ihm fasten. Doch wer krank ist, sodass er nicht fasten kann, oder auf einer Reise, (der soll) eine (gleiche) Anzahl von anderen Tagen (fasten). Gott will es euch leicht machen, Er will es euch nicht schwer machen, damit ihr die vorgeschriebene Anzahl (von Fastentagen) vollendet und Gott rühmt, dass Er euch geleitet hat, und dass ihr (Ihm entsprechend) dankbar sein möget.

186. Und wenn (o Gesandter) Meine Diener dich über Mich befragen, so bin Ich gewiss nahe: Ich erhöre das Gebet des Betenden, wenn er zu Mir betet. Deshalb sollen sie (auch) Meinen Ruf hören (ohne zu zögern) und an Mich glauben und Mir vertrauen (so wie es von ihnen gefordert wird), damit sie rechtgeleitet werden mögen zu spiritueller und intellektueller Vorzüglichkeit und rechtmäßigem Handeln.

187. Es ist euch erlaubt, euch in der Nacht des Fastens euren Frauen zu nähern. (Es gibt so eine Vertrautheit zwischen euch, dass) sie für euch ein Gewand sind (das euch einhüllt, um euch gegen unerlaubte Beziehungen zu beschützen), und ihr seid (auf gleiche Weise und aus demselben Grund) ein Gewand für sie. Gott weiß, dass ihr (das Gefühl hattet,) euch selbst zu betrügen (indem ihr tatet, wovon ihr annahmt, dass es verboten war), und Er wandte euch Seine Gnade wieder zu und vergab euch (und beschützte euch vor möglichen Sünden, indem Er solch ein Verbot nicht erließ). So pflegt nun liebevollen Verkehr mit ihnen und trachtet nach dem, was Gott euch bestimmt hat. Und (es sei euch erlaubt:) esst und trinkt, bis der weiße Streifen der Morgendämmerung von dem schwarzen der Nacht klar für euch erkennbar wird. Danach vollendet das Fasten bis zum Einbruch der Nacht. Und pflegt keinen Verkehr mit ihnen (euren Frauen), während ihr euch in die Moscheen (zur Andacht) zurückgezogen habt. Das sind die Schranken, die Gott gesetzt hat; kommt ihnen nicht nahe (haltet euch in sicherem Abstand von ihnen). So erklärt Gott den Menschen Seine Offenbarungen, damit sie Frömmigkeit erlangen und beschützt sein mögen gegen eine Bestrafung für solches Tun.

188. (Esst und trinkt, doch verrichtet die Formen der Anbetung, die euch helfen, eure Seele im Zaum zu halten wie das Fasten.) Und verschlingt nicht euren Besitz untereinander auf falsche Art (durch Nichtigkeiten, Sünden und Verbrechen wie Diebstahl, unberechtigte Aneignung, Bestechung, Wucher und Glücksspiel), und bietet ihn nicht den Herrschenden an, um dadurch einen Teil vom Besitz anderer Menschen auf sündige Weise zu verschlingen, und das wissentlich.

189. Sie fragen dich (o Gesandter Gottes) über die neuen Monde (wegen des Monats Ramadan). Sprich: „Sie sind festgesetzte Zeiten(-messer) für die Menschen (um Zeitabläufe zu bestimmen) und für die Pilgerfahrt.“ (Verknüpft damit aber nicht abergläubische Vorstellungen und Handlungen wie das Betreten von Wohnstätten von ihrer Rückseite anstatt von vorne.) Es ist nicht Frömmigkeit, dass ihr in die Häuser von ihrer Rückseite hineingeht. Frömmigkeit ist vielmehr, wenn man (aufrichtig an Gott glaubt) und sich bemüht, Rechtschaffenheit und Tugendhaftigkeit zu erlangen (indem man Seine Gebote einhält und sich von dem von Ihm Verbotenem fernhält). So geht in die Wohnstätten (auf übliche Weise) durch ihre Türen hinein. (Tut alles so, wie es euch vorgeschrieben ist, und haltet die Verbindung zu eurem Anführer und untereinander auf angemessene Weise aufrecht.) Und bemüht euch, Gott gehorsam zu sein in Ehrfurcht vor Ihm und in Frömmigkeit, damit ihr erfolgreich sein mögt.

190. Und kämpft auf dem Pfad Gottes (um Seinen Namen zu preisen) gegen diejenigen, die gegen euch kämpfen, doch übertretet nicht (das Maß, das Gott festgesetzt hat), denn wahrlich, Gott liebt nicht diejenigen, die (das Maß) übertreten.

191. (Während des Kampfes) tötet sie, wo immer ihr auf sie stoßt, und vertreibt sie, von wo sie euch vertrieben haben (um euer Land zurück zu gewinnen, dass sie sich unrechtmäßig angeeignet haben). (Obwohl das Töten etwas ist, das euch mit Widerwillen erfüllt) ist Unordnung (die aus der Auflehnung gegen Gott und daraus hervor geht, dass keine Gesetze anerkannt werden) schlimmer als Totschlag. Doch kämpft nicht gegen sie bei der Heiligen Moschee, bis sie euch dort bekämpfen. Wenn sie aber gegen euch (dort) kämpfen, dann tötet sie. Solcherart ist die Vergeltung für die (aufrührerischen) Ungläubigen.

192. Wenn sie aber aufhören (zu kämpfen), dann ist Gott wahrlich verzeihend, barmherzig (insbesondere denen gegenüber, die sich Ihm in Reue wieder zuwenden).

193. (Doch wenn sie fortfahren, Unruhe zu stiften, und nicht aufhören) dann kämpft gegen sie, bis es keine Unordnung, die in der Auflehnung gegen Gott besteht, mehr gibt und die Religion (das Recht auf den Dienst an Gott und die gesetzliche Machtbefugnis, das Leben in geordnete Bahnen zu lenken, allgemein anerkannt ist) allein Gottes ist. Wenn sie aber aufhören, dann soll es keine Feindseligkeit mehr geben außer gegen die, die Unrecht tun.

194. Der heilige Monat ist für den heiligen Monat, und (bei Entweihung) der heiligen Dinge ist Vergeltung (gefordert). Wer nun gegen euch gewalttätig handelt, gegen den handelt in gleichem Maße gewalttätig, wie er gegen euch gewalttätig war. Doch fürchtet Gott, und bleibt innerhalb der Grenzen von Frömmigkeit und Rechtschaffenheit, und wisst, dass Gott mit den Gottesfürchtigen, Frommen ist.

195. (Gerechte Vergeltung ist ebenso wie Krieg und Verteidigungsmaßnahmen zur Absicherung eures Daseins nicht möglich ohne Aufwendungen. Deshalb) spendet auf dem Pfad Gottes (von dem was immer ihr besitzen mögt), und stürzt euch nicht mit eigenen Händen ins Verderben (indem ihr euch weigert, zu spenden. Was auch immer ihr tut,) tut es auf gute Weise und im Bewusstsein, dass Gott es sieht. Wahrlich, Gott liebt diejenigen, die Gutes tun, die sich bewusst sind, dass Gott sie sieht.

196. Vollzieht die Hadsch (die große Pilgerfahrt) und die ‘Umra (die kleine Pilgerfahrt) Gott zuliebe. Und wenn ihr gehindert werdet (nachdem ihr euer Pilgergewand bereits angelegt habt), dann schickt ein Opfertier (nach Mekka), das (zu opfern) euch leicht fällt. Und schert nicht eure Häupter (um das Ende eures Weihezustandes für die Pilgerfahrt anzuzeigen), bis das Opfer seinen Bestimmungsort erreicht hat und geopfert worden ist. Wer aber von euch krank ist (sodass er gezwungen ist, den Weihezustand aufzugeben) oder an seinem Haupt ein Leiden hat, der soll Ersatz leisten durch Fasten, Mildtätigkeit oder Darbringen eines Opfers. Und wenn ihr euch sicher fühlt (wenn die Pilgerfahrt nicht beeinträchtigt ist oder die Beeinträchtigung beseitigt wurde), dann soll der, der die ‘Umra mit der Hadsch vollziehen möchte, ein Opfertier darbringen, das (zu opfern) ihm leicht fällt. Und wer keines zu finden vermag, soll drei Tage während der Hadsch fasten und sieben, wenn ihr zurückgekehrt seid. Das sind zusammen zehn. Dies (gilt) für den, dessen Angehörige nicht nahe der Heiligen Moschee wohnen. Und handelt in angemessener Ehrfurcht vor Gott und in Frömmigkeit (und vermeidet Ungehorsam Ihm gegenüber und gehorcht Seinen Vorschriften), und wisst, dass Gott streng ist im Strafen.

197. Die Hadsch findet in den wohlbekannten Monaten statt. Wer sich in ihnen zur Pflichterfüllung der Hadsch entschlossen hat, (soll sich) weder zu Beischlaf noch zu Unschicklichkeit oder Frevel noch zu unziemlicher Rede während der Hadsch (hinreißen lassen). Und was ihr an Gutem tut (alles, das euch geboten wurde und mehr als dies, besonders anderen zu helfen), Gott weiß es. Und sorgt vor für die Reise (und fallt anderen nicht zur Last). Doch wahrlich, die beste Vorsorge sind Aufrichtigkeit und Frömmigkeit, so seid um Aufrichtigkeit und Frömmigkeit besorgt, um euch vor Meiner Strafe zu schützen, o ihr, die ihr einsichtig seid.

198. Es ist kein Vergehen für euch, wenn ihr nach der Gunst eures Herrn strebt (indem ihr Handel treibt während der Hadsch, doch hütet euch davor, euch so sehr davon in Anspruch nehmen zu lassen, dass ihr darüber die Hadsch-Riten vernachlässigt). Und wenn ihr in Scharen vom ‘Arafat herbeieilt (nachdem ihr euch dort einige Zeit aufgehalten habt), dann gedenkt Gottes bei Masch‘ar al-Haram (Al-Muzdalifa); und gedenkt Seiner, wie Er euch rechtgeleitet hat, obwohl ihr wahrlich vordem unter jenen wart, die irregehen.

199. Dann (entscheidet euch nicht dafür, in Al-Muzdalifa zurückzubleiben, ohne den Berg ‘Arafat zu erklimmen, weil ihr aus Eitelkeit nicht mit den anderen Menschen zusammen sein wollt; stattdessen) eilt in Scharen weiter, von wo all die (anderen) Menschen weitereilen, und fleht Gott um Verzeihung an (dafür, dass ihr euch Ihm vordem in irgendeiner Weise widersetzt habt, und für die Fehler, die ihr während der Hadsch gemacht habt). Wahrlich, Gott ist verzeihend, barmherzig.

200. Und wenn ihr eure heiligen Riten beendet habt, dann gedenkt Gottes, so wie ihr eurer Väter zu gedenken pflegt (indem ihr euch ihrer Verdienste erinnert, die ihr an ihnen geschätzt habt), oder vielmehr mit noch innigerem Gedenken. Denn unter den Menschen sind welche, die beten: „Unser Herr, gib uns in dieser Welt (Gutes).“ Doch im Jenseits sollen sie keinen Anteil (am Guten) haben.

201. Und unter ihnen sind manche, die beten: „Unser Herr, gib uns in dieser Welt Gutes und im Jenseits Gutes, und verschone uns vor der Strafe des Feuers.“

202. Diesen wird ein Anteil von dem, was sie erworben haben (zugemessen); und Gott ist schnell im Abrechnen.

203. Und gedenkt Gottes während der (drei) festgesetzten Tage (des ‘Īd al-adhā), und wer in Eile ist und mit zwei Tagen (des Gottesgedenkens) zufrieden ist (und den Ritus des Steinewerfens nach dem Satan verrichtet hat), für den ist es keine Sünde; und wer länger bleibt (und den Ritus bis zum dritten Tag weiter vollzieht), für den ist es (ebenfalls) keine Sünde, wenn er nur sorgfältig die Grenzen der Frömmigkeit einhält. Und hütet euch vor Ungehorsam gegen Gott, und seid auf angemessene Weise ehrfürchtig und Ihm gegenüber fromm, und wisst, dass ihr bei Ihm versammelt werdet.

204. Und unter den Menschen ist (manch) einer, der dich mit seinen Reden über die (Angelegenheiten) des gegenwärtigen, weltlichen Lebens in Verwunderung versetzen (mag), und er ruft Gott zum Zeugen an für das, was in seinem Herzen ist. Und dabei ist er der streitsüchtigste Widersacher.

205. Wenn er sich (jedoch) abwendet und an die Macht gelangt, bemüht er sich eilig darum, überall auf Erden Unheil und Verderben zu stiften, und vernichtet Ackerland und Nachkommenschaft. Und Gott liebt nicht Unheil und Verderben.

206. Und wenn ihm gesagt wird: „Halte ehrfürchtig deine Pflicht Gott gegenüber ein (und befolge Seine Gebote)“, überwältigt ihn sündhafter Stolz und treibt ihn zu (noch größerer) Sünde an. Die Hölle ist ein angemessenes Entgelt für ihn - was für eine üble Ruhestätte!

207. Und (im Gegensatz dazu ist) unter den Menschen manch einer, der sich bereitwillig selbst verkaufen würde im Verlangen nach Gottes Wohlgefallen. Und Gott ist fürwahr überaus gütig gegen Seine Diener (und gebietet ihnen deshalb ehrfürchtige Frömmigkeit und Furcht vor Seiner Strafe).

208. O Ihr, die ihr glaubt! Kommt in völliger Selbsthingabe zu Gott, allesamt, (und lasst keine Uneinigkeit aus weltlichen Gründen unter euch zu) und folgt nicht den Fußstapfen Satans; wahrlich, er ist euch ein offenkundiger Feind (der sich bemüht, euch durch verlockende Versprechungen zur Auflehnung gegen Gott zu verführen).

209. Und wenn ihr straucheln solltet (beim Befolgen von Gottes Pfad, der euch zu Frieden und Übereinstimmung führt), nachdem klare Beweise der Wahrheit zu euch gekommen sind, dann wisst, dass Gott ruhmreich ist, von unwiderstehlicher Macht, weise.

210. Erwarten etwa jene (die sich nicht voller Demut Gott hingeben), dass etwas anderes als Gott(es Befehl zur Vernichtung) zu ihnen kommt im Schatten von Wolken und mit Ihm die Engel - und die Sache dann entschieden wird? Und zu Gott werden schließlich alle Angelegenheiten zur Entscheidung zurückgebracht (und was immer Er will geschieht).

211. Frage die Kinder Israels, wie viele klare Beweise Wir ihnen gegeben haben (und was geschah, als sie ihnen Beachtung schenkten oder sie unbeachtet ließen). Doch wenn jemand die Gnade Gottes missachtet, nachdem sie ihm zuteil geworden ist (wenn er also die Rechtleitung verändert oder sie gegen Irreführung vertauscht), dann ist Gott wahrlich streng im Strafen.

212. Anziehend erscheint denen, die ungläubig sind und undankbar für Gottes Gnadenerweise, das diesseitige Leben, und sie verhöhnen diejenigen, die glauben (und dem weltlichen Leben keinen Wert beimessen). Doch die, die Gott in angemessener Ehrfurcht und Frömmigkeit gehorsam sind, werden am Tag der Auferstehung über ihnen stehen. Und Gott überhäuft mit Seiner Gnade, wen Er will, ohne zu rechnen.

213. Die Menschheit war (am Anfang) eine einzige Gemeinschaft (die eine einzige Lebensweise befolgte, ohne sich über Versorgung oder dergleichen zu streiten. Später entstand Uneinigkeit, und) Gott entsandte Propheten als Überbringer froher Botschaft (von Wohlstand als Lohn für Glauben und Rechtschaffenheit) und Warner (vor den Folgen von Irregehen und Übertretung), und Er sandte mit ihnen das Buch mit der Wahrheit herab (das nichts Falsches enthält), um (damit) zu richten zwischen den Menschen über das, worin sie uneins waren. Und nur die waren darin uneins, denen es gegeben wurde, nachdem die klarsten Beweise zu ihnen gekommen waren, aus Missgunst untereinander und aus Anmaßung. Doch Gott leitet nach Seinem Gebot diejenigen, die (an das Buch und die Propheten, an den Koran und an Muhammad) glauben, zur Wahrheit, über die sie uneins waren. Und Gott leitet, wen immer Er will, auf den geraden Weg.

214. (Wenn ihr die Geschichte der Menschheit in dieser Welt überdenkt) meint ihr (dann) etwa, ihr werdet ins Paradies eingehen, ohne dass Gleiches über euch gekommen ist wie über diejenigen, die vor euch dahingegangen sind? Not und Unheil erfasste sie und ließ sie wankend werden wie bei einem Erdbeben, bis (selbst) der Gesandte und diejenigen, die mit ihm gläubig waren, ausriefen: „Wann kommt die Hilfe Gottes?“ Doch siehe! Die Hilfe Gottes ist gewiss nahe!

215. Sie befragen dich, was sie geben sollen (zur Versorgung der Bedürftigen). Sprich: „Was immer ihr gebt an Gutem, das sei für (eure) Eltern und nahen Verwandten und die (bedürftigen) Waisen und die Armen und den (hilfsbedürftigen) Reisenden. Was immer ihr an Gutem tut, wahrlich, Gott weiß es wohl.

216. Zu kämpfen ist euch vorgeschrieben, selbst wenn es euch zuwider ist. Aber es mag sein, dass euch etwas zuwider ist, was gut ist für euch, und es mag sein, dass euch etwas lieb ist, was schädlich ist für euch. Gott weiß, doch ihr wisst nicht.

217. Sie befragen dich über den Heiligen Monat und das Kämpfen in ihm. Sprich: „Das Kämpfen in ihm ist ein schwerwiegendes Vergehen. Aber die Menschen von Gottes Pfad abzubringen und nicht an Ihn zu glauben und den Zutritt zur Heiligen Moschee zu verwehren und die Menschen daraus zu vertreiben sind noch weit schwerwiegendere und sündhaftere (Vergehen) vor Gott. Aufruhr (die durch die Auflehnung gegen Gott und die Nichtbeachtung von Gesetzen verursacht wird) ist noch schwerwiegender und sündhafter als Totschlag.“ Und sie werden nicht ablassen davon, euch zu bekämpfen, bis sie euch von eurem Glauben abwendig machen, wenn sie dazu imstande sind. Wer auch immer unter euch sich aber von seinem Glauben abwendig machen lässt und als Ungläubiger stirbt - das sind diejenigen, deren Taten nutzlos sein werden in dieser Welt und im Jenseits. Sie werden Gefährten des Feuers sein, und darin werden sie verweilen.

218. Wahrlich, jene die glauben, und jene, die ausgewandert sind und sich auf dem Pfad Gottes mit aller Kraft einsetzen - die sind es, die auf die Barmherzigkeit Gottes hoffen. Und Gott ist verzeihend, barmherzig.

219. Sie befragen dich über Wein und Glücksspiel. Sprich: „In beiden ist großes Übel und (einiger) Nutzen für die Menschen. Doch ihr Übel ist größer als ihr Nutzen.“ Und sie befragen dich auch, was sie (für Gottes Sache und für die Bedürftigen) geben sollen. Sprich: „Das Entbehrliche (was übrig bleibt, wenn ihr für die Bedürfnisse eurer Angehörigen gesorgt habt).“ So macht euch Gott die Zeichen klar, damit ihr nachdenkt.

220. Über diese Welt und das Jenseits (und über all die damit verbundenen Wahrheiten). Und sie befragen dich über (die Behandlung der) Waisen. Sage (zu ihnen): „(Anstatt nichts zu tun aus Furcht, falsch zu handeln) verbessert ihre Lage zu ihrem Wohl, das ist gut. Und wenn ihr (eure Ausgaben) mit ihren zusammentut, so sind sie eure Brüder (im Glauben, und Bruderschaft verlangt, so zu handeln, wie es gut ist für die Brüder).“ Und Gott weiß den Unheilstifter von dem zu unterscheiden, der Gutes im Sinn hat. Und wenn Gott gewollt hätte, hätte Er euch in Bedrängnis gebracht. Wahrlich, Gott ist ruhmreich, von unwiderstehlicher Macht, weise.

221. Und heiratet keine Frauen, die Gott Teilhaber zur Seite stellen, ehe sie nicht glauben. Eine gläubige Sklavin ist besser als eine (freie) Frau, die Gott Teilhaber zur Seite stellt, mag sie euch auch noch so gefallen und anziehend erscheinen (wegen ihrer Schönheit, ihres Reichtums, ihrer gesellschaftlichen Stellung oder ihrer Familie). Und verheiratet nicht (eure gläubigen Frauen) mit Männern, die Gott Teilhaber zur Seite stellen, ehe sie nicht glauben. Ein gläubiger Sklave ist besser als ein (freier) Mann, der Gott Teilhaber zur Seite stellt, mag er euch auch noch so gefallen und anziehend erscheinen. Jene rufen zum Feuer, doch Gott ruft zum Paradies und zur Vergebung (eurer Sünden) nach Seinem Gebot. Er macht den Menschen Seine Offenbarung klar, damit sie nachdenken und sich (ihrer Pflicht Gott gegenüber) erinnern.

222. Sie befragen dich auch über die (Anweisungen hinsichtlich der) monatlichen Periode. Sprich: „Sie ist ein Leiden (und eine rituelle Unreinheit). Darum haltet euch fern von den Frauen während ihrer monatlichen Periode, und kommt ihnen nicht nahe, bis sie rein sind. Und wenn sie rein sind, dann kommt zu ihnen, wie Gott es euch geboten hat (entsprechend dem Trieb, den Er eurer Natur mitgegeben hat, und unter den Bedingungen, die Er euch auferlegt hat). Wahrlich, Gott liebt diejenigen, die sich in aufrichtiger Reue (für vergangene Sünden und Irrtümer) Ihm zuwenden, und Er liebt diejenigen, die sich rein halten.“

223. Eure Frauen sind für euch wie ein Saatfeld (wo ihr Samen aussät, um Ertrag zu erhalten), darum kommt zu eurem Saatfeld, wann und wie ihr wollt. Doch schickt (Gutes) für (die Zukunft) eurer Seele voraus. Handelt in Ehrfurcht vor eurem Gott und bleibt innerhalb der Grenzen von Frömmigkeit und Gehorsam Ihm gegenüber (sowohl in eurer Beziehung zu euren Frauen und beim Großziehen eurer Kinder als auch in allen anderen Angelegenheiten). Und wisst, dass ihr Ihm (dereinst) begegnen werdet, und verkünde frohe Botschaft den Gläubigen (über das, was sie bei Ihm vorfinden werden).

224. (Und legt nicht gedankenlos Schwüre im Namen Gottes ab) und macht nicht (in dem Bemühen, eure Schwüre einzuhalten) Gott bei euren Schwüren zum Hinderungsgrund, mehr Gutes zu tun, aus Frömmigkeit zu handeln und Frieden zu stiften zwischen den Menschen. Und Gott ist hörend, wissend.

225. Gott wird euch nicht eine Unachtsamkeit in euren Schwüren zum Vorwurf machen, doch macht Er euch das zum Vorwurf, was eure Herzen (absichtlich) erworben haben. Und Gott ist verzeihend, nachsichtig.

226. Für diejenigen, die Enthaltsamkeit von ihren Frauen geloben, ist eine Wartezeit von vier Monaten. Wenn sie dann von ihrem Gelübde zurücktreten (innerhalb dieser Zeit, indem sie Sühne leisten), dann ist Gott wahrlich verzeihend, barmherzig.

227. Doch wenn (die Zeit abgelaufen ist und) sie den festen Entschluss zur Scheidung gefasst haben, dann (wisst, dass) Gott wahrlich hörend, wissend ist (und stets gewahr, was sie sagen und wie sie handeln).

228. Geschiedene Frauen sollen selbst drei Perioden abwarten, und es ist ihnen nicht erlaubt, zu verbergen, was Gott in ihrem Schoß erschaffen hat, wenn sie an Gott und den Jüngsten Tag glauben. Zu dieser Zeit haben ihre Ehemänner das größere Anrecht, sie zurückzunehmen, wenn sie eine Versöhnung anstreben. Und entsprechend den guten Sitten und religiös anerkannter Handhabung stehen den Frauen die gleichen Rechte zu, wie sie (die Männer) über sie haben. Doch die Männer sind (aufgrund ihrer größeren Pflichten und Verantwortung) eine Stufe über ihnen (was sie jedoch nicht missbrauchen dürfen). Und Gott ist ruhmreich, von unwiderstehlicher Macht, weise.

229. Die Scheidung ist zweimal auszusprechen. Dann (am Ende jeder ausgesprochenen Scheidung) soll der Ehemann (seine Frau) entweder, ohne ihre Ehre zu verletzen und in angemessener Weise, behalten oder im Guten und (zu ihrer) Zufriedenheit entlassen. (Im Fall einer Scheidung) ist es euch nicht erlaubt, irgendetwas von dem zurück zu nehmen, was ihr ihnen gegeben habt (als Brautgabe oder Hochzeitsgeschenk oder als Geschenke zu anderer Gelegenheit), es sei denn, beide befürchten, die Schranken Gottes nicht einhalten zu können. Wenn ihr befürchtet, dass sie die Schranken Gottes nicht einhalten können (und sich zu unerlaubten Handlungen hinreißen lassen, insbesondere weil die Frau Abscheu gegen ihren Mann empfindet), dann ist kein Vergehen für sie beide in dem, was sie hingibt, um sich damit von den Ehebanden loszukaufen. Dies sind die von Gott gesetzten Schranken, also übertretet sie nicht. Und wer die von Gott gesetzten Schranken übertritt, das sind diejenigen, die Unrecht tun.

230. Und wenn er sich (unwiderruflich, zum dritten Mal) von ihr scheidet, dann ist sie ihm nicht mehr (als Gattin) erlaubt, ehe sie nicht einen anderen Gatten (nach ihrem eigenen Wunsch) geheiratet hat. (Wenn sie und ihr neuer Ehemann sich nicht gut vertragen und) wenn er sich von ihr scheidet, ist es kein Vergehen für beide (die Frau und den ersten Ehemann, sofern sie sich einig sind), wenn sie zueinander zurückkehren, vorausgesetzt sie sind sich sicher, dass sie die von Gott gesetzten Schranken einhalten können. Das sind die von Gott gesetzten Schranken. Er macht sie denen klar, die wissen (um die Weisheit und den Nutzen, der in den ihnen von ihrem Schöpfer gesetzten Schranken liegt).

231. Und wenn ihr euch von (euren) Frauen scheidet, und sie nähern sich der Erfüllung ihrer Wartezeit, dann behaltet sie entweder, ohne ihre Ehre zu verletzen und in angemessener Weise, oder entlasst sie, ohne ihre Ehre zu verletzen und in angemessener Weise. Doch behaltet sie nicht, um ihnen Schaden zuzufügen, indem ihr (ihre Rechte) übertretet. Wer immer das tut, der hat sich gewiss selbst Unrecht zugefügt. Und macht euch nicht über die Offenbarung Gottes lustig, und gedenkt der Gnade Gottes, die Er euch erwiesen hat, und dessen, was Er euch vom Buch und von der Weisheit herabgesandt hat, um euch damit (zur Rechtleitung) zu ermahnen. Und hütet euch vor Ungehorsam gegen Gott, und bringt Ihm die Ihm zustehende Ehrfurcht und Frömmigkeit entgegen, und wisst, dass Gott aller Dinge gewahr ist.

232. Und wenn ihr euch von den Frauen scheidet, und sie nähern sich der Erfüllung ihrer Wartezeit, dann (ihr Richter und ihr, die ihr die Sachwalter der beiden Betroffenen seid) haltet sie nicht davon ab, ihre (früheren) Gatten zu heiraten, (und o ihr, ihre früheren Gatten, haltet sie nicht davon ab,) andere Männer zu heiraten, wenn sie sich in angemessener Weise einigen. Dies ist eine Ermahnung für denjenigen unter euch, der an Gott und an den Jüngsten Tag glaubt. Das ist besser für eure Lauterkeit und Reinheit. Und Gott weiß, und ihr wisst nicht.

233. Die Mütter (ob verheiratet oder geschieden) sollen ihre Kinder zwei volle Jahre stillen, wenn die Väter das Stillen vollenden wollen. Es obliegt dem, dem das Kind geboren wurde, die Mutter (während dieser Zeit) den guten Sitten und religiös anerkannter Handhabung entsprechend mit Nahrung und Kleidung zu versorgen. Keiner Seele soll mehr aufgebürdet werden, als sie zu tragen vermag; einer Mutter soll nicht wegen ihres Kindes Leid zugefügt werden, und dem, dem das Kind geboren wurde, nicht wegen seines Kindes. Und dieselbe Pflicht (der stillenden Mutter gegenüber) obliegt dem Erben (des Vaters, der gestorben ist). Und wenn sie beide (das Ehepaar) in gegenseitigem Einvernehmen und nach Beratung das Kind entwöhnen wollen (bevor die zweijährige Frist abgelaufen ist), dann ist es kein Vergehen für sie. Und wenn ihr eure Kinder stillen lassen wollt, so ist es kein Vergehen für euch, sofern ihr das, was den guten Sitten und religiös anerkannter Handhabung entspricht, bezahlt. Und hütet euch vor Ungehorsam gegenüber Gott, und haltet euch innerhalb der Grenzen der Frömmigkeit, und wisst, dass Gott wohl sieht, was ihr tut.

234. Diejenigen von euch, die abberufen werden und Gattinnen zurücklassen: diese (Gattinnen) sollen vier Monate und zehn Tage abwarten, (während denen sie sich nicht wiederverheiraten und sich nicht schmücken sollen, um sich für eine Ehe zu präsentieren). Und wenn sie sich der Erfüllung der Wartezeit nähern, so ist es kein Vergehen für euch, wenn sie in angemessener Weise über sich verfügen. Und Gott ist wohl vertraut mit dem, was ihr tut.

235. Es ist kein Vergehen für euch, wenn ihr (während der Wartezeit) den Frauen gegenüber Heiratsabsichten andeutet oder euch insgeheim mit diesem Gedanken tragt. Gott weiß ja, dass ihr (mit entsprechenden Absichten) an sie denken werdet; doch trefft nicht heimlich Abmachungen mit ihnen, außer ihr sprecht ein geziemendes Wort. Und fasst keinen festen Entschluss zum Ehebund, bevor die Wartezeit erfüllt ist. Und wisst, dass Gott dessen gewahr ist, was in euren Seelen ist. Darum seid vor Ihm auf der Hut. Und wisst, dass Gott verzeihend, nachsichtig ist (und es nicht eilig hat mit der Bestrafung).

236. Es ist kein Vergehen für euch, wenn ihr euch von Frauen scheidet (mit denen ihr einen Heiratsvertrag geschlossen habt), bevor ihr sie berührt oder ihnen eine Morgengabe ausgesetzt habt. Doch gewährt ihnen Versorgung, der Wohlhabende nach dem, was er vermag, und der Minderbemittelte nach dem, was er vermag - eine Versorgung den guten Sitten und religiös anerkannter Handhabung entsprechend, eine Pflicht für die, die bestrebt sind, Gutes zu tun und dessen gewahr, dass Gott sie sieht.

237. Und wenn ihr euch von ihnen scheidet, bevor ihr sie berührt habt, jedoch nachdem ihr ihnen die Morgengabe ausgesetzt habt, dann (gebt ihnen) die Hälfte dessen, was ihr ausgesetzt habt, außer sie verzichten und erlassen es (euch), oder der, in dessen Hand der Ehebund ist, verzichtet (und bezahlt den vollen Betrag). Und wenn ihr verzichtet, so kommt das der Gottesfürchtigkeit näher. Und vergesst nicht, einander Güte zu erweisen. Wahrlich, Gott sieht wohl, was immer ihr tut.

238. Seid eingedenk und achtet auf eure vorgeschriebenen Gebete, und (ganz besonders) auf das mittlere Gebet, und steht in der Gegenwart Gottes in demütigster Ergebenheit und Gehorsam.

239. Wenn ihr in Furcht (vor Gefahren) seid (und es euch unmöglich ist, das Gebet stehend zu verrichten, dann betet) zu Fuß oder im Reiten. Seid ihr dann (wieder) in Sicherheit, dann gedenkt Gottes (und verrichtet das Gebet) wie Er euch gelehrt hat, was ihr nicht wusstet (über den Glauben, das Buch und das Gebet).

240. Diejenigen von euch, die abberufen werden, und Gattinnen zurücklassen, sollen ihren Gattinnen Versorgung für ein Jahr vermachen, ohne dass sie vertrieben werden. Gehen sie jedoch (aus eigenem Entschluss) weg, so ist es kein Vergehen für euch, wenn sie auf angemessene Weise über sich verfügen. Und Gott ist ruhmreich, von unwiderstehlicher Macht, weise.

241. Und für die geschiedenen Frauen ist ebenfalls eine Versorgung den guten Sitten und religiös anerkannter Handhabung entsprechend (auszusetzen). Dies ist eine Verpflichtung für die Gottesfürchtigen, Frommen.

242. So macht euch Gott Seine Offenbarung (und Wegzeichen auf Seinem Pfad) klar, damit ihr begreifen mögt (wo euer Nutzen liegt und entsprechend handelt).

243. Hast du nicht über jene nachgedacht, die ihre Häuser in Todesfurcht verließen, (obwohl) sie zu Tausenden waren? Gott sprach zu ihnen: „Sterbt!“, dann gab Er ihnen das Leben wieder. Wahrlich, Gott ist voll der Güte zu den Menschen, doch die meisten Menschen sind nicht dankbar.

244. (Handelt nicht in Todesfurcht, sondern) kämpft auf dem Pfad Gottes und wisst, dass Gott hörend ist und wissend.

245. Wer ist es, der Gott (indem er sein Vermögen einzig und allein für Gottes Sache aufwendet) ein schönes Darlehen gibt, das Er ihm um ein Vielfaches vermehrt? Und Gott schmälert (euren Lebensunterhalt) und mehrt ihn; (doch wie auch immer) zu Ihm werdet ihr zurückgebracht.

246. Hast du nicht darüber nachgedacht, was mit den Ältesten von den Kindern Israels nach Moses geschah, als sie zu einem Propheten, der unter ihnen weilte, sagten: „Setze für uns einen König ein, dann werden wir auf dem Pfad Gottes kämpfen.“ Er sagte: „Ist es nicht möglich, dass ihr, wenn euch vorgeschrieben ist zu kämpfen, doch nicht kämpfen werdet?“ Sie sagten: „Warum sollten wir nicht auf dem Pfad Gottes kämpfen, wo wir doch aus unseren Häusern vertrieben und von unseren Kindern (getrennt) worden sind?“ Doch als ihnen vorgeschrieben wurde zu kämpfen, da wandten sie sich ab bis auf wenige von ihnen. Und Gott ist derer gewahr, die (solches) Unrecht tun.

247. Ihr Prophet sagte zu ihnen: „Wahrlich, Gott hat bereits Saul (Tālūt) zum König über euch eingesetzt.“ Sie sagten: „Wie kann ihm die Herrschaft über uns zustehen, wo wir doch das größere Anrecht auf die Herrschaft haben als er und ihm nicht Besitz im Überfluss gegeben worden ist?“ Er sagte: „Wahrlich, Gott hat ihn vor euch auserwählt und ihn reichlich an Wissen und körperlicher Kraft gemehrt (sodass er seine Anweisungen ausführen kann). Und Gott gibt Seine Herrschaft wem immer Er will.“ Und Gott ist allumfassend, wissend.

248. Ihr Prophet fügte hinzu: „Wahrlich, ein Zeichen für seine Herrschaft soll sein, dass die Bundeslade zu euch (zurück)kommen wird: Darin ist innerer Frieden und Sicherheit von eurem Herrn und ein Vermächtnis von dem, was die Nachkommen von Moses und die Nachkommen von Aaron hinterlassen haben. Sie wird von Engeln getragen. Wahrlich, darin ist ein Zeichen für euch, wenn ihr (wahre) Gläubige seid.“

249. Und als Saul (Tālūt) mit den Heerscharen auszog, sagte er: „Gott wird euch (durch) einen Fluss prüfen. Wer immer aus ihm trinkt, gehört nicht zu mir, und wer nicht davon kostet, der gehört wahrlich zu mir; vergeben wird dem, der nicht mehr als eine Handvoll mit seiner Hand (daraus) schöpft.“ Doch sie tranken alle davon außer einigen wenigen von ihnen. Und als sie den Fluss überquert hatten, er und diejenigen, die mit ihm gläubig waren, da sagten (die, die nur einen schwachen Glauben hatten und eine Handvoll mit ihrer Hand aus dem Fluss genommen hatten): „Wir haben heute keine Kraft gegen Goliath und seine Heerscharen.“ Doch diejenigen, die sich gewiss waren, dass sie Gott (dereinst) begegnen werden und sich fühlten, als ständen sie stets in Seiner Gegenwart, sagten: „Wie oft hat nicht eine geringe Schar über eine große Schar gesiegt mit Ermächtigung Gottes. Und Gott ist mit den Geduldigen (und Standhaften).“

250. Und als sie gegen Goliath und seine Heerscharen in den Kampf zogen, beteten sie: „Unser Herr, wappne uns mit Standhaftigkeit, und festige unsere Schritte, und verhilf uns zum Sieg über die Ungläubigen.“

251. Und sie schlugen sie mit Ermächtigung Gottes, und David erschlug Goliath, und Gott gab ihm Herrschaft und Weisheit, und Er lehrte ihn, was Er wollte. Und wenn Gott nicht die Menschen in Zaum halten würde, die einen durch die anderen, dann wäre die Erde wahrhaftig von Unheil erfüllt. Doch Gott ist voll der Güte gegen alle Welten.

252. Das sind die Offenbarungen Gottes und Seine Zeichen (die Ihn mit Seinen Namen und Eigenschaften zeigen), die Wir dir in Wahrheit vortragen, denn du (o Muhammad) bist wahrlich einer der Gesandten (der mit dem Buch geschickt wird und dem offenbart wird).

253. Von diesen Gesandten haben Wir einigen (in manchem) den Vorrang über andere gegeben. Unter ihnen sind welche, zu denen Gott gesprochen hat, und einige, die Er um Rangstufen erhöht hat. Und Wir gaben Jesus, dem Sohn Marias, die klaren Beweise (seiner Prophetenschaft) und unterstützten ihn mit dem Geist der Heiligkeit. Und wenn Gott gewollt hätte (dass der Menschheit der freie Wille vorenthalten bleibt und sie gezwungen sei, in vorherbestimmter Weise zu handeln), dann hätten sich diejenigen, die nach ihnen kamen, nicht gegenseitig bekämpft, nachdem klare Beweise zu ihnen gekommen waren. Sie wurden jedoch uneins. Unter ihnen sind welche, die glauben, und unter ihnen sind welche, die nicht glauben. Wenn Gott es so gewollt hätte, dann hätten sie sich nicht gegenseitig bekämpft. Doch Gott tut, was Er will.

254. O ihr, die ihr glaubt! (Um euch des Zusammengehörigkeitsgefühls und der Ordnung als fest zusammenhaltende, friedliche Gemeinschaft zu erfreuen) gebt (für Gottes Sache und für die Bedürftigen) von dem, was Wir für euch bereitet haben (an Vermögen, Kraft, Wissen und dergleichen), bevor ein Tag kommt, an dem es keinen Handel, keine Freundschaft (die euch irgendwie nützen kann) und keine Fürsprache gibt (von der Art, wie ihr sie euch in dieser Welt zunutze macht). Die Ungläubigen - sie sind es, die Unrecht tun (jene, die unfähig sind, die Wahrheit zu erkennen, und die ihre innere und äußere Welt verfinstern und die sich vor allem und in erster Linie selbst Unrecht tun).

255. Gott, es gibt keine Gottheit außer Ihm, dem Lebendigen, dem durch Sich Selbst Bestehenden (durch den alles bestehen bleibt). Weder Müdigkeit überkommt Ihn noch Schlaf. Ihm gehört, was in den Himmeln ist und was auf Erden ist. Wer könnte bei Ihm Fürsprache einlegen außer mit Seiner Ermächtigung? Er weiß, was vor ihnen liegt und was hinter ihnen liegt (was in ihrer Zukunft liegt und in ihrer Vergangenheit, was ihnen bekannt ist und was ihnen verborgen ist); sie aber begreifen nichts von Seinem Wissen, außer was Er will. Sein Thron (der Allmacht) umfasst die Himmel und die Erde, und es fällt Ihm nicht schwer, sie zu bewahren. Und Er ist der Höchste, der Erhabene.

256. Es gibt keinen Zwang in der Religion. Der richtige Weg ist nun klar erkennbar geworden vom unrichtigen. Wer also die tāghūt (falsche Gottheiten und Mächte des Bösen, die Modelle von Glauben und Herrschaft etablierten, welche Gott Hohn sprachen) ablehnt und an Gott (als den einzigen Gott, Herrn und der Anbetung Würdigen) glaubt, der hat gewiss den sichersten, unzerbrechlichsten Halt ergriffen; und Gott ist hörend, wissend.

257. Gott ist der Vertraute und Beschützer derjenigen, die glauben (dem sie ihre Angelegenheiten anvertrauen und auf den sie sich verlassen können). Er führt sie aus der (intellektuellen, spirituellen, gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und politischen) Finsternis ins Licht (und mehrt dort ihre Standhaftigkeit). Diejenigen aber, die ungläubig sind, deren Vertraute und Beschützer sind die tāghūt (Mächte, die Gott zum Trotz herrschen und falsche Religionen und gesellschaftliche Ordnungen ersinnen). Sie führen sie aus dem Licht in alle möglichen Formen der Finsternis. Sie sind Gefährten des Feuers, darin werden sie verweilen.

258. Hast du nicht über den nachgedacht, der (Gott zum Trotz) ein Wortgefecht mit Abraham über seinen Herrn führte, weil Gott ihm ein Königreich gegeben hatte? Als Abraham sagte: „Mein Herr ist derjenige, der lebendig macht und sterben lässt“, sagte er: „Ich bin es, der lebendig macht und sterben lässt.“ Da sagte Abraham: „Wahrlich, Gott lässt die Sonne im Osten aufgehen, so lass du sie im Westen aufgehen.“ Da war derjenige, der ungläubig war, betroffen. Und Gott leitet nicht Menschen, die (solches) Unrecht tun.

259. Oder (denkst du nicht als weiteren Beweis dafür, dass es Gott allein ist, der Leben gibt und nimmt und die Toten zum Leben wiedererwecken wird, nach über) jenen, der an einer Stadt vorüber kam, die bis zu ihren Dächern in Trümmern lag? Er sagte: „O wie soll Gott dieser wieder Leben geben nach ihrer Zerstörung?“ Da ließ Gott ihn für hundert Jahre tot sein, dann erweckte Er ihn wieder zum Leben und fragte ihn: „Wie lange hast du so verharrt?“ Er antwortete: „Ich verharrte (wohl) einen Tag oder den Teil eines Tages.“ Gott sagte: „Nein, du verharrtest so einhundert Jahre. Und betrachte deine Speise und deinen Trank: Sie sind nicht verdorben. Und betrachte deinen Esel. (All das geschah) damit Wir dich zu einem Zeichen für die Menschen machen (sodass sie begreifen, wie Wir sie erschaffen haben und ihnen das Leben wiedergeben werden nach ihrem Tod). Und betrachte die Knochen, wie Wir sie zusammenfügen und dann mit Fleisch bekleiden werden.“ Und als ihm dies klar geworden war, sagte er: „Ich weiß (nun), dass Gott Macht hat über alle Dinge.“

260. Und gedenkt der Zeit, als Abraham sagte: „Mein Herr, lass mich sehen, wie Du die Toten wieder zum Leben bringst!“ Gott sagte: „Warum, glaubst du denn nicht?“ Abraham sagte: „Doch! Aber um mein Herz zu beruhigen.“ Er (sein Herr) sagte: „So nimm vier Vögel (von unterschiedlicher Art), und mach sie zahm, damit du sie genau kennst. Dann (schneide sie in Stücke und vermische die Stücke und) lege auf jeden Berg einen Teil von jedem. Hierauf rufe sie. Sie werden eilends zu dir geflogen kommen. Und wisse, dass Gott ruhmreich ist, von unwiderstehlicher Macht, weise.“

261. Das Gleichnis derjenigen, die ihren Besitz für Gottes Sache geben, ist wie das Gleichnis eines Samenkorns, das sieben Ähren wachsen lässt, in jeder Ähre hundert Körner. Und Gott vervielfacht (den Lohn) wem Er will. Und Gott ist allumfassend (in Seiner Barmherzigkeit), wissend.

262. Diejenigen, die ihren Besitz für die Sache Gottes geben und dann dem, was sie gegeben haben, nicht Vorhaltungen und Ungebührlichkeit (dem Empfänger gegenüber) folgen lassen, denen wird ihr Lohn von ihrem Herrn zuteil und sie brauchen keine Angst zu haben, noch werden sie traurig sein.

263. Ein freundliches Wort und Verzeihung (für die Fehler der Menschen) sind besser als Wohltätigkeit gefolgt von Ungebührlichkeit. Gott ist Sich selbst genügend (und vollkommen unabhängig von der Wohltätigkeit der Menschen), nachsichtig (und hat es nicht eilig mit der Bestrafung).

264. O ihr, die ihr glaubt! Macht nicht eure Wohltätigkeit zunichte durch Vorhaltungen oder Ungebührlichkeit (dem Empfänger gegenüber), wie jener, der seinen Besitz spendet, um von den Menschen gesehen und gelobt zu werden, und doch glaubt er nicht an Gott und den Jüngsten Tag. Das Gleichnis seiner Spenden ist wie das Gleichnis eines harten Felsens, auf dem Erdreich ist. Ein schwerer Regen fällt darauf und lässt (nichts als) nacktes Gestein zurück. Sie haben keine Macht über das, was sie erworben haben. Und Gott leitet nicht (solche) ungläubigen Menschen (sodass sie ihr Ziel erreichen).

265. Doch das Gleichnis derjenigen, die ihren Besitz spenden im Verlangen nach dem Wohlgefallen Gottes und zur Stärkung ihrer Seelen (im Glauben), ist wie das Gleichnis eines Gartens auf hohem Grund. Ein schwerer Regen fällt darauf und er bringt den doppelten Ertrag hervor. Und wenn kein schwerer Regen darauf fällt, reicht auch ein leichter. Und Gott sieht wohl, was immer ihr tut.

266. Möchte (etwa) jemand von euch, dass er einen Garten habe mit Dattelpalmen und Weinreben, durch den Ströme fließen, mit allen (möglichen) Früchten für ihn darin? Und dass dann, wenn das Alter ihn überkommt und er Nachkommenschaft besitzt, die noch (zu) schwach ist (um sich ihrer Angelegenheiten anzunehmen), ein feuriger Wirbelsturm über den Garten kommt und ihn niederbrennt? So macht euch Gott Seine Offenbarungen klar, damit ihr nachdenkt (darüber und entsprechend handelt).

267. O ihr, die ihr glaubt! Gebt (für die Sache Gottes und die Bedürftigen) von den guten, bekömmlichen Dingen, die ihr erworben habt, und von dem, was Wir für euch aus der Erde hervorgebracht haben, und sucht nicht das Schlechte davon aus, um es (als Almosen oder für Gottes Sache) zu spenden, wo ihr es doch selbst nicht nehmen würdet, es sei denn ihr würdet ein Auge dabei zudrücken. Und wisst, dass Gott reich ist und Sich Selbst genügend (und vollkommen unabhängig von der Wohltätigkeit der Menschen), des Lobes würdig (als euer Herr, der euch und alle anderen Geschöpfe versorgt und Sich um all eure Bedürfnisse kümmert).

268. Satan droht euch mit Armut und gebietet euch Abscheuliches, während Gott euch Seine Verzeihung und Huld verspricht. Und Gott ist umfassend (in Seiner Barmherzigkeit), wissend.

269. Er gewährt Weisheit, wem immer Er will. Und wem Weisheit gewährt wird, dem ist viel Gutes gewährt worden. Doch niemand bedenkt dies außer den Einsichtigen, Achtsamen.

270. Und was auch immer ihr als Gabe darbringt (sei es wenig oder viel, gut oder schlecht, für die Sache Gottes oder dem Satan zuliebe) oder als Gelübde ablegt, das weiß Gott wahrlich sehr wohl. (Auch wenn sie meinen, ihre Zukunft sei gesichert) haben die, die Unrecht tun, keine Helfer (was ihre letztendliche Zukunft angeht).

271. Wenn ihr eure Mildtätigkeit offen zeigt, so ist es gut und recht. Doch wenn ihr sie im Geheimen übt und sie den Armen zukommen lasst, so ist es besser für euch; und Gott wird (es als Buße von euch annehmen, um) einige von euren bösen Taten für euch zu tilgen. Und Gott ist wohl vertraut mit dem, was ihr tut.

272. (O Gesandter, deine Aufgabe ist es, all diese Gebote zu überbringen, deshalb) obliegt nicht dir ihre Rechtleitung (in allen Angelegenheiten), sondern Gott leitet recht, wen immer Er will. (O ihr Menschen) was immer ihr an Gutem gebt (als Almosen und für andere Zwecke), das kommt euch selbst zugute, und ihr (als Gläubige) gebt aus keinem anderen Grund als aus Verlangen nach dem „Angesicht“ Gottes (um Seiner Gnadenerweise würdig zu sein). Und was immer ihr an Gutem gebt, das soll euch voll zurückerstattet werden, und es soll euch kein Unrecht zugefügt werden.

273. Das (was ihr gebt) ist für die Armen, die sich der Sache Gottes gewidmet haben und daran gehindert werden, sich frei im Land zu bewegen (um Gottes Sache zu dienen und ihren Lebensunterhalt zu verdienen). Der Unwissende (der nichts von ihren Lebensumständen weiß) meint, sie hätten genug, wegen ihrer Zurückhaltung und würdigen Haltung, aber du erkennst sie an ihrem Auftreten - sie betteln die Menschen nicht aufdringlich an. Und was immer ihr an Gutem gebt, wahrlich, Gott weiß es wohl.

274. Diejenigen, die ihren Besitz bei Nacht und bei Tag, insgeheim oder offen, hingeben, deren Lohn ist bei ihrem Herrn, und sie brauchen keine Angst zu haben, noch müssen sie traurig sein.

275. Diejenigen, die Zinsen verschlingen, sollen (selbst wenn sie eine Zeitlang Gewinn zu machen scheinen) nicht anders sein als jemand, der vom Satan erfasst und zum Wahnsinn getrieben wird, und sie werden auferstehen (aus ihren Gräbern in demselben Zustand, vor Gott). Dies weil sie sagen: „Handel ist dasselbe wie Zinsnehmen.“ Doch Gott hat Handel erlaubt und Zinsnehmen verboten. Und wenn jemandem eine Ermahnung von seinem Herrn zukommt und er dann (mit Zinsnehmen) aufhört, dem soll (rechtmäßig) verbleiben, was bereits geschehen ist. Und seine Sache ist bei Gott (- wenn er aufrichtig bereut und nicht mehr zum Zinsnehmen zurückkehrt, dann kann er hoffen, dass Gott ihm vergeben wird). Wer es aber von neuem tut (indem er es für rechtmäßig erklärt), die werden Gefährten des Feuers sein, darin werden sie verweilen.

276. Gott wird dem Zins (von dem angenommen wird, er mehre das Vermögen) jeglichen Segen nehmen und ihn zunichte machen, die Mildtätigkeit aber (von der angenommen wird, sie mindere das Vermögen) mehren. Gott liebt keinen, der ein hartnäckiger Ungläubiger (der das von Gott Erlaubte für unerlaubt hält und das Unerlaubte für erlaubt), ein Sünder ist.

277. Wahrlich, diejenigen, die gläubig sind und gute Werke tun und das Gebet in Übereinstimmung mit seinen Vorschriften verrichten und die Zakat entrichten, deren Lohn ist bei ihrem Herrn, und sie brauchen keine Angst zu haben, noch müssen sie traurig sein.

278. O ihr, die ihr glaubt! Hütet euch vor Ungehorsam gegenüber Gott, und versucht, Frömmigkeit zu erlangen in angemessener Ehrfurcht vor Ihm, und verzichtet auf das, was noch übrig ist an (euch zustehenden) Zinsen, wenn ihr (in Wahrheit) Gläubige seid.

279. Und wenn ihr (es) nicht tut (und darauf besteht, Zinsen zu nehmen, egal ob ihr es für gesetzlich erlaubt haltet oder nicht), dann ist euch Krieg angesagt von Gott und Seinem Gesandten. Doch wenn ihr aufrichtig bereut (und alle Zinsgeschäfte vollkommen aufgebt), dann soll euch euer geliehenes Geld ohne Zinsen zustehen, sodass weder ihr Unrecht tut, noch euch Unrecht zugefügt wird.

280. Und wenn der Schuldner in Schwierigkeiten ist, dann gewährt ihm Aufschub, bis (es ihm) leicht fällt. Doch solltet ihr (ihm seine Schuld) als Mildtätigkeit erlassen, so ist es besser für euch, wenn ihr es nur wüsstet.

281. Und hütet euch vor einem Tag, an dem ihr zu Gott zurückgebracht werdet (mit all euren Taten, damit Er sie beurteile). Dann wird jeder Seele das voll zurückerstattet, was sie erworben hat (während sie auf Erden weilte), und kein Unrecht soll ihnen zugefügt werden.

282. O ihr, die ihr glaubt! Wenn ihr eine Anleihe gewährt oder aufnehmt auf eine festgesetzte Frist, dann schreibt es nieder. Ein Schreiber soll es in eurem Beisein getreulich niederschreiben. Und kein Schreiber soll sich weigern zu schreiben, so wie Gott ihn gelehrt hat (durch den Koran und Seinen Gesandten), so schreibe er also. Und der, der die Verpflichtung eingeht, soll es diktieren, und er soll sich davor hüten, Gott (der ihn erschaffen hat und ihn in Seiner Barmherzigkeit und Gnade aufwachsen ließ) ungehorsam zu sein, und nichts davon weglassen. Und wenn der, der die Verpflichtung eingeht, wenig Verstand hat oder körperlich schwach ist oder unfähig, selbst zu diktieren, dann soll sein Sachwalter getreulich für ihn diktieren. Und lasst zwei Zeugen unter euren (muslimischen) Männern (es) bezeugen. Und wenn es keine zwei Männer gibt, dann einen Mann und zwei Frauen von denen, die euch als Zeugen geeignet erscheinen, damit, wenn sich eine der beiden Frauen (aus Vergesslichkeit) irrt, die andere von ihnen sie erinnern kann. Und die Zeugen sollen sich nicht weigern, wenn sie gerufen werden (um Zeugnis abzulegen). Und (o ihr Schreiber) verschmäht nicht, (den Vertrag) niederzuschreiben, seien es kleine oder große (Beträge), mit der festgesetzten Frist. Das (o ihr, die ihr glaubt) ist rechtschaffener vor Gott und zuverlässiger was die Bezeugung angeht und bewahrt euch eher vor Zweifeln. Wenn es sich um sogleich verfügbare Ware handelt, die unter euch von Hand zu Hand geht, dann ist es kein Vergehen für euch, wenn ihr es nicht niederschreibt. Und nehmt Zeugen, wenn ihr miteinander Handel treibt. Und weder dem Schreiber noch dem Zeugen soll Schaden zugefügt werden (und keiner von beiden soll so handeln, dass ein Schaden für die Vertragsparteien entsteht). Und wenn ihr doch so handelt (nämlich auf eine Weise, die einer der Vertragsparteien oder dem Schreiber und den Zeugen schadet), dann ist es wahrlich eine Übertretung von euch. Handelt (stets) in angemessener Ehrfurcht vor Gott, und versucht, Frömmigkeit zu erlangen. Und Gott gibt euch Wissen (von dem, was ihr im Leben braucht, und dem Weg, den ihr in jeder Angelegenheit zu befolgen habt), und Gott ist voll und ganz dessen gewahr, was ihr tut.

283. Und wenn ihr euch (in Umständen wie denen) einer Reise befindet und keinen Schreiber finden könnt, dann soll ein Pfand in Empfang genommen werden. Und wenn einer von euch dem anderen (etwas) anvertraut, dann soll der, dem (es) anvertraut wurde, das ihm Anvertraute zurückgeben. Und er soll in Frömmigkeit handeln und sich vor Ungehorsam gegen Gott, seinen Herrn hüten (indem er die Bedingungen der Abmachung einhält). Und verbergt nicht das Zeugnis. Und wer es verbirgt, dessen Herz (das der Mittelpunkt des Glaubens ist) ist wahrlich mit Sünde befleckt. Und Gott ist dessen, was ihr tut, völlig gewahr.

284. Gott gehört alles, was in den Himmeln ist und was auf Erden ist. Und ob ihr offenbart, was in euren Seelen (an Absichten und Plänen) ist oder es geheim haltet, Gott wird euch dafür zur Rechenschaft ziehen. Er vergibt, wem Er will (entweder aus Barmherzigkeit oder indem Er voll Erbarmen die Reue der Sünder annimmt), und Er bestraft, wen Er will (wie es Seine Gerechtigkeit erfordert). Und Gott hat volle Macht über alle Dinge.

285. Der Gesandte glaubt an das, was ihm von seinem Herrn herabgesandt worden ist, ebenso wie die Gläubigen. Sie alle glauben an Gott und Seine Engel und Seine Bücher und Seine Gesandten. „Wir machen zwischen keinem Seiner Gesandten einen Unterschied (in unserem Glauben an sie).“ Und sie sagen: „Wir haben (den Aufruf zum Glauben an Gott) gehört und haben ihm gehorcht (im Gegensatz zu einigen Menschen unter dem Volk von Moses). Unser Herr, gewähre uns Deine Verzeihung, und zu Dir kehren wir zurück.“

286. (O ihr Gläubigen, wenn ihr bekümmert seid darüber, dass Gott von jeder Seele Rechenschaft fordern wird, selbst für das, was sie tief im Innersten nur beabsichtigte und plante, dann wisst, dass) Gott keiner Seele mehr aufbürdet, als sie zu tragen vermag. Ihr wird zuteil, was sie (an Gutem) erwirbt, und über sie kommt, was sie sich (an Üblem) zuschulden kommen lässt. (Darum betet wie folgt zu eurem Herrn:) „Unser Herr, mache uns nicht zum Vorwurf, wenn wir (etwas) vergessen oder Fehler machen. Unser Herr, erlege uns keine Bürde auf, wie Du sie jenen aufgebürdet hast, die vor uns dahingegangen sind. Unser Herr, und lade uns nichts auf, wofür wir nicht die Kraft haben. Und übersieh unsere Fehler, und vergib uns, und habe Erbarmen mit uns. Du bist unser Beschützer und Eigner (dem wir unsere Angelegenheiten anvertrauen und auf den wir uns verlassen). So hilf uns und gewähre uns den Sieg über das Volk der Ungläubigen.“

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