Das Neue Testament hat seinen Ursprung vor 2000 Jahren, und das Alte Testament geht über 4000-6000 Jahre zurück.

Entstehung

Die Wurzeln des Christentums liegen in der jüdischen Religion. Denn der christliche Glaube geht auf den Juden Jesus von Nazareth zurück, der von ca. 4 v. Chr. bis 33 n. Chr. lebte. Er war ein Wanderprediger, der Jünger um sich scharte, lehrte, Kranke heilte und sich armen und ausgegrenzten Menschen zuwandte. Er forderte die Menschen zu radikaler Umkehr auf und predigte die Liebe. Von den damals in Palästina herrschenden Römern auf Drängen vieler Juden aus der Oberschicht wurde er nach der christlichen Auffassung zum Tode durch Kreuzigung verurteilt und hingerichtet.

Die ersten Christen waren Juden. Sie erkannten den gekreuzigten Jesus als den auferstandenen Christus und Sohn Gottes an. Damit lösten sie sich vom jüdischen Glauben. Es entstand eine eigenständige neue Religion.

Die Ausbreitung des Christentums erfolgte nach dem Tod Jesu durch die Bildung von Kirchen und die Entwicklung einer Kirchenlehre. Schon Jesus hatte zunächst seinen 12 Jüngern, dann einem immer größeren Publikum moralische Anweisungen gegeben und ihnen den Weg zur christlichen Nächstenliebe gezeigt.

Bereits im 3. Jahrhundert n.Chr. gab es christliche Gemeinden von Spanien bis Indien. Es entstand eine Weltkirche, die von Bischöfen repräsentiert wurde. Ihr Zentrum lag in Rom. Der Bischof von Rom, der oberste Bischof, galt als Nachfolger des Apostels Petrus (eines der Jünger Jesu). Er wurde als Papst bezeichnet.

Die kirchliche Hierarchie mit dem Papst an der Spitze, den Bischöfen und den Priestern beanspruchte für sich, dass nur sie allein die christliche Überlieferung richtig deuten könne. Kritik an diesem Absolutheitsanspruch führte dann im Jahr 1521 (unter der Führung Luthers) zur Spaltung der westlichen Christenheit in die römisch-katholische Kirche mit dem Papst an der Spitze und die protestantische Reformationskirche, die sich auf Martin Luther berief. Schon viel früher, im Jahr 1054 hatten sich die römisch-katholische und die orthodoxe Kirche voneinander getrennt. Noch ein Zweig entstand mit dem anglikanischen Protestantismus der Church of England (Kirche Englands). Weitere Abspaltungen im 17. Jahrhundert brachten Freikirchen und Sekten hervor.

Die christliche Lehre kennt zahllose Varianten. Es gibt aber einige Punkte, die orthodoxe, katholische und evangelische Konfessionen mehrheitlich für unverzichtbar halten.

Die Heilige Schrift

Die Bibel besteht aus einem Alten Testament und einem Neuen Testament. Das Neue Testament bezieht sich nur auf die Geschichte Jesu. Vor ihm war das Alte Testament, das aus mehreren Büchern besteht. Das Neue Testament hat seinen Ursprung vor 2000 Jahren, und das Alte Testament geht über 4000-6000 Jahre zurück. Für Christen gibt es kein anderes Buch, das den gleichen Stellenwert wie die Bibel besitzt. Sie ist die von Christen generell anerkannte Quelle von Informationen über Jesus und Gott. Es gibt aber unterschiedliche Versionen und Interpretationen dieses Buches.

Glaube

  1. Christen glauben an den Einen Gott. Diesem Gott wird jedoch die Drei-Einigkeit zugesprochen: Gott-Vater, Gott-Sohn und Gott-Heiliger Geist. Der Vater hat keinen Ursprung, der Sohn ist aus der Substanz des Vaters gezeugt worden, und der Heilige Geist geht als ein Prinzip aus Gott-Vater und Gott-Sohn hervor.
  2. Christen glauben, dass Gott in Jesus Christus Mensch wurde, um Menschen von ihrer Schuld zu befreien. Er selbst trug am Kreuz die Strafe, die eigentlich die Menschen hätten tragen sollen. Maria, die Mutter von Jesus, hat den Sohn Gottes, der in ihrem Leib durch den Heiligen Geist gezeugt wurde, geboren.
  3. Der Mensch hat einen freien Willen. Diesen hat er aber dazu missbraucht, sich von Gott abzuwenden. Die Schuld des Menschen ist auf die von Adam und Eva begangene Erbsünde zurückzuführen, die alle Menschen zu Sündern gemacht hat. Jeder Einzelne bestätigt mit seinem fehlerhaften Verhalten seine Neigung zur Sünde. Der Mensch kann durch sein eigenes Bemühen und seine Leistung seine Schuld vor Gott nicht wiedergutmachen.
  4. Jesus Christus ist gekommen, um die Menschheit von ihren Sünden zu erlösen. Die Erlösung ist ein Geschenk Gottes für all jene, die Jesus annehmen und sich zu ihm bekennen. Kein Mensch kann von sich aus Erlösung finden. Für einen Christen ist die Erlösung nur durch die Person Jesu möglich. Jesus ist Mensch und Gott zugleich.
  5. Am Ende der Zeit wird Jesus zur Erde zurückkehren, um die Gläubigen zu sich zu holen, damit sie in der Gegenwart Gottes ewig leben.

Weitere zentrale Punkte

  1. Christ wird man durch die Taufe. Die Taufe ist ein Geschenk Gottes. Hier empfängt der Mensch als Kind oder im Erwachsenenalter den Segen Gottes.
  2. Mit dem Glaubensbekenntnis bekennt sich der Christ zum Glauben an Gott, Jesus und den Heiligen Geist.
  3. Eine besondere Bedeutung kommt auch den Sakramenten zu. Evangelische Christen kennen 2 Sakramente: Taufe und Abendmahl. Katholiken und orthodoxe Christen hingegen 7: Taufe, Ehe, Abendmahl, Firmung, Priesterweihe, Beichte und Krankensalbung.
  4. Christen sind dazu aufgerufen, in ihrem Leben die 10 Gebote zu befolgen.
Letzte Änderung am 31.03.2015
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