Die Schule der Hanbaliten beruft sich auf die Lehren und Prinzipien, die der Hadithsammler, Theologe und Rechtsgelehrte Ahmad ibn Hanbal hervorbrachte. Sein Vater stammte aus Merw (im heutigen Turkmenistan) und wanderte mit seiner Frau nach Bagdad aus, wo Ibn Hanbal 780 geboren wurde und später Recht, Hadithwissenschaft und Lexikographie studierte. Um sich dem Sammeln von Hadithen zu widmen, unternahm er mehrere Reisen nach Mekka, Medina, Damaskus, Jemen, Basra und Kufa. Ibn Hanbal war ein Schüler von Imam asch-Schafi’i. Nachdem Abu Yusuf gestorben und Imam asch-Schafi’i nach Ägypten gegangen war, war er der bedeutendste Hadith- und Rechtswissenschaftler Bagdads. Unter den Werken Ibn Hanbals ist das berühmteste seine Hadithsammlung mit dem Titel Al-Musnad. Ibn Hanbal lebte in Übereinstimmung mit seinen Lehren sehr bescheiden und verstarb 855 in Bagdad.

Ibn Hanbal sprach sich gegen die Bemühung um die Bildung eines eigenen Urteils aus, weil dies zu unerlaubten Neuerungen und Willkür führe. Auch der Analogieschluss fand nur unter Einschränkungen seine Zustimmung. Was die Erfüllung der religiösen Pflichten betrifft, waren für ihn nur diejenigen Praktiken statthaft, die von Koran und Sunna vorgeschrieben werden.

Heute ist die hanbalitische Rechtsschule vor allem in Saudi-Arabien, in einigen Staaten am Persischen Golf und überall dort von Bedeutung, wo sich der saudi-arabische Einfluss bemerkbar macht.

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