Das Wort ‚Dialog‘ hat seine Wurzeln im Griechischen: ‚dia‘ bedeutet dort ‚durch‘, ‚logos’ kommt in mehreren semantischen Bereichen zur Anwendung und steht u. a. für ‚Wort‘ und ‚Bedeutung‘. Dialog besitzt für uns heute deshalb einen so großen Stellenwert, weil er die ‚Beratung und Konversation zwischen Individuen und Gruppen‘ bezeichnet. Daneben spricht man auch in der Literatur und der Musik von Dialog.

Es scheint fast so, als würden in einem Dialog die unterschiedlichen Meinungen in voneinander unabhängigen Flüssen nebeneinander her fließen. Dieser Strom der Meinungen verfügt über eine dynamische Natur. Er verändert sich ständig und schwillt gelegentlich an. Manchmal finden sich die Flüsse auch in einem Staubecken der gemeinsamen Sprache oder in einem See des Einklangs zusammen.

Das Ziel jedes Dialogs besteht darin, trotz unterschiedlicher und teilweise gegensätzlicher Auffassungen zu Verständnis und Akzeptanz zu gelangen. Insofern unterscheidet sich ein Dialog von einer Diskussion. Wer sich an einem Dialog beteiligt, versucht nicht andere auszustechen oder ruhig zu stellen, nimmt aber auch keine defensive Haltung ein. Die beteiligten Personen versuchen vielmehr, Dinge herauszufinden, sich Wissen zu erwerben und Verständnis für die Ansichten anderer aufzubringen.

Dialog setzt voraus, dass man den Standpunkten anderer vorbehaltlos gegenübertritt. Man muss ihnen zuhören und größte Aufmerksamkeit entgegenbringen; Herz und Verstand müssen ‚offen‘ sein. Nur eine wechselseitige Akzeptanz ermöglicht es, andere zu verstehen, zusammen zu lernen und einen Beitrag zum Zusammenleben zu leisten. Ein weiser Mann hat einmal gesagt, dass in diesem Prozess eine endlose Vertiefung von Bedeutung stattfindet, vergleichbar mit zwei Spiegeln, die sich gegenseitig reflektieren.

Dialog kann eines der effektivsten Werkzeuge gegen negative Konditionierung, Vorurteile und Fanatismus sein, erfordert aber auch bestimmte grundlegende Fähigkeiten wie Aufrichtigkeit, Bescheidenheit und Neugier.

Aufrichtigkeit: Guter Wille schafft Vertrauen. Wechselseitiges Vertrauen wiederum ist die Grundvoraussetzung für den Ausdruck tiefer Gedanken und Gefühle. Offenherzige Menschen fürchten weder die Kommunikation mit anderen noch die Beeinflussung durch sie.

Bescheidenheit: Sich selbst zu Gunsten anderer zurückzunehmen ist eine der größten Tugenden, die es gibt. Wirklich bescheidene Menschen sind sich der Grenzen ihrer Fähigkeiten genau bewusst und überschreiten diese Grenzen nicht.

Bescheiden sind wir dann, wenn wir anerkennen, dass wir wenig wissen und noch viel lernen müssen. Genauso impliziert Bescheidenheit den Willen, uns mit allem, was wir lernen, zu verändern und zu entwickeln.

In Dialogen, die von Bescheidenheit geprägt sind, suchen alle Seiten die Grenzen ihres Wissens und ihrer Vorstellungen und sind zudem bereit, ihre angestammten Bereiche zu verlassen und das ihnen Fremde zu erforschen. Sie unternehmen eine Reise vom Vertrauten ins Unbekannte.

Neugier: Die Wesensart der Menschen versetzt sie in die Lage neugierig zu sein und die Wahrheit zu ergründen. Dieser angeborene Antrieb sollte eine Hauptkomponente des Fundaments sein, auf das sich Dialog gründet. Zusammen können wir nach Antworten auf zahlreiche Fragen suchen. Hier nur einige Beispiele:

    1. Wer sind wir?
    2. Worin besteht der Sinn unseres Lebens?
    3. Woher kommen wir?
    4. Was ist das Ziel unserer Reise?
    5. Wie ist unsere Beziehung zum Schöpfer beschaffen?
    6. In welchem Verhältnis stehen Menschen, Leben und Universum?
    7. Wie sollten wir kritisches Denken interpretieren?
    8. Gibt es metaphysische Gesetze, so wie es auch physische Gesetze gibt?

Der größte Wunsch des Menschen besteht seit jeher darin, ihm auf dieser Welt nachfolgenden Generationen etwas Wesentliches von fundamentaler Bedeutung zu hinterlassen; denn so vermag er durch seine eigene Vergänglichkeit etwas zu weiter zu geben, das überdauern wird.

Liebe, Rechtschaffenheit, Barmherzigkeit, Fairness und Eintracht sind universelle Aspekte spiritueller Erleuchtung und Glücks, die ihren Wert niemals verlieren werden. Sie bilden die Grundvoraussetzung für ein bedeutungsvolles und glückliches Leben und sind gleichzeitig das beste Vermächtnis, das wir anderen hinterlassen können.

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