Für Muslime sind religiöse Feste Tage tiefgehenden islamischen Denkens und Empfindens, an denen Erinnerungen an eine lange und ehrenvolle Vergangenheit mit all ihrem Freud und Leid wieder aufgefrischt, vergegenwärtigt und neu „erlebt“ werden. An diesen Tagen sind die Muslime noch mehr als sonst dazu aufgerufen, Gott zu verehren und ihre Religiosität und ihre Beziehung zu Gott zu pflegen.

Muslime genießen an den Festtagen die Freude des Wiedersehens mit Verwandten und Freunden, die man sonst vielleicht nicht so häufig sieht. Sie besuchen sich gegenseitig und verbringen schöne Stunden miteinander. Am schönsten sind die religiösen Feste für die Kinder. Sie freuen sich schon weit im Voraus auf die feierliche und warme Atmosphäre der kommenden Tage.

Einige Tage vor dem Fest beginnen auch die erwachsenen Muslime mit den Vorbereitungen. Sie machen großen Hausputz und backen Blätterteigspezialitäten und viele weitere leckere Speisen, die sie ihren Gästen während der Festtage anbieten können. An den Festtagen selbst legen alle neue bzw. saubere Kleidung an und beschenken sich gegenseitig, besonders aber die Kinder.

Verwandte, Freunde und Bekannte kommen zusammen und erfreuen sich an den Köstlichkeiten, die man einander auftischt. Man tauscht Glückwünsche aus. Die Jüngeren besuchen die Älteren und küssen ihnen, nach türkischer Tradition, die Hand, während die Älteren den Jüngeren gegenüber besonders aufmerksam sind. Durch Rituale wie diese werden die zwischenmenschlichen und gesellschaftlichen Beziehungen ebenso gestärkt wie die Bindungen zwischen den Generationen. Außerdem besucht man auch kranke Menschen und verstorbene Familienangehörige und Bekannte auf dem Friedhof.

An den islamischen Festtagen herrscht eine Atmosphäre spiritueller Harmonie, die die mit Muslime mit großer innerer Freude erfüllt. Sie verspüren den Drang, sich aus den Klauen des Alltags zu befreien und in den Tiefen ihres spirituellen Seins zu leben. Sie fühlen sich durchdrungen von Liebe und Barmherzigkeit, und das schenkt ihnen neue Hoffnung.

Der Islam kennt zwei große Feste:

  • Îdu l-fitr, das Fest des Fastenbrechens am Ende des Monats Ramadan, in dem die Muslime von Anbruch der Morgendämmerung bis zum Sonnenuntergang fasten, und
  • Îdu l-adhâ, das Opferfest, das am 10. Dhu l-Hidscha stattfindet, dem letzten Monat des islamischen Jahres, in dem die Pilgerfahrt vollzogen wird.

Beide Feste nehmen einen besonderen Platz im Leben der Muslime ein und hinterlassen in der Kultur der Muslime unauslöschliche Eindrücke.

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